02 Der Grampians National Park

Sonntag, der 15. November 2015

Am dritten Tag ging es dann 3,5 Fahrtstunden bei mäßigem Wetter nördlich von Melbourne in den Grampians National Park.

Die Fahrt dahin war auch recht unspektakulär. Australien ist ja auch recht flach, sodass dort, neben (‚verbranntem‘) Gras- und Weideland nicht viel an Sehenswerten Dingen, sodass wir die Zeit mit quatschen verbrachten, was unsere Zukunftspläne angeht. Dies war übrigens auch immer einer der Gründe weshalb ich nie nach Australien wollte, bzw. es mich nie gelockt hat – zu heiss – zu gross – zu flach – zu giftig (de Facto, aber wir sind weder Spinnen noch Schlangen üeber dem Weg gelaufen^^).
Wenn man von einer grossen Stadt in die nächste will, dann muss man ja auch mehrere hundert bis tausende Kilometer fahren. Interessanterweise sind derzeit zwei Freunde aus Jena in Australien und machen ihr Work and Holiday Jahr da. Bin ja da schon auf Bilder gespannt =). Bisher siehts auch nicht so aus als würde ich nochmal nach Australien reisen, zumindest nicht in den nächsten 5 Jahren, die sind bereits ausgeplant^^.

Aber weiter im Text. Mit der Zeit, welche dann doch ein wenig zäh verging (Tempolimit 100 km/h auf dem Highway), kamen dann die Aussenbereiche des Nationalparks in Sichtweite. In ‚Halls Gap‘ angekommen (das Tor zum Nationalpark, kleines Örtchen), gabs dann erstmal nen selbstgemachtes Sandwich zu essen, wozu wir uns auf eine Parkpank setzten. Das Wetter hatte sich mittlerweile deutlich verbessert und es war sonnig und wolkenlos. Nach einem gesunden Mahl gings dann erstmal zur Örtlichen I-Site um uns ne Karte zu holen, die unseren Campingplatz darstellt, den wir zuvor gebucht haben. Satte 35 Dollar für den Platz, den man vorher online gebucht haben muss! Finde ich persönlich viel zu teuer. Habe ich im letzten Beitrag noch gesagt, dass ich Australien im Schnitt als billiger empfinde, erweisen sich solche Dinge dann doch als weitaus teurer als in Neuseeland.
In der I-Site selbst – wir hatten noch genügend Zeit bis es dunkel werden würde – informierten wir uns noch zu den örtlichen Sehenswürdigkeiten. So entschieden wir uns den McKenzie Wasserfällen einen Besuch abzustatten. Auf dem Weg nach oben, lief uns auch fast schon ein Kängeru vors Auto. Glücklicherweise ist nichts passiert. Später haben wir noch ein Wollaby gesehen, was den gleichen Fehler begann^^. Die Geologie dort war auch recht spektakulär. Am Parkplatz angekommen sind wir auch sofort eingepennt und haben uns im Auto von der Sonne braten lassen. Ne gute Stunde (naja vielleicht auch zwei^^) später konnten wir uns dann doch irgendwie aufraffen und die eigentliche Attraktion besichtigen gehen. Natürlich genau dann, als ne Schulgruppe ankam :D. Also warteten wir noch etwas.
Unten angekommen dann genossen wir die Wasserfälle und die Regenbögen, welche durch die Symbiose von herabfallendem Wasser und der Sonne entstanden. Nachdem das dann auch abgehakt war (bei solch einem straffen Zeitplan, hat man leider kaum Zeit mehr zu machen), wollten wir dann zum Camp um unsere Zelte aufzubauen und was zu Abend zu essen. Innerlich freuten wir uns schon ungemein auf unsere Dose ‚Baked Beans in Tomatensauce‘, die ich in Neuseeland echt liebgewonnen habe. Frei nach Terrence Hill in ‚Die Linke und Rechte Hand des Teufels’^^. Mit der Karte von der I-Site gewappnet gings dann los, jedoch verfuhren wir uns recht schnell und merkten für ne halbe Stunde lang dies nicht, was daran lag, dass wir ein belebendes und intensives Gespräch führten. Wir bemerkten nicht einmal, dass wir schon ziemlich weit in die komplett falsche Richtung gefahren sind. Nur da es gerade dunkel wurde und wir ein Schild erspähten, was sagte, dass wir 30km von Halls Gap entfernt waren, liess uns veranlassen zurückzufahren und die Tante von der I-Site zu verfluchen, besonders Mike hat sich extrem aufgeregt, da es ja nun schon dunkel wurde, und wir wohl ne falsche Abzweigung genommen haben. Zugegeben, war der Campingplatz auch nirgends ausgeschildert gewesen, sodass man die letztliche Einfahrt auf einen Waldweg von dort wo wir herkamen auch gar nicht so richtig sehen konnten.
Wie auch immer kurz vor Halls Gap fliegt uns dann ein Gelbhaubenkakadu (sehr süße Tiere die auch sehr zutraulich sind) in der oberen Ecke der Windschutzscheibe an und liess ordentlich federn. Wir hielten natürlich an und schauten ob der Vogel noch lebte, was er tat und ausser nem Schock wohl auch keine Schäden hatte. Fliegen konnte er noch und gebrochen schien auch nichts zu sein, zumal auch kein Blut zu sehen war. So setzten wir ihn auf nen Baumstumpen und fuhren fort. Diesmal jedoch nahmen wir die richtige Abzweigung auch wenn Mike noch immer etwas panisch und angepisst deswegen war, zumal es jetzt stockduster war und der Weg sich als ein unbefestigter Waldweg entpuppte, heisst Schlaglöcher überall, Geröll auf der Strasse und Wurzeln die rausschauen. Nichtsdestotrotz erreichten wir den Campingplatz gute 30 Minuten später.

Erleichtert dort angekommen, (es war halb 10) bauten wir nur noch unsere Unterkünfte auf und setzten uns dann an den Tisch um unser letztes Abendmahl zusammen zuzubereiten was wir uns auch ordentlich haben schmecken lassen. Anschliessend gings dann auch schon ins Bett. Am morgen dann haben es sich schon ein paar Kängurus auf dem Vorplatz gemütlich gemacht und grasten entweder oder lagen faul herum wie Beweisfotos zeigen. Süße Tiere, die auch (zumindest in dem Fall) keine Angst vorm Menschen hatten und sehr nahe kommen, bzw. uns auch sehr nahe heranliessen.

Mit Abfahrt hat Mike dann sogar noch zwei Emus im Gebüsch erspäht, denen wir ein wenig nachstellten. Leider waren sie zu weit weg und das Gebüsch zu dicht um zu fotographieren, und in voller Größe habe ich sie auch nicht gesehen. Dennoch ein sehr schönes Erlebnis!
Einen Koala zu sehen hatte mir Mike vorher schon ausgeredet. Er meinte das sie in freier Wildbahn sehr selten geworden seien und ich mich wahrhaft glücklich schätzen könnte einen zu erspähen. Leider hatte ich keines^^. Also blieb noch eine der zahlreichen Schlangen auf der Liste der zu sehenden Tiere in Neuseeland =). Die Sonne stieg und es war erneut sehr heiss, sodass wir hofften auf exponierten Felsen eine zu beim Sonnenbaden zu erwischen. Aber ausser einer Eidechse gabs leider nichts anderes in der Richtung zu finden, was auch schonmal was ist. In Deutschland haben wir ab und an ein paar Zauneidechsen im Garten (sprich die letzte habe ich vor Jahren mal gesehen), weshalb ich mich immer freue ein paar Reptilien zu sehen.

Die Rückfahrt nach Melbourne verlief dann sehr ruhig und jeder ging seinen eigenen Gedanken nach, denn am Abend desselben Tages würde ich zurück nach Deutschland fliegen und die schöne Zeit im ‚Down Under‘ wäre vorüber. Bin ich wehmütig? Nein. Alles kommt irgendwann zuende und ein neues Kapitel breitet sich bereits vor mir aus. Es ist schön das ich das ganze Jahr über so gut durchgehalten habe und einen grossen Schritt in Richtung Selbstbeherrschung und Selbstsändigkeit machen konnte. Ich bin auch froh wieder in Deutschland zu sein, denn erst durch die grosse Entfernung und der Entkopplung konnte ich meine Heimat erst richtig schätzen lernen. So schön Neuseeland und Australien auch sind, könnte ich mir doch nie vorstellen dorthin auszuwandern, dafür bin ich einfach durch und durch Europäer.

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