Erfahrungsbericht: „Höhlen-Exkursion“.

Samstag, der 30.08.2014

Zu Weihnachten letztes Jahr, habe ich von einem Weihnachtsengel, einen Gutschein für eine sogenannte „Höhlen-Exkursion“ bekommen, was völlig überraschend kam und demzufolge sein Ziel nicht verfehlt hat. Ich war total aus dem Häuschen, da ich gerade mit sowas nie gerechnet hätte und auf gekonnte Weise, meine Interessen und mein Studium zusammengebracht wurden^^. Daher an dieser Stelle nochmal meinen ausdrücklichen Dank! Kein Pfennig war vergebens, der Tag war große Klasse!

Losgegangen ist es von Jena aus, schon um 6:47 Uhr nach Saalfeld, da die Anbindung nach Kamsdorf (was nur ein paar Kilometer östlich von Saalfeld liegt), bescheiden war – erst recht an einen Samstag. So trug es sich dann zu, dass ich in den Genuss einer Stunde Aufenthalt am Saalfelder Bahnhof kam und später, als ich dann den Bus nach Kamsdorf nutzen konnte, auch nochmal ne Stunde vor Ort totzuschlagen hatte. Das war aber nicht weiter schlimm, denn dort traf ich unseren Bergführer für den heutigen Tag, der mir freundlicherweise noch einen ersten Ausblick auf den nebenliegenden Tagebau gab! Erstaunlicherweise konnte man von dort sogar die Leuchtenburg in Kahla sehen, obwohl das ne ganz schöne Strecke ist. Ich war leicht fasziniert^^. 40 Minuten später kamen dann etwa die anderen neun eingeschriebenen zusammen mit der Lisa vom ROC-Team, dem heutigen Veranstalter der Tour. Anschließend mussten wir uns in einen roten Overall hineinpressen, bekamen einen Helm mit Stirnlampe aufgesetzt und konnten in den Schacht gehen, dessen Netzwerk ausgeklügelter ist, als jenes einer Feldmaus. Insgesamt sollen es wohl 100 km Weg sein, unter der Erde. Wie viel wir davon abgelaufen sind kann ich nicht genau sagen, schätzen würde ich etwa 8-10. Geologisch haben wir uns im Zechstein (Perm) befunden, wo es sehr häufig Baryt (BaSO4)-Gänge in teils halbmeter mächtiger Ausführung zu bestaunen gab. Ferner wurde auch Malachit (Cu2[(OH)2CO3]), Azurit (Cu3(CO3)2(OH)2) und natürlich Calcit (CaCO3) erspäht. Zu den Bildern sei gesagt, dass ich es nicht immer mit der Schärfe hinbekommen habe, da es dunkel war, und wir uns nicht zu viel Zeit lassen wollten. Es gab dort unten teils echt riesige Hallen, von geschätzten 5-8 m Höhe und einigen 10er Metern Breite und weniger die für den Bergbau typischen kleinen Gänge, wo du als kleiner Mensch gerade so durchkommst, bzw. dich sogar ducken musst. Die gab es natürlich auch, wo man dann glücklich war einen stabilen Helm zu tragen :D. Sonst hätte es einige Kopfnüsse gegeben. Man kanns zwar nicht mit dem Erebor oder Moria vergleichen, aber staunen kann man schon, zumal der ganze Abraum ja auch rausbefördert werden musste und das war weissgott nicht wenig. 


Insgesamt ging die Führung gute vier Stunden, inklusive einer etwa 20 minütigen Mittagspause, natürlich unter Tage, mit einem kleinen Buffet, was im Preis mit imbegriffen war. Wenn man denn auch schonmal in kompletter Dunkelheit ist (sowas erlebt man ja auch nicht alle Tage), muss man natürlich auch mal sämtliche Lampen ausschalten und die Ruhe bzw. auch das Dunkle genießen. Man merkt dabei sofort wie sich die Ohren darauf einstellen und jedes Geräusch deutlicher wahrnehmen, seien es nun Wassertropfen die von der Decke runtertropfen, oder aber ein kleines und feines Räuspern bzw. Flüstern. War eine interessante Erfahrung, der ich gerne mal länger ausgesetzt wäre, paar Stündchen z.B. Ich denke dort könnte man dann wirklich mal richtig abschalten ;).
Nach der kleinen Stärkung ging es dann wieder an die Oberfläche, wo uns strahlender Sonnenschein und – für mich – zu hohe Temperaturen erwarteten. Im Schacht war es angenehm kühl mit guten 10°C, als wir nach draußen kamen, gabs ne Temperaturerhöhung von etwa 15°C :D 

Anschließend, und das fand ich ganz besonders toll und vorallem auch nett von unserem Bergführer – hat er mich noch mitgenommen für gute 1,5 h den Tagebau zu inspizieren, da es dort ein paar klasse (Gesteins-)Falten gab, mit Grauwacke aus dem Karbon (siehe Bilder), die geschiefert echt glatte, fast ebene, und ewig Lange Flächen bildeten, dadrüber lag diskordant der Zechstein auf, der ab und an auch gestört, heißt, relativ zum nebenliegenden, auf- oder abgeschoben war. Das sieht man auch alles in den Bildern ganz gut, wenn man genau hinschaut. Was natürlich besonders markant an dem Tagebau ist, sind die vielen bunten Farben der Grauwacke, die von rot, über blau, bis grünlich und gelblich reichen. Wenn denn das Licht dazu noch passt ist das ein herrliches Farbenspiel was ein wenig an Landmannalaugar auf Island erinnerte. An dieser Stelle möchte ich nochmal explizit dem Andreas für die kompetente und vorallem Extra-Tour zum Tagebau, sowie natürlich für die Fahrt zurück nach Saalfeld danken!

Allen anderen bleibt mir nur noch übrig, diese Tour zu empfehlen, auch wenn sie für knapp 70 € (Jochen Schweizer – gibt aber auch billigere Angebote für eine kleinere Runde) recht teuer ist. Dennoch war es jeden Pfennig Wert und die Zeit mehr als ausreichend dafür. Also gut investiertes Geld.

Glück Auf!

Vagabund =)

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Manga und Anime Narr
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