Job!

Deutsche Version:

Ich kanns nicht glauben, ich habe doch tatsächlich noch nen Job bekommen und bin so verdammt glücklich! Wer dies gerade nicht nachvollziehen kann, möge bitte die nächsten Zeilen lesen :D.

Vor mehr als drei Wochen hatte ich mich auf craigslist um einen Hoteljob beworben. Das wäre der ideale Job für mich gewesen. Verpflegung und Unterkunft umsonst, und ein Fulltime-job für 950 Yen die Stunde. Top! Allerdings hat sich das ganze Bewerbungsfahren ewig hingezogen, musste sogar neben meinen englischen, auch noch einen jap. CV bereitlegen, was mit Hilfe einer jap. Freundin auch kein Problem war. Word-Vorlagen habe ich dabei im Internet gefunden, die galt es dann nur noch auszufüllen.
Dann vor einer Woche, als ich mit meinem Besuch in Nikko war, hatte ich endlich ein Interview via Skype, wo auch mein jap. getestet wurde und ich mich sehr gut geschlagen hatte. Am Tag darauf gab es ein zweites, wo die Sache mit dem Bart angesprochen wurde. Wer bisher noch keines der dutzenden Bilder auf meinen Blog gesehen hat, ich habe einen 30 cm langen Bart, der mit Gummis segmentiert ist. Jedenfalls fragten sie mich, ob ich den abschneiden würde (auf die Frage war ich vorbereitet), und die Antwort fiel logischerweise mit „Nein“ aus. 5 Jahre Wachstum schneide ich nicht so einfach weg. Jedenfalls verlief auch das Gespräch sonst sehr gut, allerdings habe ich dann am nächsten Tag die Nachricht erhalten, dass sie mich nicht nehmen würden, jedoch ohne Begründung, wobei die Sache natürlich klar war. Später hatte ich nochmal nachgefragt und erfahren, dass es eben wegen dem Bart war. Ich kanns nicht nachvollziehen, Leute. Hatte mich echt getroffen.

Kurz vor folgendem Ereignis hatte ich dann meinen letzten Beitrag verfasst.

Der zweite Versuch war in einem Hostel wo ich die letzten Tage geschlafen habe, da die wiederum Nachtschichtpersonal suchten. Top, geil, nehm ich! Ein Interview ausgemacht und hier das Gleiche wieder! Ich verstehe es nicht! Im Restaurant kann ich alle logischen Gründe nachvollziehen, aber in einem Hostel, das hauptsächlich internationale Kunden bedient und mich als Rezeptionisten einsetzt — wo ist da bitte der Sinn hinter, keinen Bart tragen zu dürfen???.
Da war ich dann nun nicht mehr nur enttäuscht, sondern schon richtig angepisst. Ich gehe zwar nicht gerne auf die Diskriminierungsschiene, aber so hab ich mich dort schon gefühlt. Ab da wusste ich nicht mehr weiter und plante innerlich schon den Rückflug, denn bis auf knappe 30.000 Yen war alles weg. Die letzte Alternative wäre gewesen, im selben Hostel 5h am Tag als Putze zu arbeiten, aber mit Mietkosten (ich hätte dort nicht kostenlos pennen können, sondern müsste mir ne Wohnung mieten), wären unterm Strich nur noch gute 50.000 Yen über geblieben. Was etwa 400 Euro entspricht. Immer noch besser als nichts, aber bisschen mehr wäre schon recht. Das war also mein Plan für den Fall der Fälle. Der allerletzte Notfallplan sozusagen. Zur gleichen Zeit habe ich jedoch eine andere Anzeige auf Craigslist gefunden die mich wegen folgenden Zitats frohlocken und nocheinmal hoffen liess:

You can dye your hair, have pierces on your body while you’re at work.
We do not judge people by the appearance, so any nationality is welcome.

Das war wahrlich der letzte Rettungsanker! So bin ich heute, gerade eben, dorthin um vorzusprechen und siehe da, ich habe ihn bekommen! Ich kanns immer noch nicht fassen. Einziger Wehrmutstropfen ist die Miete für 40.000 Yen, aber anderswo wäre es auch nur geringfügig billiger und ich habe so ein Privatzimmer und alle Annehmlichkeiten drumherum! Das beste ist, dass mir die Miete vom Gehalt abgezogen wird, sonst hätte ich sie derzeit gar nicht bezahlen können. Wenn alles gut geht, habe ich am Ende des Monats zwischen 90.000 und 120.000 Yen in der Tasche. Im Vergleich, sicher immer noch nicht der Burner, aber ausreichend um danach zu reisen. Als Backpacker muss man sowiesoe lernen seine Ansprüche teils sehr tief zu legen. 100.000 Netto war mein Mindestgehalt für das ich arbeiten gehen würde.
Dazu darf ich an meinem Geburtstag freinehmen um die gplante Fuji Besteigung durchzuführen und nach 2,5 Monaten vorerst den Job beenden um meine Pilgerreise in Shikoku zu starten! Anschließend wohl auch wieder anfangen. Gott; nur Vorteile! Ich bin noch immer ganz hibbelig. Die Arbeit selbst wird zwar total langweilig werden, ist aber auf 2,5 Monate vorerst begrenzt, was es erträglich macht. Da ich mein Ziel vor Augen habe, geht das also =). Ab jetzt heißts Maloochen, und meine Mitarbeiter (ein Australier, ein Inder, einige Japaner) sind auch sehr nett. toi toi toi!

Da das Einkommen fürs erste also gesichert ist, kann ich mich nun ans schreiben der Blogbeiträge machen, wo dann einige in nächster Zeit folgen werden. Die nächsten zweieinhalb Monate über wird bis auf die Fuji-Besteigung nicht viel passieren. Bleibt gespannt!

English Version:

I made it! This was truely luck! Right before I almost resigned, I got a last straw and got a job right now! Still, I cannot totally grasp it. However was it a long and hard ordeal to find a job here, why?
Because, when you have a beard it’s almost impossible to find a job here in Japan. I don’t mean a 3 days beard or anything short, no, I do have a 30 cm long beard which I carry for approximately 5 years now. It’s nothing you just cut down on a whim, especially not for some stupid money. I would have chosen my pride over Japan, if it would have come to the worst, and leave the country for good. However it turned out well, though with more luck than actual skill. But after a long and hard job hunting time some luck was well appreciated. The first Job I applied to (after the Kumamoto earthquakes) was about a resort Job, but they wouldn’t take anyone with a beard at all. Period!
The next one, I applied for was a Hotel Job in Atami (Shizuoka), which would be the best one to find. Accomodation and fare would be free, and I would have had a fulltime job for 950 Yen per hour! Unfortunately did it take around 4 weeks until I got the Interview appointment on Skype, during my time in Nikko. The Interview went well, very well, despite the fact that I had to speak japanese (in which I became quite experienced). So I had my hopes up. The second Interview on the following day went well again, but the matter with my beard came up, and my resolution to not cut it. Of course. The next day, I got a mail, which stated they wouldn’t take me but didn’t provide any reasons at all. However was it clear, what made them say that.

After that I was really disappointed, so the next try was in the Ace-Inn Hostel in Shinjuku where I stayed the last couple of nights. They were desperately looking for Night Shift Receptionists, so I thought, sweet! I’ll take it! I made an Interview appointment, and it looked promising, at least I didn’t see a reason why I wouldn’t be chosen. Despite of some lacking japanese skills maybe. But here again! No beard! Period! After that I wasn’t just disappointed but really angry too. I felt rather discriminated and I already closed the case Japan – Working Holiday for myself. The next day (I was already planning my leave in my mind), I found another ad on craigslist with the following quote in it:

You can dye your hair, have pierces on your body while you’re at work.
We do not judge people by the appearance, so any nationality is welcome.

Wow! This must have been the opportunity I was looking for. How cool is that? The first one who really gives me a chance! So I grabbed the straw, wrote them, made an appointment, got there today and – unbelievable but true – got the job :D! I still cannot fathom it. I’m so happy right now, the last straw, my goddamn luck, just because I didn’t stop to look for it. Just because I didn’t resign but kept looking. Lesson was learned^^.
I even get days off for my birthday next week, where I want to climb up Mt. Fuji with a jap. friend of mine. Plus I can take a 2 months break for the pilgramage on Shikoku, which I want to do in the middle of october! I have but to pay 40.000 Yen for a room (though private room), but if everything works out well, I still have between 90.000 and 120.000 Yen per month in my pocket. Still not that much (just between 800 and 1.000 Euro), but as a backpacker one needs to take what one gets. It would have been the minimum I would voluntarily work for. However, my first day starts tomorrow and I have a really good room, and all the other facilities are really nice too.
I’ll start producing some blog posts (which I couldn’t during the last three weeks) within my time here, because apart of the Fuji climbing, I won’t do much anyway^^. See you soon!

Über VagabundenReise

Manga und Anime Narr
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