01 Boku dake ga inai machi (僕だけがいない街)

Am Sonntag dem 27. März 2016, 4 Tage nach meiner Ankunft in Fukuoka, war ich im Kino  und zwar zum Live-Action Film zu ‚Boku dake ga inai machi‘ (Die Stadt in der es mich nicht gibt/Erased). Da der Anime gerade diese Woche zuende gegangen ist und ich ihn als sehr gut empfand (mit Abzügen in der B-Note), war ich auf die Live Action Umsetzung gespannt. Das Kinoticket kostete 1.800 Yen (rund 14 Euro) und muss an einem Automaten gezogen werden, und nicht wie bei uns üblich am Schalter.
Das Genre, für jene die den Anime nicht kennen, geht Richtung Krimi/Thriller und spricht auch eher Jugendliche bis Erwachsene an. Allemal auf jedenfall empfehlbar, jedoch habe ich selbst den Manga nicht gelesen (der aber bereits auf Deutsch erschienen ist). Ab dem folgenden Absatz folgen dann auch Spoiler, für jene die das Ende, oder die ganze Serie noch nicht gesehen haben, dies aber noch vorhaben.

Alles in allem hat mir der Film nicht so ganz gefallen, man hätte definitiv mehr machen können. Hauptkritikpunkte sind der Cast, wovon nur die Hälfte der Besetzung gut ausgewählt wurde und auch die schauspilerische Leistung. Von einigen Änderungen (insbesondere das Ende) mal abgesehen, aber darauf komme ich später noch zu sprechen.

1) Der Cast:

Zum Cast selbst, muss ich noch sagen, dass ich die Hauptperson Satoru als unglaublich schlechte Wahl empfunden habe. Das Bild was man von ihm als Charakter durch den Anime bekommen hat, wurde durch den Schauspieler überhaupt nicht verkörpert, er wirkte allgemein zu glatt und hat meines Erachtens nach auch die Emotionen nicht richtig hinbekommen. Als Kind hingegen war es eine wunderbare Besetzung, woran ich nichts zu meckern habe. Airi, Satorus Mutter und Yashiro haben mir als Besetzung soweit sehr gut gefallen, hingegen Yuki (hier kam er richtig creepy rüber, was vielleicht auch Absicht war) und Kayos Mutter waren eine weitere Fehlbesetzung gewesen (obgleich letztere recht gut gespielt hat). Am meisten enttäuscht war ich jedoch von Kenyas Darsteller. Den Charakter haben sie im Film mal echt verhunzt… Im Anime war er ein kleiner Conan Edogawa und er ist selbst auf Satoru zugegangen um zu wissen was da eigentlich abgeht, im Film war es Satoru der Kenyas Hilfe erbat.
Die zweite Hauptfigur, Kayo, wurde hingegen ganz gut verkörpert, sodass ich an ihr nichts auszusetzen habe. Im Gegenteil, waren die emotionalen Highlights des Animes auch sehr schön im Film mit eingebaut worden, sodass einem teils echt die Kullertränen ins Gesicht liefen. Das waren meine Lieblingsszenen und im generellen wird die Serie auch durch die Beziehung zwischen den beiden getragen, was nach Beendigung des Storystrangs auch ein Loch hinterliess (sowohl im Anime als auch im Film).
Yashiro war wie gesagt eigentlich gut verkörpert gewesen, sowohl im Flashback, als auch in der Gegenwart, jedoch teils schlecht gespielt, zumindest gegen Ende und zur Auflösung hin. Das kam im Anime tausendmal besser rüber, allein schon durch sein tippen mit dem Finger.

2) Highlights:

Die Highlights sind klar in den Flashback-Sequenzen zu sehen. Satoru als Kind wurde ungemein gut gespielt und verkörpert. Die Interaktionen mit Kayo waren sehr bewegend. Ansonsten gab es da nicht allzu viel. Einen Pluspunkt gibts für das Ende, ein toter Satoru. Der Weg dahin war zwar schrottig, aber dass sie ihn nun doch über die Klinge springen liessen, Hut ab! Auch die Sache mit Kayo und dem Geheimversteck/Bus sei hervorzuheben.

3) Die negativen Aspekte:

Also neben dem was ich weiter oben schon ansprach, ist es klar das Ende. Der Part wo Satoru und Friends dann Aya Nakanishi nachstellten um sie vor dem Killer zu beschützen, wurde im Prinzip weggelassen, allerdings noch kurz angerissen, stattdessen gings dann gleich zum Ende hinüber. Im Prinzip bin ich nicht so traurig darüber, da die Story nach dem Abschied under Aufklärung um Kayos Situation ein wenig fad wurde, aber dann hätte man diese auch gleich ganz rauslassen können, so wie Hiromis Tod auch nicht erwähnt wurde. Der Anfang vom Ende war dann noch recht analog zum Manga, aber da der Film vor Ende dessen gedreht wurde weicht es auch stark ab, was ok ist, aber über die Lösung bin ich dann doch nicht zufrieden. Gabs im Anime durch die Autofahrt mit Yashiro nochmal richtig Spannung, wurden hier wichtige Elemente wie z.B. das Tippen des Fingers einfach weggelassen, auch seine Offenbarung war mal eben dahergesagt. Statt am Fluss und im Auto gefangen, wird Satoru von einer Brücke in den Fluss geworfen. Hier kommt dann sowieso der Clou. Er sagte nicht den storyrelevanten Satz: Yashiro! I know your future!‘, welchen ihn erst dazu veranlasste, Satoru dennoch zu retten. Dadurch gibts eigentlich nur die Möglichkeit, dass Satoru im Flashback gestorben ist und damit ansich auch sein künftiges Ich. Da er aber wieder in die Gegenwart zurückgeworfen wird und zwar an dem Punkt an dem er im Krankenhaus aufwacht als er vom Auto angefahren wurde, weiss er zwar nun wer der Killer ist, aber die ganze Spannungt ist weg. Zudem kann er sich auch frei bewegen und hat seine Erinnerungen nicht verloren.
Danach hätte ich eigentlich gehen können. Die Auflösung wäre nicht so schön wie im Manga gestaltet und tatsächlich. Zwar hat Satoru in der Gegenwart nochmal einen starken Moment indem er selbst auf Yashiro zugeht (und nicht wie im Original andersrum), aber dass er sich dann auch noch von ihm umbringen lässt, ist dann schon ein wenig dämlich, zumal er ja Kenya vorher bescheidgegeben hatte. Wie gesagt war das Ende des Mangas zu Zeiten des Drehs wohl noch nicht geschrieben, allerdings hätte man sich schon ein wenig mehr einfallen lassen können. Und einige Szenen weisen zumindest darauf hin, dass das Produktionsteam im Kontakt mit dem Mangaka stand. Dennoch fand ich es gut dass Satoru gestorben ist, wenn schon ein alternatives Ende, dann ein richtiges. Schön auch der Moment als Kayo ihn im Krankenhaus besuchte.
Alles in allem gabs eigentlich mehr am Film auszusetzen als mir lieb war. Ich würde nicht soweit gehen und sagen, dass es Geldverschwendung war, aber so richtig bin ich nicht damit warm geworden. Bis zum Ende des Kayo Storyteils war es eigentlich sehr solide, Danach gings dann meines Erachtens bergab.

Was die japanische Tonspur angeht, so hab ich natürlich nur nen Teil davon verstanden, so gut bin ich bei weitem noch nicht. Aber ich habs als Übung gesehen um zu schauen ob ich Wörter heraushören kann die ich kenne und mir darauf Reime machen kann. Es hat soweit ganz gut geklappt, durch die Bilder und den Anime weiss ich natürlich was passiert/passieren muss. Von der Seite her wars ne gute Hilfe. Ich hoffe dass ich in soweit Fortschritte mache, dass ich zum Ende des Aufenthalts weitaus mehr verstehen kann, auch bei Filmen deren Story ich nicht kenne. Zumindest traue ich mich schon mehr die gelernten Wörter anzuwenden und in einfache Sätze zu packen und damit auch tatsächliche Japaner anzusprechen^^. Es geht also voran, auch wenn ich schon einige der gelernten Kanji nicht mehr auswendig aufschreiben könnte. Das heisst dann morgen eine Übungssession einzulegen! Man lernt ja bekanntlich nie aus.