01 Catlins

Dienstag, der 7. April 2015

Nach fuenf Wochen endlich wieder auf der Strasse und ab ins Abenteuer! Wie an anderer Stelle erwaehnt habe ich fuer die Catlins soweit nichts geplant. Ansich bin ich ein komplett durchorganisierter Mensch und mache bereits Plaene fuer die naechsten 5 Jahre (!), aber ab und an mal spontan zu sein ist durchaus empfehlenswert, weshalb die Dauer des Aufenthalts in den Catlins auch komplett offen ist, bevor es dann nach Stewart Island geht. Andererseits will ich hier auch nicht ewig bleiben, da irgendwann auch das Wetter zu rau fuer die Insel wird.

Raus aus Dunedin wurde ich 15 km weiter in Mosgiel abgesetzt von wo aus ich weitaus bessere Chancen haette in die Catlins zu kommen, da es nur noch Invercargill oder eben in besagtes Gebiet geht. Fifty Fifty also. Nach gut ner Stunde des Wartens wurde ich auch wieder aufgegabelt, diesmal von einer Maroi mit ihrem Sohn. Sie planten zuerst mich in Balclutha abzsetzen, dem Tor zum Sueden, und nach Invercargill, dem Highway zu folgen; entschieden sich aber dann doch die suedliche scenic route zu nehmen, da sie es selbst noch nicht gesehen haben. Umso besser fuer mich. Das Wetter war ideal und ich komme ein wenig rum und brauch nicht nochmal nen Auto anhalten^^. Allerdings war der Fahrstil der jungen Dame (sie war 40, sah aus wie Ende 20), recht gewoenhnungsbeduerftig, wie bei vielen Kiwis, musste ich feststellen^^. So hat sie es doch tatsaechlich geschafft, dass ich kotzen mussste! Das passierte zum letzten Mal irgendwann in meiner Kindheit wenn ich mich recht erinnere, also zumindest im Zusammenhang mit Autofahren^^. Mir war schon die ganze Zeit ueber so Speiuebel, aber danach hat sie sich dann ein wenig zusammengerissen und Ruecksicht genommen^^.
Natuerlich haben wir die ganzen Touristenattraktionen ausgelassen, nicht weil ich es wollte, sondern eher weil ich die beiden nicht aufhalten mochte, wurde ja auch immer spaeter. An einem Punkt machten wir dann aber halt und genossen die rauen Klippen und die peitschenden Wellen. Schonmal ein kleiner Vorgeschmack zu der kommenden Curio Bay. Die Landschaft selbst down south ist atemberaubend schoen. Waere Hobbiten nicht auf der Nordinsel koennte man glatt dieses areal dort als dessen bezeichnen. Viele wunderschoene Huegel mit etlichen Schafen und auch Kuehen, sowie Waeldern die von der Gischt und verdunstenden Meerwasser wie im seichten Nebel liegen. Besucht demzufolge auf jeden Fall die Catlins und verbringt dort einige Zeit. Es ist wie eine Kur, daher auch kaum Zivilisation, keine grossen Staedte nur kleine Oertchen und Farmen.

Mein Tagesziel hiess also Curio Bay, aufgrund der Erfahrungsberichte die ich aus Dunedin aufgeschnappt habe. Dort letztlich angekommen hiess es den oertlichen Campingplatz aufzusuchen um zu erfahren, dass sie keine Baeume haben an denen ich mein Tarp haengen koennte, sondern nur solche niederen Palmenstraeucher, die aber auch 2 m gross werden koennen, jedoch zu wenig Stabilitaet bieten wuerden. Oh Schreck, was nun!? Wildcampen hatte ich urpspruenglich vorgehabt, jedoch ist dort alles umzaeunt und Farmland, weshalb auch dies flach fiel. Letzte Option: das Hostel.

Strenggenommen ist es auch nicht die Curio Bay, sondern eher die Porpoise Bay, welche nur 5 min oestlich der besagten Bucht liegt. Ist auch von den beiden die einzige, welche auf der Karte eingezeichnet ist, die Curio Bay ist wohl zu klein. Also wenn ihr zur Curio Bay wollt, fahrt zur Porpoise Bay!
Im Hostel angekommen stellte ich fest dass keiner der Verwaltung zugegen war, sondern – wie mir gesagt wurde – sie Besitzerin in Invercargill einkaufen ist und erst am naechsten Morgen kommen wuerde – so entschloss ich mich einfach auf der Couch zu schlafen, da sie a) nicht erreichbar war und b) ich eh keine andere Bleibe hatte. Neben der ‚Lazy Dolphin Lodge‘ wie sich das Hostel nennt, gibts nur Motels die fuer mich unbezahlbar sind. Es ist kein BBh Hostel und kostet auch 35 Dollar fuer ein Dorm-Room, allerdings ist es wohlinvestiertes Geld, denn das Hostel rangiert auf Platz zwei meiner Favoriten! Aber dazu spaeter mehr.

Auf der Couch also schlafend – im uebrigen sehr bequem – wachte ich am naechsten Morgen um halb 8 auf und ging wie Kyle (Reisefotograph aus Sued-Afrika, Blog: Kylemiljof.blogspot.com) und Agnis aus der franzoesischen Schweiz, runter zum Strand um den wahrlich schoensten Sonnenaufgang meines Lebens zu sehen. Es ist unbeschreiblich und diesmal sagen die Bilder mehr als 1.000 Worte.
Da ich generell spaetaufsteher bin, kann ich mit Fug und Recht behaupten noch nicht viele Sonnenaufgaenge gesehen zu haben, weswegen das Superlativ hier durchaus berechtigt ist^^. Unglaublich wie die Sonne ueber dem Meer aufsteigt, an den Steilkuesten vorbei und die vorbeiziehenden dicken Wolken anstrahlt. Ein magischer Moment!

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Von diesem Anblick noch geflasht gings zurueck zum Hostel, wo Dianne – die Besitzerin bereits erschienen ist. Ich erzaehlte ihr meine Geschichte und so zahlte ich fuer die Nacht nur 10 Dollar. Ich habe schon bei den ersten Wortwechseln gemerkt dass sie extrem nett ist. So buchte ich auch noch fuer ne zweite Nacht, obgleich mir 35 Dollar im Prinzip zu viel sind, aber auf beide Tage aufgeteilt passt das schon. Als wir so noch ein wenig ins Gespraech kamen – in Southland sammelt quasi jeder Regenwasser in grossen Tanks und nutzt dies fuer alles weitere – fragte ich ob sie auch woofer annimmt, da sie auf ihrem Grundstueck auch sogut wie Selbstversorgung betreibt und mich das sehr intressieren wuerde. Darauf meinte sie das ich noch ein paar Tage bleiben koennte um ihren Mann bei der Hecke um das Hostel rum helfen koennte. Zwar meinte ich eher auf ihrem Grundstueck, aber das hab ich wohl falsch kommuniziert. Dennoch schaut man einem geschenkten Gaul ja nicht ins Maul und so schlug ich ein. Den Folgetag haette ich frei, darauf den Tag dann 2 Stunden Arbeit^^. Dazu bekomme ich von ihr zu essen und kann saemtliche Annehmlichkeiten der Curio/Porpoise Bay in den naechsten Tagen geniessen!
Anschliessend entschlossen wir uns noch zum Slope Point zu fahren, rund 15 km weiter westlich ueber Schotterpisten, bevor der angekuendigte Regen ueber uns hinwegzieht und den ganzen wunderschoen begangenen Tag in graue triste Wolken huellen wuerde.

Slope Point ist der suedlichste Punkt der Suedinsel, auch wenn es scheinbar immer ein paar Unstimmigkeiten gibt und einige meinen Bluff sei dies. Wie auch immer nehme ich an, dass es der Slope Point ist, da es auch so auf der Kiwimap steht. Dort gibt es auch die beruehmten vom Wind gepeitschten und krumm gebogenen Baeume die ueber einer alten verlassenen Huette stehen. Vom Slope Point selbst sinds dann auch nur noch 4.808 km zur Antarktis und mehr als 5.000 zum Aequator :D. Die Hange der Klippen dort waren uebrigens sedimentaeren Ursprungs, allen voran Konglomerate, was mich schon ein wenig an Tadschikistan erinnert hat. Wunderschoen mit versteinertem Holz.

Zurueck am Hostel (der Regen kam bereits in grossen Schritten naeher), konnten Agnis und Ich uns es nicht nehmen lassen noch mit Delfinen schwimmen zu gehen, was direkt am Strand der Porpoise Bay gehen soll. Wir haben auch welche gesehen, jedoch waren sie dann doch zuweit weg, wohl wegen dem schlechten Wetter. Schade eigentlich. Nach 20 Minuten schwimmen war einem dann auch richtig warm^^. Aus dem Wasser raus wars aber scheisse kalt und wir zogen uns ne schoen warme Dusche zum auftauen rein.

Bevor ich es vergesse. Am Abend zuvor gingen wir ja noch zur Curio Bay um Pinguine zu begaffen, die sogar recht selten sind, da es gelbaugen Pinguine sind. Die Curio Bay selbst ist auch fuer ihren versteinerten Wald bekannt und wenn man auf die Bilder schaut, sieht man auch etliche Baumstaemme (versteinert natuerlich) rumliegen. War schon sehr sehenswert, auch wenn die Pinguine selbst nicht gerade sehr zahlreich vorhanden waren und dazu auch noch sehr weit weggeblieben sind. Da ich nur nen 18 – 55 mm Objektiv habe, auf den Bildern auch nur als weisser Fleck zu sehen. Aber es sollte ja nochmehr Moeglichkeiten geben, worauf genauer im naechsten Beitrag eingegangen wird!

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2 Antworten zu 01 Catlins

  1. Sabrina schreibt:

    Na das klingt doch schonmal interessant :)
    Übrigens ist deine Mitfahrgelegenheit so schnell gefahren oder warum ist dir schlecht geworden? :D Da hast du mich noch nicht richtig fahren gesehen was :D
    Und immerhin hast du sogar ein paar Gelbaugenpinguine gesehen :)) Bei mir war es nur einer und ich habe auf dem Bild wie du auch nur einen weißen Fleck :D

    • VagabundenReise schreibt:

      so schnell und vorallem auch so ruckartig in den Kurven^^. Und nein darauf lege ich keinen Wert, mir reichts wenn du normal faehrst^^. Es kommem im zweiten Teil noch bessere Bilder da ich sie naeher dran erwischt habe, jetzt gehts gleich nach Hastings (hitch hiking), hoffe dass ich in drei Tagen da bin! Bis die Tage =).

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