Der Weg der Mitte

„Leute, ihr müsst mehr miteinander reden“. Mit diesen mahnenden Worten, verabschiedete sich mein hoch geschätzter ehemaliger Professer Reinhard Gaupp in den Ruhestand und sprach dabei die internen Probleme unseres Institutes an. Es haben sich, mehr oder weniger sichtbar, Lager gebildet zwischen den Verantwortlichen im Institut. Und wie es mit Lagern bzw. Extrempositionen immer so ist, fehlt die Kommunikation und auch der Wille etwas zu verändern, oder auf Vorschläge der anderen Seite objektiv einzugehen, bzw. auch an diejenigen zu denken, welche an diesen Clusterbildungen keine Beteiligung haben und eher als Leidtragende zu Bezeichnen sind. Nämlich wir Studenten. Aus Positionen, werden Dogmen, aus Dogmen werden Vorurteile generiert, aus Vorurteilen resultiert Hass und aus Hass letztlich Gewalt. Vielleicht mag es im Zusammnhang mit der Universität nicht ganz so schlimm sein, fakt ist aber, dass sich das, was man im Kleinen beobachten kann (und dazu reicht es ja schon, zwei Menschen unterschiedlicher Herkunft, Glauben und Überzeugungen in einen Raum zu sperren), im großen Maßstab allemal wiederholt werden kann.

Diese mahnenden Worte will ich den Amerikanern, den Russen, den Ukrainern und allen anderen die an diesem Konflikt beteiligt sind entgegenschreien. Diese mahnenden Worte will ich den Konfliktparteien in Israel und Palästina entgegenschreien. Diese mahnenden Worte will ich den Politikerkasten und den Bürgern in Deutschland, Europa und auf der ganzen Welt entgegenschreien. Diese mahnenden Worte will ich den ISIS-Truppen und ihren sogenannten Feinden entgegenschreien. Diese mahnenden Worte sollten zum elften Gebot des Christentums werden, bzw. zum allerersten Gebot der gesamten Menschheit im allgemein. Diese mahnenden Worte werde ich wohl immer in meinem Gedächtnis eingebrannt wissen.

Zwischen den Machtspielchen derer die die Macht haben, leiden wie immer dritte drunter, die sich entweder einem der Lager anschließen und als Kanonenfutter verheizt werden, oder aber dagegen opponieren und letztlich von einem der Lager als Feind auserkoren und somit letztlich auch nicht glücklich werden. Erst wenn diese Masse der Opponisten groß genug ist um ein Gegengewicht darzustellen und auf friedliche Art und Weise zu opponieren, können Gespräche erst stattfinden. Gespräche müssen aus der Mitte angestiftet werden. Von neutralen Personen und Gruppen. Es spielt dabei keine Rolle wer von den Konfliktparteien im Recht ist oder nicht. Sobald Gewalt angewendet wird, hat jeder seinen Rechtsanspruch verloren.

Das was momentan zwischen Kiew und Bagdad stattfindet, finde ich wiederum sehr Besorgniserregend. Kriege sind ja leider nie eine Randerscheinung bzw. was seltenes. Sie sind leider zum Alltag geworden. Frieden mag man in Europa noch kennen, aber Wehe den Anfängen. Über kurz oder lang wird es sicher auch in Europa zu Tumulten kommen, spätestens wenn es zu einer neuen Finanzkrise kommt die bei weitem größer und mit mehr Wucht ausfallen wird, als die 2008er. Dass sie kommen wird, ist vorprogrammiert, die Frage ist dann nur noch wann und ob sie abgeschwächt werden kann. Dazu braucht man im übrigen kein ‚Verschwörungstheoretiker‘ sein, man muss sich nur ein wenig mit dem Finanzsystem an sich auskennen und die Ursachen der 2008er und auch der 1929er Krise auswerten.
Dennoch versuche ich optimistisch zu bleiben, denn eine breite Masse macht sich seit 4 Monaten jeden Montag mit den sogenannten Montagsmahnwachen ihren Raum. Anfangs war ich noch recht skeptisch, und es gibt immer noch Dinge die mir nicht ganz gefallen wollen, aber im großen und ganzen sehe ich dieser Vereinigung die mittlerweile auch Ausläufer in Österreich, der Schweiz, sowie in Amerika findet, positib gegenüber. Fakt ist, dass ich vom Potential dieser Demonstrationen überzeugt bin. Ken Jebsen sagte dahingehend einst: „5 Tage Generalstreik, trennen uns von einer besseren Welt“. Ob diese nun besser werden würde oder nicht (ganz ohne derzeitigen Plan), sei mal dahingestellt, aber es wäre zumindest mal ein Wertvolles Zeichen, dafür ist die Bewegung jedoch noch viel zu klein, was jeder Anwesende natürlich weiss. Aber mal schauen was in den nächsten Monaten daraus wird. Die aktuelle politische Lage gibt ihnen sogar noch mehr Legitimation für die Demonstrationen. Hat die Demonstration mit der Lage in der Ukraine begonnen, sind es mittlerweilde, mit dieser eingeschlossen, drei große Konfliktherde (+ISIS und Israel/Palästina) und man könnte Befürchten, dass es nicht die letzten waren. Afrika ist schließlich auch ein heiß umkämpftes Feld, nicht zu schweigen von der gesellschaftlichen Lage in Südeuropa.

Vagabund =)

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