04 Shirahama (白浜)

Sonntag, der 28. August 2016

Obgleich nun schon 1,5 Monate zurückliegend folgt nun der Beitrag zu Shirahama, was ich zusammen mit meinem Besuch als erstes angepeilt habe. Shirahama heißt übersetzt ‚weißer Strand‘ was dann auch erklärt, worum es hier gehen wird^^. Aus Nagoya kommend nahmen wir den Bus Richtung Osten und fuhren etwa 4h lang, da wir eigentlich campen gehen wollten. Jedoch waren wir zu spät dran, weshalb das Erreichen des freien Campingplatzes sich als schwierig herausstellte. So nahmen wir wiederum den Zug nach Shirahama und kamen dort irgendwann Abends um 8:00 oder so an. An der Haltestelle selbst gibt es sogut wie gar nichts. Keine Konbinis, kein Supermakrt nur ein paar Wohnhäuser und dahinter keine weiteren Anzeichen von Zivilisation. Der Bahnhof ist recht weit ausserhalb des „Zentrums“, wobei es mehrer kleine Orte sind die zusammen genommen die Region Shirahama ergeben. Busse fahren nur alle Stunde und den nächsten hatten wir gerade verpasst, demzufolge mussten wir uns in Geduld üben und warten. Der Kleinen hat das auch nichts ausgemacht, eine Frohnatur wie sie im Buche steht.
Ich habe auf einer Karte am Bahnhof, dann einen Campingplatz gefunden den wir aufsuchen wollten, allerdings einen für Autos, was mir zu der Zeit nicht bewusst war. Jedenfalls nahmen wir den Bus zur nächstgelegenen Station und liefen dann noch gute 5 Minuten, u.a. einen kleinen Hügel hoch, von wo aus man dann eine schöne Sicht zum Meer runter hat, natürlich nicht in der Nacht^^. Oben angekommen, es war so gegen 22 Uhr, merkten wir dann letztlich, dass es für Autos vorgesehen war und zwei Camper dort sagten uns, dass die Rezeption natürlich schon geschlossen sei; macht nichts, dachten wir uns, pflanzen wir uns einfach auf einen freien Platz hin, denn ausser jenen die wir trafen, war eh keiner weiter hier. Trotz der Dunkelheit war es unglaublich warm. Wir schwitzten selbst als wir lediglich standen und so befürchteten wir das die Nacht so bleiben wird, was sie letztlich auch tat. Das schlimme daran ist jedoch, dass es eine Armada von Mücken gab der wir uns nicht erwehren konnten… Schrecklich, nicht nur die Geräusche an den Ohren, sondern allen voran ihre Stiche im Sekundentakt waren der Horror. Man stelle sich vor. Man liegt schon in Unterhose im Schlafsack, den man zudem auch offen lassen muss, da man sonst dadrin ertrinken würde vor Schweißproduktion und als ob das noch nicht genug wäre, wird man von zahllosen Mücken maltretiert… Viel schlaf, vielleicht 1-2 h, habe ich nicht bekommen… Die kleine konnte trotz der widrigen Umstände relativ gut schlafen, auch wenn ihr Gesicht am Morgen danach wie ein Streuselkuchen aussah und sie im Schlaf oft um sich geschlagen hatte^^. Aber egal, wir waren nach einem verdammt langen Tag angekommen und das Meer stand uns direkt vor der Nase.

Am nächsten Morgen dann, packten wir unsere Sachen und ließen sie fürs erste dort geparkt, da wir sie nicht mit zum Strand schleppen wollten. Wir suchten die Rezeption, die allerdings erst um 15:00 Uhr öffnen würde, also beließen wir es dabei und verbuchten diese Nacht als kostenlos^^. Ist ja nicht so, als ob der Wille nicht da gewesen wäre :D.
Danach war es dann Zeit für den Strand! Vom Campingplatz bis dahin dauerte es ungefähr 10 bis 15 Minuten und schon vom weitem sieht man den Bereich, der seinem Namen alle Ehre macht. Dort angekommen besorgte ich erstmal ein Eis für uns alle und dann gings auch schon ins kühle Nass. Neben uns waren vermutlich mehrere Schulklassen mit Schülern im Alter zwischen 7 und 9 würde ich schätzen, die dort Schwimmunterricht bekamen. Auch wenn ich direkt von der Ostsee kam, hatten wir nie Schwimmunterricht direkt in der Ostsee, sondern in einer Schwimmhalle, was im nachhinein betrachtet schon schade ist. Was uns verwunderte war, dass alle Badegäste (also nicht nur die Schüler) voll eingekleidet ins Wasser gingen. Jetzt nicht direkt mit ihren Straßenklamotten, aber mit langem Shirt und Hose, wobei mir der Grund dafür nicht klar wurde. Nur eine Frau hüpfte im Bikini rum, und ihre beiden Argumente ebenso. Oh ja, ein schöner Anblick – aber ich schweife ab^^. Das Wasser war richtig warm und der Salzgehalt um einiges höher als in der heimischen Ostsee, was allerdings auch zu erwarten war. Die Kleine hatte sichtlich spass und tobte zusammen mit Mutti und mir im Wasser herum, dank ihres Schwimmringes. Ferner spielten wir auch noch Frisbee (oder Wurfscheibe wie ich mich belehren ließ^^).

Als die Zeit dann so langsam verstrich machte ich mich auf eine neue Bleibe zu finden und möglichst kostengünstig unterzukommen. Eine weitere Nacht unterm freien Himmel wollten wir uns nicht antun, und so ging ich erstmal zu unserem Gepäck zurück. Jetzt fragt man sich vielleicht ob das nicht grob fahrlässig ist sein Gepäck über mehrere Stunden über unbeaufsichtigt irgendwo zu hinterlassen? Mag sein, aber hier in Japan mache ich mir über sowas absolut keine Gedanken. Nicht umsonst gilt es als eines der sichersten Länder der Welt. Wir legten es unter einer Plane an einem Imbissgrill ab und als ich zurückkam waren diese geöffnet und man hatte es in deren Imbißbude gepackt, damit es nicht im Weg steht und/oder vom leichten Regen nass werden würde. Klasse, sowas bekommt man nur hier, auch wenn ich vor der Öffnung schon zurücksein wollte.
Jedenfalls hat die Angestellte dort dann auf meine Frage hin etwas rumtelefoniert, aber nichts billiges für Kind und uns finden können, weshalb sie uns das Hotel am Fuße des Hügels empfahl, das übrigens auch den Campingplatz verwaltete^^.

Das Hotel hatte lusigerweise zwei kleine Hütten für Familien, wobei eine auch satte 10.000 Yen die Nacht kostete (rund 85 Euro) und wir uns dann dafür entschieden, auch wenn wir im Hotel selbst noch ein paar Yen hätten sparen können. Das wir den die letzte Nacht jedoch auf ihren Campingplatz verbracht hatten, behielten wir dann doch für uns :P, die Hütte war so schon teuer genug… Inklusive zu der kleinen Hütte gab es dann auch noch Freitickets für das Onsen im Hotel inklusive Handtücher, von dem wir dann später am Tag auch noch Gebrauch machten und allen voran der Kleinen sehr gefiel.
Essen gabs aus dem eine Minute entfernt liegenden Konbini und so verbrachten wir doch noch nen schönen Abend dort.

Am nächsten Morgen, ging es dann weiter auf unserer Odyssee nach Kyoto. In dem vorigen Beitrag hatte ich bereits erwähnt gehabt, dass meine Organisation zu dem Zeitpunkt noch nicht so richtig ausgefeilt war und ich mich recht kurzfristig um einen Schlafplatz dort kümmerte. Über Kyoto selbst, wird dann aber das nächste Mal berichtet.
Wir wollten nun den Zug nehmen, welcher bei dreimaligem Umsteigen insgesamt etwa 4h von Shirahama nach Kyoto benötigen würde. Allerdings war das Wetter an dem Tag beschissen, was zu Überschwemmungen an den Gleisen führte und so der Zug auf einer bestimmten Strecke nicht fuhr. War halt auch Regenzeit, also nicht verwunderlich^^. Nach ner halben Stunde allerdings stellte die JR einen kostenlosen Shuttlebus zur Verfügung, welcher uns zum nächstbesten Örtchen fahren würde, von wo aus der Zug wieder fahren würde. Gut das wir unsere Tickets noch nicht gezogen hatten, denn so sparten wir gute 1.200 Yen (rund 10 Euro)^^. Kyoto zu erreichen war dann ein Kinderspiel und was und da alles wiederfahren ist, erfahrt ihr dann im nächsten Beitrag!

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