04 Testbericht Lang-8, Memrise und das Lernen im Tandem

Mittwoch, der 27. Januar 2016

Seit einiger Zeit suche ich nun nach Möglichkeiten mir effektiv japanisch im Selbststudium beizubringen, die möglichst kostenschonend und nahhaltig sind. Nachhaltig natürlich im Sinne von lohnend.
Hierbei gehts jetzt dabei zwei Inernetseiten vorzustellen die mir dabei durchaus helfen und oben genannte Kriterien erfüllen, sowie erste Erfahrungen mit einem Sprachtandem vorzustellen.

Lang-8

Das Portal Lang-8 zeichnet sich durch seine kostenlose Benutzung aus und vorallem darin dass Muttersprachler die jeweiligen Beiträge begutachten und berichtigen. Man meldet sich an, schreibt ein paar Zeilen über sich (Profil erstellen) und kann dann auch bereits loslegen in seiner jeweiligen Zielsprache Texte zu verfassen.
Das positive an der Seite ist, dass sehr viele Sprachen (um die 90) und somit auch Nationalitäten vertreten sind und Antworten bzw. Korrekturen immer sehr schnell auftauchen, meistens innerhalb einer Stunde, nach meinen Erfahrungen. Zum – in meinem Falle – japanisch schreiben benötigt man natürlich das IME Plugin für Windows was man sich kostenlos runterladen kann und nach ein bisschen Übung auch wunderbar damit umzugehen weiss.
Korrigiert man hingegen einen Beitrag auf der Plattform bekommt man dafür Punkte, sogenannte L-Points. Je mehr man davon sammelt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, das jemand anderes deinen Beitrag prüft, da er höher gelistet wird. So zumindest die Theorie, so richtig habe ich mit dem Punktsystem auch nicht durchgesehen. Dies hat wohl nur den Sinn, auch selbst aktiv Korrekturen anzufertigen und nicht nur fordernd seine Beiträge reinzustellen.
Ein weiterer Pluspunkt der Seite ist, dass auch mehrere Leute Korrekturen zu einem Beitrag posten können (es gibt dafür extra Korrekturtools auf der Seite), um so auch vielleicht verschieden Meinungen einzuholen. Genauso können andere User bereits abgegebene Korrekturen bewerten. Korrekturen werden Satz für Satz abgegeben (heisst, der Text aufgespaltet) und bei Bedarf auch noch zusätzlich mit Kommentaren versehen werden.
Der einzige Nachteil den ich bisher daran zu finden vermag ist, dass nicht jeder kommentiert warum er gerade dies und jenes korrigiert, bzw. warum das korrigierte richtig ist, sprich dies nicht immer begründet. Einmal hatte einer meinen Text in japanisch kommentiert, was man dann natürlich auch nicht komplett verstehen kann, dazu lerne ich ja die Sprache noch. Auch der Aufbau der Seite ist meines Erachtens nach ein wenig unübersichtlich was aber maximal einen Abzug in der B-Note gibt.

Die Seite wurde übrigens von einem Japaner ins leben gerufen und hat seinen Sitz in Tokyo, mit mind. 30% an japanischen Mitgliedern. Wenn man also eben jene Sprache lernen will, kann man sicher sein, genügend Leute zu finden die einem helfen. Selbst kann man natürlich auch Deutsche Beiträge anderer Nationalitäten korrigieren, sei es von Japanern selbst oder Russen, oder wer auch immer Deutsch lernen will.

Insgesamt ist die Seite eher für Leute gedacht die Feedback benötigen und ihre Schreibkünste testen möchten. Im Schnitt bekommt man zudem auch noch hier und da ein paar nette Anregungen und Erläuterungen warum was falsch ist und garantiert jedesmal Verbesserungsvorschläge.

Zusätzlich zu dem kostenlosen features kann man auch auf eine kostenpflichtige Premium-Variante upgraden was zusätzliche features bereitstellen soll, z.B. die korrekturen als PDF zu erhalten (was sicher zur Übersichtlichkeit beitragen würde) und auch damit deine Beiträge immer gleich weit oben in der zu korrigierenden Liste angezeigt werden, sprich eine bevorzugte Behandlung. Jedoch klappt das auch so ganz gut, weshalb ich deswegen sowas gar nicht erst in Erwägung ziehen würde.

Memrise

Memrise ist eine Seite die ich auch erst beim recherchieren durch andere Seiten kennengelernt habe. Da es von vielen Seiten gelobt wurde hab ich mich gleich mal angemeldet und es seit einer Woche getestet, mit durchaus guten Erfolgen. Vorab, wer de App Duolingo kennt, dem wird das hier bekannt vorkommen. Ich selbst habe kein Smartphone, Duolingo nur bei Freunden gesehen, dennoch denke ich das Memrise mit seinem Angebot eine deutlich bessere Wahl ist als Duolingo. Man benötigt natürlich viel Zeit und auch Motivation sich damit zu beschäftigen und damit diese nicht verloren geht, gibt es auch hier ein Punkte-System, jedoch in Form eines Rankings, was sich aus richtigen Antworten und genutzter Zeit zusammensetzt.

Aber der Reihe nach. Wenn man wie ich japanisch lernen will (übrigens auch hier eine breitgefächerte Auswahl an Sprachen), kann man sich einen bestimmten Kurs im Bereich seiner Zielsprache aussuchen, den man belegen möchte. Und ich übertreibe nicht wenn ich sage, dass es dervon viele gibt, extrem viele. Nicht alle mögen sinnvoll sein, aber an Auswahl scheitert es schonmal nicht. Von Manga und Anime basierten Kursen gibt es auch die zweckmäßigen und sinnvollen um Grammatik, Kana und auch Wörter zu lernen die der JLPT Norm entsprechen (siehe letzter Beitrag dazu).
Jeder Kurs hat eine angegebene Gesamtdauer vorzuweisen. Bis dato habe ich nur einen Kurs belegt nämlich die Vokabeln des JLPT N5 Niveaus, welcher mit einer gesamtlaufzeit von 20h angegeben ist, andere Kurse sind deutlich kürzer (~1h) andere wieder deutlich länger (~78h). Kurse haben demzufolge verschiedene Level mit jeweils verschiedenen Wörtern die zu erlernen sind. Das Prinzip ist recht witzig angelegt mit einem Samen der zur blühenden Pflanze aufkeimen muss, was wiederum den Lernerfolg darstellt, das umgekehrte Galgenmännchen Prinzip quasi^^. Mit jeder richtigen Antwort wächst die Pflanze bis sie hoffentlich erblüht.

Man lernt die einzelnen Wörter erst in Kana Schreibweise (jeweils mit englischer Übersetzung), die man dann aktiv selbst schreiben muss (IME erforderlich). Auch werden die eng. Übersetzungen vorgegeben und dann drei Audiobutton vorgegeben die jeweils ein anderes jap. Wort beinhalten und dadurch die richtige Übersetzung gefunden werden muss. Die dritte Art wäre dann die richtige japanische Übersetzung in Kana oder Kanji unter 3 bis 6 anderen Wörtern herauszupicken. Manchmal muss man auch die Wörter selbst zusammensetzen indem die einzelnen Silben/Kanji vorgegeben sind und mit anderen die nichts mit dem Wort zu tun haben vermischt wurden. Das soll dann das Gedächtnis fordern. Zu jedem Wort gibt es im Übrigen auch Audiobuttons, heisst jemand spricht das Wort vor und man kanns dann selbst noch nachsprechen um die richtige Intonation zu üben. Jede Lerneinheit besteht aus zumeist 4 neuzulernenden Wörtern und einer Wiederholung au der letzten Einheit.
Auch werden neugelernte Wörter nach einigen Stunden zum wiederholen bereitgestellt, was ich immer am nächsten Tag mache um mich selbst nochmal zu testen.

Negative Aspekte sind nicht wirklich vorhanden, sondern eher als eine Art Verbesserungsvorschlag zu verstehen. Wenn man ein englisches Wort bekommt, dessen jap. Übersetzung man durch multiple choice antippen soll, dann ist das oft zu einfach. Wenn man erstmal grob weiss wie es gesprochen wird und möglichst noch das Kanji in groben Zügen im Kopf hat, dann weiss man genau welches man anklicken muss. Es würde mehr Sinn machen, Kanji ähnlichen Aufbaus mit in die Auswahl zu packen, sodass man sich die Schreibweise bis ins Detail merken muss, was meines Erachtens nach einen höheren Lerneffekt mit sich bringt. Hier und da passiert das auch (wenn auch eher aus Zufall denke ich), aber im gros ist die Auswahl zu einfach.
Ein anderer Aspekt, dessen man sich bewusst sein sollte, man lernt nicht Kanji zu schreiben bzw. diese aus dem Gedächtnis zu rezitieren, dass muss dann manuell mit Stift und Papier geschehen. Ich selbst schreib mir immer die Kanji, die Kana Lesung und die Übersetzung raus und lerne Kanji dann separat. Zwar merkt man sich die groben feature der Kanji und kann sie dem gesuchten Wort zuordnen, kommt es aber in der Praxis dazu selbst das Kanji aus dem Gedächtnis zu schreiben, dann siehts meistens Mau aus. Wenn man zudem die Kana des Wortes kann ist es auch ein leichtes das Kanji durch das IME Plugin einzugeben, sodass man auch hier nicht darauf gefordert wird es bis ins detail selbst zu zeichnen.

Wie auch bei Lang-8 gibts auch hier ein kostenpflichtiges Upgrade was dann den Lerneffekt noch erhöhen und intensiver, wohl auch besonders auf schwierige Wörter, eingehen soll. Inwiefern es sich lohnt kann ich nicht sagen, da ich auch mit der kostenfreien Version des Programms zufrieden bin.
Mit jeder erfolgreich abgelgten Lerneinheit, gibt es die bereits oben angesprochenen Punkte die man sammeln kann und sich somit mit anderen Usern messen kann, was vielleicht auch für den ein oder anderen Anpsorn ist mehr zu machen. Ich habe die Lerneinheiten auf die maximale Zeit von 45 Minuten eingestellt und das reicht mir aus für einen Tag.
Ferner ist die Seite wunderbar und übersichtlich aufgebaut. Ein großer Pluspunkt.

Abschliessend ist Memrise eine gute Seite um neue Vokabeln oder anderweitige sprachbauliche Einheiten zu lernen. Es ersetzt aber nicht das klassische lernen, bietet aber ideale Möglichkeiten sich Wörter einzuprägen und auch wieder zu rezitieren. Durch Memrise habe ich meinen Wortschatz bereits erhöht und gefestigt und gehe jeden Tag gerne auf die Seite zurück. Die Wiederholungen ermöglichen es zudem sein Wissen nochmal auf die Probe zu stellen und ggf. Problemwörter zu markieren, die dann nochmal in den Einheiten besonders aktiv getestet werden.

Sprachtandem

Seit ich den letzten Beitrag verfasst habe, habe ich mich im Internet nochmal auf die Suche nach einem Tandempartner gemacht um möglichst ein Portal zu finden bei dem man nicht zur Kasse gebeten wird. Und voilá ich wurde fündig. Die Website Japan-guide bietet nicht nur ausreichend Informationen über die verschiedensten Destinationen in Japan, sondern wenn man sich dort registriert, auch eine Forums Ekce unter der man japanische Brieffreunde finden kann, oder eben auch jene die ihre Sprachkenntnisse aufbessern möchten. Wenn man danach sucht, dann findet man einige Japaner die sich erhoffen Deutsch oder English zu praktizieren und im Umkehrschluss mir dann japanisch näherbringen. Die Anzeigen selbst sind dann auch nicht veraltet und schon 5 Jahre alt, sondern durchaus Wochenaktuell, heisst wiederum, das die Community noch lebt. Daher sei dies jedem japanischlernenden empfohlen.

So habe ich eine Japanerin aus Fukuoka angeschrieben, die ihr Englisch (was so gesehen schon sehr gut ist) aufbessern will und uns über Skype verabredet. Jeden Samstag dann haben wir eine Gesprächsrunde, mal im Englischen mal im Japanischen. Meine Runde würde jetzt am Samstag kommen. Unter der Woche schreiben wir dann Mails wo ich u.a. Fragen oder Korrekturwünsche stelle.
Auch haben wir bereits kommuniziert dass man sich ja treffen könne, wenn ich erstmal in Fukuoka bin, praktisch das sie dort wohnt =). Vermutlich wird das Sprachtandem eher mir was bringen als ihr, da ihr Englisch eigentlich schon zu gut ist und nur die Sprachroutine fehlt, wohingegen mein japanisch noch sehr einfach gestrickt ist und als Anfänger immer die meisten Fortschritte zu verzeichnen sind.
Dennoch bin ich froh jemanden gefunden zu haben, somit habe ich die drei Säulen, lesen, schreiben, sprechen gut abgedeckt, denn in knapp 2 Monaten gehts nach Japan! Ich bin nun doch auch schon kräftig dabei mir Pläne zu machen was ich auf Kyushu sehen und erleben möchte, wovon ich in nächster Zeit was vorstellen werde =).

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s