08 Eine Shinkansenfahrt!

Samstag, der 7. Mai 2016

Am 5. Mai 2016 bin ich von Kumamoto bis nach Kagoshima mit dem Sakura Shinkansen
(さくら新幹線) gefahren, dessen Ticket mir großzügigerweise und ohne mein Wollen von meinem wwoofing Host gezahlt wurde. Er hatte mir 10.000 Yen bei unserem Abschied in die Hand gedrückt, wobei das Ticket selbst nur 7.140 Yen (inklusive 720 Yen Platzreservierung) kostete).
Ich bin bereits 2013 mit meiner Mutter zusammen im Schinkansen von Tokyo nach Kyoto und Oosaka gefahren und freute mich diese Möglichkeit wieder bekommen zu haben! Eventuell hätte ich es ohne die finanzielle Spritze nicht gemacht, um mein Geld zusammenzuhalten. Damals hatte ich zudem den Japan Rail Pass der jedem Reisenden zu empfehlen ist. Er rentiert sich sehr schnell, wenn man nicht nur eine Strecke fährt und ist insgesamt echt günstig. Für Leute die länger als die visafreien 3 Monate in Japan residieren, ist es jedoch nicht möglich den Rail Pass zu kaufen.
Was ist nun also so klasse am Shinkansen, dass es wahrlich ein Erlebnis ist mit diesen Zügen zu fahren? Nun, ersteinmal sind sie das japanische Pendent zu den deutschen ICE, sprich Schnellzüge, wobei es aber verschiedene Typen gibt, die auch unterschiedlich teuer sein können und zudem sich auch in der Ausstattung und Geschwindigkeit unterscheiden. Ich glaube der schnellste (Nozomi oder Hikari) fährt bis zu 300 km/h. Jedoch hören dort auch schon die Gemeinsamkeiten mit den deutschen Zügen auf, zum Glück! Denn generell sind die Züge in Japan ausgesprochen pünktlich! Einst habe ich gelesen, dass sich die Jahresdurchschnittsverspätung aller Züge in Japan auf etwa 5 Minuten beläuft. Das liegt unter anderem auch daran, dass jede Linie seine eigenen Gleise hat, und im Gegensatz zu Deutschland sich nicht Züge Gleise teilen müssen.
Ferner sind die Bahnhöfe hier auch nicht total versifft wie sehr viele deutsche Bahnhöfe, sondern glänzen förmlich durch Reinheit. Bisher habe ich keinen Bahnhof gesehen, der irgendwie dreckig oder mölig war und das in einem Land das nur wenig Papierkörbe hat^^. Auch die Züge selbst sind generell sehr sauber und im Shinkansen läuft das Personal sogar mit großen Plastiksäcken durch die Züge um Müll der Leute zu sammeln. Wow! Demnach sind die Züge selbst auch sehr sauber. In den normalen Zügen gibt’s diesen Service natürlich nicht, aber dennoch waren auch diese sauber.

Zu den Bahnhöfen nochmal selbst, gibt es direkt am Bahngleis auch Absperrungen die etwa 1,20 m hoch sind und Leute davon bewahren versehentlich auf die Gleise zu fallen oder gar geschubst zu werden, wie es immer wieder in Deutschland vorkommt. Diese Absperrungen haben dann auch Türen die sich beim stoppen des Zuges automatisch öffnen. Natürlich gibt’s auch hier, wie bei den zuvor beschriebenen U-Bahnen, die Schalter an denen man das Ticket einführen muss um durchzukommen. Das sichert eine nahezu 100%ige Sicherheit für den Betrieb das jeder ein Ticket gekauft hat. Bei allen Ein- und Ausgängen muss man dieses nämlich einfügen, was jedoch im Weitergehen geschieht, also es keine Wartezeit gibt.

Auch sehr schön zu sehen ist das Ein- und Aussteigen in die Züge. Während es in Deutschland sehr oft ungeduldiges Gedrängel gibt, gerade bei Linien die generell zu wenig Waggons führen, damit jeder möglichst einen Platz bekommt, warten hier die Leute in einer Reihe bis alle ausgestiegen sind und geht dann der Reihe nach in den Zug hinein. Auch die Treppen sind geteilt (selbst Rolltreppen) wo man auf einer Seite hochgeht und auf der anderen Seite herunter. Das mag für den größten Teil des Tages nicht wichtig sein, aber wenn es zu den Rush Hourn kommt, dann ist es durchweg zweckgemäß.
Was die Shinkansen selbst jedoch noch auszeichnet ist die Beinfreiheit in den Zügen. Man kann seine Beine von seinem Sitz aus fast ausstrecken. Zwar ist das mit der Gepäckablage für großes Gepäck wie meinen Rucksack nicht wirklich besser als in Deutschland (es gibt selbige obere Ablagen wo mein Rucksack jedoch nicht reinpasst), aber verstauen konnte ich es am hinteren Ende des Waggons hinter dem Sitz.

Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal der Shinkansen sind die drehbaren Sitze. Unter diesen gibt es einen Hebel den man drücken und die Sitzreihe der Fahrtrichtung anpassen kann! Klasse =). Manchmal passiert dass auch vor der Abfahrt durch die Putzkolonne die noch den Zug säubert.
Man kann durchaus sagen, dass die japanische Gesellschaft am ehestesn einem Ameisenstaat gleichzukommen, ohne dass es abwertend gemeint ist. Daher sei jedem empfohlen sich mindestens eine Fahrt mit den Shinkansen zu leisten.