02 Luminate-Festival Teil II

Mittwoch, der 11. Februar 2015

Nachdem ich im letzten Beitrag allgemein ueber das Festival berichtet habe, folgen nun meine Erfahrungen und kurze Zusammenfassungen der Workshops, welche ich besucht habe.

Part III – Erfahrungen

Trotz der ganzen positiven Dinge, der wundervollen Atmosphaere und den wunderbaren Menschen dort, konnte ich mich die erste Haelfte ueber nicht so richtig darauf einlassen. Irgendwie hatte ich Mauern in meinen Kopf aufgebaut, die ich nicht wirklich wieder einreissen konnte und die mir den Spass sprichwoertlich verbaut haben. Mein einziger Grund dort ueberhaupt hinzugehen, waren die Workshops – dass war schonmal eine Mauer, die mir alles andere zum Festival gehoerende ausblendete und mit der Zeit immer groesser und sichtbarer wurde, da ich mich dagegen gestreubt habe spass zu haben und einfach frei zu sein. Das ganze wurde immer schlimmer, sodass ich eine Art innerlichen Dualismus mit mir selbst fuehrte. Ich, zwischen den Extremen. Zwischen Spass haben/frei sein und den sturen Weg weiter zu gehen, und  mich einzig um die Workshops zu kuemmern.
Allerdings konnte ich schon am zweiten Tag diese gar nicht mehr besuchen, weil ich von Lustlosigkeit getrieben wurde und Wut auf mich selbst, dass ich mir das Leben selbst so schwer mache und mir meine Wege verbaue. „Ich kann nicht tanzen, spass haben oder in der Masse stehen“ waren die staendigen Ausreden meinerseits und je oefter ich diese wiederholte und Einladungen aus falschem Stolz und Eitelkeit ablehnte, desto dreckiger ging es mir.  Es waere auch egal gewesen welche Seite ich letztlich gewaehlt haette, es waere immer die falsche gewesen, da die andere Seite jeweils zu stark war. Demzufolge habe ich jede Entscheidung bereut. Ich fuehlte mich wie in einem Kaefig mit offener Tuer die ich aber ‚freiwillig‘ zumauere. Dies muendete dann am vierten Tag (Samstag) darin, dass ich nur noch gruebelte, mit kaum einen sprach (nicht mal mit Mike und Daniela) und mich entweder die meiste Zeit in mein Zelt verkroch, bzw. in der Chilllounge mir den Kopf zermarterte.
Letztlich hat mich das so angekotzt, dass ich irgendwie versuchen musste ne Loesung zu finden um dort wieder rauszukommen, was nicht leicht war, denn man kann meinen mentalen Zustand zu dieser Zeit wie eine Spirale abwaerts beschreiben. Irgendwie musste ich die Mauern einreissen bzw. unterminieren und meine Prinzipien aendern. Irgendwie habe ich dies dann auch geschafft, ohne jedoch genau zu wissen wie. Es kam quasi ueber Nacht. Vielleicht war es einfach nur der Wille mich nicht unterkriegen zu lassen, oder aber der Gedanke, nicht umsonst herzukommen. Schliesslich besteht die Kunst des Lebens darin, sieben Mal zu fallen und acht Mal wieder aufzustehen =). Ein wichtiger Bestandteil war dann sicher auch folgender Absatz.

Jedenfalls habe ich am Sonntag des Festivals den ersten Tag richtig geniessen koennen und mich wie Neugeboren gefuehlt! Dazu kommt, dass es von Samstag an bis Montag Vormittag geregnet hat. Das hat den Platz vor der Live-Stage in ein Schlamm und Matschfeld verwandelt, was jedoch niemanden aufgehalten hat dort zu tanzen. Nackt versteht sich :D. Aber nicht nur das, sie haben sich auch wahrlich im Schlamm gesuhlt und wer die Bilder nachher sieht, wird auch mich darin entdecken. Was wirklich, ich? Nachdem was ich im letzten Absatz geschrieben habe? Jap genau! Als ich da ankam und das sah, wie gluecklich sie umherhuepften, spass hatten und es mal fuer alle voellig egal war, ob wer nackt oder noch Hosen anhatte (auch fuer die Zuschauer), da konnte ich einfach nicht widerstehen! Ich denke, dass ich im generellen doch unterbewusst zu sehr darueber nachdenke, was andere sagen wuerden und ob sie nicht hinter meinem Ruecken ueber mich reden. Ich konnte zumindest diese Mauer einreissen und endlich einsehen, dass es keine Rolle spielt, und dass es sonst einen selbst einfach nur hemmt und den Spass am Leben nimmt. Das ist wohl mit die wichtigste Lehre aus dem Festival die ich haette machen koennen und allein dafuer haben sich die 250$ Eintritt schon gelohnt!
Wie auch immer beschloss ich zum Camp zurueck zu laufen, meine Kamera zu holen, nen Handtuch einzupacken und dann diejenigen, welche schon ne Stunde rumhopsten, beizutreten. Ebenfalls nackt natuerlich, die Tage waren kalt und ich wollte meine Klamotten nicht allzu dreckig machen, da ich sie in der Nacht noch brauchen wuerde. Mein Debut nahm ich dann mit nem Bauchrutscher im Schlamm und waehrend die Live Musik spielte, wurde ich auch schon von allen Seiten mit ner Ladung Schlamm begruesst, welche spaeter meinen Koerper zierte, sodass kaum noch weisse Haut zu sehen war, also doch nicht ganz nackt :D. Das war mit Abstand das verrueckteste (aber Beste) und meiner Natur widersprechenste was ich jemals gemacht habe und es scheint als wuerde es das auch fuer na lange Zeit bleiben^^. Die Bilder die man unten sieht, habe natuerlich nicht ich gemacht, sondern jemand von den Zuschauern (sind auch nicht die Besten, aber fuer nen Eindruck reichts aus).
Nach gut 45 Minuten wurde mir dann doch ein wenig kalt, weshalb ich beschloss, bevor der Andrang auf die Duschen losgeht, schonmal vorzugehen und mich zu waschen. So ging ich Seelenruhig nackt uber das halbe Festival-Gelaende, ohne dass es jemanden auch nur im geringsten gestoert haben koennte! Nicht mal Eltern mit Kindern^^. Das nenn ich Hippie! Wie auch immer ging ich zur „Nudisten-Dusche“, sprich die unbeheizte und unverhuellte mit Quellwasser gespeiste, da die Beheizte selbst, sich mit einer langen Schlange von Frauen konfrontiert sah, die auch alle schoen auf mich herunterschauen konnten und dies auch taten.
15 Minuten unter etwa 8 Grad kaltem Wasser, versuchend den Schlamm aus meinen Haaren, und vorallem meinem Bart rauszubekommen. Anfangs wurde mir noch von zwei anderen geholfen meinen Ruecken davon zu befreien. Lufttemperaturen waren auch nicht mehr als 10 Grad, aber danach, wieder zurueck in meinen warmen Wollklamotten und erstmal einen Tee besorgend ging es mir so richtig gut, Endorphin-Ausschuettung bis zum Maximum und ich war froh daran teilgenommen zu haben. Ne halbe Stunde spaeter, machten alle anderen die im Schlamm waren einige Runden um das Festival Gelaende nackt wie sie waren und verbreiteten gute Laune bevor sie sich dann duschten! Herrlich!
Insgesamt habe ich wohl zuviel nachgedacht und zu wenig auf mein Bauchgefuehl gehoert, was sich ab da an aendern sollte, der finale Schritt dazu sollte aber durch eine aussenstehende getriggert werden worauf ich spaeter noch komme.

Part IV – Workshops

Wie bereits erwaehnt, gab es ein reiches Spektrum an Workshops dort die allesamt rege besucht wurden. Mein erster war gleich am ersten Tag, der Erste, naemlich Yoga. 1,5 h lang und recht interessant, auch wenn ich denke, dass ich innerlich noch nicht ganz reif dafuer bin, da ich mich zu sehr ablenken lasse. Dennoch ne schoene Erfahrung, zumal es den steifen Koerper am Morgen auch etwas auflockert. Am gleichen Tag, nach’m Mittag, wollte ich zu „Eco Communities“ gehen, also quasi das Leben in einer Kommune, jedoch hat die Referenten nur ueber Weltweite Projekte geredet – zumindest die Zeit ueber in der ich dort war – wodrunter ich mir jedoch was anderes vorgestellt habe. Kleine Anekdote. Am letzten Tag des Festivals wurde ich eingeladen zusammen mit zwei anderen Deutschen eine Kommune in Deutschland zu errichten, was natuerlich noch Jahre in Anspruch nehmen wuerde. Das hat mich richtig gefreut gefragt worden zu sein, da ich jene Person auch echt gern habe, aber ich denke, dass widerspricht meinem Lebensziel, Unterstuetzung werden sie von mir dennoch erhalten wo ich nur kann.

Anschliessend habe ich dann viele Kurse ausgelassen die ich mir eigentlich angestrichen habe, aufgrund oben erwaehnter Situation. Der naechste auf der Liste war dann jedoch „Akkupunktur“ im Heilungs-Bereich. War recht interessant und wir bekamen ein paar Informationen ueber die Geschichte dessen und theoretische Aspekte. Auch eine Live Demonstration an einem Teilnehmer bekamen wir serviert.
Am naechsten Tag hoerte ich mir „Local Food Resiliance“ an, worum es im Prinzip nur darum ging sein Essen selbst und lokal anzubauen, wo auch interessante Neuseelaendische Projekte vorgestellt wurden und auch Schulen involviert sind. Generell hab ich dort erfahren das die Golden Bay (Nordwestlicher Rand der Suedinsel), quasi das Alternative Zentrum Neuseelands ist, mit Kommunen und Selbstversorgern. Ein Besuch dort ist garantiert, zumal die haelfte aller Referenten dorther kommt^^. Zudem wurde auch gesagt, dass sich in Nelson eine offene Obstplantage befindet, in der die Einwohner mit involviert sind. Fuer jeden Baum (verschiedene Sorten und Arten), wird ein kleines Kind und ein Teenager eingeteilt, sich darum zu kuemmern. Das Projekt soll wohl sehr erfolgreich sein. Sehr spannend! Alles natuerlich Kostenlos. Wer mag kann sich hier mal die Webseite ansehen. Permakultur spielt dabei natuerlich auch eine grosse Rolle.
Der nacheste Kurs auf meiner Liste war dann „Herbal Pharmacies“, also quasi Medizin aus dem Wald und Garten. Sehr guter Kurs und endlich mal die Informationen die ich haben wollte. Der Referent hat den Koerper in 12 Zonen eingeteilt und fuer jede etwa 3 Pflanzen, oder Teile von Pflanzen aufgelistet, die besonders zutraeglich sind und bei Erkrankungen helfen. Vorallem auch Anwendungstips und wie bzw. wo man diese Pflanzen auch findet. Den Herrn werde ich dann auf jeden Fall nochmal in der Golden Bay besuchen.
Ein weiterer interessanter Kurs – wenn auch inhaltlich fuer mich nichts neues – war „Lacto-Fermentation“ von einer Deutschen gehalten, die schon einige Jahre in Neuseeland lebt, in einer Kommune in der Golden Bay. Sie hat exemplarisch erlaeutert wie man Sauerkraut, Wasser-Kefir und Sauerteig zubereitet. Sehr interessant, sehr anschaulich und vorallem auch mit Kostproben fuer Sauerkraut und Kefir. Wer sich inspiriert fuehlt, die Kommune heisst „Tui-Community„.
Am selben Tag (Sonntag) hatte ich mir zudem auch noch ne Massage bestellt, wovon ich noch berichten muss. Eine Frau aus Wellington bietete diese an und die Bezahlung erfolgt nach eigenem ermessen. Urspruenglich hatte ich gedacht ihr 15 Dollar zu geben, so viel hatte ich auch nicht. Als ich ihr dann sagte wo der Schuh drueckte und sie sehr versiert und mit gelernter Hand ranging meine Schmerzen zu lindern, war ich ueberrascht. Ich hatte sie gefragt ob sie wuesse was ich falsch mache, ob ich falsch gehe, stehe etc. Daraufhin sagte sie, dass die Schmerzen im Ruecken und Nacken von den Rippen her kommt und ich einmal nen „Schock“ dort erlebt haben muesse. Da war ich baff. Ich hatte ihr nicht erzaehlt, dass ich mit 12 oder so mal beim balancieren auf einem Zaun ausrutschte und mir die Rippe beim fallen darauf verstauchte und einige Minuten nicht richtig atmen konnte. Ich hatte auch gar nicht dran gedacht, dass dies die Ursache sein koennte. Als ich aber dies von ihr hoerte, beschloss ich ihr letztlich 30 Dollar zu geben, einfach weil ich sie dadurch wertschaetzen konnte und meine Schmerzen verpufft waren (uebrigens bis jetzt noch).

Am selben Abend noch ueberredete mich Daniela zum „Sacred Sounds“ (heilige Klaenge) Workshop zu gehen, wobei ich dem sehr skeptisch gegenueber stand. Im Prinzip ist das nur 2h lang 4 verschiedene Mantras in der Gruppe zu singen. Jedes davon gefuehlte 1.000 Mal (real wohl etwa 50 Mal hintereinander) was mir aber zu doof war und ich beschloss das Zelt zu verlassen.
Danach kam das wohl erstaunlichste Ereignis (es war noch immer der Tag des Schlammbades). Am Abend suchte ich eine Taro-Kartenlegerin auf. Normalerweise glaube ich nicht daran, aber ich wollte neue Sachen ausprobieren um mir selbst auch zu zeigen, dass ich was von den letzten Tagen gelernt habe. Jedenfalls sollte ich mir nen Kartenset ausssuchen und ich nahm ‚Mysterien der Natur‘, was mir am meisten zusagte. Ich sollte an das denken, was mich beschaeftigte, waehrend sie die Karten mischte. Die erste Karte die ihr dann dabei aus dem Stapel „fiel“ war „Balance“, wo mir wirklich der Atem wegblieb, worauf sie sagte, dass ich nicht in Balance waere und just darauf fiel ihr die Karte „Heilung“ aus dem Stapel, was mich noch verdutzter zurueckliess. Ein Zufall ok, aber zwei so zutreffende aufeinanderfolgend? Ab hier beschloss ich mich, mich darauf einzulassen und sie hat sicher nicht geschummelt oder sich die Karten zuvor angesehen, auch haben wir vorhergehend nicht ueber mich geredet, sie konnte es also nicht wissen. Weitere Karten waren dann „Schreiben“, wo ich Tagebuch fuehren sollte uber das was mich beschaeftig, was ich auch tat und tue und das ich jenes auch veroeffentlichen soll, was der Grund ist warum ich das oben ueberhaupt erwaehnte, was ich sonst nicht mache.
Weitere Karten waren die „Seelenfamilie“ welche Familie und Freunde beschreibt, sowie das in naechster Zeit ein paar „Moeglichkeiten“, sowie auch „Erfolg“ und „Wohlstand“ auf mich zukommen werden und denen ich nachgehen soll. Zugegeben ist der zweite Teil eher allgemein gehalten, aber im Zusammenhang mit den ersten durchaus vorstellbar. Mit etwas Abstand jetzt kann ich auch sagen, dass auch der zweite Teil sich durchaus erfuellt hat und ich im generellen meine Balance denke ich gefunden habe.
Wie dem auch sei entschloss ich mich nach der Sitzung mit Daniela ueber meine Probleme zu reden, die ich eigentlich nicht damit belaestigen wollte, aber ich sollte es ja „veroeffentlichen“. Sie ist auch eine der wenigen mit der ich ueber sowas offen reden kann, ne wahre Seelenverwandte.

Ein weiterer Kurs war „Joyful Soil“ (glueckliche Erde), wo es darum geht Erde richtig zu behandeln und wieder zu rekultivieren, nachdem sie durch jahrelange Uberduengung und Auslaugung verdorben wurde. Sehr sehr guter Vortrag, welcher auch die Wichtigkeit von Kompost hervorgehoben hat. Hier mal die Homepage vom Dirt Doctor.
Der letzte und zugleich groesste bzw. laengste Workshop ging 8h lang und beinhaltete eine Physik-Vorlesung ueber einen Mann (Nassim Haramein) und seiner ‚Unified Field Theory‘. Sauguter Referent, klasse Rhetoriker, zieht einen richtig mit und bringt die Inhalte sehr gut rueber. Er gibt eine alternative Sichtweise zur klassischen Schulphysik wieder, jedoch ohne diese komplett zu verteufeln (was leider viele Alternative Plattformen machen), sondern nur da nachzuhaken und Alternativen anzubieten, wo sich die klassische Physik in eine Sackgasse manoevrierte bzw. „falsch“ liegt. Hat mich auf jeden Fall heiss gemacht mehr darueber zu erfahren und selbst ein wenig weiter zu lesen. Schaut euch mal ein paar Vortraege von ihm auf YT an, extrem interessant.

Im Prinzip wars das auch an Ereignissen und Workshops. Halten wir fest, das ich gefestigter aus der Sache herausgehe, mehr auf mein Bauchgefuehl hoere, Mauern versuche abzubauen, und meinen Instinkten folgen will, sowie nichts als unmoeglich ansehe und meinen Weg verfolge, aufstehe wenn ich falle und generell positiv in den Tag starte. Kurzum hab ich ne Menge gelernt, nicht nur in den Workshops. Ich konnte richtig abschalten, relaxen und geniessen. Ich wuerde jederzeit wieder hingehen!
Am Ende des Festivals habe ich dann „Der Alchemist“ von Paulo Coelho von Daniela zum lesen bekommen, wo es auch so ziemlich genau um das geht, seine Traeume zu verwirklichen, die Stimme der Welt zu verstehen und vorallem sich nicht von seinem Weg abbringen zu lassen. Jedem zu empfehlen, liest sich sehr gut und ist sehr inspirierend. Bin gerade dabei es ein zweites Mal, aber in Ruhe, zu lesen.

Im Uebrigend bei den Bildern unten sind auch welche von den Kleinkuenstlern, die ich extrem lustig fand und glaube ich im ersten Beitrag erwaehnt habe, nur damit ihr den Zusammenhang habt.

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2 Antworten zu 02 Luminate-Festival Teil II

  1. Cidar schreibt:

    Wir haben ja darüber geschrieben – wobei ich eigentlich lieber über etwas Aktuelles geschrieben hätte und wir dann auf dem Nassim Haramein hängengeblieben sind.
    Etwas schade, was ich aber wiederum auch nicht unerwähnt lassen wollte.

    Ich kannte ihn (also seinen Namen und seine Person) vorher nicht, habe jetzt aber einiges gelesen und mir eine Doku auf YT angesehen (1h, es gibt auch welche an die 8h). 4 Texte habe ich dazu herausgesucht (allerdings nicht alles gelesen, vor allem wo es um das technische/physikalische geht habe ich eher überflogen):

    1) http://www.psiram.com/ge/index.php/Nassim_Haramein
    2) http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2012/03/01/higgs-der-mensch-nicht-das-teilchen/
    3) http://azureworld.blogspot.de/2010/02/schwarzchild-proton.html
    4) http://azureworld.blogspot.de/2010/07/nassims-response-to-bobathon.html

    Diese Seiten führen mitunter zueinander (verlinkt) und noch auf weitere Webseiten wie die von Haramein direkt.
    Zu sehen ist vor allem, dass es im groben um 2 Lager geht. Die Leute, die Haramein glauben und gegen die andere ‚Wissenschaft‘ sind und die Leute, die Haramein als unsinnig bezeichnen, bzw. als Pseudowissenschaftler.

    Hier kurz angemerkt, dass ich selbst kompletter Laie in der fortgeschrittenen Physik bin und es mir selbst egal ist was stimmt, meine Position sich aber von Anfang an eher gegen Haramein richtete – warum?
    Weil ich einen Eintrag auf Psiram sah verbunden mit Schlagworten wie „Freie Energie“ und „Schulphysik“ – Ist das nicht unsinnig?
    Nein, ich spreche ihm durch den Psiram-Eintrag nicht absolut die Glaubwürdigkeit ab, ziehe ihn aber direkt näher in das Licht, zumindest als zweifelhaft betrachtet zu werden. Auch Psiram beruft sich hin und wieder auf kontextunbezogene Sachverhalte, wenn auch die Richtung vermutlich stimmen mag, ist das etwas, was ich sehr ungerne irgendwo sehe (in diesem Fall ist es mir nicht aufgefallen, aber bei der Recherche über andere Personen bin ich darüber gestolpert)
    „Freie Energie“ ist ein Thema, über das ich mich in der Vergangenheit schon einmal in Bezug zu Claus Wilhelm Turtur beschäftigt habe – nicht weniger zweifelhaft.
    „Schulphysik“ kam wohl nicht direkt von dem Vortrag – aber es führt zu diesem Glauben und es erweckt in mir Zweifel wenn ich von ‚Schulmedizin‘, ‚Schulbiologie‘ oder ‚Schulphysik‘ höre, zumindest wenn die verteufelt wird, nicht immer komplett ungerechtfertigt, oft aber eher absolut formuliert.

    Vorallem in den Kommentaren von den Links 2), 3) und 4) sieht man sehr schön den Aufbau und Ablauf von den 2 genannten ‚Lagern‘. Beide unterstellen sich gegenseitig total verblendet zu sein und am eigenen Glauben festhalten zu wollen – während beide es bei sich tun. Das mag nicht ganz richtig sein, denn auf der einen Seite gibt es die, die die Wissenschaftliche Methode befolgen, also nichts glauben, sondern nur falsifizieren und so in Richtung Wissen gehen und die andere Seite glaubt es meistens dann doch nur und besteht das 2. Lager leider zu großen Teilen aus Laien. Das 1. natürlich auch, es wird sicher meistens mehr Laien als Experten geben. Beim 2. sind die Experten aber in vielen Fällen jene, die eine Möglichkeit haben, daran zu verdienen und einige mögen es tatsächlich verteidigen, ungeachtet der eventuellen Widersprüche.

    Beim Durchlesen gibt es bestimmte Wiederholungen, bspw. dass „die (Schul-)Wissenschaft“ keine anderen Meinungen zulässt, was einfach direkt falsch ist, da es immer wieder neue Theorien gibt. Ich bekomme allgemein das Gefühl, dass Haramein und die Gemeinschaft um diese Themen herum darauf vertrauen, dass die ‚Jünger‘ sich nicht in der „Welt der Wissenschaft“ auskennen und somit die „offiziellen Wissenschaften“ als konservativ und starr hingestellt werden können – ohne Belege bisher, was in einigen Bereichen wiederum auch historisch richtig sein mag, aber die absolute Darstellung lässt das nicht rechtfertigen.
    Irrtümer gab es und gibt es wahrscheinlich noch viele, diese müssen aber erst bewiesen oder die aktuelle Annahme falsifiziert werden.

    Wieso sollte also nicht auch die Theorie von Haramein solange geltend sein?
    Weil diese eben schon widerlegt wurde. Auch in dem einen Link zu lesen, worauf Haramein sogar reagiert, allerdings nicht wissenschaftlich bzw. auf die physikalischen Vorwürfe bezogen, sondern nur auf das Umfeld, wie etwas präsentiert wird – als rhetorische Schrift ganz gut und wahrscheinlich das, was Anhänger auch lesen wollen – nur eben nicht die Theorie verteidigend, die ja widerlegt wurde. Diese wurde mit Unterstellungen bzgl. Haramein versehen, das ist wirklich nicht in Ordnung (wenngleich in der Argumentationskette zumindest nachvollziehbar), aber kein Grund, sich nur darauf zu beziehen, wenn es doch eigentlich um die Theorie an sich geht.

    Für Theorien bin ich sehr offen und denke gerne in verschiedene Richtungen oder bekomme diese aufgezeigt – wenn diese aber widerlegt werden oder diesbezüglich nicht berücksichtigte Widersprüche vom Haramein keine Stellungnahme bekommen, dann gibt es noch zahlreiche andere Theorien, über die sich nachdenken lassen.

    Beispielsweise der Punkt, dass der Award, den Haramein bekommen hat, oft als Argument für seine Wissenschaftlichkeit bzw. Seriösität seiner Arbeit herangezogen wird, entbehrt der Information, was für eine unwissenschaftliche Auszeichnung mit Null Aussagekraft für die Physik dahinter steckt.
    Es finden sich viele dieser Argumente. Dann ist irgendjemand einer dieser Wiederholungen müde und schon sieht der Haramein-Anhänger die Möglichkeit, dies als Niederlage zu sehen – da scheint es auch gar nicht mehr um die Physik hinter der Theorie zu gehen, die ist oft sogar nicht einmal mehr Thema in der fortgeschrittenen Diskussion.

    Das war letztendlich der gedachte Punkt, über den ich einfach nur einmal informieren bzw. reden wollte. Glauben und Nachdenken kann jeder über was er möchte, meine einzige Warnung wäre, zu überlegen, bevor für Veranstaltungen und Schriften bzw. Spenden eventuell Geld bezahlt/gespendet wird.

    Gerne möchte ich auch noch einmal irgendwann diese Argumentationskette bzw. diese Diskussionskultur, die in den Links in den Kommentaren wunderschön nachzuvollziehen ist, als Thema bereden. Das Fordern von Nachweisen, Quellen und Offenlegen von scheinbaren Widersprüchen, ohne selbst Nachweise zu geben, sich mit dem Thema nicht auszukennen, allgemein gegen die starre und konservative Wissenschaftswelt zu plärren (meist ist es nicht mehr) und seriöse Quellen sowieso nur einzufordern anstatt diese einmal selbst zu geben.

    Schade dabei: Irgendwann kann es vorkommen, von der Vielzahl solcher ‚andersdenkenden und weltoffenen‘ Personen überzeugt zu werden und alles andere dann in den Dreck zu ziehen. Das ist meiner Meinung nach kein guter Weg.
    Natürlich gibt es auch in der Geschichte der (richtigen?) Wissenschaft (auf die wissenschaftliche Methode beruhend) Irrtümer, die erst zu spät erkannt oder die Anfangs geleugnet bzw. kaum von jemandem wahrgenommen wurden. Diese Möglichkeit besteht immer. Aus dieser Lücke heraus aber eine widerlegte Theorie zu unterstützen, deren Widerlegtheit nicht widerlegt wurde, ist eine Sache, wo ich anfange, Verranntheit in Betracht zu ziehen – soll es geben, auf allen Seiten.

    Der Erfolg und die Anhänger? Es wird immer ein Stück von der Wahrheit dabei sein. Für Themenspezifischunkundige lässt sich somit alles mit (irgendwelchen?) Erklärungen herleiten. Das hat schon immer gut funktioniert und in dem Fall habe ich schon recht viele Themen in Richtung Esoterik kennenlernen dürfen. Das ist nicht immer schlecht oder direkt falsch. Die Homöopathe (ich bin kein Freund von) hat dazu geführt (ich las einen Artikel darüber), feststellen zu können, dass „Nichts tun“ (oft mithilfe von Placebos) in einigen Fällen eine bessere Lösung sein kann als „vorsorglich Medikamente verschreiben“. Auch hier lässt sich sagen, dass es sich sehr einfach vorstellen lässt, dass Mediziner evtl. etwas verschreiben, was nicht notwendig ist oder wo nicht auf die Verträglichkeit mit anderen Medikamenten geachtet wird, bevor evtl. behauptet werden muss, dass man nicht weiß, was weiterhelfen kann. Zu dem wollen viele Patienten auch irgendetwas bekommen und fühlen sich sonst nicht ernstgenommen.
    Das ist wiederum aber der ausführende Part und auch hier gibt es Vertreter mit ganz anderen Vorgehensweisen, hat nichts mit der Wirksamkeit von Medikamenten an sich zu tun. Dazu noch noch meist die knappe Zeit um sich mit der Umwelt des Patienten vertraut zu machen. Auch hier (Pharmazie) ist es leider mehr als glaubwürdig, dass es Studien gibt, die ein bestimmtes Ergebnis provozieren – leider wahr und immer möglich, aber nicht absolut immer und überall Tatsache:

    Irgendwann, so ist mein Gefühl, geben Leute auf differenziert nachzudenken und schwenken komplett in ein anderes Lager über und glauben dann daran, ohne dies zu hinterfragen mit dem Standardvorwurf, dass Leute, die an die eigene alte Überzeugung glauben, doch mal ihr Hirn einschalten sollen.

    Gibt es dazu eine Psychologische Abhandlung über die Eigenheiten dieses Verhaltens in Verbindung damit, sich im Recht zu fühlen, weil man seine Ansicht in der Vergangenheit geändert hat oder aber dem ‚Mainstream‘ nicht folgt (unabhängig ob ein differenziertes kritisches Hirn daran beteiligt ist)? Mich würde es interessieren.

    Ist jetzt zum Teil vom Thema abgewichen, ich hoffe aber damit klarstellen zu können, dass ich versuche offen und kritisch zu sein, einige Signalwörter aber direkt Skepsis auslösen und ich deshalb diese Haltung (die ich mir bisher nicht widerlegen konnte bzgl. Haramein) bekam.
    Das wollte ich nur irgendwie vermitteln und finde es ein wenig schade, damit die Zeit beim letzten Austausch ausgefüllt zu haben – wo mich eigentlich mehr die Entwicklung deines Bartes interessiert hätte (das Interesse ist nicht wahnsinnig hoch, aber eben höher), ich aber das Bedürfnis hatte, meine Meinung auszuk.. anzusprechen.

    • VagabundenReise schreibt:

      Wow, ich wurde extra von WordPress darum gebeten zu moderieren und deinen Kommentar quasi freizuschalten, ist vorher noch nie passiert^^. Ich habs gelesen werde es aber erst in den naechsten Tagen durchschauen koennen, ist schon spaet jetzt, bin muede und das braucht auch ein wenig mehr Zeit =). Dennoch danke, dass du mit so viel Aufwand der Sache nachgegangen bist, bei Zeiten werde ich mir seine Videos etc.auch mal anschauen. .

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