15 Kirishima Kogen (霧島こげん) und Ebino (えびの)

Mittwoch, der 23. Mai 2016

Ich entschied mich noch in Kirishima zu bleiben, jedoch eine andere Gegend aufzusuchen. So streckte ich mein Däumlein in die Höhe um vom Schrein nach Maruo zu fahren, was gute 10 Minuten mitm Auto sind. Hat ein wenig gedauert bis ich wegkam, da vorallem wenig Autos fuhren, es war früh und ein Montag, die Wochenendtouristen sind demnach bereits weg^^. Maruo (丸尾) ist das Tor zu der Vulkanlandschaft Kirishimas und im Prinzip nur ein kleines Örtchen im Städteverbund Kirishimas. Es liegt etwa östlich vom Kirishima Jinguu (霧島神宮) und nördlich davon liegen die verschiedenen Vulkankegel. Hier gibts dann auch einen Supermarkt, Konbinis und sogar den erwünschten Zeltplatz, wo ich nun die nächsten drei Tage übernachten würde. Dieser liegt jedoch gut 2-3 km südlich des Örtchens, ist aber auch einfach zu finden, entweder man fragt in der ötlichen Inoformation, oder folgt einfach der Straße nach Süden (ist nur eine) bis man einen 7/11 erreicht und nur noch die Straße links reinnehmen muss. Für gute 730 Yen habe ich dann pro Nacht dort geschlafen und zudem noch freien Eintritt ins betriebseigene Sento (öffentliches Bad) bekommen, was sehr sauber und wohltuend war! Alle nicht Residenten müssten 200 Yen zahlen, was sogesehen spottbillig ist und daher auch jeden Tag die gleichen Gesichter zu sehen waren =). Nach dem ersten Tag war ich dann auch völlig alleine auf dem Campingplatz, davor war noch ein Japaner anwesend^^. Auch nicht schlecht :D.

Part I – Die Vulkankegel

Noch am selben Tag, wollte ich die Vulkankegel sehen. Es gibt einen großen der komplett mit Wasser gefüllt ist und Oonami pond genannt wird. Wer wie ich, ohne Auto unterwegs ist, hat hier jedoch schlechte Karten. Busse fahren nur äußerst unregelmäßig, und wenn dann meistens in stundenweitem Abstand. Da bleibt einem nichts anderes übrig als entweder unter brutaler Sonne zu laufen (8 km bis zu Startpunkt des Tracks), oder aber erneut den Daumen herauszustrecken. Das klappte auch erneut recht gut. Ich hatte nicht viel erwartet und es einfach mal probiert. Viel mit laufen wäre eh nicht gewesen, da es entlang der Straße keinen Fußgängerweg oder Standstreifen gibt. So wurde ich von Junko aufgegabelt, welche in einem der Hotels dort arbeitet und micht extra zum Wanderweg gefahren hat. Von dort aus gings dann 20 Minuten auf den Kraterrand hinauf um letztlich eine wundervolle (leider diesige Aussicht in die Weiten) zu erhaschen. Der See war so unglaublich blau und die Vegetation drumherum so verdammt lebendig tiefgrün, dass es fast schon als kleines Paradies bezeichnet werden könnte. Dazu noch die dunklen Farben des immer wieder auftretenden Gesteins. Auf den Krater des Oonami Sees gibt es einen Rundweg, der insgesamt gute 6,4 km lang ist. auf halber Strecke dann einen weiteren Weg zum höchsten Berg des Plateaus, dem Karakunidake, dessen Aufstieg rund 1 h dauert. Was diesen Vulkan auszeichnet ist, die riesige Öffnung die er in seinen Krater gesprengt hat, als er das letzte Mal ausbrach. Diese ist besonders gut von der Ebino Seite zu sehen, was weiter unten folgen wird. Da ich nicht genug Wasser dabei hatte, es schon relativ spät war und zudem die Sonne mich runterdrückte, beschloss ich nur den Rundwanderweg um den Oonami See zu laufen. Unterwegs bin ich auf viel Miyama Kirishima (ミヤマ霧島) gestoßen. Wenn ich recht informiert bin, handelt es sich um Azaleen, in roter, pinker und lila Farben. Ist DIE Hauptattraktion für Touristen, die im Frühling nach Kirishima ankommen und ich muss sagen, dass sie durchweg schön sind, insbesondere mit dem wilden grün um sie herum. Ein weiterer Grund warum ich mir gerade diesen Kegel ausgesucht habe liegt darin, dass man von der Ostseite aus den Shinmoedake sehen kann, der noch immer in einem Umkreis von 1 km gesperrt ist und leichten Rauch aufsteigen lässt. Ausgebrochen ist er im Januar 2011, und hat dabei u.a. eine imposante Rauchwolke aufsteigen lassen, welche die nähere Umgebung in Asche gehüllt hat. Ich hatte in Ebino Videoaufnahmen dessen gesehen und mal wieder kein Glück gehabt solch ein Spektakel live zu sehen. Dafür hatte ich relativ gute Sicht auf den Vulkan, wenn auch von Karakunidake aus sicher wesentlich besser, da dieser gute 300 m höher liegt.
Trotz des diesigen Wetters, konnte ich dennoch den Sakurajima deutlich erkennen. Dank des Nebels gabs auch eine ganz andere, eigene Atmosphäre, welche auf den Bildern denke ich gut dargestellt sind.
Nach dem Abstiegt traf ich dann eine Frau mit Hund wieder die ich oben auf dem Vulkan traf und die mich dann wieder zurück nach Maruo fuhr. Dort angelangt gings in den Supermarkt um irgendwas zwischen die Kiemen zu bekommen. Denn bis auf ein Sandwich hatte ich an dem Tag nichts in den Magen bekommen. Eine Schande die abhilfe verlangte!
Zurück am Campingplatz dann, gings nach dem Essen ins Bad wo ich mich dann extrem gut entspannen konnte :).

Part II – Ebino und mein Weg nach Nagasaki

Am darauffolgenden Tage, nahm ich mir nen Tag frei, viel gibts hier eh nicht zu machen und am nächsten Tag sollte ich mich mit einem Deutschen in Hayato, südlich von Maruo treffen. Daher machte ich nen ruhigen und entspannten =).
Am versprochenen Tag dann, machte ich mich erneut mit hitchhiking auf den Weg um jenen Deutschen am Bahnhof zu erwarten. Leider kam er nicht, da er was falsches gegessen hatte und sich dadurch wohl eine kleine Lebensmittelvergiftung zugezogen hatte, als er bereits in Kumamoto war. Ironie des Schicksals aber kann man ja nichts machen =). Es ging ihn aber am nächsten Tag schon wieder besser. Für mich sollte es dann allerdings auch gewesen sein und ich machte mich am nächsten Morgen auf den Weg nach Nagasaki; oder besser gesagt: versuchte es. Da es recht früh war und hitchhiking nicht funktionierte, nahm ich einen von täglich 3 Bussen (im drei Stunden Abstand!) nach Ebino. Leider gab es da ein Missverständnis. Ich meinte Ebino-Stadt, von wo aus ich einen Zug nehmen könnte, der Bus fuhr jedoch nur bis zu den Ebino Plains (umgangssprachlich Ebino) was nochmal gute 20 Minuten Autofahrt von der Stadt entfernt liegt. Von dort aus fährt nichts, NICHTS an öffentlichen Verkehrsmitteln. Allein Taxi was ich mir nicht leisten wollte… Daher war ich in Ebino gefangen und musste notgedrungen noch eine Nacht dort verbinegn. hitchhiking ging auch nicht da quasi niemand in meine Richtung fuhr. So setzte ich mich am lokalen Campingplatz ab, der gute 400 Yen teurer war als der letzte, aber auch schöner. Direkt im Wald gelegen. Danach gings zum ECO Museum Center um Informationen einzuholen wie ich da wieder am besten wegkomme. Letztlich hat sich ergeben, dass ich am nächsten Tag von einem der Mitarbeiter gefahren werden würde und das für umsonst! Fand ich mal wieder klasse, wie nett alle sind!
Da es noch früh am Tag war habe ich noch zwei weitere Kraterseen besucht und ne kleien Tour gemacht. Auch diese waren sehr schön und die Aussicht die man von oben genießen konnte liess einem auch einen genaueren Ausblick auf den zuvor schon angesprocheneen Karakunidake werfen und die Flanke die er in seinen Mantel geöffnet hat. Sehr eindrucksvoll. Glücklicherweise konnte ich im ECO Center auch kostenfrei ins Netz und in Nagasaki bescheid geben, dass ich meine Ankunft um einen Tag verzögert, da ich im Casa Noda Hostel eine wwoofing Stelle zugesagt bekommen habe. Dummerweise gibts da keinen Konbini, nur ein paar Restaurants, die zwischen drei und 5 Uhr dicht machen! Leider war es nach 5 Uhr als ich mir was zu essen kaufen wollte und musste entsetzt feststellen, dass ich nichts mehr bekommen würde^^. Nur ein kleiner Souvenirshop hatte noch gerade so geöffnet, sodass ich mir zwei Instant Suppen kaufen konnte. Bin überhaupt kein Freund davon, aber andere Auswahl gabs nunmal nicht. Zumindest nichts halbwegs anständiges^^. Der Tag war echt gelaufen :D.

Am nächsten Morgen gings dann auch schon los und pünktlich um 8:10 Uhr saß ich im Auto auf der Fahrt nach Ebnino-City. Da es kein hitchhiking war sondern er extra wegen mir dorthin fuhr wollte ich ihm 1.000 Yen dafür geben, obgleich ich mir 100% sicher war, dass er es nicht annehmen würde und so kam es letztlich auch. Aber die Geste zählt und ich hätte es ihm auch wirklich gegeben, da ich äußerst dankbar war =).

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Dann gings kurz vor 9 in der lokalen Bahn Richtung Kumamoto mit zweimal umsteigen. Jetzt ist Bahn fahren in Japan etwas anders als in Deutschland, selbst mit Regionalzügen. Es gibt kein Zugpersonal, ausser eben dem Fahrer und statt ein Ticket zu kaufen zieht man sich beim eintritt ein Ticket, dass dann erst beim Ausstieg bezahlt wird. Wie viel man letztlich löhnen muss, wird auf einem Display an der Fahrerseite angezeigt wo die jeweilige Nummer und der sich pro Station erhöhende Preise steht. Heisst, man zahlt letztlich nur so viel wie man auch gefahren ist. Wenn man umsteigt, muss man das Ticket behalten und erst an seiner Endhaltestelle beim Bahnpersonal vorlegen wo man dann den gesamten Preis entrichten muss. In meinem Fall, von Ebino nach Kumamoto 2.810 Yen (23 Euro), für gut 2 Stunden fahrt. Fairer Preis wie ich finde. In den japanischen Bussen gibt es ein analoges System. Man steigt generell hinten ein und zieht sich auch hier solch ein Ticket, dessen Preis sich mit zunehmenden Stops erhöt und wenn man aussteigt, dann vorne in Bar beim Fahrer zahlt, oder von vornherein eine Art Metrokarte nutzt wo der Preis automatisch abgebucht wird. Sollte man das Kleingeld nicht passend haben, gibt es beim Fahrer eine automatische Wechselmaschine die Scheine, aber auch Kleingeld nimmt. Sehr interessantes System was mich beim ersten mal benutzen jedoch recht verwirrt hinterließ, aber während der Fahrt und durch das beobachten anderer, habe ich dann herausgefunden was zu machen ist.

In Kumamoto angekommen nahm ich den nächsten Bus, der für gut 460 Yen in einer halbstündigen Fahrt vor dem Hauptbahnhof zum Hafen fährt. Dort angekommen kann man sich für eine von zwei Fähren entscheiden. Eine fährt innerhalb einer halben Stunde zur Shimabara Halbinsel 島原半島 (Ocean Arrow) für glatt 1.000 Yen (8.00 Euro für eine Einzelperson, mit Auto etwas teurer). Eine andere, die Kyushu Ferry innerhalb einer Stunde für gut 780 Yen (deren Website ich komischerweise gerade nicht finden kann…). Jedenfalls kam ich zu einer Zeit an, wo die Ocean Arrow fuhr also nahm ich natürlich jene, anstatt eine Stunde zu warten. Die Überfahrt war ruhig aber auch langweilig, da die Sicht durch Smog, oder was auch immer, sogut wie nicht vorhanden war.

In Shimabara dann angekommen nahm ich dann schließlich den Bus nach Isahaya諫早 (mit einem special discount ticket für 1.200 Yen und nur für die Shimabara Halbinsel gültig) und fuhr satte 100 Minuten bis nach ich mein Etappenziel erreichte, was letztlich nur gute 60 km entfernt lag… Nerv. Von dort aus, musste ich dann noch den Zug nach Nagasaki (長崎市) nehmen, was dann nochmal 50 Minuten dauerte, dafür aber auch unter 500 Yen kostete. Von dort aus war es nur noch ein 5-minütiger Gehweg zum Hostel, welches genau an der Hauptstraße rechts vom Bahnhof befindet. Nicht zu verfehlen. So war ich letztlich von 8 bis 17 Uhr unterwegs und das Wetter war bescheiden =). Was ich in Nagasaki erlebt habe, werdet ihr im nächsten Blogbeitrag erfahren!

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