03 Routeburn & Greenstone Track

Mittwoch, der 3. Juni 2015

Quasi direkt im Anschluss zum Kepler-Track habe ich mir den Routeburn und den Greenstone Track als loop ausgesucht um ein paar weitere Tage lang des Wanderns zu froehnen! Daher wird dies auch ein laaaaanger Beitrag werden^^.

Part I – Von Te Anau zur Lake Howden Hut

In Te Anau auf die Strasse gestellt habe ich mich um 9:15 Uhr. Etliche Busse voller Chinesen fuhren an mir vorbei, sowie viele, viele PKW’s aber keiner nahm mich mit ;(. Ich musste insgesamt 2,5 h stehen und habe mich fast totgefroren dabei. Schon kurz vorm resignieren und zurueck zum Hostel laufend, hielten dann gluecklicherweise 2 Deutsche an, welche nach Milford wollten (zum Start von Routeburn von der Te Anau Seite kommend, faehrt man gute 85 km Richtung Milford Sound) und mich mitnahmen. Watt’n Glueck! Das Wetter wurde auch zunehmend besser. Die Sonne kam raus und es wurde nochmal richtig warm. Das war am Donnerstag dem 28. Mai. Wir hatten coole Gespraeche zusammen da die beiden mehr oder weniger um die Welt reisen und schon einiges gesehen haben.
An meinem Ziel ‚The Divide‚ angekommen, war es dann schon nach 1 Uhr. Zur ersten Huette – der ‚Lake Howden Hut‚ war mehr als genuegend Zeit vorhanden, denn der Weg sollte nur 1 h in Anspruch nehmen, zwar bergauf, aber das stoert mich nicht mehr wirklich. Jedoch geht 15 Minuten vor der Huette noch eine Abzweigung weiter nach oben zum sogenannten ‚Key Summit‚. Ein alpines Plateau mit Sumpflandschaften und herrlichen Ausblicken. Da ich zu der Zeit fabelhaftes Wetter hatte musste das natuerlich ausgenutzt werden, also bin ich dort hochgejachtet und habe die Stille und die Landschaft genossen. Kaum Wind, Sonne und kein Laerm. Famos! Ich haette es auch auf den Rueckweg vom Greenstone-Track her machen koennen, und an dem Tag noch weiter zur naechsten Huette entlang des Routeburn laufen koennen, aber wer weiss wie das Wetter dann werden wuerde. So entschied ich mich die Nacht in der ‚Howden Hut‘ zu verbringen, wo wir durchaus gutes Feuerholz hatten. Zudem war es dann auch schon 3 Uhr und der Weg zur ‚McKenzie Hut‚ sollte nach DOC Zeitplan 3 h in Anspruch nehmen, auch wenn man das immer unterbieten kann, wollte ich nichts riskieren und schliesslich habe ich ja genuegend Zeit und Vorraete.
So hatte ich Gesellschaft von einem weiteren Deutschen, sowie 3 Franzosen und einer Englaenderin. Einer der Franzosen hatte sogar nen kleines Arkordeon dabei, was man so schon sehr selten sieht, und sorgte dann fuer ein wenig Live-Musik am Abend =).
Zum Abendbrot gabs dann die Backcountry Stampftueften mit ein wenig Salami. Was fuer ein Genuss, ich schwoere auf das Zeug! Billig, schmeckt ausgesprochen gut und macht vorallem satt. Fast 900 g Kartoffelbrei wenn das Wasser drin ist! Anschliessend habe ich das Tageslicht noch ausgenutzt um ein wenig Herr der Ringe (habs mir in Queenstown gekauft) zu lesen und als dies dann langsam ins dunkle der Nacht ueberging, unter Kerzenschein das Buch verschlungen. Es gibt keinen besseren Weg um ein Buch zu geniessen! In ner Huette, in der Wildnis, bei Kerzenschein und hinter einem das Feuer prasselnd hoeren.

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Part II – Von der Lake Howden Hut zur Routeburn Flats Hut

Am naechsten Morgen dann sollte es auch schon zur letzten Etappe des Tracks aufgehen und zur letzten Huette, der ‚Routeburn Flats Hut‚. Mit ein wenig mehr als 22 km fuer den Tag war das auch das Loewenstueck des Insgesamt 32 km kurzen Tracks. Die bereits erwaehnte ‚McKenzie Huette‚ erreichte ich nach 2 h des laufens und der Weg war denkbar einfach. Im Prinzip keine Steigung und immer schoen eben. Nach 5 Minuten Rast gings dann ueber in den alpinen Part, welchen ich dank des Wetters beinahe nicht angegangen waere, da die Gipfel wolkenverhangen waren und es anfing ein wenig zu schnipseln. Da das Wetter fuer den naechsten Tag aber weitaus schlimmer aussah, wollte ich zumindest schauen wie weit ich komme, bevor ich 2 Tage dort festsetzen wuerde. Wenns zu krass gewesen waere, waere ich wohl oder uebel umgekehrt.
Im Unterschied zum Kepler-Track gings hier aber auch nur auf maximale 1.300 m hoch und der Weg selbst war auch recht eben und einfach. Das Wetter hielt sich gluecklicherweise zurueck, sodass selbst auf der Wetterseite, nur wenig Schnee lag und das laufen vereinfachte. Hier und da gabs etwas Eis auf dem Boden, was vom Schnee ueberdeckt wurde und es daher besonders gefaehrlich war, wenn man aber mit Ruhe und Bedacht geht, dann kann auch dieses Hindernis bezwungen werden =). Die Aussichten von da oben waren jedoch klasse. Auf der wetterabgewandten Seite sah man den ‚McKenzie See‚ + Huette und in der Ferne die verschleierten Berge, wo ich den Tag zuvor noch auf dem ‚Key Summit‘ stand und die Aussicht genoss. Auch hat man einen wunderschoenen Blick ueber das Hollyford Tal und direkt zum Fjord und letztlich zum Meer dahinter. Fabelhaft, selbst mit Wolken, die die Bergspitzen verdecken. Alles in allem war der alpine Teil keine nennenswerte Herausforderung zu der Zeit fuer mich. Lediglich 2,5 h von der ‚McKenzie Hut‚ zum naechsten Punkt – dem ‚Harris Saddle‚ – hats gedauert. Der DOC veranschlagt 3,5 h. Bis dato schonmal insgesamt 2 h eingesparrt von der offiziellen Kundgebung.
So richtig schoen wurde es aber erst hinter dem ‚Harris Saddle‚, wofuer ein See sorgte den ich dort nicht erwartet habe (hab mich vorher nicht informiert) und ein wenig weiter dann die Aussicht aufs ‚Routeburn-Tal‚ und die Berge dahinter! Ich habe alle paar Minuten angehalten um ein paar Bilder zu machen^^. Runter zur naechsten Huette die ich aber ueberprungen habe, hats gute 1,5 h gedauert und dann letztlich zur ‚Flats Hut‚ nochmal ne halbe Stunde, wo ich mein Etappenziel nach insgesamt 7 h erreichte.

Natuerlich habe ich mir auch die Geologie ein wenig genauer angesehen zwischendurch. Und neben Greenstone, vorallem Schiefer, welcher teils sehr duennplattig war und in Richtung Tonschiefer ging, sowie spaeter ins Tal runter kommend, sich die Fazies hin zu Sandstein, weisser, sehr feinkoerniger Sandstein, mit vermutlich einigen Prozenten an Karbonatanteil (rein spekulativ, vom aussehen und Bruch her abgeleitet), aenderte. Auch Siltstein mag mittendrin zwischengeschaltet sein. Selbst Grauwacke gabs hier und dort zu sehen. Alles in allem recht interessant zumal ich noch ne Stoerung und ne Synklinale entdeckt habe.

In der Huette letztlich angekommen versuchte ich ein Feuer in Gang zu bekommen, jedoch war das Holz was ich schlug nass bis auf den Kern was die ganze Sache erheblich erschwerte. Ne Stunde spaeter kamen allerdings zwei Tschechen vorbei die noch trockenes Holz fanden und Ruckzuck nen Feuer in Gang brachten. Von der Huette aus musste ich jetzt noch irgendwie runter zum Greenstone-Track kommen, was von meinem Standpunkt aus bis zur ersten Huette des Tracks insgesamt gute 44 km sind. Zu viel um an einem Tag zu laufen, selbst wenn es nur Strasse ist. Darum stehe ich vor der Wahl ne Nacht in Kinloch zu verbringen (ein kleines Oertchen auf der Haelfte der Strecke) oder zu hitch hiken, wenn moeglich. Da es sich um die Nebensaison handelt wird jedoch kaum was los sein, aber irgendwie wirds schon gehen.

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Part III – Von der Routeburn Flats Hut zur Greenstone Hut

Die darauffolgende Nacht war im Schlafsack sehr kuschelig und warm. Bis halb 9 am Vorabend habe ich noch Herr der Ringe gelesen, im Kerzenlicht natuerlich.
Waehrend der Nacht hats dann wie erwartet heftig angefangen zu regnen, was mich in meinem gestrigen Aufbrechen nochmal bestaerkt hat. Darum stellte ich mich bereits auf eine weitere Nacht in derselben Huette ein. Bis um 2 Uhr nachmittags regnete es durch, wodurch ich keine andere Wahl hatte als dort zu bleiben. Einen nassen tramper nimmt keiner mit, wenn bei dem Wetter ueberhaupt nen Auto unterwegs ist. Und selbst wenn ich dort ankommen sollte, waere ich nass, trotz Regensachen und haette keine Garantie auf gutes Feuerholz. Im schlimmsten Fall hole ich mir also den Tod auf’n Weg. Da ich mein Leben schaetze war dies ein weiterer Grund gegen das Aufbrechen. Eine durchaus Weise Entscheidung will ich meinen. Also hoffte ich darauf dass am naechsten Tag besseres Wetter wird.
In der Nacht sind auch noch zwei Jaeger gekommen, die am Tag auszogen um ihr Glueck herauszufordern. Die zwei Tschechen sind dann am Vormittag auch abgehauen, was mich alleine in der Huette zurueckliess. So konnte ich in Ruhe entspannen und – was sonst – lesen =), sowie mich ums Feuer kuemmern, was durch das nasse Holz nicht ganz einfach war. Leider wars dann mit der Ruhe und Einsamkeit gegen 4 Uhr vorbei, als dann nacheinander zwei grosse Gruppen reinkamen und die 20 Betten Huette insgesamt ausfuellten. Man war das ein emotionaler Schock. Eben noch im Buch vertieft und auf einmal 15 weitere Leute neben dir, inklusive einer Familie mit 5 Bratzen… Die ganze Situation passte mir so gar nicht. Ich hatte das Feuer mit Muehe und Not gerade so am leben halten koennen und die Raumtemperatur auf ein angenehmes Level gebracht bis letztlich dauernd gefloeckert wurde. Rein, raus, tuer auf und zu… Die ganze Waerme und Arbeit bis dato zunichte gemacht! Ich war beleidigt und verkroch mich jetzt erst recht hinter mein Buch. Ich rechnete nicht damit das Feuer nochmal an zu bekommen und scherte mich dessen auch wenig. Dennoch hat der Vater der Kinder – wahrscheinlich aus den Feuerschuppen – drei Eimer trockenes Kleinholz herausgeholt und das Feuer ordentlich angeschuert…. Jetzt war ich erst richtig angepisst und verkroch mich in den Schlafsaal, zumal es eh zu laut wurde!! So las ich noch ein wenig und ging dann gegen 8 ins Bett um darauf auch recht schnell einzuschlafen.
Dank des vollen Schlafsaals war es auch recht warm in diesem, was mich sogar dazu veranlasste meinen Schlafsack zu oeffnen.

Am Morgen dann etschied ich mich auf ein Fruehstueck, zugunsten zu laufender Kilometer, zu verzichten. Ein paar Snacks in Form von Cranberries und Schokolade gabs auf’n Weg, auch wenn es nur was fuer den hohlen Zahn und Balsam fuer die Seele war. Um 8:15 Uhr – weitaus frueher als sonst – verliess ich die ueberfuellte Huette um zum 6 km entfernten Ende des Routeburn-Tracks zu gelangen, von wo aus auch Autos abfahren. Dort angekommen, folgte ich der Strasse rund 1 h bis ich dann von den beiden Jaegern (welche im Uebrigen kein Glueck hatten) fuer in paar Minuten bis zur Abzweigung nach Glenochry mitgenommen wurde. Von dort waren es 9 km nach Kinloch, dann weitere gut 12 km bis zum Beginn des Greenstone-Tracks um nochmal 12 km zur ersten Huette zu laufen; und das alles noch moeglichst vor Einbruch der Dunkelheit^^. Eile war also geboten und das bei bestem Wanderwetter! So wie am ersten Tag. Strahlend blauer Himmel, Sonne und angenehme Temperaturen. Viel Zeit hatte ich also nicht die atemberauebenden Naturlandschaften zu geniessen, fuer ein paar Bilder hats dennoch gereicht.
Von einem Rentnerpaar bin ich nach ein paar Kilometern zu Fuss noch aufgegabelt worden. Diese haben mich gut 2 km hinter Kinloch dann abgesetzt von wo aus ich ab 12 Uhr den Rest gelaufen bin. Insgesamt haben mich die restlichen gut 10 km 2 h beansprucht um erstmal zum Track selbst zu kommen und ich war dort schon fix und fertig, da ich ein schnelleres Tempo anlegte. Nun hatte ich nur noch 12 km vor mir fuer welche die Zeit gegen mich tickte. So erlaubte ich mir letztlich nur 5 Minuten Rast und zog danach gleich im leichten Trab weiter.
Endlich wieder im Hinterland! Aber die Freude darueber waehrte nur kurz, denn viel zu sehen gabs nicht und zur Huette wars noch weit. Aufgebrochen bin ich um 2 und spaetestens um 5 musste ich dort sein. Allerspaetestens. Also stramm und munter weiter!
Im Prinzip war der Weg recht gut, lediglich hinter dem sogenannten ‚Flat Slip‚ begann es in Teilen matschig zu werden, jedoch nichts was mich aufhalten koennte. Schnell und elegant wie eine Bergziege ueberkam ich jedes Hindernis. In meinen Gedanken war ich schon beim Abendbrot (zur Erinnerung ich hatte noch nichts gegessen an dem Tag). Erneut standen Stampftueften auf dem Plan, diesmal aber neben der Salami noch mit Ruehrei garniert. ich denke ich muss nicht erwaehen, dass mir bereits auf dem Weg das Wasser im Mund zusammenlief und nahezu einen Wasserfall bildete der es mit dem Dettifoss auf Island aufnehmen konnte! Zudem habe ich mir ausgemacht mich am Ende in Te Anau mit nem Restaurantbesuch beim oertlichen Italiener zu belohnen und an einer ordentlichen, holzbefeuerten Pizza zu laben, inkl. ordentlichem Eis als Nachtisch! Zwar wuerde mein Geldbeutel dagegen votieren, aber wenn ich mich recht erinnere bestimme immer noch ich =).
Aber zurueck im Text. Die Huette selbst war dann auch nicht mehr allzu weit entfernt und es war noch hell genug im Wald, obwohl ich befuerchtete im Dunkeln anzukommen. Als die gute Stube dann in Sichtweite kam war ich nur noch erleichtert. Vor mir waren zwei 16-jaehrige Kiwi-Jungs in der Huette und hatten schon mal ordentlich eingefeuert, was fuer ein Empfang :D. Nachdem ich Elbenhaft fuer 2,5 h quasi ueber den Boden geschwebt bin, war es Zeit endlich was in den Magen zu bekommen! So setzte ich das Wasser auf und bereitete voller ungeduld erst das Ruehrei (noch von Rita auf Stewart Island bekommen, ebenso Trockenfutter, was nur kochendes Wasser benoetigt und wirklich gut schmeckt!) und dann nen Tee sowie den Rest des Essens vor. Keine Panik, jetzt nur nicht hetzen! Man, was fuer ein Genuss! In dem Moment gabs nichts besseres auf der Welt. Ich habe ein wenig mehr als 30 km im Trab zurueckgelegt, auf 8 h verteilt, eine warme, leckere Mahlzeit und als i-Tuepfelchen nen schoenen heissen Fruechtetee und ein prasselndes waermendes Feuer im Hintergrund. Eine bessere Belohnung fuer diesen wunderschoenen Tag haette es nicht geben koennen, ich war wunschlos gluecklich.
Im generellen habe ich festgestellt, dass es sehr zu empfehlen ist 3 verschiedene Mahlzeiten auf den Wegen zu haben, allein schon wegen der Abwechslung. Nudeln mit Tomatensauce + Thunfisch, Cous-Cous mit Maggi-Sauce und Stampftueften mit Salami haben sich bisher als die beste Wahl herausgestellt. Leicht zu transportieren und macht vorallem satt. Fuers Fruehstueck muss ich mir noch mehr einfallen lassen. Zwiebel auf Toast ist gut, aber auf Dauer zu fad. Mit meinen Snacks bin ich durchweg zufrieden auch wenn mir ein ordentlicher saftiger Apfel oder ein paar Bananen schon fehlen.

Jetzt habe ich noch 1,5 Tage vor mir. Zur ‚McKellar Hut‚ (der naechsten auf dem Greenstone Track) sind es 18 km, und von dort aus nochmal 7 km zur ‚Lake Howden Hut‚ vom Routeburn-Track (wo sich der Kreis letztlich schliesst) und weitere 4 km runter zur Strasse zurueck nach Te Anau.
Nach dem Abend hatte ich noch 2 bis 2,5 Portionen Cous-Cous, 1x Nudeln mit Tomatensauce, 1x Nudeln mit Zucker, einen Fishpie von Craig (Stewart Island), sowie ausreichend Toast und Zwiebeln fuers Fruechstueck^^. Also genuegend fuer den naechsten Tag!

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Part IV – Von der Greenstone Hut zur McKellar Hut

Wer rastet der rostet! Am Tag zuvor hatte ich mit dem Gedanken gespielt eine weitere Nacht dort zu verbringen, aber ich muss das Wetter ausnutzen auch wenns nicht ganz so vielversprechend war wie am Tag davor.
Mit Einbruch der Nacht am Tag zuvor habe ich noch ein paar Nachtaufnahmen gemacht. Der nahezu volle Mond war dabei mein Licht und die schneebedeckten, wolkenlosen Berge im Hintergrund mein Motiv! Soweit meine Besten und deutlichsten Nachtaufnahmen.
Die beiden Jungs sind dann auch recht frueh ins Bett gegangen, wahrend ich die Ruhe genoss und im Kerzenlicht bei sternenklarer und windstiller Nacht erneut Herr der Ringe las. Ich geniesse diese kleinen Wanderungen und die Naechte in den Huetten wirklich sehr, sodass mein Herz fast schon mit Wehe gefuellt ist, wenn es zurueck in die Zivilisation geht, obgleich sich mein Magen auf die kommende Pizza und das Eis freut! Dennoch wuenschte ich mir die Reise moege noch laenger gehen, wehsalb ich vorm Einschlafen auch mit dem Gedanken gespielt habe nach Japan den E1 anzugehen und meine Europareise zu verschieben. Dies haette zumindest den Vorteil besser geeignte zu sein durch crowdfunding finanziert zu werden. Dazu koennte ich ein Buch mit detaillierten Trackbeschreibungen, Profilen etc. verfassen. Koennte sogar was werden, da es dazu bisher nichts vollstaendiges gibt und sich hier eine Marktluecke auftut.
Wie dem auch sei muss ich dahingehend erstmal ein wenig recherchieren wenn ich wieder Internet habe.
Am Morgen liess ich es dann ruhig angehen und setzte die Pfanne fuer meine allmorgendlichen geroesteten Zwiebeln auf. Dazu nen Tee und der Tag war gerettet. Aus’m Westen zogen bereits Wolken auf die mir nicht gefallen wollten, obgleich sie noch zu hoch hingen um in den naechsten Stunden ordentlich abzuregnen. Also packte ich meine Sachen und zog kurz nach halb 10 los um in die 18 km entfernte Huette umzusiedeln. Der Weg ansich war sehr eben geschnitten, praktisch kein auf und ab. Als es dann aber runter auf die Weiden ging wurde es puettig und Schlamm wechselte sich mit fliessendem Wasser ab, was meine „Ausweichkuenste“ auf eine harte Probe stellte, da die Sohle meines linken Schuhs noch immer undicht ist.
Nicht immer gelang es mir auszuweichen, was schlussfolgerichtig in nassen Fuessen endete. Zwischendurch gabs auch ein wenig Naesse von oben, aber davor schuetzten mich gluecklicherweise meine Regenklamotten, auch wenns nur leichte 5-Minuten Schauer waren. So wechselten sich Wald- und Weide-Abschnitte ab, bis es zum letzten Teil des Tracks in den Wald ging, welcher dann endlich mal ein wenig Backcountry-Charackter auf den Weg brachte! Wurzelgeflechte, Schlamm, Wasser, Steine, Felsen, ein auf und ab… Was will ich mehr? =). Bis dato war der Weg eher ein Spaziergang (nimmt man die Matsch- und Wasserpassagen mal heraus), aber auf den letzten Metern entpuppte sich der Weg als doch noch (zumindest halbwegs) herausfordernd.
Schon kurz darauf sah ich die Huette und der Weg dahin hat mich genau 4,5 h gekostet, mit anderen Worten 4 km die Stunde. Ich war der einzige dort und kuemmerte mich sogleich darum ein Feuer anzubekommen. Die beiden, welche gestern dort genaechtigt haben, waren so freundlich bereits trockenes Feuerholz zu schlagen, womit das Feuermachen auch denkbar einfach war.
Dann fing es auch heftiger an zu regnen, was sich bis in den Abend hinein zog und worauf noch 2 Amerikaner ins Haus geschneit kamen. Schade! Wieder nicht allein in der Huette!

Nachdem das Feuer brannte, Tee gebraut war und ich mir ein schoenes Eckchen gesucht hatte versteckte ich mich abermals hinter meinem Buch. Zu essen gabs Cous-Cous. Sehr Fad aber macht voll. Sollte ich den naechsten Tag noch bleiben (Zeit habe ich ja und waere eine weitere kostenlose Nacht) bleibt noch genuegend zu essen ubrig. Bleiben tue ich aber nur wenn sich das Wetter nicht bessert. Bis zur Strasse sinds eh nur gute 3 h bis ich mitgenommen werden kanns jedoch laenger dauern.
Ich freu mich dies alles erfahren zu koennen und sogut allein zurechtzukommen, was allerdings hauptsaechlich im Wissen darauf beruht eine sichere Unterkunft zu haben. Allein im Dunkeln im Wald wuerde ich Panik schieben, weil ich darauf nicht vorbereitet bin. Aber da man weiss wo man am Ende landet geht man auch ganz anders an die Sache ran. Und gaebe es keine Huetten muesste ich campen =).

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Part V – Von der McKellar Hut zurueck nach Te Anau

Das Wetter hat sich mit Beginn des sechsten Tages nicht wirklich gebessert, obwohl es hier und da ein paar vielversprechende blaue Loecher in der dichten Wolkendecke gab. So entschied ich nach einigem hin und her noch eine weitere Nacht auszuharren und auf einen baldigen Wetterumschwung zu warten. Diesmal war ich aber endlich mal allein in der Huette und konnte die Stille in mich aufsaugen und bis aufs aeusserste geniessen. Natuerlich habe ich die meiste Zeit des Tages gelesen. Zu Essen gabs aber diesmal sogar drei Mahlzeiten. Fruehstueck wie gewohnt, Pasta zum Mittag und Fishpie zum Abendbrot. Am naechsten Tag musste ich dann aber los, regen oder nicht. Und leider war das Wetter nicht wirklich besser, auch wenn der Regen nachliess.

Es dauerte letztlich nur 2 h und 15 Minuten bis ich an der Strasse war und meinen Daumen herausstrecken konnte. Sage und Schreibe 2 h stand ich da, weil kaum Autos vorbeikamen und wenn, dann nicht anhielten. Mir war kalt, richtig kalt. Der Schweiss auf meinen Klamotten und die nassen Fuesse sorgten dafuer. Zudem wurde es auch mit der Zeit verzweifelnd, da kein Auto anhielt und nur alle 15 Minuten mal eines vorbeikam, bis ich von zwei extrem sympathischen und netten Reisenden mitgenommen wurde. Er aus Gibraltar (was zu England gehoert) und sie aus Frankreich. Ein Paerchen, welches schon seit nunmehr 10 Jahren die Welt bereist, seit einige Jahren auch zusammen. Bis dato die beste und schoenste Mitfahrgelegenheit die ich hatte. Viele interessante Gespraeche und wirklich offene und nette Leute.

Um 2 war ich dann wieder in Te Anau. Und erste Amtshandlung war ne Dusche zu bekommen. Spaeter gings dann wie mit mir abgemacht, zum Italiener um ne schoene Pizza zu essen und Pizzabrot vorneweg. Ich habe mich total ueberfressen und mein Magen hat richtig weh getan. Nach Wochen des kleinen Essens, war man das nicht mehr gewohnt^^. Ansonsten solls das denn nun gewesen sein. Der Greenstone-Track selbst hat mich nicht wirklich ueberzeugt, der Routeburn hingegen schon, auch wenn er weniger herausfordernd war, als der Kepler-Track. Aber nun, nach 3.400 Worten will ich diesen Beitrag auch als beendet betrachten. Ich hoffe ihr habt bis zum Ende durchgehalten^^. Danke fuers lessen =).

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