14 Kirishima Jinguu (霧島神宮)

Sonntag, der 22. Mai 2016

Nachdem ich nach meiner Rückkehr von Yakushima noch zwei Tage in Kagoshima verbrachte, ebenso wieder im Green Guesthouse, wollte ich nun Kirishima sehen. Bevor ich dort hinfuhr wusste ich nicht viel von der Gegend und so suchte ich nach Informationen im Netz. Geplant war es dorthin zu hitchhiken und ein paar Tage lang zu campen, jedoch war ich mir noch unschlüssig was hitchhiken aus einer Stadt heraus angeht, weshalb ich mich dann kurzerhand entschloss doch den Zug zu nehmen, welcher bis zur Kirishima Jinguu Haltestelle auch nur gute 850 Yen kostete, wenn ich mich recht erinnere. War nicht so viel. Kirishima Jinguu war übrigens die einzige Haltestelle mit ‚Kirishima‘ (was übersetzt Nebelinsel heißt) im Namen, was mich doch verwunderte. Auf einer recht schematischen Karte die ich im Netz fand, sollte die Stadt westlich davon gelegen sein, jedoch, als ich ankam, gabs nur Berge und grün. Ich habe zu der Zeit nicht durchgesehen, weder wo ich war noch wo ich hin sollte. Ich hoffte in der Nähe einen der Campingplätze zu finden und irrte ersteinmal ein wenig umher. Wenn man ‚Kirishima City‘ liest oder hört denkt man ja automatisch an eine Stadt im Stile von Kagoshima oder Kumamoto. Aber hier ist das total anders was ich erst später so richtig mitgeschnitten habe^^.

So fragte ich einen Mann auf der Straße ob er nicht wüsste wo der nächste Campingplatz oder ein Hostel sei. Denn dort gab es nur Wohnhäuser und so richtig lebendig sah das kleine Örtchen auch nicht aus. Er meinte, dass sich das nächste Hostel direkt am Schrein (神宮) befindet und gute 10 km entfernt liegt. Völlig desillusioniert, hatte ich gar nichts mehr gerafft, ich sollte nach meiner Vorstellung in der Nähe der Stadt sein und 10 km sind definitiv nicht in der Nähe^^. Er hat sich dann, so nett wie die Japaner nun mal sind, darum gekümmert dass ich ein Bett im Hostel bekomme, was ich zuerst gar nicht wollte, mich dann aber auch nicht dagegen wehrte und letztlich mich sogar noch dahingefahren! Auch das habe ich natürlich nicht verlangt und war umso mehr überrascht. Ich denke er hat geahnt dass ich keinen Plan von der Umgebung hatte :D.

Dort angekommen, es war übrigens sehr gutes Wetter, wurde ich dann vom Personal empfangen und durfte einchecken. Da es ein YHA Hostel war, war die Nacht auch dementsprechend teuer und schlug mit gut 3.200 Yen (etwa 26 Euro) zu buche. Dafür muss man jedoch auch anmerken, dass ich ein Privatzimmer hatte (klassische Mehrbettzimmer haben sie wohl nicht) und auf Tatami Boden schlief. Dafür wars dann wiederum billig. Das hauseigene Bad konnte dann natürlich auch benutzt werden =). Das war schon fast ein klassischer japanischer Raum, eher eine Mischung aus Ryokan und Hostel würde ich sagen. Wie dem auch sei, buchte ich für 2 Nächte, da ich erstmal Infos sammeln wollte und schauen musste wie ich wo weitermache. Das Örtchen ist übrigens eine reine Touristenattraktion, was jedoch keinen Conbini oder Supermarkt hat. Es gibt ein paar Restaurants wo man jedoch essen kann. Im Prinzip reichen aber 2 h völlig aus^^.

So checkte ich dann irgendwann, dass Kirishima eher ein agglomerat aus mehreren kleinen Orten ist, als eine einzige Stadt. Kein Wunder, dass ich kein Stadtzentrum gefunden habe. Sprich die Zentren sind überall verteilt und zwischendrin hat man eine aktive Vulkanlandschaft und viel Natur was es für viele Leute attraktiv macht um Tagesausflüge oder Wanderungen zu unternehmen.

Ferner gibt es dann auch noch einen großen Schrein, welcher für Japaner eine große Bedeutung hat. Warum ist der Kirishima Jinguu Shrein nun so berühmt? In der japanischen Mythologie gibt es bekanntlich viele Gottheiten, und einer von ihnen, Amaterasu, die Göttin der Sonne und des Lichts spielt dabei eine Rolle. Ihre Tochter sollte auf ihren Wunshin hin ins heutige Japan absteigen und das Land regieren, jedoch wollte diese, dass ihr Sohn Ninigo-no-Mikoto es an ihrer Stelle tun solle. Es steht zudem geschrieben, dass eben dieser Gott, der Enkel Amaterasus einen Speer besaß, dessen Replica aus der Edo Zeit auch heute noch in Kirishima gesehen werden kann. Kurzum ein sehr heiliger Ort für Japaner. Da ich mich selbst in der Mythologie noch nicht sogut auskenne, kann ich auch leider nicht näher darauf eingehen. Die Informationen fand ich auf einer Tafel in Kirishima.
Davon mal abgesehen ist das Teil auch verdammt schön und besonders Nachts einen Besuch wert.

Am zweiten Tag, wollte ich dann noch ein wenig die Umgebung erkunden und machte mich auf den Weg zur Touristen Information am Eingang zum Ort, wo der große graue Torii steht. Von dort ausgehend gabs einen kleinen Rundweg entlang eines Flusses, wo man unter anderem auch Basaltsäulen und einen (zugegebenermaßen recht unspektakulären) Wasserfall sehen konnte. Die Basaltsäulen reizten mich natürlich am meisten, auch wenn ich schon viele gesehen habe. Der Rundweg ist dennoch sehr schön und empfehlenswert, da es ausser dem Schrein eh nichts anderes in der näheren Umgebung zu sehen gibt :D. Überrascht hat mich zudem die Inforamtionstafel, zur Entstehung von Basaltsäulen. Nicht nur dass ich 90% davon verstehen konnte (*mir auf die Schulter klopf*), sondern auch dass es sehr akkurat beschrieben wurde, und dem gleicht was ich in der Uni/auf Island gelernt habe. Kurz zusammengefasst entstehen sie aus einem Lavastrom heraus. Jeweils am oberen und interen Ende dessen kühlt die Lava zuerst ab, während sie in der Mitte noch heiß bleibt. Wenn sie abkühlt dann entstehen zuerst Abkühlungspunkte die sich dann radial ausbreiten, bis sie wiederum an andere Abkühlunspunkt treffen und dann letztlich eine polygonale Form bilden (ähnlich wie das Muster auf einem Fußball). Je mehr der Strom also abkühlt, desto teiefer reicht die Abkühlung. In der Mitte jedoch gibt es diese polygonale Form nicht mehr, dass ist dann einfach nur noch brekziös, da es zu lange zum abkühlen benötigt. So gibt es dann einen unteren und einen oberen Teil mit Säulen.

Weiter entlang des Weges kam dann kurz vor Ende der Wasserfall, welcher wie gesagt nicht sonderlich spektakulär war, dazu noch künstlich errichtet sozusagen. Anschließend gings dann auch schon zurück und das wars dann quasi^^. Im nächsten Beitrag wirds dann vermehrt ums Campen und um ein paar Wanderungen gehen und alles was ich sonst noch so erlebte :D.