19 Aoshima 青島

Samstag, der 30. Juli 2016

Zwischen dem letzten Beitrag (Beppu) und jenem, sind ein paar Wochen vergangen, ziemlich genau sogar ein Monat. Die zwei Wochen vor Aoshima werde ich hier in aller kürze zusammenfassen.
Am 5. Juli 2016 kam meine ehemalige Studienkollegin samt Kind vorbei um drei Wochen zusammen mit mir halb Japan zu bereisen. Naja, eigentlich eher andersherum^^. Wir machten stops in Nagoya, Shirahama (Wakayama Präfektur), Kyoto, Nara, Nagasaki, Beppu und eben auch in Aoshima worum es nun in diesem Beitrag gehen wird. Weitere Stationen waren zudem auch Nikko und natürlich Tokyo. Zu Kyoto, Shirahama und Nara wirds auch noch weitere Beiträge geben.

Part I – Ankunft

Die zwei Wochen vor Aoshima waren von Stress gesäumt und fast täglichem location Wechsel, bzw. mit Problemen behaftet eine zahlbare Unterkunft zu finden. Umso entspannter wurden die Tage in Aoshima. Jap genau, Tage. Insgesamt sind wir 4 Nächte dort geblieben in dem wohl bisher historischsten Hostel in dem ich je gewesen bin. Es gibt insgesamt nur 2 Hostels in Aoshima soweit ich weiß und eines davon ist das Hooju Guesthous. Toji, der Hostelmanager/Besitzer, spricht gutes English und hat uns im Zweithostel untergebracht, einem sage und schreibe 130 Jahre alten trad. japanischen Haus. Wenn das mal nicht cool ist! Bis auf die Waschmaschine, einem modernen Klo und Internet, sowie Küchengeräte, ist auch noch alles so wie es einst war. Heißt Tatamibelegte Räume mit Futons und traditionellen jap. Türen. Das war wohl mit Abstand der beste Hostelaufenthalt ever. Dazu in einer sehr ruhigen Lage an einem Waldrand, was jedoch auch viele, teils zwei Hände große Spinnen ins Haus rief. Was uns zum Glück aber nicht störte. Die bleiben unter sich und sollen auch nicht giftig sein. Wir hatten das Zimmer mit europäischen Betten und waren vom Ambiente und der Einrichtung auch schon richtig geflasht als wir ankamen. Irgendwann um 10 Uhr Nachts^^. Von der Aoshima Station sind wir dann zum Haupthostel gegangen (2 Min. Fußweg) und von Toji zum anderen Hostel gefahren worden, was eine Haltestelle zuvor liegt (Kodomo no Kuni). Da wir zwar mit Kind unterwegs waren, die kleine aber bei ihrer Mutter im Bett schlief brauchten wir nicht extra für sie zahlen und so waren es nur 3.000 Yen pro Nacht. Für meine Verhältnisse gehobenere Preisklasse, aber bei weitem nicht das täuerste. Es war bereits spät, als wir alle Formalitäten erledigten, was uns alle aber nicht davon abhielt nochmal den Strand zu besuchen, der um diese Uhrzeit Menschenleer war. Draussen herrschten subtropische Temperaturen und der Pazifik selbt war auch richtig warm. Warum also nicht Nachtbaden? Wir hatten zwar kein Handtuch dabei, aber scheiß drauf, Klamotten aus und ab in die See :D. Man, so frei habe ich mich das letzte Mal in Neuseeland gefühlt, einfach mal verrückt sein und aus allen Zwängen fliehen, jap, Udo Jürgens kam mir dabei in den Sinn^^. In der gesamten Reise, war das eindeutig der geilste Abend! Danach sind wir dann noch am Strand langgeschländert und sind noch auf Spuren von vermutlich Schildkröten gestoßen, haben nebenbei noch Muscheln eingesackt und sind dann irgendwann nach Mitternacht wieder in unserer Bude gewesen. Was für einen Abend. Nach all den Stress der letzten zwei Wochen, war das wie ein Befreiungsschlag gewesen. Als ob man aus der Knechtschaft in die Freiheit entlassen wird. Wird für mich wohl unvergesslich bleiben =).

Part II – Aoshima

Aoshima heißt übersetzt ‚Blaue Insel‘, wobei das natürlich nicht stimmt, denn statt blau ist sie grün. Sie ist sehr klein und in etwa 30 Minuten zu umrunden. Warum ist sie denn überhaupt so bekannt und zählt unter den Topattraktionen auf Kyushu, mag der ein oder andere sich fragen. Es liegt vielleicht an dem Charme einer Insel an sich, oder aber an dem umliegenden Wechselschichten von Sand- und Tonstein, die aus dem Meer herausragen und die Insel zu etwas besonderen machen. Die Bilder zeigen das nachher besser als man es beschreiben kann. Auch geoligisch sind sie sehr interessant. Ansonsten gibt es nur einen Tempel auf der Insel selbst, keine Häuser, aber noch einen Leuchtturm.
Mit dem Festland ist Aoshima durch eine Brücke verbunden, ansonsten eigentlich nicht weiter spektakulär, trotzdem bereue ich den Abstecher dorthin nicht. Die Zeit über waren wir eh hauptsächlich am Strand und haben das Wasser genossen. An einem Tag dann auch noch kleine Abstecher gemacht zu folgenden Punkten:

Part III – Sun Messe Nichinan (サンメッセ日南)

Wer schon was von den Steinfiguren der Osterinseln gehört hat, dem werden diese Figuren bekannt vorkommen, denn dabei handelt es sich um Replica eben jener Steinfiguren. Als  wir dort ankamen (das war ein Punkt auf der Liste meines Besuches) wussten wir noch nicht, dass es sich um blosse Replicas handelt, sondern dachten dass diese echt wären und in irgendeiner Verbindung zu jenen der Osterinseln stehen würden, denn wäre es ja durchaus interessant gewesen. So wars letztlich aber nicht. Umso größer eigentlich auch die Enttäuschung und umso schmerzlicher die 700 Yen Eintritt. Schön anzusehen waren sie dennoch hätte ich aber vorher gewusst, dass sie fake sind, hättens auch die Bilder getan. Ich hatte mich vorher nicht mit dem Thema beschäftigt, weshalb ich auch nicht auf die mangelnde Echtheit gestoßen bin. Demzufolge war es ein recht kurzer Stop, allerdings lag es auf dem Weg zum nächsten Punkt, dem Udo Jinguu Schrein, welcher – ganz besonders – in einer Höhle am Meer liegt. Sollte man besuchen, ist allerdings auch nur mit Bus erreichbar, die Bahn macht ein paar Kilometer davor einen großen Bogen um den Schrein. Von den Steinköpfen aus, sind wir dann gehitchhiked, was durch Kinderbonus auch sehr schnell ging. Und 7 Minuten später wurden wir dann am Parkplatz zum Jinguu herausgelassen =).

Part IV – Udo Jinguu Schrein (鵜戸神宮)

Wie bereits erwähnt, ist es ein besonderer Schrein und die Anlage ansich auch sehr groß dimensioniert. Noch nie zuvor habe ich von einem Schrein gehört, welcher in einer Höhle errichtet wurde. Die Bilder sprechen letztlich für sich. Eintritt kostets keinen, Touristen sind viele vorhanden, aber genießen kann mans dennoch. Viele Worte kann man dazu eigentlich auch nicht verlieren, war in der Zeit in Aoshima, definitiv mein Highlight und sollte man sich auch anschauen, wenn man eh in der Gegend ist =). Das Wetter war übrigens bombig, bis auf 2 bis 3 schlechte Tage während meines Besuches war es generell sehr heiß und sonnig. Die Regenzeit schien genau dann aufgehört zu haben, als ich mich nach Tokyo aufmachte. Und hier dachten wir schon, deren Urlaub würde ins Wasser fallen.

Zurück in Aoshima sind wir dann erneut gehitchhiked und haben dann noch eingekauft, wo ich dann versucht habe, mit den mir zur Verfügung gestellten Mitteln Brattüften zu zaubern. Naja, geschmeckt haben sie mir nicht wirklich, aber der Hunger treibts rein^^.
Das solls dann auch von Aoshima gewesen sein. Da wir sehr oft am Strand waren, blieb die Zeit auch recht ereignislos. Btw. Strand. Da fällt mir ein, dass ich zwei mal von einer (vermutlich) Qualle gestochen wurde. Die stellen haben ganz schön gebrannt  und das auch noch am nächsten Tag. Die Haut war auch gereizt und man hat den Abdruck deutlich gesehen. Allerdings ist nichts weiter passiert, scheint also keine gefährliche gewesen zu sein. Es gab diesbezüglich auch keine Warnungen oder ähnliches. Zudem ist der Strandbereich von zahlreichen Surfern bevölkert, wer also Surfen lernen möchte, der kann sich da auch unterrichten lassen, oder selbst das Brett in die Hand nehmen. Die Wellen waren zwar äußerst gering, aber einige haben sich dennoch rausgetraut.

Ansonsten hat Aoshima (also das Örtchen) auch schonmal bessere Zeiten erlebt. Es gibt zwar einige Top Hotels dort, aber andere Häuser hats nicht so gut getroffen. Dennoch hat es Charme und nach dem Städtejumping auch mal schön auf dem Lande zu sein, wo es alles etwas ruhiger und gemächlicher vorangeht.

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