05 Kumamoto-City (熊本市)

Dienstag, der 5. April 2016

Kumamoto ist etwas kleiner als Fukuoka und im Gegensatz dazu auch mit einem richtigen Schloss versehen. Schonmal zwei Punkte warum Kumamoto für mich attraktiver ist^^.

Nüchtern betrachtet ist das Schloss auch die einzige richtige Attraktion in der Stadt, welche die Menschenmassen versammelt und gerade im Fürhling anzieht. Davon abgesehen gibts allerdings noch zahlreiche Schreine und Tempel in der Stadt verteilt, die ich jedoch mangels Zeit nicht besuchen konnte. In der Innenstadt selbst gibt es zudem noch eine sehr lange Shopping Arkade mit Geschäften verschiedenster couleur. Diese nennt sich dann Kamitori. Eine zweite nur unweit entfernt heisst dann Shiratori.

Übernachtet habe ich diesmal bei einem älteren Ehepaar, den Nishinos, welche ich bei couchsurfing gefunden habe. Sehr herzliche, nette und freundliche Leute die mich in allem was ich machen wollte unterstützten, auch wenn die Kommunikation teils etwas schwierig war, was an ihren mangelnden Englischkenntnissen und meinen mangelnden Japanischkenntnissen lag. Dennoch sind sie viel in ihrem Lebem rumgereist und mit viel Geduld haben wir ein paar Interessante Gespräche gefüht.
Dieser Aufenthalt markiert auch zugleich mein erstes Erlebnis im japanischen Alltag und in einer japanischen Wohnung. Zuersteinmal wird jeden Tag gebadet. Japaner sind generell sehr reinlich und auch wenn sie nicht schmutzig sind wird dennoch ein Bad genommen =). Japanische Badekultur eben^^. Zum Frühstück gibt es für gewöhnlich Reis und Misosuppe + kleine Beilagen. Mal etwas Ei/Omlett oder auch Nori (Seetang, welcher um den Sushi gewickelt wird), oder ähnliches. Zum Abendbrot gibt es auch meistens Reisbasierte Gerichte. Einmal z.B. Curry. Reis ist für Japaner wie für uns die Tüften. Grundnahrungsmittel Nummer 1. Mittag habe ich immer in der Stadt gegessen. Mir schmeckt die jap. Küche ausgesprochen gut und es gab bisher nichts was ich nicht probierte und fast nichts, was ich nicht nochmal essen würde.

Nach dem Frühstück wurde ich dann freundlicherweise von meinem Host in die Stadt, zum Schloss gefahren, wo ich dann zahlreiche Bilder machte und viel Zeit verbrachte. Angefangen in einer origanal Samuraibehausung, unterhalb der ersten Schlossmauer (Nordost), welches nun als Museum fungiert und eines der letzten erhaltenen Bauwerke ihrer Art darstellt. Wirklich interessant, wenn auch spärlich ausgestattet, aber einige Bilder sprechen dafür für sich.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Anschließend gings dann zum Schloss, bzw. die Aussenbereiche dessen. Ich bin immer wieder fasziniert von der Bauart der Mauern. Wie Hiro mir sagte wurden die Steinmetze nach der Arbeit zu einem Fest gelockt und anschließend umgebracht, damit die Geheimnisse der Burg (Schwachstellen, versteckte Fallen, Geheimwege) nicht nach aussen gelangen. Die ganze Anlage muss Jahrzehnte in Arbeit gewesen sein, nach den Ausmaßen zu urteilen. Die Anlage ist riesig und war früher wohl noch mehr bebaut wie historische Modelle im Hauptschloss nahelegen. Leider war das bildermachen drinnen untersagt, weshalb ich davon keine habe. Ferner kann man dort, inklusive Bilder von den Kirschblüten schießen, nen ganzen Tag drin verbringen. Ich war für zwei Tage dort und hab noch immer nicht alles gesehen. Natürlich muss man auch Eintritt für das Schlossinnere zahlen. Die 400 Yen sind es aber allemal wert, zumal man dann auch nach ganz oben gehen und eine schöne Aussicht über die Stadt geniessen kann. Leider bei recht mäßigem Wetter während meines Aufenthalts dort.

Kumamoto ist übrigens auch der Ort an dem der berühmte Samurai Miyamoto Musashi starb und sein Buch der 5 Ringe schrieb, was auch heute noch gelesen wird. In einer Höhle etwas nördlich der Statd übrigens.

Ferner habe ich mir, neben der verzweifelten Suche nach ansprechenden Postkarten, und der Shopping Arkade auch einen Go-Salon von innen angesehen. Go ist wohl das älteste Brettspiel der Welt und weitaus komplizierter als Schach. Erst kürzlich kam das Spiel in den Nachrichten, als ein AI-Computer 5 Partien gegen einen koreanischen (?) 2 Profi-dan gewann.
Ich habe angefangen Go zu spielen, als in Deutschland der Manga zu Hikaru no Go erschien, und wo allgemein eine große Welle von Neulingen hervorgebracht wurde, das ist sicher gute 12 Jahre her. Bis zu meinem Studium habe ich sehr viel und oft gespielt, war Mitglied im Deutschen Go Bund (dgob) und habe immer wieder an Turnieren teilgenommen und auch zwei Freunde kennengelernt, mit denen ich bis heute Kontakt halte =). Auch im Interet bei KGS.com habe ich sehr oft gespielt und mich bis ins obere Mittelfeld der Ränge platziert. Mit dem Studium nahm dann die Zeit und auch Motivation ab mich mit dem sehr zeitintensiven Spiel auseinanderzusetzen. 2013, als ich dann in Kawaguchiko [–> hier der Beitrag] (einer der 5 Fuji Seen) war, hat es mich dann doch wieder gelockt und ich spielte ein paar Partien und wurde als japanischer 2dan (Meistegrad) eingestuft. Das Rangsystem läuft wie folgt: 30 kyu ist toaler Anfänger (kyu = Scülergrade), das geht dann hoch bis zum 1k, anschließend vom 1 dan bis hoch zum 9 dan (Amateur). Der 9. Amateur dan entspricht etwa dem 1. Profi dan, welcher dann noch bis zum 9. dan hochgeht.

Als Profi kann man verdammt viel Schotter mit dem Spiel machen, allein schon wenn man Titelpartien gewinnt. In Korea und China ist die Go-Community noch größer und vorallem auch vom Niveau her stärker. Aber wie dem auch sei. Auf KGS war mein bester Rang 3 kyu zur Zeit in der ich noch aktiv spielte.
Als ich nun im besagten Go-Salon in Kumamoto war, waren dort erstmal nur alte Männer. Wer Hikaru no Go gelesen hat, dem wird das bekannt vorkommen^^. Dennoch waren sie alle Dan-Spieler zwischen 1 und 8 dan. Sodass ich nur zwei Spiele gewinnen konnte und den Rest (insgesamt 4) verlor. Dennoch war es extrem schön und klasse mal wieder etwas Grips auf das Spiel zu verwenden. Ich habe ne Menge gelernt und die alten Herren scheinen mich auch lieb gewonnen zu haben =). Ein gegenseitiges Geben und Nehmen^^. Jetzt habe ich vor wieder aktiver zu werden! Der Eintritt kostete im Übrigen 800 Yen was nicht ganz billig ist, aber von Go-Salon zu Go-Salon variieren kann. Dafür bekommt man grünen Tee und ein paar Süßigkeiten frei Haus. Am zweiten Tag hatte mir einer der Herren sogar ein Obento (japanische Lunchbox) geschenkt, vermutlich in Anerkennung meiner Leistungen :D. Alle waren recht fasziniert von mir, vermutlich auch weil ein Ausländer seinen Weg in ihren Go-Salon fand^^. Dort wurde nun das bestätigt, was ich 2013 erfahren habe, nämlich dass ich offiziell japanischer 2 dan bin. Gratulation! :D.

Ok, mittlerweile ist das mehr ein Beitrag über Go als über Kumamoto^^. Vielleicht mache  ich zu gegebener Zeit nochmal einen separaten Beitrag zu dem Spiel, falls es Interessenten dafür gibt.
Ansonsten habe ich in Kumamoto nur 2 Tage verbracht und anschließend gings dann wieder zum Aso wo ich gute 25 km nördlich davon (nahe Oguni 小国) für die nächsten zweieinhalb Wochen in einem Onsen Spa wwoofen sollte. Aber dazu wird auch noch ein Beitrag folgen =). Ggf. kehre ich nochmal nach Kumamoto zurück, allein schon um meine neuen Bekanntschaften im Go-Club wiederzusehen^^. Folgend noch ein paar Impression. Keine vom Go-Salon, da ich zu sehr im Spiel vertieft war und es ausserdem als unhöflich erachtet habe mitten im Spiel Bilder zu machen^^. Ein anderes Mal vielleicht =).

Diese Diashow benötigt JavaScript.