Tag 02: Mo. der 01.08.2011

„Auf nach Perth, über die Berge“

Nachdem ich heute Morgen gegen halb 10 das Hostel verlassen habe, galt es eine taugliche Wanderkarte zu kaufen und zur Post zu gehen um Ansichtskarten zu verschicken.

Eine Karte habe ich bekommen, jedoch nur vom Cairngorms National Park, der längste Abschnitt meiner Tour. Beim aufklappen dachte ich dann nur: „Oh mein Gott“, das wird ein Spaß werden. Wenn ich schon den Weg hier hoch auf die Berge über Stirling bedenke, ist dies erst ein kleiner Vorgeschmack. Insgesamt lässt sich noch sagen, dass ich meinem Plan etwa einen Tag voraus bin. Der Weg über die Berge nach Perth dürfte jetzt nicht allzu schwierig werden, da sie mehr oder weniger ein Plateau bilden. Spätestens Mittwochabend sollte ich dann dort ankommen.

Mein Mentaler Zustand hat sich mehr oder weniger stabilisiert. So lange ich laufe und Kontakt mit Menschen habe ist alles ok. Aber sobald ich alleine im Zelt hocke, schleicht sich di Einsamkeit in mein Herz.

Manchmal frage ich mich warum ich das überhaupt durchmache. Wenn ich zu hause sitze und mein langweiliges Leben betrachte, will ich dem entfliehen. Ich setze mir ein Ziel, mach mich schlau, und will aufbrechen. Fernweh Pur! Bin ich dann am Ziel angekommen, fühle ich mich überfordert und wünschte ich wäre zurück in meinem stinknormalen Leben. Warum muss ich in so einem Zwiespalt enden? Wieso kann ich mich nicht voll auf eine Sache konzentrieren? Wieso bin ich nicht wie ein Insekt? Manchmal verfluche ich die Fähigkeit zu denken, denn momentan bringt sie mir nur Leid. Ich weiß, morgen wird’s bestimmt schon wieder ganz anders aussehen und ich hoffe wirklich, dass ich die 5 Wochen gut rumkriege und nicht feige den Schwanz einziehe und vorher nach Hause fahre. Warum wollen wir immer mehr, mehr, mehr? Wenn wir etwas haben, wollen wir etwas anderes. Wie müssen lernen uns mit dem zufrieden zu geben was wir hier und jetzt haben!

Der Mensch ist scheinbar dazu veranlagt sich selbst hinzurichten, da er einfach nur vergessen hat zu leben.

Sind wir wirklich von allem so weit getrennt, wie unsere Gedanken es uns weismachen wollen? Immerhin wohnen wir alle unter demselben Himmel, dieselbe Luft atmen wir. Die Sonne berührt uns alle, sowie der Boden uns alle einigt. Unsere Freunde und Familien tragen wir stets im Herzen mit uns. Hätten wir sie nicht, wäre unser Herz leer und tot. Wir alle brauchen Menschen die für einen da sind auch wenn es nur Mental ist. Das habe ich jetzt endlich begriffen, die Reise war somit nicht umsonst und ich schöpfe wieder neuen Mut! Ich bin nicht allein, und ich kann zusammen mit der Hilfe meiner liebsten – die vermutlich jetzt gerade an mich denken – alles schaffen was ich mir vornehme wenn ich es nur will. Und ja, ich will es!

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