01 Abel Tasman Coastal Track

Donnerstag, der 5. Februar 2015

Folgender Beitrag versteht sich nachfolgend zum ‚Fruit picking in Cromwell‚-Beitrag und ist intern in drei Teile mit jeweils passenden Bildern gegliedert.

Teil 1: Ankunft:

4 Tage der bezahlten Woche frei, dazu an den restlichen Tagen quasi fuer Lau gearbeitet… Das muss man sich nicht laenger bieten lassen! Also kuendigten wir kurzerhand unseren Job und folgten Danielas Einladung zum ‚Abel Tasman Coastal Track‘, welche uns nach dem publizieren des letzten Beitrages erreichte. Zeitlich wuerde die Wanderung am Samstag vor dem Luminate-Festival stattfinden, also am 24. Januar 2015. Bis dahin, waren es noch 2 Tage um in den Norden zu hitch hiken (trampen), was ansich schon sehr eng ist, aber irgendwie wird das schon gehen, dachte ich.

Nach langem hin und her, ob Mike nun mitkommt und wenn ja, was er mit seinem Auto macht, entschlossen wir uns dafuer getrennt zu reisen, da Mike seine Karre nach Christchurch bringen will, ich aber nicht fuer den Sprit aufkommen kann und deshalb mir vornahm ueber Wanaka und die ‚West Coast‘ nach Norden zu hitch hiken. Letztlich stellte sich dies jedoch als Desaster heraus zumindest fuer den ersten Tag. Geplantes Ziel war ‚Greymouth‘, jedoch kam ich noch nicht einmal an der Westkueste an, sondern bin in ‚Makaroa‘ gelandet, wo ich mich entschloss zu campen fuer 12 Dollar (sehr empfehlenswert, da man von dort auch gut in den ‚Mount Aspire National Park‘ wandern gehen kann).
Auf dieser Strecke fahren nicht gerade viele Autos und die die hier langfahren, nehmen anscheinend keine hitch hiker mit^^. Kurzum kam ich an diesem Tag (22. Januar 2015) lediglich in 20 km Schritten voran, was immerhin schonmal etwas ist; es haette auch schlimmer kommen koennen :D. Dafuer habe ich ein paar sehr nette Leute kennelernen duerfen und die Aussicht, dass es an der Westkueste insgesamt fluessiger vorangehen sollte, da es ja auch touritsisch attraktiver ist.
Landschaftlich war es dennoch ein bisheriges Highlight. Strassen die durch enge und steile Schluchten fuehren, mit viel Urwald und wilden Fluessen und einer insgesamt atemberaubenden alpinen Szenerie. Wir sind mitten durch die Alpen gefahren und als sich die Landschaft wieder oeffnete sind viele Fluesse zusammengekommen und in die grosse Ebene mit Grasland gemuendet sind, war der Ausblick einfach nur gigantisch. Unterwegs konnte ich leider keine Bilder machen, weshalb diese fuer mich exklusiv in Erinnerung bleiben.

Am naechsten Tag stand ich frueh auf und wurde dann auch tatsaechlich nach ner Stunde strammen stehens an der Strasse von nem Kiwi mitgenommen, der mich nach Haast transportierte. Das erste Oertchen an der Westkueste! Nach erneutem 1,5 h langem warten schlug mein Glueck endlich zu! Ich hatte schon befuerchtet, dass ich zu spaet kommen wuerde und die beiden ohne mich wandern muessten. Dennoch kam Liane vorbei und fuhr bis nach Nelson hoch! Heidiho! Vorbei an den Fox- und Franz-Josef Gletscher, wo ich sie auf  ne Tasse Tee einlud, uber Greymouth, Westport und dann zurueck ins Inland Richtung Motueka bzw. Nelson. Insegsamt waren es sicher 10 h Fahrt mit Pause und sie machte sogar noch nen kleinen Umweg fuer mich, damit ich es leichter nach Motueka und letztlich zum ‚Kanuka Ridge‘-Hostel habe – meiner Endstation.
Irgendwann um halb 10 abends kamen wir dann am Highway zwischen Nelson und Motueka an, wo ich nach 5 Minuten bereits aufgegabelt wurde und bis nach Motueka kam. Es war gegen 10, Stockduster und noch gute 20 km bis zum Hostel! Nicht aufgeben hiess die Devise, ankommen wuerde ich auch wenn ich laufen muesste, aber gluecklicherweise wurde ich wieder nach 5 min aufgegabelt und bis zum Fuss des Berges gebracht wo ich hin wollte. Jetzt waren es noch gute 6 km und kein Auto in Sicht. So lief ich mit Sack und Pack ne halbe Stunde lang die Bergstrasse hoch, die nebenbei gesagt komplett unbeleuchtet war und  nicht gerade ungefaehrlich. Nach etwa 25 Minuten hoerte ich dann doch endlich ein Auto ankommen. So nahm ich – gewitzt wie ich bin – meine Kopflampe und leuchtete Batman-like meinen Daumen an, der an der gegenueberliegenden Felswand vergroessert erschien, und man glaube es kaum, aber es hat gewirkt! Der nette Kiwi aus Marahau hat mich dann letztlich – schweissdurchnaesst wie ich war – zum Hostel gefahren! Gegen 11 Uhr war ich dann vor Ort und hab Daniela und Mike gefunden! Gluecklich wieder vereint zu sein, gabs erstmal nen Teletubbie-Schmuser! Anschliessend quatschten wir noch ein wenig um dann gegen 12 ins Bett zu gehen. Uebrigens hatte die Rezeption um die Zeit natuerlich nicht mehr geoeffnet, sodass ich die Nacht dort schwarz verbrachte, da wir am naechsten Morgen schon um 8 Uhr los mussten und die Rezeption auch erst um 8 aufmachte. Glueck gehabt! Hab mich dann in den Aufenthaltsraum gelegt.

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Teil 2: Der Track

Die naechsten beiden Tage bin ich dann zusammen mit den beiden Chaoten den Track gelaufen, jedoch hat sich mit der Zeit das hastige Aufbrechen von Cromwell, sowie die mangelnde Vorbereitung bemerkbar gemacht. Gehoert wohl doch ein wenig mehr dazu um spontan zu sein!
Jedenfalls wurden wir puenktlich um 8:20 Uhr vom Hostel mittels Shuttle Bus nach Marahau abgeholt. Dort angekommen sind wir dann mit dem Wassertaxi (fuer 47 Dollar!) – eine Art Schnellboot fuer etwa 12 Personen – zum Ende des Tracks nach ‚Totaranui‘ (jeder Abschnitt hat seinen eigenen Namen, also keine Stadt) gefahren, sodass wir zurueck nach Marahau und somit zum Hostel laufen koennen. Dennoch machten wir einen kleinen Umweg, der uns ueber den noerdlichen Loop fuehrte und wieder nach Totaranui verlief. Insgesamt 2 Tage dafuer, wir wollten ja nicht hetzen. Der Hinweg zur ‚Wariwaranghi‘-Huette fuerhte die Kueste entlang und war hauptsaechlich durch sehr dichten Kuestenurwald und goldenen Straenden/Buchten charakterisiert. So machten wir an der ein oder anderen Bucht halt und genossen das fabelhafte Wetter und die leichte Brise, welche uns entgegen kam. Der Weg selbst ging immer wieder auf und ab, teils auch etwas steiler, aber um angenehm laufen zu koennen hatte ich mal wieder viel zu viel Gepaeck dabei! Quasi meine gesamte Habe, inkl. Gitarre, mind. 20 kg auf dem Ruecken (bis zum Randvoll gepackt und zusaetzlich am Rucksack selbst noch alles voll). Leider zeigte sich schon hier die mangelnde Vorbereitung. Ich dachte ich waere frueher in Motueka um noch einkaufen zu gehen – dem war aber nicht so, so war ich auf Mike angewiesen. Ich brauche generell nicht viel zu essen wenn ich unterwegs bin, das Problem war eher das Wasser und mangelnder Platz dafuer. Zwar kann man seine Flaschen an jedem Rastplatz auffuellen und die Etappen sind nicht allzu weit, aber unterwegs in der Hitze schiwtzt man auch wie ein Schwein, sodass meine 1 L Flasche schnell leer war und nicht ausreichte.

Wie auch immer, an der Huette angekommen, ruhten wir uns dann erstmal aus. Daniela in der Huette und wir beiden am Zeltplatz. Spaeter quatschte ich noch ein wenig mit meiner Seelenverwandten, waehrend Mike zum Strand ging, las und die Gegend explorierte.
Die Nacht selbst war klasse nur die Possums in der Nacht waren echt nervtoetend und laut. Ich hatte schon Angst sie wuerden an unseren Rucksaecken nagen, was zum Glueck aber nicht passiert ist. Suess sind auch die Wekas, etwa Huhngrosse flugunfaehige und fluegellose „Voegel“, die echt zahm sind und bis auf 30 cm von selbst zu einem heran kommen. Neugierig sind sie zudem auch noch. Notproviant falls es doch nicht reichen sollte^^.
Am naechsten Morgen packten wir dann zusammen und zogen aus den 2ten Teil des Loops zurueck nach Totaranui und anschliessend zur, von dort aus 7 km entfernten, Awaroa-Huette zu laufen. Der Aufstieg war zuerst noch recht einfach, da es auch erst 10 Uhr morgens war und die Mittagshitze erst noch bevorstand! Oben angekommen wurden wir dann mit wundervollen Ausblicken auf die Buchten belohnt. die leider nicht alle ihren Weg auf meine Speicherkarte fanden, ein wenig muss auch privat bleiben und sich zum selber entdecken eignen =).
Auf dem weiteren Weg waren wir dann knallhart der Sonne und Hitze ausgesetzt, kein Wind, kaum Schatten, schwindende Wasservorraete und Schweissausbrueche ohne Ende. Naja, solange man noch Schweiss produziert ist ja noch alles in Ordnung, irgendwann, nicht weit von Totaranui entfernt, hoerte aber auch das auf und ich zog die einzig richtige, wenn auch schmerzhafte Konsequenz daraus – ich steige aus. In Totaranui wuerde ich mir ein Wassertaxi fuer den naechsten Vormittag bestellen und zurueck zur Kanuka Ridge gehen.

Nachdem ich diesen Entschluss gefasst hatte und die Worte in die Tat umsetzte war ich natuerlich auch enttaeuscht von mir und wuetend auf mich selbst, dass ich so schlecht vorbereitet war und alles uebereilt angegangen war – aber wie heisst es so schoen, nur bittere Medizin wirkt!
Fuer den Rest des Weges zur Awaroa-Huette war nicht viel mit mir anzufangen, denn ich war immer noch niedergeschlagen erneut die Reissleine gezogen zu haben. Nach etwa 6 km wandern – ich war natuerlich trotz der vorangegangenen Pause in Totaranui immer noch recht fertig – erreichten wir dann den grossen Aestuar, den man nur bei Ebbe ueberqueren kann, was dann etwa 20 Minuten dauert. Als dann aber auch das geschafft war, kamen wir geleich an der anderen Seite des Ufers an und somit auch an der Huette. Unser eigentlicher Campingplatz (Mikes und meiner) war noch ein paar km entfernt, wir entschlossen allerdings dort zu bleiben, da ich am naechsten Morgen eh nicht weit entfernt abegholt werden wuerde. Zudem koennten wir dann auch noch mehr Zeit zu dritt verbringen.
Falls der Ranger kaeme, haetten wir auch ein paar gute Ausreden parat. Dieser kam dann letztlich auch um die Tickets zu kontrollieren, gluecklicherweise hat Mike das frueh genug mitbekommen, sodass wir im Zelt so ruhig wie moeglich lagen und er uns nicht findet. Klappte dann letztlich auch! Dennoch ging ich dann unter die kalte Buschdusche von wo aus ich den Ranger an der Huette seine Arbeit verrichten sah. So wartete ich bis er auch ein zweites Mal seinen Ruecktritt anging und ward kurz darauf bei Daniela die mir sagte, dass „illegale“ Camper 120$ blechen muessten! Mir fiel ja fast die Kinnlade runter! Allerdings hatten wir Glueck und wir wurden weder zur Kasse gebeten noch entdeckt. Ist ja nicht so, als haetten wir keinen Campingplatz gebucht (uebrigens 14$ pro Person und Nacht, ein Platz in der Huette 32$), nur halt nicht den, auf den wir uns befanden^^. Scheint so als waere ich mittlerweile ziemlich versiert darin, die Zeche zu prellen :P.

Am naechsten Morgen dann, zogen wir extra frueh los um noch in der Awaroa-Lodge zu fruehstuecken, welche nur etwa 30 Minuten von der Huette entfernt liegt und 5 Minuten von meinem Abholpunkt am Strand. Das Teil war ja mal wunderschoen! Sehr viel Holz und Stein, richtig edel und luxurioes, jedoch ohne abgehoben zu wirken. Mike und ich griffen dann auch zum Buffet, was mit 28 Dollar zwar sehr teuer war, aber nach Wochen langem Camping und Toast, war es mir mehr als Wert. Da ich nicht viel Zeit hatte, stopfte ich so viel wie moeglich in meinen leeren Magen hinein wie es nur ging, schliesslich musste es den 28$ zumindest im Ansatz gerecht werden! Brot mit Marmelade, daenisches Brot mit Schinken, Ruehrei, irgendwas paniertes, Melonen und Ananas-Scheiben, Yoghurt, mehrere Glaeser Saft etc. Irgendwann war ich dann im wahrsten Sinne des Wortes vollgefressen udn machte mich auf den Weg zum Strand um abgeholt zu werden.

Wieder in Marahau angekommen wurde ich noch bis zum Hostel gefahren und habe fuer 56$ nen Single Room gebucht (diesmal alles offiziell^^), das einzige was frei war. Normalerweise viel zu viel Geld, aber nach 7 Wochen campen und der Aussicht auf nen richtigen (!) Bett zu naechtigen – gekauft!
Zudem habe ich mit den anderen beiden noch ausgemacht fuers Luminate- Festival einzukaufen und sie am Dienstag mit was selbst gekochtem zu empfangen, wenn sie erschoepft am Abend hier eintreffen! Es wird Szegediner Gulasch mit Rotkohl geben, was die beiden allerdings noch nicht wussten :D.

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Teil 3: Kanuka-Ridge Hostel

Waehrend die anderen beiden noch den Track zuende liefen, blieb ich nicht unproduktiv. Nach kurzer Rast in meinem neuen Bett, ging es dann mit geleertem Rucksack auf nach Motueka um nen Grosseinkauf fuer Daniela und mich zu machen und fuer das Luminate-Festival gewappnet zu sein! 2 Stunden und 160 Dollar spaeter, hiess es dann wieder zurueck zu trampen, was immer ein wenig umstaendlich ist, aber man hatte ja Zeit. Der oben erwaehnte Gulasch bzw. das letzte Abendmal am darauffolgenden Tag ging natuerlich auf meine Kosten, schliesslich habe ich zum Dinner eingeladen!
Den Rest des Tages verbrachte ich damit nichts zu tun, was ausserordentlich gut gelang. Ich legte mich in die dort verfuegbare Haengematte im Schatten, liess eine leichte Brise mein Haupthaar durchwirbeln und las nebenbei ein Buch. Es koennte nichts schoeneres geben nach den Strapazen der letzten Wochen. Das erste Mal wo man wirklich abschalten und sich erholen konnte =). Zudem ist das Hostel am Tag ueber leer, da jeder irgendwo anders rumschwirrt. Genossen habe ich vorallem mein Privatzimmer. Zum ersten Mal wieder eine Nacht ohne Schlafsack und Platzmangel, nein ich waelzte und suhlte mich in einem Doppelbett! Muahahaha!
Am naechsten Morgen startete ich sehr erholt den Rotkohl und letztlich wurde er zum besten den ich bisher fabriziert habe! Jedes Mal besser und nicht weit davon entfernt wie er bei Oma schmeckt =). Der Gulasch selbst wurde anschliessend vorbereitet und gekocht, sodass, wenn die beiden eintreffen, nur noch die Tueften gekocht werden muessten. Ich haette so schon essen koennen, so verlockend hat es geduftet und geschmeckt.

Gegen halb 7 hiess es dann essen fassen, denn die beiden waren frueher als geplant schon zurueck! Tueften schnell gekocht und dann serviert! Richtig edel, so gut es natuerlich ging, draussen auf der Bank. Nach zahlreichen Lobeleien und Dankesreden liessen wir den Abend ruhig ausklingen. Mittlerweile dachte ich dann auch, dass meine fruehzeitige Rueckkehr richtig war. Zudem haetten wir kaum Zeit gehabt ordentlich einzukaufen, waere ich den Rest mitgelaufen, bevor das Festival beginnt.

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