Feldarbeit Teil 1

Aus Dushanbe raus kamen wir dann auf einen Bergpass mit mehr oder weniger intakten Straßen – zumindest für europäische Verhältnisse^^. Überall an den Straßenränder standen zumeist Kinder die u.a. Rhabarba oder Blumen verkauften. Die Landschaften dort sind im Frühling einfach nur herrlich, im Sommer jedoch soll weitestgehend alles grün verdorrt sein und Sandstürme durch das Land ziehen. Zudem ist es dann dort nochmal um einiges heisser (und es war schon nicht ohne im Mai). Nach etwa 3 h fahrt passierte uns eine Panne. Die Bremsen von unserem treuen Wasig waren kaputt, zumindest die links hinten, sodass unser Fahrer Humron mit einem Taxi in die nächstgelegene Stadt Norek fuhr um Ersatzteile zu bekommen. Wir haben währenddessen Bilder gemacht und an einem „Straßenrestaurant“ eine durchaus leckere Suppe gegessen und dazu noch etwas Non (Brot) und Tee geschlürft. Das „Straßenrestaurant“ muss man sich so vorstellen dass an der Straße die Speisen über offenem Feuer zubereitet werden und auf dem Hof auf nem einfach Plastik Tisch serviert werden. Ohne viel Comfort, aber das benötigten wir auch gar nicht. Als Humron dann wieder eintraf – nach gut 2,5 h – gings recht schnell mit der Reparatur sodass wir für ca. 1 h weiter fahren konnten, denn dann wurde es dunkel. Und da es in Tadschikistan mit wenigen Ausnahmen in den Städten, keine Straßenbeleuchtung gibt, und die Straßen durchaus sehr Schlaglochbehaftet sein können ist es sicherer nur am Tag zu fahren, weshalb wir es uns an einer Raststätte an der traße gemütlich machten, wo wir leckeres essen bekamen und draussen auf der Terrasse auf einem Stahlgestell schliefen. Wären die ständig lärmenden Hunde und die Trucks nicht gewesen, sowie das Geschnarche von Eugeni, hätte es eine wunderbare Nacht werden können^^.

Am nächsten morgen ging es dann nach einem leckeren Frühstück weiter. Unterwegs merkten wir wie biologisch doch die Tadschiken sind. Hier gilt wirkliche Freilandhaltung von jeglichem Vieh. Wir haben einzelne Kühe auf den Straßen getroffen, deren gehöft Meielenweit entfernt lag. Auch Hühner und Esel sind frei herumgelaufen (auch auf der Straße), befanden sich aber in Sichtnähe zum jeweiligen Haus. Das nenne ich biologischer Anbau! Auf unserem weiteren Weg, kamen wir zu unserem ersten Aufschluss – der jedoch gar nicht vorgesehen war. Grund dessen ist das dieser auf einem Militärübungsplatz der Russen liegt. Da Eugeni uns aber versicherte dass wir dort hinkönnen wenn wir wollen, da wir „strong permissions“ haben, haben wir dies auch getan. Zudem war es Sonntag und keine Sau dort ausser zwei Russen die wohl Wache schieben mussten, so aber ganz nett waren und am Ende noch nen Tee mit uns schlürften =). Der Weg dorthin zum Aufschluss führte über ein Flussbett voller Gerölle und bis zu 5 m tiefe Gräben die 3 m breit und gute 100 m lang waren. Nach etwa 45 Minuten sind wir dann am Ziel angekommen und waren überwältigt. Wir haben etliche Bilder davon geschossen und das Gebiet eingehend untersucht und festgestellt dass es sich dabei um eine synsedimentäre Diskordanz handelt. Also das horizontalgeschichtete Gesteinspakete durch eine Faltung senkrecht gestellt wurden, und während dieser Faltung sich neue Sedimentlagen auf der „rechten“ Seite gebildet haben, die zum Teil mit angehoben wurde (in den Bildern gut zu sehen).
Nach guten 5 h Feldarbeit und nen fetten Sonnenbrand auf beiden Armen (da der Aufschluss nicht vorgesehen war, konnte ich mich vorher nicht schützen), ging es dann weiter zu unserem nächsten Ziel, dem Örtchen Shurobod.

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