Das Leben als Reise – oder warum ich mich Vagabund nenne

Was ist das größte Problem der Menschheit? Die Frage stelle ich mir oft, und je nach der Aktualität finde ich verschiedene Antworten darauf. Gier, Misstrauen und Egoismus sind dabei die potentiell größten Kandidaten. Ich will nun auf einen Aspekt zu reden kommen, der all dies annulieren könnte.
Wenn wir uns unsere moderne Zeit anschauen, erleben wir immer mehr das die Bürger vieler Länder bevormundet werden und unter dem Deckmantel der „Sicherheit“ eingeschränkt und ausspioniert werden. Aktuelle Entwicklungen (Thema NSA und PRISM) verdeutlichen dies auf klare Weise. Auch der Umgang mit Julian Assange, Kopf von Wikileaks, ist unerhöhrt und dennoch sehe ich kaum Proteste dagegen. Mitlerweile sind wir an einem Punkt angekommen, an dem der gemeine Bürger sich schon gar nicht mehr um die öffentliche Verarschung schert und selbst das offensichtliche bzw. das längst bekanntgegebene – gegen den Menschen operierende System – weiter freiwillig unterstützt. Die Menschen in Griechenland, Istanbul, Brasilien, und anderswo auf der Welt, lehnen sich immer mehr dagegen auf – zu spät – aber besser als nie, und werden als Dank vom System nieder geknüppelt, siehe Blockupy vor kurzem, oder der Umgang mit Demonstranten in der Türkei bzw. in Athen! Dort wurde vor kurzem erst der gesamte staatliche Rundfunk abgeschalten und Arbeiter entlassen. Sind wir zu träge weil es uns zu gut geht? Oder bedienen wir die von den Massenmedien gestellten Klischees, die Griechen seien nur zu faul und könnten nicht wirtschaften und sollten sich dahingehend ein Beispiel an uns nehmen? Gerade an uns? Wir sind mit über 2 Billionen Euro in den Miesen, es wird nicht lange dauern bis der Euro auch auf uns negative Folgen hervorbringt, in Frankreich krieselts auch schon langsam. Sollten wir uns in der heutigen Zeit wirklich noch hochnäsig verhalten und auf andere hinabschauen? Auf andere Kulturen und andere Zivilisationen? Hat nicht gerade dieses Verhalten einen egoistischen Unterton? Oder anders gefragt:

Sollte man in neuen Zeiten, stets nach alten Regeln handeln?

Die Antwort ist so einfach wie offensichtlich: Nein! Darum bin ich für eine andere Denkweise. Jedes unserer Probleme ist Haus- und somit Menschengemacht. Das hat den positiven Effekt dass wir diese auch wieder beseitigen können, wenn wir nur wollen und an uns arbeiten. Die erste Veränderung beginnt in uns selbst mit unseren Gedanken. Aus Gedanken formen wir Ideen und aus Ideen entweder eine Ideologie oder eine Lebensphilosophie, aus der wiederum treten wir unsere Umwelt entgegen und prüfen diese auf ihrer Tauglichkeit. Wird sie verneint, überdenken wir unsere Position und überarbeiten sie. Jedoch sind wir genau an jenem Punkt, an dem wir die Fehler unseres Systems (Stichwort FIAT Money) kennen, aber dennoch (noch) nichts dagegen tun, und das seit mehr als einem Jahrhundert. Dieses Verhalten ist grob fahrlässig.
Wie gesagt fängt die Veränderung in uns an, deshalb bin ich der Meinung wir müssen mehr denken und uns mit Sachverhalten selbst auseinander setzen.
Kaum einer hat heute Zeit, alles wird hektisch und im Kopf denken wir mehrere Tage bzw. Wochen und Monate, wenn nicht sogar Jahre voraus. Mit dieser Art zu denken, kommen wir nicht weiter. Je mehr wir ins ungewisse Planen, desto wahrscheinlicher ist es dass das Kartenhaus, bei Änderung einer Variablen zusammenbricht. Prognosen und sonstige „Zukunftsvorhersagen“ sind nen scheiß wert, da diese nie Vollständigkeit beinhalten und bestimmte Faktoren nicht berücksichtigen (können). Nehmen wir uns also die Zeit die wir benötigen, unabhängig davon was man gerade unbedint und ohne aufschub machen muss. Wer keine Zeit hat, nimmt sich welche.

Jeder hat eine Meinung zu gewissen Sachverhalten, diese kann entweder gut oder schlecht sein, wobei diese beiden Kategorien wieder relativ sind. Was für den einen gut ist kann für den anderen schlecht sein und umgedreht. Kurzum, dieses System, das wir so praktizieren indem wir Sachverhalte angeblich objektiv als gut oder schlecht einteilen, hat keine Zukunft. Es bedient den Teufelskreis der aufprallenden Meinungen und Gegensätze und hilft dabei Menschen zu spalten. Man unterhält sich nicht mit „Nazis“ oder „Terroristen“, da diese abwägig der gängigen Ethik und Meinung in der Bevölkerung agieren. Dennoch hat jeder – ich wiederhole JEDER – ein Recht auf seine eigene Meinung, ob diese nun von anderen geteilt wird oder nicht. Man kann über alles reden, egal wie Weltfremd es auch sei. Ich hasse ideologisch geführte Diskussion wo der stärkere auf den schwächeren eindrischt, oder der schwächere noch schwächere bzw. stärkere ankeift. Es sind Emotionsk(r)ämpfe, die zu nichts führen, ausser das das Wort irgendwann nicht mehr ausreicht, da man aufs Grundgestein getroffen ist. Statt sich von solchen Diskussionen über gut und schlecht vereinnehmen zu lassen, sollte man selbst seinen Weg gehen und einzig auf sein eigenes Herz hören. Nicht Leidenschaften dürfen entscheiden, sondern einzig das Herz. Mir ist es egal ob ich mit diversen Ansichten gegen den Zeitgeist oder unserer „Ethik“ verstoße, solange ich das mache was ich für richtig halte. Ich bin kein Freund von Grenzen, erst recht nicht von solchen die andere über einen Auferlegen und somit ihr Weltbild weitergeben. Sätze wie: „Das schaffst du eh nicht“, oder: „Du siehts scheiße aus, zieh dir mal was ordentliches an“ ignoriere ich bereits, da sie kurzsichtig und ignorant der eigenen Möglichkeiten gegenüber sind. Woher soll ich wissen ob ich etwas schaffe wenn ich es nie probiere? Klar kann es passieren das man scheitert, dennoch sind gerade das, Erfahrungen die man machen muss und aus denen man nährstoffreichen Boden gewinnt worauf man seinen weiteren Weg aufbauen kann. Alles andere ist Stillstand und Gehorsam.
Ob ich oder andere scheiße aussehen ist unwichtig. Was sind denn bitte auch „ordentliche Klamotten“? Das was gerade aktuell und modisch ist? Vor 30 Jahren noch waren Hosenträger aktuell und vielleicht auch modisch, heute sieht man so gut wie niemanden mehr damit rumlaufen. Alles was aus solchen s/w Denken entspringt ist kurzlebig und beschränkt. Gedanken kommen und gehen, werden verändert oder untergraben. Das Herz jedoch hat man sein Lebenlang, dieses ändert sich nicht, es deutet immer auf den richtigen Weg, an uns liegt es diesen zu erkennen und zu folgen. Herz vor Verstand, oder „Vernunft ist nichts, Gefühl ist alles“ um es mit den Worten von Samsas Traum zu sagen, wobei dies in dem Zusammenhang auch schon wieder zu Extrem ist.

Menschen haben nur Macht, wenn wir ihnen diese geben. Macht ist jedoch nichts anderes als Kopfsache die durch den Glauben manifestiert wird. Z.B. ist die Macht des Geldes nur so lange stark und vorhanden, solange wir an diesen glauben und es weiterhin unterstützen. Auch unterstützen wir Menschen nur solange bis wir den glauben an sie verlieren. Entreißen wir allem und jeden die Macht die uns unfrei macht, indem wir selbst denken und für uns selbst entscheiden, statt dies anderen zu überlassen.
Unser Intellekt wägt ständig bei allen Konfrontationen und Problemen die Folgen gegeneinander ab und verusucht dabei den richtigen Weg auszulotsen. Unser Herz kennt diesen bereits und wird uns auf Wegen schicken die weder dem einen noch dem anderen Extrem folgen, sondern einen Mittelweg, bzw. einen völlig anderen Pfad einschlagen werden.

Ich will wie Wind und Wasser sein. Geschmeidig, und den Hindernissen und Problemen mit Leichtigkeit und Eleganz ausweichen bzw. zu lösen, statt sich damit zu konfrontieren und in einen kurzsichtigen Kampf gezogen zu werden, in dem man den großflächigen Überblick verliert, da sich nur auf eine Sache fokussiert wird. Wie ein Wanderer oder Vagabund, der sich Zeit für seine Reise nimmt, dem das ankommen unwichtig, ja sogar hinderlich ist, und viel lieber alles um sich herum in Augenschein nimmt und auch mal vom vorneliegenden Pfad bewusst abweicht um eine andere Sichtweise zu bekommen. Vorallem jedoch das „nach hinten blicken“ unterscheidet ihn vom Sprinter, der mit all seinen Sinnen und all seiner Kraft den einem Ziel entgegen schreitet, dabei aber seine Umwelt nicht im Auge hat, und von der kleinsten Sache aus der Bahn geworfen wird.
Das Beste Ziel das man haben kann ist eines, was man selbst nie erfüllen, oder aber von anderen fortgeführt werden kann. Denn was passiert wenn man sein Ziel (zu früh) erreicht? Diese Frage kann sich jeder selbst beantworten.

Diese hier beschriebene Entwicklung ist nicht einfach und schon gar nicht von jetzt auf gleich zu vollziehen. Es braucht Zeit und Ausdauer sein Leben selbst zu bestimmen und vorallem eine Gute Portion an Selbstkenntnis und Erfahrung. Dennoch finde ich, lohnt es sich dafür zu leben.

Vagabund =)

Über VagabundenReise

Manga und Anime Narr
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2 Antworten zu Das Leben als Reise – oder warum ich mich Vagabund nenne

  1. Peter schreibt:

    …nein. Du hast Unrecht. Mit allem. Scheiß Hippie!

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