06 Stewart Island IV

Freitag, der 8. Mai 2015

Part VII – Von der East Ruggedy Hut zur Big Hellfire Hut

Nachdem der Tag zuvor ein so schoener Tag war, standen die Zeichen am 31. Maerz eher auf Sturm und Regen! Dennoch hielt sich das Wetter allgemein recht gut. Ich zog um 9 Uhr los, eine Stunde nach Craig und separierte mich von Rita, da ich ein schnelleres Tempo anlegen wollte. Meine Schuhe sind zwar nur bis zur Haelfte getrocknet, dafuer hatte ich aber drei Paar Socken an, um meine Fuesse zu schonen und damit sie nicht zu schnell nass wuerden.
Also gings diesmal als Nummer 2 los. Der Weg zum Strand selbst war sehr eben und vorallen matschfrei. Fuer etwa 45 Minuten den Weg folgend wurde es auch immer windiger und dunkler am Himmel. Am Strand angekommen kam mir auch gleich eine steife Brise entgegen, welche ein Nordlich jedoch nicht abschreckt, im Gegenteil, sogar anspornt! Stuermische Wellen, peitschende Gischt und dicke Regenschwaden, hier fuehle ich mich heimisch.

Dem Strand eine halbe Stunde lang folgend setzte meine Brille schon eine Salzkruste an, was das Sehen im Nieselregen sowieso nicht gerade einfacher machte. Dennoch drehte der in der Ferne zu sehende Regen seitlich ab was uns mal wieder Glueck verheisst, denn den groessten Brocken bekamen wir gar nicht zu spueren.
Anschliessend gings dann in den Wald und die Berge hoch zwischen die ‚Ruggedy Mountains‘ durch, was man schon am Aussichtspunkt im vorigen Beitrag sehen konnte. Zwischendrin holten mich dann noch Alena und Daniel ein und so zogen wir zunaechst zu dritt weiter bis ich wieder eine Pause einlegte.
Den ganzen Tag ueber fuehlte ich mich schon schlapp, wahrscheinlich weil ich kaum was zu essen fuer zwischendurch hatte. Auf dem Weg habe ich meine zwei letzten Nutbars gegessen und zwei Eier, mangels Alternativen. Ueber dem Berg rueber gingts dann wieder runter auf Normalnull um anschliessend ueber rund 2 km wieder aufzusteigen. Zwischendurch hat sich die Sonne nochmal gezeigt; jedoch war die letzte Halbe Stunde eine Tortur. Eztrem viel und vorallem tiefer Schlamm – welcher sich jedoch in den meisten Faellen umgehen laesst, auch wenns Zeit in Anspruch nimmt. An meinen ersten Tag erinnernd habe ich mal wieder hinter jedem Busch die Huette vermutet, wobei die Orientierung mit der Karte jedoch gut verlief, aber da diese irgendwo im Wald stehen sollte und der Weg sich dortdrin ueber einige Kilometer erstreckte weiss man nie genau wo man ist bzw. wie weit man noch entfernt liegt. Trotzalledem hatte ich mich gut unter Kontrolle, immerhin war mein Stern noch nicht am sinken. An der Huette dann angekommen, gleich hinter einer schmalen aber auf 200 Meter Hoehe gelegenen Sandduene. Von der Duene selbst hat man einen wunderschoenen Ausblick ueber die Ebene und allenvoran mit der untergehenden Sonne im Hintergrund und den dunklen Wolken im Vordergrund hat das eine wunderschoene Atmosphaere ergeben. Als kleine Impression habe ich auch mal ein Bild von meinen Fuessen gemacht, sieht aber schlimmer aus als es war^^.

In der Huette selbst (ich kam 16:45 Uhr an) musste ich erstmal um ein wenig Schokolade bei Alena und Daniel betteln, was extrem gut getan hat. Ist auf jedenfall eine Investition die ich bei der naechsten langen Wanderung eingehen werden.
Ein wenig spaeter musste ich dann feststellen, dass meine Nudeln leben angesetzt haben. Ich haette sie vermutlich noch gegessen (die behafteten natuerlich ausgenommen), aber Alena riet mir davon ab und versicherte mir dass sie noch Reserven haetten von denen ich was abhaben koenne wenns bis zum Ende nicht reichen wuerde. Auch Craig versprach mir dieses. Immerhin hats 6 Tage durchgehalten^^. Erst jedoch ass ich den Rest an Reis (verdammt, die Nudeln haetten noch fuer 2 Tage gereicht!), bevor dieser auch noch Leben entfaltet. Damit habe ich jetzt noch insgesamt 2 Dosen baked beans, eine Spaghetti, eine Ananas und Pfirsiche und eine Dose Tuna, welche definitiv fuer den letzten Tag aufgehoben wird, obwohl ich mich nur schwerlich zurueckhalten kann^^. Einmal Bohnen solls zum Fruehstueck fuer den Folgetag geben, nochmal will ich nicht mit leerem Magen starten, da ich keine Snacks mehr habe.

Waehrend unserer allabendlichen Gespraeche und Karten-spiel-runde (Wizard) meinte Craig dass er zusammen mit Rita das Wasser Taxi von der ‚Freshwater Hut‘ zurueck nach Oban nehmen wuerde (fuer verdammte 60 Dollar)! Ziemlich verlockend, dennoch war mein Ehrgeiz groesser, sodass ich mir vornahm den Weg unbedingt bis nach Oban zu laufen. Von der ‚Freshwater Hut‚ bis zur ‚North Arm Hut‘ (Great Walk Huette) wuerde sicher nochmal anstrengend werden, allerdings will ich diese Muehen nicht scheuen. An „Schmerzen“ bin ich mittlerweile gewoehnt und es macht mir unheimlich Spass im Hinterland zu wandern. Warum also den leichten Weg nehmen und abkuerzen? =)

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Part VIII – Von der Big Hellfire Hut zur Mason Bay Hut

Die letzte Nacht endete mit einem sehr guten Schlaf und der Tag begann mit nem ordentlichen Fruehstueck, wie zuvor angekuendigt. Eine Dose Bohnen plus Haferflocken von Daniel und Alena, welche jedoch nur schwerlich runterzukriegen waren… Aber immerhin^^. War dann insgesamt leider zu viel, wenn mans halt nicht gewohnt ist. Dennoch habe ich schon einen deutlichen Unterschied zum Vortag gemerkt, auch wenn meine Kondition im generellen schon nachlaesst; ich braeuchte echt mal nen Tag frei, allerdings laesst dies ein Blick auf meine Vorraete nicht zu. Aber der naechste Tag soll ja nur eine 3 bis 4 Stunden Wanderung auf flacher Ebene werden, da passt das schon.

Als dann alles gepackt war gings los. Der Tag heute sollte im generellen recht entspannt werden. Wir waren bereits auf guten 200 Hoehenmetern und muessten noch gute 180 m ’nauf um dann ueber einige Kilometer wieder auf Meeresniveau abzusteigen, danach am Strand dann noch nen Berg mit 280 m Hoehe ueberwinden um letztlich gute 5 km entlang der ‚Mason Bay‚ zur Huette zu gelangen. Es gibt wahrlich schlimmeres^^.
Zwischendrin habe ich dann Rita eingeholt, die vor uns losgegangen war und so zogen wir zusammen weiter. Gegen 1 Uhr stand dann unsere Mittagspause an. Fuer mich ne Dose Ananas – allerdings teilte Rita grosszuegig Wraps, Salami, Kaese und Schokolade mit mir. Ich teilte selbstredend auch was von meiner Ananas!
Zwischendurch war das Wetter auf Regen gebuerstet, jedoch hatten wir mal wieder Glueck, sodass es nur in der Ferne regnet. Ist schon echt unverschaemt wie gut wir davon kommen^^. Stuermisch war es aber allemal, was gut war, denn so wurden uns an den Straenden die Sandflies ferngehalten, was insbesondere an der Mason Bay Gold Wert war. Allein schon die blosse Vorstellung ueber 5 km hinweg von diesen verdammten Plagegeistern belagert zu werden haette mich in den Wahnsinn getrieben.

Der Abstieg zur eben diesen war jedoch alles andere als schoen. Extrem steil und allen voran rutschig und matschig. Bis dato auf jeden Fall der gefaehrlichste Teil des Weges, da dazu noch die Hoehe kam. Dafuer war der anschliessende Strandspaziergang umso schoener. Unten angekommen kam die Sonne raus welche uns im Ruecken stand und Richtung Sueden schien, entlang des Strandes standen am Horizont Berge unter dicken schwarzen Wolken, dazu das tosende Meer. Wunderschoene Fotokulissen! Das schoenste waren die Duenen und das von der Sonne lebendig frisch angeschienene Duenengras! Dazu der Wind, welcher dieses wie Wellen aussehen lassen hat. Gefuehlt habe ich mehr Zeit mit fotographieren als mit laufen verbracht, aber das war es auch wirklich Wert!
In der Huette angekommen, hiess es dann erstmal aus den Klamotten raus und entspannen! Noch 2 Tage und der letzte wird heftig!

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