04 Your Lie in April (四月は君の嘘)

 

Heute, am Samstag, den 11. September 2016, einen Tag nach Premiere, habe ich mir die Live Action Adaption von ’shigatsu wa kimi no uso‘, oder besser bekannt als: ‚Your lie in April‘, angesehen.
Generell bin ich kein allzu großer Fan von Live Action Umsetzungen guter Manga/Anime Serien. Daher auch meine eher nüchterne Haltung zu ‚Boku dake ga inai machi‚.
Die Serie selbst, als Manga und Anime Umsetzung, habe ich auch erst vor kurzem kennengelernt, durch die Empfehlung eines japanischen Freundes. Schon nach den ersten zwei drei Kapiteln wurde mir klar, dass ich den Anime schauen muss und ich wurde erschlagen von dem Gefühl und der Intensität dessen, welche durch die visuelle Umsetzung nochmal besser zur Geltung kommen als im Manga, der aber obgleich der ihm zugrunde liegenden Grenzen, einen hervorragenden Job macht. Da der Manga im wesentlich mit klassischer Musik auf der Violine und dem Klavier umgeht, ist dies auch nicht weiter verwunderlich.
Als ich die letzten Male dann im Kino gewesen bin und den Trailer zu eben jenen Film sah, hatte er Hoffnungen in mir geweckt, dass die filmische Umsetzung ebenso Gefühle und Emotionen rüberbringen könnte, wie auch der Anime mich zu tränen gerührt hatte. Er sah ordentlich gemacht aus, und auch der Cast sprach mich durchaus an, trotz einiger kleiner Änderungen, worauf ich aber noch kommen werde. Daher heute das Ticket für erneute 1.800 Yen gezogen und mit einigen Erwartungen an den Film herangegangen.

Part I – Der Cast

Eins vorweg, man hat alle wichtigen Charaktere (von denen es hier lediglich 4 + Kouseis Mutter gibt) wiedererkannt und vom Aussehen etc. hats durchaus gepasst. Man wählte jedoch Schauspieler die etwa 18 Jahre alt waren und nicht um die 15, wie im Original. Das spielte jedoch für die Handlung weniger eine Rolle, weshalb das durchweg klar ging. Einziger Wehrmutstropfen ist Watari, welcher durch sein höheres Alter nicht wirklich überzeugen konnte. Sein Verhalten, was man natürlich versuchte aus dem Original zu transkripieren, wirkte zu sehr gespielt und aufgesetzt. Auch Kaoris Charakter wirkte zu „falsch“ gespielt und ich fand, man merkte ihr an, dass sie als Schauspielerin, diesen Charakter einfach nicht inne hat. Diese übertrieben Forsche auftreten liegt dann aber auch nicht jedem. Bis auf den Anfang hatte sie aber sonst sehr gut überzeugt.
Der Hauptschwerpunkt liegt natürlich auf der Beziehung zwischen Kousei und Kaori, weshalb Takeshi, Emi und alle anderen Nebencharaktere (mit Ausnahme von Hiroko welche bereits mit ihrer Tochter zusammen bei Kousei lebt), ausgesparrt wurden. Eine durchaus Weise Entscheidung finde ich. Schließlich kann man die Story aus 11 Manga Bänden, bzw. 22 Animefolgen sonst nicht originalgetreu in 2h Film unterbringen. Dafür wurde mehr Wert auf die charakterliche Entwicklung der einzelnen Protagonisten gelegt und auch hier finde ich wurde ein ausserordentlich guter Job gemacht.Kousei als Protagonist, hat mir neben Tsubaki am besten gefallen. Sowohl vom Schauspieler als auch von seiner Leistung her. Tsubaki hätte hier und dort noch ein wenig rauer sein können, aber davon mal abgesehen wurde der Cast durchaus gut gewählt, was insbesondere bei den Protagonisten sicher keine leichte Aufgabe gewesen ist. Nicht nur muss man jemanden finden der sein jeweiliges Instrument sehr gut beherrscht, sondern insbesondere im Falle von Kaori auch noch Ausstrahlung und Talent im Schauspiel mit bringt.

Part II – Highlights

Diese sind ganz klar im gemeinsamen musizieren zu erkennen. Die Szenen gehen einfach ab und bereiten einem Gänsehaut, ebenso wie in der fantastischen Anime-Umsetzung! Jeder der beiden kann auf seine Weise glänzen und auch die Thematik um Kouseis Trauma wurde gut dargestellt. Hier und da hätte ich mir jedoch  ein wenig mehr gewünscht, vermutlich war dies jedoch eine Zeitfrage. Putzig auch der junge Kousei, der ebenso wie der junge Satoru (siehe ‚Boku dake ga inai machi‘ Beitrag) wie die Faust aufs Auge gepasst hatte. Irgendwie ist die Rollenbesetzung bei Kindern immer besser als bei Heranwachsenden^^.
Ein weiteres Highlight dann natürlich auch, dass das Ende so belassen wurde, wie es das Original hergibt. Ich hatte stellenweise Befürchtungen davor, dass es abgeändert worden ist. Bei Kouseis letzter Vorstellung kamen mir dann nochmal die Tränen und wurde erneut mitgenommen. Glänzend – wenn auch ein wenig fantastisch aufgezogen – inszenzier. Das war auch die Stelle wo mich der Film am besten mitgenommen hatte.
Auch die Charakterentwicklung wurde in allen Fällen gut hergeleitet und allgemein glaubhaft rübergebracht, was die ganze Sache durchweg abrundet.Die dramatischen Elemente wurden allesamt sehr gut in Szene gesetzt.

Part III – Die negativen Aspekte

Gibt es nicht allzuviel, und wenn dann sinds eher Kleinigkeiten. Ich hatte den Sinn nicht ganz verstanden warum Hiroko mit ihrer Tochter bei Kousei leben (die ja erst später seine neue Lehrmeisterin werden würde, was hier im Film jedoch nicht aufgenommen wurde). Sie hatte generell keine wirkliche Rolle, ausser eben die der Beobachterin und Patronin. Besser hätte ich es gefunden, wäre Kousei, wie auch in der Vorlage, alleine zuhause. Das hätte noch mehr zum Drama beigetragen und auch seine Mutter mehr in den Vordergrund gerückt, die ebenso ein wenig mehr hätte beleuchtet werden können. Der Konflikt zwischen ihr und Kousei, wurde lediglich aufs Nötigste gedrückt, weshalb seine Entwicklung zwar nachvollziehbar ist, aber nicht so eindrucksvoll wie es der Anime rübergebracht hatte.
Last but not least sei Watari zu nennen. Der Schauspieler hat sein bestes gegeben, jedoch hatte er den Charakter nur gespielt und nicht „gefühlt“, oder „gelebt“, was gerade bei einem Energiebündel wie Watari schwerwiegend und auffallend ist. Das Gleiche galt auch für Kaori am Anfang. Auch hätte man ihre Eltern schon früher einführen können. Hier und da fehlten mir auch ein paar Bilder, oder eine kurze Einblendung warum Kaori nun nicht zur Vorführung kam, ein Foreshadowing hätte dabei gereicht. Zwar wurde das im nachhinein, bzw. zwischendrin, noch erledigt, wirkte aber etwas deplatziert meiner Meinung nach. Auch wenn das eher eine Entscheidung für die Spannung gewesen ist.

Alles in allem hat mir die Umsetzung allerdings sehr gut gefallen! Sie ist hiermit weiterempfehlbar und sofern es eine deutsche Umsetzung geben wird auch auf meiner Kaufliste. Der Anime wurde ja bereits von Peppermint lizensiert und was man auf YT bereits an der Synchro sehen konnte, auch recht angemessen umgesetzt. Steht demzufolge auch auf meiner Liste. Für den Anime dann meine besondere Empfehlung.

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