06 Koe no katachi (声の形)

Sonntag, der 2. Oktober 2016

Direkt im Anschluss zu ‚The red Turtle‚, habe ich mir dann die eigentliche Hauptattraktion für diesen Tag (Montag, 19. September) angesehen. Bis dato lediglich obigen Trailer kennend, wusste ich nicht genau was mich erwartet. Den Manga hatte ich zwar desöfteren in diversen Buchläden gesehen, aber hatte mich nicht weiter damit befasst. Was ich mir – auf Basis des Trailers erhoffte – war ein Drama Anime. Was man bereits heraushören konnte, ging es um zwei Hauptcharaktere, wovon die Eine, taub/stumm ist. Das ist insofern schon einmal interessant, da dieser Umstand prinzipiell in Manga/Anime nicht vorhanden ist. Zumindest ist mir dahingehend nichts bekannt. Das alleine ist bereits eine interessante Ausgangssituation. Im Folgenden werde ich leider etwas spoilern müssen, wer den Film/oder den Manga noch sehen/lesen möchte, sollte erst wieder mit dem nächsten Abschnitt weitermachen.

Der Film beginnt dahingehen auch schon mit Drama. Der Protagonist Ishida, will sich das Leben nehmen und bereitet alles für seinen Abschied vor. Grund dafür ist in seiner Vergangenheit zu sehen. Während der Mittelschulzeit, kam die Protagonistin Nishimiya als Transferschülerin in seine Klasse. Zu dieser Zeit war Ishida eher eine Art Rowdy, der zusammen mit seinen beiden Kumpels sich Mutproben ausgedacht hatte, um der Langeweile zu entkommen. De facto, dieser Umstand der Langeweile, kommt im Manga wesentlich besser rüber als im Film, dennoch hat der Film auch so einiges an interessanten Punkten zu bieten.
Jedenfalls stellt sich Nishimiya den anderen mit einem Notizblock vor, da sie auch nicht reden kann. Anfangs weckt das natürlich Neugier bei sogut wie allen Schülern, nur Ishida bleibt ihr fürs erste fern und findet jedoch schnell ein neues Opfer für Streiche und zum entfliehen seiner Langeweile in ihr – sowohl im Unterricht, als auch in der Freizeit. Langsam aber sicher, distanzieren sich auch die anderen Schüler, da es für sie auf Dauer zu anstrengend ist, ihr alles über das Notizbuch zu erklären und sie ja selbst den Lehrer nicht verstehen kann. Mehr und mehr kippt die Stimmung aller Mitschüler ihr gegenüber und sie wird immer mehr zum Schlagball und Objekt des Mobbings. Hier allein gibt es schon so viele schöne Szenen drin (’schön‘ ist hier wohl wirklich makaber!), dass einem echt unweigerlich die Tränen kommen. Diese Traurigkeit zu sehen in Nishimiya, die lediglich Freunde will und als Konsequenz letztlich von allen auf ihre Art gemobbt wird, ist wahrlich herzzerreißend. Sie verhält sich jedoch jedem gegenüber offen und freundlich wie immer, obwohl es mittlerweile auch schon üble Nachrichten in ihrem Notizbuch gibt, als auch auf ihren Tisch gekritzelt werden. Sie gibt nicht auf und versucht irgendeinen Freund zu finden. Selbst als sie Sahara als Freundin findet, wird diese schnell von den anderen gemobbt, aufgrund ihrer Art gegenüber Nishimiya. Letzte Konsequenz daraus ist dann, dass Sahara selbst nicht mehr zur Schule kommt und Nishimiya nun alleine ist. Ein letzter, wirklich trauriger Versuch gegenüber Ishida unternahm sie leider auch fruchtlos. Wie es dargestellt wurde, war einfach fantastisch.
Ferner klauen die Schüler ihr immer wieder ihre Hörprothesen und schmeißen sie aus dem Fenster oder machen sie kaputt, einmal sogar mit den Folgen, dass Nishimiya aus den Ohren blutete. Von dort an nimmt die Story ihren Lauf. Nishimiya kommt nicht mehr zur Schule und Ishida wird als Sündenbock von allen anderen gebrandtmarkt und für alles verantwortlich gemacht. Seitdem ist er das Mobbingopfer und die Rollen haben sich vertauscht. Er hat keine ruhige Minute mehr, ist der Outcast, verliert seine Kumpel und bleibt alleine.
Diese ersten etwa 20 Minuten, waren schon einmal sehr mitreißend, intensiv und haben die Tränendrüse schön anschwellen lassen. Danach schwenkts wieder um auf die jetzt-Zeit und wie Ishida letztlich versucht seine Fehler von damals wieder gutzumachen, indem er Nishimiya aufsucht und versucht sich bei ihr zu entschuldigen. Letztlich findet er auch wieder Freunde und alles kulminiert in einem mächtigen Finale.

Mehr spoilern will ich fürs Erste nicht. Wahrscheinlich eh schon viel zu viel, aber ich konnte nicht anders^^. Alles in allem, ein durch und durch gelungener Film. Hier und da gab es ein paar Dinge die mir nicht gleich klar wurden (was auch am japanisch gelegen haben kann, wobei der Manga dies jedoch besser hervorbringt), aber generell wurden die fünf Bände sehr gut in einem Film (sogar mit einigen sehr gut platzierten Fillern) umgesetzt. Die Animationen sind grandios und das X über den Gesichtern aller anderen eine abwechslungsreiche Methode um Ablehnung darzustellen .
An die Musik kann ich mich gerade nur noch vage erinnern, jedoch war diese soweit auch passend und hatte zur Atmosphäre des Filmes und der Szenerie ihren Teil dazu beigetragen. Es gibt einige verschiedene Charaktere, welche alle ihre eigenen Fehler und gute Seiten besitzen. Das macht die Story auch über die Beziehung zwischen Nishimiya und Ishida hinaus reizvoll.

Mit gut 2h Laufzeit ist es dann auch ein Abendfüllender Film und sei jedem, der Drama mag, ans Herz gelegt. Das ist wirklich mal was Anderes und allein schon der Titel (übersetzt: The shape of voice), könnte man fast schon als philosophischen Ansatz ansehen.
Nach ‚Kimi no Na wa‚ mein liebster Film in 2016 bis jetzt!

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