01 Hitchhiking in Japan (日本でヒッチハイク)

Dienstag, der 2. August 2016

Besser könnte der Eröffnungspost zu Honshu nicht sein. Denn durchs hitchhiking bin ich tatsächlich auf die Hauptinsel Japans gelangt und damit nach mehr als 3 Jahren wieder ein Fuß auf das Land gesetzt.

Das erste Mal, dass ich mich mit hitchhiking in Japan beschäftigt habe, war während meiner Vorbereitung zu der Reise. Ehemals habe ich hier schon eine Zusammenfassung meiner Recherche verfasst und kann nun (nachdem ich es an anderen Stellen während des Trips schon gespoilert habe) stolz verkünden, dass es durchweg klappt und sogar die großartigen Erlebnisse in Neuseeland in den Schatten stellt! Nachfolgend findet ihr einen Auszug, entstanden am 30. Juni 2016 auf meinem Weg von Beppu nach letztlich Tokyo. Eine Strecke von gut und gerne 1.200 km. Ich hatte mir keine Hoffnungen gemacht, diese jemals in einem Tag absolvieren zu können, so nahm ich mir insgesamt drei Tage Zeit für die Strecke.

Es ging los, als ich um 7 Uhr das Guesthous in Beppu verließ und um 7:16 Uhr den Zug nach Kamegawa nahm um bessere Chancen beim hitchhiken zu bekommen. Insgesamt stand ich dann etwa 40 Minuten bis mich zwei Japaner mitgenommen haben, unheimlich nett die beiden! Leider nicht bis zu meinem ersten Checkpoint Kokura/Kitakyushu, aber beim Abschied haben sie mir ungefragt noch was im Konbini gekauft, ein Wasser, ein O-Saft, und etwas zu knabbern, zusammen etwa im Wert von 700 bis 800 Yen. Ich war begeistert, mal wieder^^. Als nächstes wurde ich von einem jungschen Burschen mitgenommen, direkt bis nach Kokura, die Fahrt war gut, da er auch etwas Englisch konnte. Dort angekommen, nahm mich dann nach 5 Minuten ein anderer Japaner mit, welcher mich glücklicherweise bis nach Honshu transportieren konnte und mich im YouMe absetzte (eine Shopping Mal Kette in Japan), damit ich noch Karten kaufen konnte (für Honshu).
Von dort aus gings ein wenig schleppend voran, also ging ich ein wenig weiter zu einer Bushaltestelle, direkt vor der Abzweifung nach Hiroshima, meinem Tagesziel. Dort habe ich dann erneut mein Glück versucht und nach vielleicht 30 Minuten wurde ich wieder mitgenommen. Der Fahrer war total begeistert von mir, da ich gutes Japanisch sprach und zudem noch Deutscher war^^. Die Begeisterung mündete darin, dass er mir eine Omiyage Box (Souvenir) aus Shinmonoseki kaufte mit den lokalen Süssigkeitenspezialitäten, wobei es sich dabei nicht um Schokolade handelt, sondern eher um süßes Gebäck. 1.700 Yen hat er dafür, für mich, gelöhnt! Natürlich wieder ungefragt und umso schöner war das Geschenk dann auch, da es vom Herzen kam, und was soll ich sagen, es war sehr gut.
Sehr weit konnte er mich allerdings nicht bringen, so setzte er mich an einem Truck-Parkplatz ab in der Hoffnung ich würde zügig dort wegkommen, mit einem der Brummis. Aber da ich mit Trucks bisher keine Erfahrungen gemacht habe und generell nicht mitgenommen werde, waren seine Hoffnungen vergebens^^. Dennoch, nach weiteren 30 Minuten nahmen mich zwei weitere Japaner in einem PKW mit, die mitunter Akzent sprachen. Das erste Mal das ich das tatsächlich raushörte. Scheint als ob ich besser werde :D. Zwischendurch wurde mir dann nochmals was aus dem Konbini gekauft, ein Wasser und eine Packung Sandwich, obwohl ich vorher noch sagte, dass ich nichts brauche^^. Tja so sind die Japaner halt :).
Das I-Tüpfelchen kam dann aber erst noch. Wo ich zuletzt rausgelassen wurde, hatte ich ne schlechte Position, zwar viele Autos, aber nur lokale Anwohner, da weit ab von der Hauptfernverkehrsstraße nach Hiroshima. So stand ich sicher eine Stunde, bis ein jungscher Kerl mich mitnahm. Wir mussten aber zuerst noch eine Couch bei seiner Oma abliefern und seine Freundin, oder seine Schwester aufgabeln. Da sie mich wohl nicht bis nach Hiroshima fahren konnten, haben sie mir doch tatsächlich ein Zugticket gekauft, auf deren Kosten! Auch hier habe ich selbstredend mehrfach angemerkt, dass es ok sei, und es zu teuer wäre, aber sie winkten ab und zahlten 2.270 Yen für mich! So kam ich am selben Tag noch nach Hiroshima. Im Austausch dafür habe ich ihnen den Rest meiner Omiyage-Box geschenkt. Ausgleichende Gerechtigkeit und so fühlte ich mich nicht ganz so schlecht bei der Sache. Ich bin komplett begeistert von der extremen Großzügigkeit der Japaner. Insgesamt wurde heute für mich gut 5.000 Yen ausgegeben (rund 43 Euro), was einfach unglaublich ist.
Achja, meine privaten Reisekosten an dem Tag, beliefen sich auf 210 Yen für den Zug von Beppu nach Kamegawa^^“. Irgendwie ist mir das fast schon unangenehm. Wenn sie mich einfach nur mitnehmen würden, statt mich ständig zu beschenken, dann wäre mir weitaus wohler dabei. Aber einen Zug oder Bus konnte ich mir noch nicht leisten, da der Weg einfach zu weit ist. Daher heißt es so nah wie möglich an Tokyo ranzukommen.

Das nur für einen Tag. Den Tag danach kam ich direkt von Hiroshima nach Osaka, und von dort habe ich dann den Nachtbus genommen, da es dann doch recht eng mit der Zeit wurde. Neben dieser durchweg positiven Erfahrung habe ich natürlich auch auf Kyushu das hitchhiken geflegt und auf Yakushima (ich berichtete). Es ist bisher überall möglich, wenn auch (mit Ausnahme von Hokkaido, wie ich hörte) nicht sehr gängig ist. Für den überwiegenden Teil war ich auch der erste Hitchhiker den betreffende Personen mitnahmen. Meistens sogar, der erste den sie sahen.
Da (so mein Eindruck) Japaner im generellen sehr kontaktfreudige Menschen und obendrein auch sehr interessiert an Ausländern sind, macht das hitchhiken hier auch sehr viel spass. Am meisten Punkten kann man dann sowieso wenn man sich ein wenig in Japanisch unterhalten kann und obendrein noch aus Deutschland kommt. Zwar hört man desöfteren auch mal (auch ausserhalb des hitchhikings) Heil Hitler heraus (generell sind sie recht Nazi affin, was man jedoch nicht falsch verstehen sollte. Interessiert triffts vielleicht am Besten), aber sie meines nicht böse und wissen glaube ich nicht wirklich das Hitler für Deutsche kein Guter Junger war^^. Hitchhiking in Japan ist definitiv ein Erlebnis und eine echte Alternative zu den teuren/teil sehr teuren Transportkosten (wovon der Nachtbus immer noch die billigste Variante ist). Vorausgesetzt natürlich man hat genügend Zeit und Geduld. Hat man diese nicht, hat man meistens sowieso den JR Pass^^. Ich habe übrigens meistens ein Schild gehabt, aber auch ohne kommt man vom Fleck.
Wie schauts mit euch aus? Wo seid ihr schon gehitchhiked und was habt ihr für Erfahrungen gemacht?

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s