05 Stewart Island III

Samstag, der 25. April 2015

Part V – von der Yankee River Hut zur Long Harry Hut

Die Nacht in der Yankee River Hut ware klasse. Im Logbuch der Huette (welches zur Lokalisierung fuer verlorengegangene Personen in jeder Unterkunft zu finden ist und man sich eintragen muss), haben wir von Kiwisichtungen gelesen, leider aber wieder selbst keine gesehen. Dazu kommt, dass sie vornehmlich Nachtaktiv sind, wir aber von der Wanderung meistens so kaputt waren, dass wir gegen 9 schon ins Bett gingen. Was sollen wir auch sonst machen, Elektrizitaet gibts nicht und draussen ists duster^^. Wobei lesen bei Kerzenschein mit einem prasselndes Feuer und eine warme Huette echt romantisch ist.

Um halb 10 war dann fuer uns auch die Nacht zuende, recht spaet, aber der Weg war mit 4h angegeben. So entschlossen wir uns um 11 Uhr abzuhauen, da ein Blick auf die (bis dato nicht wirklich brauchbare) Karte eine relativ einfache Wanderung vermuten liess. Fertig waren wir dann um kurz vor 12, spaeter als ich eigentlich los wollte, aber immer noch im Rahmen.
Wir mussten dann auch gleich nen Berg hoch, was die rostigen Muskeln dann erstmal aufgeweckt und geoelt hat. Das Wetter war zum Glueck sehr gut. Die Temperatur ist hier generell sehr konstant den Tag ueber und auch ueber die Zeit die wir bisher auf Stewart Island verbrachten. Ueber den Berg dann rueber begann der Abstieg, welcher streckenweise extrem rutschig war und Rita auch einmal ausrutschte, sich gluecklicherweise aber nichts weiter tat. Auf jeden Fall gab es einen phaenomenalen Ausblick auf das Meer und die vorgelagerten Wanderduenen!
Unten angekommen mussten wir uns dann ueber diese kaempfen was ungewohnt anstrengend war, wenn man ploetzlich lockeren Sand unter den Sohlen hat und dazu seinen 20 kg Rucksack auf dem Ruecken traegt. Als wir dann aber am Strand waren gings stramm weiter, mit dicken schwarzen Wolken, welche auf uns zukamen und in der Ferne ueberm Meer unser schoenes Sonnenloch zerstoeren wollten. Ich hatte schon befuerchtet wir wuerden vom Regen erwischt werden, als wir aber am Ende des Strandes ankamen, bypasste uns die dicke Wand gluecklicherweise um etwa 1 km SW von uns! Was fuer ein Anblick!
Dann gabs nen Schild, was uns bei Ebbe ueber den Fluss jagen wollte, jedoch war dieser am Prallhang zu tief, dass wir selbst ohne Hose nicht trockenen Genitals rueberkamen. Dummerweise quaelten uns die Sandflies und liessen uns nicht in Ruhe, sodass wir uns schnell wieder anzogen und dann den Weg ueber die Haengebruecke nahmen. 15 Minuten vertroedelt, welche wir haetten investieren koennen um den Flut-Weg zu nehmen. Zugegeben haette uns die Flussueberquerung gute 25 Minuten eingesparrt, aber gut, was nicht ist soll auch nicht sein.
Den letzten Berg dann erklommen begann der gemuetliche Abstieg im leichten Spruehregen. Unterwegs an Granitaufschluessen  vorbei und letztlich auch an steilen Klippen, sahen wir die Huette schon von der anderen Seite des Hanges. Nach 10 weiteren Minuten (der Regen wurde waehrenddessen omnipraesenter) wurden wir dann auch schon von Craig erwartet =).
Danach gabs dann erstmal was zu frassen! Den Grillkaese welchen ich aus dem Fresh Choice Container mitgenommen habe, ein bisschen frische Scharlotte aus der Curio Bay plus – natuerlich – Knoblauch! Der darf an keiner Speise fehlen! Den Grillkaese notduerftig in der Camperpfanne mehr oder weniger leicht gekocht, wars am Ende doch ganz gut. Zwar uunterscheidet sich dieser stark von dem in Deutschland aber solange es schmeckt. Daneben gabs noch ne Portion Nudeln und der Tag war gerettet. Ein richtiges Schlemmermahl. Nach dem Essen kamen noch zwei Deutsche rein, welche die ‚Yankee River Hut‘ uebersprungen haben und von der ‚Christmas Village Hut‚ aus hierher gelaufen sind. Alena und Daniel die uns in den weiteren Huetten am Abend gesellschaft leisten sollten. Anschliessend habe ich noch ein wenig gelesen und den Rest des Tageslichtes ausgenutzt um dann seelenruhig einzuschlafen :D.

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Part VI – Von der Long Harry Hut zur East Ruggedy Hut

Die Nacht verlief dann allerdings etwas rauer als gedacht, was starken Winden und Regen zu schulden kam. Ich hatte schon Befuerchtungen, dass wir nicht wirklich loskommen wuerden, eben wegen dem Regen, aber zum Morgen hin klaerte sich dann der Himmel doch noch auf; jedoch scheinbar noch unsicher ob es nun regnen will oder nicht. Als wir dann aber das Morgenrot sahen, waren wir uns sicher, dass der Tag gut werden wuerde, wenn auch mit einem recht holprigen Start. Ich habe dazu auch ein paar wunderschoene Morgenfotos und Sonnenfotos gemacht die ich unten mit reinstelle.
Kurz nach 9 gings dann hinter der Huette weiter und nach ungefaehr 10 Minuten strammen Bergsteigens habe ich am Wegesrand meinen ersten Kiwi gesehen! Endlich :D. Der war auch gar nicht so schreckhaft, ging seinem Geschaeft nach und beachtete Rita und mich gar nicht weiter. Ich habe sicher 50 Bilder gemacht, wovon 3/4 jedoch wieder ihren Weg in den Papierkorb fanden, da diese einfach nur Muell waren. Ein paar brauchbare sind mir dann aber doch geblieben, wovon ich ein paar unten reinstelle.
Da es im Unterholz noch recht dunkel war, fiel es schwer den richtigen Modi zu finden, der die richtigen Bilder machte. Damit hat der Tag dann auch schonmal klasse angefangen. Der Weg selbst war auch in Ordnung, wobei mittlerweile die Auf- und Abstiege kein Problem fuer mich mehr darstellten, was aber nicht heisst, dass man nicht vorsichtig sein muss. Unaufmerksamkeit wird umgehend bestraft.

Bei der zweiten Flussueberquerung fing es dann ordentlich an zu schiffen, wor wir uns zum Glueck unter Baeumen stellen konnten. Grosse Farnbaeume die gute 70% abhielten und eher als Regenschirme bezeichnet werden koennen^^. Dort habe ich dann erstmal meinen Schlafsack und meine Kameratasche eingetuetet um wenigstens ein bisschen Wasserfest zu sein. Allerdings wurde es schon eine halbe Stune spaeter richtig schoen und das Versprechen vom Morgen erfuellt. Weiter unseres Weges habe ich dann sogar noch nen zweiten Kiwi gesehen, welchen ich jedoch vom Wegesrand habe aufgescheucht, versehentlich natuerlich, da ich ihn nicht wahrgenommen habe. So lief er weg und liess sich nicht von mir ablichten. Und auch den Augen Ritas blieb er fern^^. Am ‚Boulder Beach‚ (quasi Geroell-Strand) angekommen, wo man auf Ebbe und Flut achten muss, mussten wir diesem rund 1 km lang folgen. Fuer mich wie ein riesengrossen Abenteuerspielplatz wo ich von einem Felsen zum naechsten Huepfte, was definitiv das geilste an der Wanderung bisher war :D. Auch die Geologie der dortigen Steine war recht interessant. Auf dem ersten Blick alles einfach nur Granit, aber schaut man genauer hin findet man auch Gneise und Metagneise mit schoenen Falten und feineren Bereichen. Auch ein Pegmatitstueck habe ich gefunden, mit einem rund 5 cm grossen Biotitkristall (Dunkelglimmer) und groesseren Quarzkristallen. Ziemlich cool! Danach gings dann auf zur letzten Etappe des Tages, welche nicht weiter Erwaehnungsbeduerftig ist. Lediglich der ‚Lookout‘ (Aussichtspunkt) muss noch hervorgehoben werden! Wir hatten immer noch Sonne und damit einhergehend einen wahnsinns Ausblick! Holla, wohl die bis dato schoensten Bilder von Rakiura. Eine gute Entschaedigung dafuer, dass ich nicht auf Mt. Anglem konnte^^. Eine Aussicht ueber die Bucht und das bewaltdete Hinterland. Im Hintergrund sieht man auch die ‚Ruggedy Mountains‘, die wir am naechsten Tag ueberqueren sollten.

Der Abstieg war dann jedoch weniger schoen und unten angekommen hiess es dann den Fluss zu ueberqueren, welcher an einer Stelle auch nicht ganz so viel Wasser fuehrte, weshalb dies auch ohne weiteres moeglich war. Noch an unser Abenteuer am ‚Lucky Beach‘ erinnernd, wollte ich diesmal mit Schuhen durch in der Hoffnung die Regenhose wuerde das Wasser raushalten, was natuerlich Schwachsinn war^^. Danach musste ich aus dem nassen Zeug raus, meine Fuesse sind sowieso komplett lediert und benoetigen dringend eine Kur wenn ich zurueck bin. 2 Tage Sofa sollten dann fuers Erste genuegen :D.
Den Rest des Weges (etwa 1 km bis zur Huette) gings Barfuss weiter, Schuhe und nasse Sachen kamen auf den Rucksack geschnallt. War aber nicht weiter schlimm, da der Weg zum Grossteil ueber Duenen und Strandsand ging, sowie der Weg eben war und sich gut lief! 30 Minuten spaeter waren wir dann an der Huette und wurden mal wieder erwartet. Das gute war: keine Sandflies!
Die Huette selbst ist klasse und das Feuer brennt diesmal auch wieder, was gut ist, denn ein bisschen muessen meine Schuhe dann doch wieder trocknen^^. Falls nicht moeglich und meine Beine es nicht zulassen, werde ich wohl hier eine weitere Nacht verbringen, analog wie in der ‚Bungaree Hut‚.

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