07 Stewart Island V

Samstag, der 9. Mai 2015

Part IX – Von der Mason Bay Hut zur Freshwater Hut

Nach dem grandiosen Tag zuvor war fuer heutigen ein drei Stunden lauf vorgesehen. Am Abend zuvor spielten wir noch eine Runde Wizard solange wir fuenfe noch zusammen waren.
Da Craig und Rita heute mit dem Wassertaxi abhauen wuerden, boten sie an Sachen von uns mitzunehmen die wir nicht mehr benoetigen wuerden, wie etwa Muell, oder andere Dinge die nur Balast sind. Zudem fragte ich Rita ob sie nicht fuer mich in den oertlichen Supermarkt gehen koennte um ein paar Besorgungen zu machen, da ich befuerchtete erst nach 7 Uhr anzukommen, wo dieser bereits geschlossen ist. Gluecklicherweise willigte sie ein, sodass sie dies samt einer Nachricht von mir zum Hostel liefern wuerde, wo meine ausgelagerten Sachen verstaut sind. Ich hoffe dass ich dort zumindest auf der Couch schlafen kann, da bei meinem ersten Besuch dort mir schon gesagt wurde dass um Ostern das Hostel ausgebucht sein wird und Ostern stand kurz bevor. Fuer ein paar extra Tage wuerde ich gerne noch in Oban bleiben, nicht nur um meine Fuesse zu schonen, sondern auch um nach Ulva Island zu gehen und ggf. nen Job dort zu finden. Es ist generell nicht viel Los auf dem Eiland, mit gerade mal 20 km asphaltierter Strasse, aber es ist wunderschoen dort!

Zurueck zur Mason Bay. Da der Schlafplatz vom Wohnraum in der Huette getrennt ist, war dieser recht kuehl, da der Ofen im Wohnraum steht. So entschlossen Rita und ich, uns eben dort hinzubetten um angenehm warm zu schlummern. Im Prinzip habe ich nichts gegen kalte Naechte, praeferierte zu der Zeit jedoch nen warmen Raum^^.
Vorm einschlafen quatschten wir dann noch ueber das Almleben, kaesen und buttern etc., sodass ich mir vorgenommen habe, waehrend meiner geplanten Europareise dies dort zu lernen! Ich bin schon jetzt voll aufgeregt, zumal ich mir das schon lange vorgenommen habe. Ist zudem fuer ein geplantes Selbstversorgerleben unabdinglich^^.
Zudem habe ich noch einige Snacks von ihr bekommen fuer meinen letzten Tag. Neben den obligatorischen Cranberries (die wir schon auf den bisherigen Etappen immer genascht haben und Gold Wert sind), gab sie mir noch getrocknette Aprikosen, Datteln, ne Tafel Schokolade und Cous-Cous. So nett, und vorallem praktisch, da ich so genuegend Energie fuer den letzten Tag bekomme! Da sie es eh nicht mehr benoetigt wuerde es zudem auch nicht verschwendet sein =).
Am Morgen dann wurden von einem Sirenenartigen Ruf geweckt – sehr nervig und laut -, welcher von einem Kiwi stammen soll. Dazu gab es ein wunderschoenes Morgenrot, welcher bewies warum Stewart Island in Maroi auch Rakiura oder ‚glowing skies‚ (leuchtende Himmel) heisst; und dann kam auch Craig schon, puenktlich wie die Maurer aus dem Schlafsaal um sein Morgenmahl einzunehmen. Irgendwie kamen wir dann auf sein Haus zu sprechen, was er ohne Ausbildung innerhalb zweier Jahre selbst gebaut und konstruiert hat, nur bei den Plaenen mal nen Architekten rueberschauen lassen hat. Er sammelt Regenwasser, hat sein eigenes Grundstueck im Wald, hat nen Obst- und Gemuesegarten angelegt und erzeugt seinen eigenen Strom mit Solarenergie! Ich bat ihn um mehr Input wie Bilder, die er mir noch per Mail schicken will.
Halb 10 gings dann auch los zur ‚Freshwater Hut‚. Der Weg war sehr angenehm flach und nur wenig Matsch. Kann aber bei starken Regenfaellen unpassierbar sein da dann das Wasser der umliegenden Suempfe ansteigt und den Weg, welcher mittendurch geht, ueberschwemmt. In ziemlich genau 3 Stunden dann, haben wir die Huette auch schon erreicht, wo Craig uns dann noch vor Abfahrt all sein Rest- und Notfallessen gab! Das wird ein Fest am Abend! Auch Rita reichte noch Wraps, Salami und Parmesankaese herum, was wir alle dankend annahmen.
Seitdem die beiden abgefahren und Daniel und Alena zu den Rocky Mountains aufgeborchen sind, blieb ich zurueck in der Huette um meine Fuesse fuer den naechsten Tag zu schonen und schon mal das Feuer zu schueren, was dank trockenem Holz sehr einfach ging! Auf das die beiden schnell zurueckkommen und wir unser Festessen starten koennen :D.

Zu essen gab es dann folgendes:

1. Gang – Tomaten-Nudelsuppe*
2. Gang – Cous-Cous mit Maggi Lauchsuppe, Parmesan + Thunfisch (habe sie zum Allgemeinwohl doch schon geopfert^^)*
3. Gang – Nudeln mit Kaesesauce + Parmesan*
4. Gang – Applepie*
Dessert – Schokolade (zum essen) + heisse Schokolade (zum trinken)

*alles Trockenfutter, ich war erstaunt was es alles gibt.
Buon appetit =)

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Part X – Von der Freshwater Hut Nach Oban!

Nach dem gestrigen Festmahl haben wir auch wirklich sehr gut geschlafen, wir waren auch nur zu dritt in der Huette. Kann mich zudem nicht dran erinnern wann ich das letzte Mal so grossartig geschlemmt habe^^. Dafuer das es nur trockenfutter war hats verdammt gut geschmeckt! Am Abend hats zwar dann letztlich noch kurz geregnet, dafuer war es aber in der Nacht komplett ruhig.
Um 7 Uhr war dann fuer uns auch die Nacht zuende, so quaelten wir uns aus den Betten, bereiteten uns Fruehstueck (die letzte Dose!) und tranken noch eine heisse Schokolade, sponsered by Craig! Bis wir dann zusammengepackt hatten war es auch halb neun, beste Zeit zum aufbrechen, da alles hell war und das Wetter selbst traumhaft. Sonne, keine Wolken, kein Wind, alles still, wie ein wunderbarer Fruehlingstag. Mit Abstand war dies der schoenste Tag waehrend der vergangenen 9 Tage.
Da wir von Leuten an der Mason Bay schon Horrorgeschichten gehoert haben, der Weg zur ‚North Arm Hut‚ sei sooo matschig und wuerde statt der veranschlagten 6 Stunden 8 bis 10 in Anspruch nehmen, war es auch gut, dass wir so frueh losgegangen sind. Letztlich stellte sich aber heraus, dass der Weg genauso war wie der Rest des Tracks, was jene aber nicht wissen konnten, da sie das Pferd von hinten aufgezaeunt haben. Vielleicht kommt auch das fabelhafte Wetter dazu, da der Matsch nicht so stark wassergesaettigt war. Aber was das angeht hatten wir eh unverschaemtes Glueck. Urspruenglich dachte ich, der letzte Tag sei wie der erste und ich wuerde komplett durchnaesst – mehr schlecht als recht – in Oban ankommen, aber dem war zum Glueck nicht so. Fuer die Strecke zur ‚North Arm Hut‚ hatten wir dann auch genau 6 h benoetigt, ohne nennenswerte Unterbrechungen, mit Ausnahme von kurzen Trinkpausen.

An unserem ersten Checkpoint angekommen saeuberten wir – gesaeumt von schiefen Blicken der Great Walk Laeufer – unsere Schuhe, Gamaschen und Regenhosen vom Schlamm um wenigstens halbwegs sauber in Oban anzukommen. Nach 40 Minuten (inklusive kleiner Rast) ging es dann auf dem Great Walk weiter. Auf dem Schild wurden 5 Stunden zurueck nach Oban angepriesen, wir benoetigten letztlich 3. Nach den 10 Tagen Matsch, war dies wie ein entspannter strammer Spaziergang. Keine steilen Huegel, kein tiefer Matsch, keine Wurzeln oder umgekippte Baeume, nein vielmehr ein befestigter Weg^^.
Direkt in Oban angekommen sind wir dann um 18:30 Uhr und somit genau 10 Stunden unterwegs gewesen. So machten wir aus uns nach ner Dusche und Kleinkram erledigen zum Fish & Chips zu treffen, worauf wir uns schon den ganzen Tag ueber gefreut haben. Endlich wieder fettiges ungesundes essen verschlingen!
So ging ich zum Bunkers Hostel in der Hoffnung die Nacht dort verbringen zu koennen und wo ich auch schon dank meines Briefes und Rita empfangen wurde. Leider hatte sie nichts mehr frei, was zu erwarten war, aber sie war so suess und hatte mir ein Dormbett im Hilltop Backpackers reserviert was ich fuer den gleichen Preis bekommen koenne, wo ich sogar noch vom dortigen Personal mit Auto abgeholt wurde denn erstmal raus aus den Botten wollte – und konnte – ich so schnell nicht mehr darin zurueck^^. Zumal ich auch keine Motivation mehr hatte zu laufen, verstaendlicherweise :D. Da an dem Tag allerdings ne dreier Gruppe im Bunkers einchecken sollte, welche nicht erschien bin ich am Folgetag wieder nach unten gezogen, was auf jeden Fall besser fuer meine Fuesse ist^^. So checkte ich aber erstmal im ‚Hilltop‘ ein und ging schnell unter die Dusche, eine wahre Wohltat nach 10 Tagen Wasserabstinenz. Anschliessend versuchte ich mich zu beeilen um mich noch mit Alena und Daniel zu treffen, trotz Schmerzen in den Fuessen musste ich zurueck in die Schuhe und bin mehr oder weniger runtergehumpelt. Zwar zu spaet kommend, aber dennoch von den beiden erwartet gings dann zu Kai-Kart zum essen! Sogar ne freie Stelle gabs dort leider nicht fuer mich wie sich spaeter herausstellte…

Im Uebrigen war mein Rucksack auf der Wanderung extrem komfortabel da dieser nur noch geschaetzte 13 kg wog. Ich rechnete aus, dass ich mit all meinem Fressen und Dosen um die 9 kg draufgehabt haben muss. Echt krass wieviel Gewicht das ist, habe ich mir vorher gar keine Gedanken drueber gemacht. Aber jetzt habe ich von Alena und Daniel gute Tipps bekommen die ich beim naechsten Mal umsetzen werde und das wird der Dusky Track sein!
Anschliessend, nach dem letzten Abendmahl zusammen, suchten wir noch Rita auf, und verbrachten noch einige Zeit zusammen und rekapitulierten die letzten Tage zusammen, worauf dann letztlich der Abschied folgte. Rita wuerde mit dem Flugzeug nach Invercargill fliegen und Alena und Daniel die frueheste Faehre am naechsten Morgen nehmen. So endet der bis dato Beste und anstrengendste Track meines kleinen Daseins. Aber andere wollen folgen und – spoiler – sie werden!

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Part XI – Oban

Wie angekuendigt zog ich dann am naechsten Tag ins Bunkers um dort noch fuer ein paar Naechte zu bleiben und in erster Linie meine Fuesse zu regenerieren, und an zweiter Stelle nen Job zu finden. Um ersteres zu erreichen lief ich praktisch nur Barfuss und fuer letzteres wurde ich leider wieder nicht fuendig. Ich haette in einer Muschelfarm anfangen koennen fuer ein bissle mehr als 17 Dollar die Stunde, allerdings haette ich mehrere Monate dort bleiben muessen, was mir zu lange war. 2 Monate haette ich mir gefallen lassen, aber darauf liess sich die Chefin nicht ein – leider.
Am DOC habe ich mir noch nen Aufnaeher gekauft, welcher mein Ego ein wenig streichelt, naemlich jenen den man sich besorgen kann wenn man den NW-Circuit gelaufen ist.

Das Wetter die paar Tage ueber war recht gut nur einen Tag lang gabs Regen, ansonsten habe ich gelesen, Gitarre gespielt (ich habe mich nach mehr als 2 Wochen Abstinenz wie ein Krueppel angestellt um die Akkorde zu greifen, total versteift und gar nicht mehr gewohnt…) und die wunderschoenen Mondnaechte genossen. Am Sonntag der Woche, es war Ostersonntag, der 5. April, gab es wie jede Woche ein Quiz wo alle Eilaender eingeladen und ein paar Preise zu gewinnen waren. Die Woche zuvor hat unser Hostelteam gewonnen, weshalb nun ein gewisser Druck auf uns lastete^^. Leider war dieser dann auch so stark dass wir diesmal den zweitletzten Platz belegten. Aber es war dennoch schoen =). Die Fragen waren gemischt aus Allgemeinwissen, Musik, Film und anderen Dingen. Nicht einfach, ich selbst hab nur 2 Fragen beantworten koennen.
Leider musste ich dann am Montag darauf auch schon die Insel verlassen. Mir ging das Geld aus, und ich koennte hier nichts abheben. So buchte ich meinen Faehrtermin um und nahm am naechsten Spaetnachmittag Abschied von der Insel. Verabschiedet wurde ich mit einem wirklich spektakulaeren Sonnenuntergang hinter Wolken und Regen in der Ferne, sowie von einigen Delfinen, welche unsere Fahere kreuzten. Leider hatte ich meine Kamera nicht zur Hand, sodass ich davon keine Bilder machen konnte. Dennoch ein unvergesslicher Moment. Goodbye Stewart Island, ich werde dich vermissen!

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