01 Suppen

An dieser Stelle wird fortlaufend über neu ausprobierte Suppen geschrieben, sowie Bilder dessen online gestellt. Innerhalb jeder Gruppe, kann es dazu auch Neuerungen geben, die dann auf der Hauptseite kommuniziert werden. Viel spass beim lesen und lasset euch das Wasser im Munde zusammen laufen!

          1. Ramen (ラーメン)

Ramen sind wohl der Klassiker schlechthin, wenn es um japanische Küche geht, und neben Sushi wohl auch der bekannteste Repräsentant des fernöstlichen Landes; spätestens weitläufig unter Manga und Anime Fans bekannt durch den nudelsuppensüchtigen Ninja Naruto, aus der gleichnamigen Serie.
Dabei gibt es durch das Land hinweg verschiedene Variationen dieser klassischen Nudelsuppe die auch von Präfektur zu Präfektur unterschiedlich sein können. In Fukuoka z.B. wo ich sie dieses Mal zuerst aß, besteht sie lediglich aus den Ramennudeln, etwas Frühlingszwiebeln, und in dünne Scheiben geschnittenes und gekochtes Schweinefleisch, samt ‚Tonkotsu Brühe‘ (auf Schwein basierend). Probiert habe ich sie bei ‚Ichiran‚ in der Canal City von Fukuoka, jedoch gibts in der Innenstadt noch mehr Aussenstellen der Kette, welche auf jeder Touristenkarte ausgezeichnet sind. Insgesamt 860 Yen habe ich dafür gezahlt (+ Nachschlag 330 Yen), was umgerechnet etwa 9,50€ sind. Nicht ganz billig, aber durchaus das Geld wert!
Wer nochmehr zu der Zusammensetzung erfahren möchte, möge bitte auf den obigen Link klicken =).
Bevor man zu Ichiran reingeht, nimmt man sich einen Zettel mit der bestimmt, wie genau die Nudeln zubereitet werden sollen, und wo man auch die Anteile der Bestandteile bestimmen kann. Zum Beispiel kann man den Gehalt der Schärfe dadurch bestimmen, oder sagen, dass man z.B. weniger Öl enthalten haben möchte. Sehr praktisch auf jeden Fall. Dazu angehangen ist ein weiterer Zettel, der wiederum eine zweite Portion regelt, wo man dann z.B. noch eine Portion Ramen (also die Nudeln) und/oder noch etwas Fleisch dazubestellen kann (siehe Bilder). Dann setzt man sich ins Restaurant rein und was vielleicht etwas komisch anmutet – hier hat jeder, statt einem Tisch, eine Art Platz am Tresen, der jedoch nach links und rechts durch Trennwände von den anderen Gästen abgeschirmt ist. Nach vorne ist eine kleine Durchreiche die etwa auf Kinnhöhe endet und wo man seine Bestellung bekommt. Hat man sich entschieden was man nimmt, drück man den ‚Call‘-Button und nach dem Erhalt des Essens, wird dann der Vorhang der Durchreiche geschlossen, sodass man quasi die größtmögliche Privatsspähre hat. Eine Interessante Art zu speisen^^. Nach hinten ist es natürlich offen. Entscheidet man sich für einen Nachschlag, wird der Zettel ausgefüllt und erneut der Knopf gedrückt und das Gleiche geht von vorne los. Beachten sollte man allerdings dass keine Brühe nachgeschenkt wird, sondern lediglich die festen Bestandteile, die dann je nach Menge auch kosten. Vom Geschmack her kann ich nur sagen, dass die Ichiran-Ramensuppe extrem lecker ist und sich eigentlich nur schwer in Worte fassen lässt. Allein schon die Brühe ist göttlich und ein wenig Schärfe tut dem keinen Abbruch! Auch das Fleisch ist äußerst lecker, weich und zart und hat nen guten Eigengeschmack. Alles in allem, auf jeden Fall ausprobieren! Angesprochene (Wunschzusammensetzungs-)Zettel gibts natürlich auch in englischer Sprache!

          2. Soba Nudeln mit Rindfleisch (牛肉そば), etwa 800 Yen

Die ersten Soba-Nudelsuppe habe ich in Kirishima Jinguu (霧島神宮) gegessen und war erneut überwältigt von der geschmacklichen Intensität der Suppe. Japaner können einfach kochen, Fakt! Selbst aus den einfachsten Mitteln wird ein verdammt leckeres Gericht zubereitet.
Für jene die sich mit Nudelsuppen abseits der bekannten Ramen nicht auskennen, Soba sind Buchweizennudeln, die zumeist dünn, aber flach ausgeprägt sind und sich durch ihre gräuliche Farbe ausweisen. Sieht in der Suppe erstmal fremd aus, wenn man seit jeher die klassischen gelblichen Nudeln gewohnt ist, schmeckt aber verdammt gut, da sie auch einen guten Eigengeschmack haben. Ferner gibt’s dazu noch gebratenen Tofu, eine Scheibe Naruto (auch Fishcake genannt, das pinke Kringel auf dem Bild), sowie natürlich lauchzwiebeln, die in keiner guten Suppe fehlen dürfen. Das zweite Hauptbestandteil der Suppe ist jedoch das Fleisch, in dem Fall, Rindfleisch (牛肉). Es handelt sich um sehr dünne „lapprige“ Scheiben, was im Gegensatz zu den etwas dickeren und Konsistenteren (Schweinefleisch-)Scheiben einer Ramensuppe steht. Ferner ist der Fettanteil dessen nicht unerheblich. Wer also eine Abneigung gegen Fett hat, sollte hierbei aufpassen^^.
Die Brühe basiert sehr wahrscheinlich wieder auf Fleisch, was man ihr auch anmerkt, und zusammen mit dem Geshmack der Soba-Nudeln setzt die Suppe einen kräftigen Geschmack frei, der jedoch nicht zu dominant wirkt. Tofu, und Zwiebeln runden das Ganze dann ab und geben dem ganzen ihre eigene Note. Ein wahrer Gaumenschmaus, geschmacklich erneut perfekt ausbalanciert.

         3. Chanpon (ちゃんぽん) 500 Yen & Gyouza (ぎょうざ) 250 Yen

Chanpon ist eine weitere Nudelsuppe, jedoch unterscheidet sie sich stark von den bisher vorgestellten. Während bei Soba und Ramen bereits im Namen die Hauptzutat zu finden ist (nämlich eben jene Nudelart), ist es bei Chanpon eher eine Art Eintopf, eine Übersetzung des Wortes lässt sich auch als ‚Mischung‘ oder ‚Durcheinander‘ angeben. So drastisch siehts dann allerdings nicht aus, da vorallem aber viel Gemüse in die Suppe gehört, kommt die Übersetzung nicht ohne Grund daher.

Auf Wikipedia habe ich gefunden, dass die Nudeln ebenfalls Ramen-Nudeln seien, jedoch hätte ich gesagt, dass sie leicht anders schmecken und etwas dicker sind als jene in der dazugehörigen Suppe. Vielleicht wurde mehr Ei verwendet, das war so mein erster Gedanke. Anderswo stand dann was von Chanpon Nudeln, vielleicht wurden die Ramen-Nudeln einfach etwas abgeändert, sodass es eine andere Nudel wurde.
Weitere wichtige Zutaten sind jedoch Weißkohl, Mais, Mohrrüben, etwas Schweinefleisch, Garnelen, Sojasprossen, Pilze und Frühlingszwiebeln, sowie ein wenig Naruto (siehe Beitrag zu Soba-Nudeln).
Das erste Chanpon aß ich in Oguni als ich bei meiner Gastfamilie gewwooft habe, jedoch war die Soße dort für meinen Geschmack zu pfefferlastig, was man letztlich auch am Bodensatz gemerkt hatte. Allerdings ist Chanpon ein Gericht aus Nagasaki, welches vor etwa 150 Jahren in einem chinesischen Restaurant „erfunden“ wurde. Grund dessen war es ein Gericht zu schaffen, was billig war und die vielen chinesischen Studenten satt machen würde, welche nach Japan kamen um zu studieren. Und ich kann sagen, dass es definitiv satt macht!

Im Hostel in Nagasaki meinte man zu mir, dass es einen Laden gibt, der ganz besonders gute und preiswertes Chanpon macht, und zwar gleich neben Dejima (出島) und dem Hafen. Der Laden heißt ‚Ringer Hut‘ (keine Übersetzung, steht so auf dem Schild). Für 500 Yen bekommt man die wohl günstigste Chanponsuppe in Nagasaki. Und wie ich finde auch eine echt Gute. Im Vergleich zu jener in Oguni, war diese weitaus weniger überschärft und geschmacklich sehr gut ausbalanciert. Die Soße sei vielleicht noch zu erwähnen, da sie eine trübe grau/bräunliche Farbe hat Das Gemüse ist natürlich nicht roh, sondern gekocht und ich schwöre euch, dass ihr euch danach die Finger ablecken werdet! Wenn ihr klug seid, bestellt ihr in eben jenem Restaurant noch eine Portion Gyouza dazu!
Dabei handelt es sich um chinesische Teigtaschen, die auf einer Seite kross angebraten sind sonst aber gekocht oder vielleicht ins Wasserdampfbad gehalten wurden. Sie enthalten Hackfleisch, Frühlingszwiebeln, Zwiebeln, und manchmal auch ein wenig Möhren. Extrem lecker und gehört wohl mit zu meinen Lieblingsspeisen hier. Gegessen wird es mit etwas Soja-Sauce und meistens eher als Beilage, da es prinzipiell keine vollwertige Mahlzeit ist, sondern eher was für Zwischendurch. Ich sage euch, eine klasse Mischung die in sicher nicht zum letzten Mal verkostet wurde!