03 Das Kirschblütenfest (桜お祭り)

Freitag, der 1. April 2016

1. Fukuoka (福岡):

Ich habe die Ankunft in Fukuoka mit Bedacht gelegt. Im Süden Japans beginnt die Kirschblüte traditionell zuerst und meistens so um Ende März herum, kommt dann natürlich auch auf die Witterung drauf an. Weht der Wind von Norden und bringt kalte Luft aus Russland, dann dauert es etwas länger, als wenn subtropischer Wind aus dem Süden heraufzieht.

Mit meinem Eintreffen ging es dann also gerade los mit der Kirschblüte und im japanischen Fernsehen, wird täglich eine während des Wetterberichts gezeigt, und gesagt wann und wo die Kirschblüten soweit sind, ordentlich betrachtet zu werden.

Für alle die es nicht wissen, die Zeit der Kirschblüte gleicht einem nationalem Fest. Jedes Jahr versammeln sich hunderte Menschen in den großen Parks und setzen sich kollektiv auf Planen unter besagte Bäume und feiern das ‚Ohanami‘ das Kirschblütenbestaunen. In Gruppen von bis zu 20 Leuten wird dann gepicknickt, gesoffen und Zeit zusammen verbracht. Jeder versucht natürlich den besten Spot zu bekommen. Das Ganze kann bis tief in die Nacht hinein gehen =). Auch BBQ ist hierbei üblich.

In Fukuoka direkt, waren die Kirschblüten nur vereinzelt bereits soweit, dennoch wurden die Bäume bereits in ein zartes, wen noch schwaches, Pink gehüllt, was auch seinen Reiz hat. Von den Schlossruinen aus, hat man den besten Blick, nicht nur auf die Stadt, sondern auch auf die Sakura-Bäume. Ab dem 25. März startete dann auch das große Sakura-Fest, wo es zusätzlich zur erstaunlichen Szenerie noch ‚Fressbuden‘ gab die ihre Ware verschiedenster Art feilboten. Von Takoyaki (Tintenfischbällchen, siehe Bilder), über Okonomiyaki gab es auch klassisches westliches Fastfood, wie Pommes und Burger. Wenn man nichts essen mag, so ist es dann auf jeden Fall Wert mal langzuschlendern =). Am schönsten ist es dort allerdings in der Nacht, wovon ich auch zahlreiche Bilder gemacht habe, aus Platzgründen aber nur die schönsten online stelle =).

Diese Diashow benötigt JavaScript.

2. Kumamoto (熊本):

Mir wurde gesagt, dass die Kirschblüten in Kumamoto schon weiter sein sollen, als in Fukuoka, und dass das Betrachten dort bei weitem schöner ist. Zwar ist Kumamoto mit Ausnahme der Innenstadt und zahlreichen Shoppingmöglichkeiten (u.a. die längste Shopping Arkade in west Japan) weniger attraktiv, allerdings habe ich auch nur den Ostteil bisher gesehen. Das Herzstück der Stadt stellt sowieso das Schloss und das Schlossgelände dar, welches von zahlreichen Sakura-Bäumen gesäumt ist. Es ist eine riesige Anlage und alles habe ich selbst nicht gesehen, dennoch ausreichend um die Ausmaße zu erfassen. Aber hier geht’s eher um die Kirschblüten.

Sie sind tatsächlich bereits vollständig erblüht und locken demnach (aus den oben genannten Gründen) etliche Touristen und Einheimische an. Hier sieht man auch wieder vermehrt westliche Touristen. Auch hier sind die ‚Yatai‘ das japanischen Pendant unserer heimischen Fressbuden vertreten, allerdings in deutlich unterrepräsentierter Zahl. Die Hauptstraße die zum Schlossgelände hochführt und quasi das gesamte Gelände teilt ist gesäumt von einer Sakura-Allee. Allein schon der Duft der von den Blumen ausgeht, entspannt einen innerlich. Dazu kommt dann noch die Atmosphäre die sie versprühen. Ruhe und Geborgenheit. Insbesondere nachts, wenn der Autoverkehr eingestellt wird, ist die Straße lang zu schlendern einfach nur himmlisch. Gesäumt mit Lampionketten die an den Bäumen hängen, bekommt man ein Gefühl davon wie es im traditionellen Japan aussehen musste. Dazu das Schloss im Hintergrund als Kulisse und man fühlt sich in der Zeit zurückversetzt. Fehlt nur noch das Samurais vor einem laufen und junge, hübsche und willige Frauen in Kimonos^^!

Vorallem ein Spot ist ausgesprochen schön und dort sind etliche Bilder entstanden (nicht meinige, auch von vielen Touristen), wenn man vom Parkplatz hoch in den Park der ersten Mauer geht und dort die Brücke über den Burggraben nimmt, quasi die Bäume direkt vor dem Burggraben, mit der zweiten Mauer wiederum im Hintergrund – bombastisch! Ich glaube in der Schlossanlage habe ich dann weitaus mehr Zeit verbracht als in Fukuoka, da es hier auch vielmehr zu sehen gab. Im Schlossinnenbereich selbst, gab es dann wiederrum weniger Sakura-Bäume. Diese begrenzen sich dann hauptsächlich auf den Parkbereich. Die letzten wirklich schönen Bäume stehen dann direkt vor dem Eingang zum inneren Schlossgelände. Auch hier bietet sich wieder eine wunderschöne Szenerie, die etliche Male ihr negativ auf meine Kamera fand. Aber was rede ich groß, schaut selbst, staunt und werdet neidisch :D.

Diese Diashow benötigt JavaScript.