01 Japan 2009

Nach erfolgreichem absitzen meines Zivildienstes und kurz vor Beginn meines Studiums war es nun an der Zeit einen langgehegten Traum wahr werden zu lassen. Da ich generell bis dato noch nie geflogen bin und mit Ausnamhe von Polen nie im Ausland war, war diese Reise gleich doppelt bedeutsam für mich. Zusammen mit meinem besten Kumpel haben wir uns aufgemacht das Land der aufgehenden Sonne – oder besser Tokyo – zu erkunden.

Zwei Wochen sollten wir dort leben und viele Neue Sachen kennenlernen, sowie einen Einblick in das Leben der Japaner bekommen. So ging es dann am 21. August 2009 morgens gegen 7 Uhr von Berlin Tegel los. Von da aus – wenn ich mich recht erinnere etwa 2 Stunden – nach Paris zum umsteigen. Der Flughafen dort war überdimensional riesig, sodass wir uns fast verlaufen hätten. Anschließend ging es dann in gut 10 Stunden Flug über den asiatischen Kontinent nach Tokyo-Narita. Dieser Flughafen hingegen war sehr übersichtlich, sodass wir lediglich geradeaus gehen mussten um nach draussen zu gelangen. Um letztlich in die Stadt zu kommen (Flughafen ist etwa 45 Minuten ausserhalb Tokyos) haben wir ein Busticket gekauft, was locker 3.000 Yen kostete. (zu der Zeit waren etwa 134 Yen = 1€). Ich hatte mir für die zwei Wochen 500€ eingepackt und diese schon in Tegel für etwa 65.000 Yen umgetauscht. In der Stadt (Stadteil Shinjuku) angekommen war natürlich alles überlaufen, genauso wie man es aus dem Fernsehen kennt, was bei einer Einwohnerzahl von gut 30 Millionen auch nicht wirklich verwundert^^. Da wir nicht genau wussten wo wir hinmussten, sind wir erstmal in die falsche Richtung gelaufen, bis wir dann irgendwann auf die glorreiche Idee gekommen sind in die andere Richtung zu gehen. Mit nachfragen hat es dann letztlich geklappt und das Hotel war nicht weiter als 10 Minuten von der Bushalte entfernt… Dort angekommen haben wir noch erfahren dass der Check-In erst ab 15 Uhr vollzogen werden kann. Die restliche Zeit über sind haben wir uns einen kleinen Überblick über Shinjuku geschaffen.

Als es dann soweit war bezogen wir unser extrem kleines Zimmer (siehe Bilder). Wir wussten zwar dass die Wohnungen sehr sehr lütt sind, aber es hat dort nichtmal ein Schrank reingepasst, sodass unsere Klamotten in unseren Koffern blieben. Zugegeben hätte ich diese eh im Koffer gelassen, auch wenn ein Schrank vorhanden gewesen wäre, da ich zu faul bin die Klamotten ständig umzupacken^^.
In den nächsten Tagen haben wir dann unsere Exkursionen gestartet und sind ausgegangen, Winkel und Gassen zu besuchen und wunderschöne Parks zu erkunden. Da es dort sehr warm und schwül war, die ganze erste Woche lang, kam ein wenig Schatten in den wunderbaren Parks ganz recht. Man kann sich das wie den Central Park in New York vorstellen. Ringsum hohe Häuser und irgendwo dazwischen ein riesieges grünes Gelände. In den Seen dort gab es auch Schildkröten und große Kois. Auch war dort ein traditionelles Tee-Haus in welches wir natürlich rein gehen mussten und den richtigen originalen grünen Tee probierten. Nunja, er war recht bitter und nicht wirklich lecker, aber aus Anstand haben wir ihn ausgetrunken. Nach dieser Erfahrung ging es dann weiter und schließlich auch zurück zum Hotel. Zum essen gab es übrigens hauptsächlich Fertigsachen wie Nudelsuppen in denen man nur noch heißes Wasser geben musste. Da es dort generell kein Brot gibt (oder so gut wie gar nicht), blieb uns auch nicht viel anderes übrig. Zum ständig essen gehen (mit Ausnahme von MC Donnalds…) fehlte uns das Geld.

Natürlich haben wir auch die Kaufhäuser inspeziert, ich insbesondere Buch- und Mangaläden, die teilweise bis zu 7 Stockwerke hoch und rappelvoll mit den heißbegehrten „Comics“ waren. Ein Traum für jeden Fan. Trat man aber in die Kaufhäuser hinein, bekam man gleich einen Kälteschock, da die Klimaanlagen ziemlich kühl eingestellt waren, weil es draussen so heiß war. Auch in den berüchtigten Spielhöllen waren wir kurz drin, aber dank der wirklich imennsen Lautstärke der Pachinko Maschienen sind wir dann schnell wieder geflüchtet. Ich frage mich wie die Japaner das nur aushalten können.

Wir sind auch ab und an ein wenig außerhalb von Shinjuku unterwegs gewesen. So waren wir in Akihabara dem Technik Viertel, und auch im Gebiet des Tokyo Towers und des Kaiserpalastes in dem wir auch gegangen sind, zumindest in den öffentlichen riesengroßen Park der um diesen herumsteht. Es war dennoch sehr interessant zu sehen wie die alten Mauern und die riesiegen Tore immer noch stehen. Sie haben ihren Glanz über die Jahrhunderte nicht verloren.
Nach einigen Stunden in diesem Bereich haben wir uns dann aufgemacht den Tokyo Tower zu besuchen der von dort aus schon sichtbar in den Himmel empor stieg. Dort angekommen bin dann lediglich ich hinaufgegangen und hab die schöne Aussicht in ein Meer aus Beton genossen. Bei klarem Wetter soll man von dort aus sogar den Fuji-san (und nein es heisst nicht Fuji-yama!) sehen können. Leider war es zu der Zeit recht diesig und Wolkenbehangen, weshalb mir dies nicht gelang. Dennoch hab ich einige Gebäude gesehen die auch schon in Animes vorkamen wie in Digimon, was dann schon interessant war.

Ein Ereignis, zumindest für mich, war der Besuch beim Nihon Kiin, dem Japanischen Go-Verband. Da ich selber zu der Zeit noch Go spielte (und jetzt Juli 2012) mangels Zeit und streiken meines PC’s keine Zeit mehr dazu finde, war ich natürlich extrem begeistert. Erst recht als mir gestattet wurde in den berühmten „Yuugen no ma“ – den Raum der unergründlichen Tiefe – einzutreten und mich dort hinzusetzen wo die Profis wichtige Titelspiele abhalten war für mich überwältigend! An dieser Stelle sei dem netten Herrn gedankt, der mir dies erlaubte^^. Zwischendurch hab ich gegen ein paar Japaner gespielt und teils gewonnen, teils verloren =). Es war für mich generell der Beste und Schönste Ausflug innerhalb unserer Zeit dort. Mein Kumpel hat in der Zeit in der ich dort war Shibuya erkundet, da er mit Go nichts am Hut hat.
Jetzt wo ich diese Zeilen schreibe, zieht es mich wieder nach Japan, jedoch soll es das nächste mal in den Norden gehen, nach Hokkaido. Schön wäre auch einmal quer durch Japan zu reisen von Nord nach Süd. 3 Monate würde dafür sicher ausreichen in denen man sich Visafrei dort aufhalten kann, jedoch ist dies natürlich auch eine Geldfrage, denn so billig ist es nun auch wieder nicht, erst recht nicht wenn man ständig unterwegs ist. Für unsere zwei Wochen aufenthalt haben wir übrigens (Hotel und Flug hin + rück) 1.150€ pro Nase gezahlt was an sich spottbillig ist. Dazu kommen natürlich noch die 500€ die ich so zum ausgeben mitgenommen haben. Die waren am Ende dann auch weg^^.

In unserer letzten Woche haben wir dann noch eine schlecht Wetterfront miterlebt, um genau zu sein ein Taifun der Tokyo zum Glück nur streifte, weshalb wir anfangs schon ein wenig Panik bekamen dass unser Flug nicht planmäßig geht. Der Taifun brachte eine Menge Regen (es war trotzdem warm draußen), sodass wir für zwei Tage mehr oder weniger im Hotel hockten und uns Animes und Samurai Dramen (quasi SOAPS) anschauten^^. Was ich noch hervorheben muss, waren die Toiletten. Diese sind zum Teil vollautomatisch. Du musstest dir nichteinmal den Arsch abwischen, denn dafür gab es einen Wasserstrahl, welcher dir direkt das Arschloch säuberte! Genial! Auch spülen tun die nach dem aufstehen automatisch. War ein sehr interessantes Erlebnis^^.

Als dann schließlich der Tag der Abreise gekommen war, ging es mit der „Friendly Airport Limosine“, also dem gleichen Bus mit dem wir hergekommen sind, wieder zum Flughafen zurück, wo wir uns dann Richtung Heimat aufmachten.
Als Fazit lässt sich sagen dass alles dort überdimensioniert, voll und bunt ist. Auch riesige Plasmalbildschirme an den Wänden von Hochhäusern sind keine Seltenheit. Letztlich ist es aber eine Stadt wie jede andere und die normalen Passanten kümmern sich meistens auch nur um sich selbst. Man könnte schon sagen dass die Mentalität dort ein wenig kühl ist, wie es halt in großen Städten oft so ist. Dennoch sind die Japaner uns gegenüber immer freundlich gewesen. Natürlich spreche ich nur für die Menschen denen ich begegnet bin und will hier nicht verallgemeinern. Letztlich hat mir aber gesamtgesehen das gewisse etwas gefehlt für das ich Tokyo immer romantisiert habe. Aber dennoch war es ein Erlebnis Wert und vergessen werde ich es sowieso nicht. Sollte ich nochmal nach Japan fliegen dann wie gesagt in die ländlicheren Gegenden wie Hokkaido oder auch Kyushu. Einen Winter im Norden zu verbringen mit nicht kommerziellen heißen Quellen in den Bergen und Eis Hotels in den Tälern muss ein wahrer Traum sein. Will see what happens.

In diesem Sinne

Vagabund =)

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