4. Woche: 21. bis 25. Oktober 2013

Willkommen zurück!

Da ich nun mit meinem Gebiet durch war, hatte ich vor mein Probenpaket am Montag abzuschicken. Mir schwante es schon dass es zu Komplikationen, diesbzüglich kommen würde – und ich behielt Recht.

Da ich bis Mittags schlief (Gott segne mich), ging es gegen 13 Uhr zur Post, um mir ein Paket zu besorgen. Hier jedoch gabs schon das Erste Problem. Entweder sie hatte mich nicht verstanden (sprach kein Englisch), oder es gibt da einfach keine Pakete zu kaufen. Vermutlich eher beides^^. Ist auch nur eine kleine Provinzpost mit einem Schalter, dennoch hätte ich erwartet zumindest das nötige Verpackungsmaterial zu bekommen… Nagut was also nun? Ich ging zurück zur Pension, suchte mir bei einem Online Wörterbuch ein paar Brocken heraus um meinen Vermieter zu fragen wo man hier Pakete kaufen könne. Nach etwas suchen, hat er mir dann eins gegeben, ein Karton wo vorher Druckerpapier enthalten war.
Dankend nahm ich es an, bepackte den Spass und wir kümmerten uns zusammen um den Paketschein der via Onlineausfüllung beschrieben wird. An dieser Stelle muss ich mich schon einmal bedanken für dessen tatkräftige Unterstützung, obwohl wir uns sprachlich nicht verstanden haben, aber Google gibt Abhilfe.
War das Problem gelöst, wollte ich wieder zur Post gehen um das Paket dann aufzugeben, jedoch macht diese schon um zwei wieder dicht, wo wir schon eine Viertel Stunde drüber lagen… Ok, dann am nächsten Tag dachte ich mir. Früh hat sie von 7:45 bis 10:15 geöffnet, gehen wir gleich zu der Zeit hin, damit ich nochmal ins Feld – und den NE sowie den SW annektieren kann. Gesagt, getan. Dummerweise kam uns wieder das Verständigungsproblem dazwischen, jedoch kam kurz darauf eine junge Frau herein die Englisch spricht, und für mich übersetzte. Sie meinte, dass ich erst heute Mittag/Nachmittag zahlen müsse, wenn der Postmann zu mir käme und mir die Rechnung bringt. Kam mir zwar komisch vor aber ok – andere Länder, andere Sitten^^.
So ging ich dann wieder nach Hause um auf den werten Herrn Postmann zu warten. Leider kam der nicht. Die Zeit verstrich, es wurde drei, dann vier, irgendwann nachts. Nichts. Wieder einen Tag verschwendet an dem ich noch hätte arbeiten können…
So entschloss ich mich, am Mittwoch Vormittag nochmal zur Post zu begeben um zu erfahren was los war. Zuvor hatte mich aber mein Vermieter aufgehalten und mir schon mitgeteilt dass es mit dem Paket ein Problem gäbe. Es war zu schwer… 11,2 kg wie ich später erfuhr. Als wir dann zusammen zur Post fuhren (an dieser Stelle gilt es meinen Zweiten Dank auszudrücken), erfuhren wir zusätzlich, dass sie nur bis 10 kg versenden und ich sonst nach Banská Bystrica fahren müsse wenn ich das Paket – so wie es ist – versenden will. Da dies natürlich keine Option war musste ne andere Lösung her. Auch erfuhren wir dass 10 kg nach Europa satte 38€ kosten würde!!! 5 kg hingegen um die 28€. Man stelle sich das mal vor. Ich hab zwar keine Ahnung wie teuer es von Deutschland aus ist, ins Ausland zu senden, kann mir aber nicht vorstellen, dass es so viel wäre. Man möge mich dahingehend aufklären^^. Mein Vermieter hatte dazu noch eine(/seine?) Freundin bzw. Frau angerufen die gedolmetscht hat. So entschlossen wir uns das ich nen Teil der Proben mit den Rucksack nehme und den anderen in einem kleineren Paket versende. Letztlich wurden es 5,27 kg und damit 28,50 €! Da es zur Zeit des versendens nun auch schon wieder 14:30 Uhr war, ist ein weiterer Tag dem Nichtstun zum Opfer gefallen. Gut ich hätte ein wenig PC-Arbeit machen können, aber keine Lust dazu^^. Ich war ein wenig deprimiert dass es so teuer war und so lange gedauert hatte bis ich das halbe Paket abschicken konnte. Hoffen wir dass es ankommt…
Der nächste Schock kam dann als ich die Rechnung bestellte, da ich wegen der teuren Portogebühren, meinen Haushalt checken musste und daher schon früher bezahlen wollte. Ich nahm an das eine Nacht hier 12€ kosten würde, schon allein weil mein Zimmer kleiner ist als das meiner Kollegin damals. Zudem hatte ich keine Badewanne drin. Jedoch kostete es auch 15€. Zum Glück hatte ich vor kurzem mein Kopfgeld bekommen, sodass ich nach Monaten endlich mal nen gutes Plus aufm Konto hatte. Hatte. Plus Adé *hinterherwink*. Wir einigten uns darauf dass ich 270€ Bar zahlen würde und die restlichen 105€ dann mit Karte. Er war sogar so nett und hat mir die Kurtaxe erlassen, was nochmal knappe 14€ wären. Naja, nun gut, so locker wie hier wird das Geld lange nicht sitzen^^.
Nun hatte ich also noch einen Tag über in dem ich was hätte machen können. So entschied ich mich für den NE des Gebietes, da es kürzer und zudem größer ist als das was ich im Süden ins Auge gefasst hatte. Wie sich herausstellte war es auch komplizierter (wäre ja auch zu schön wenns anders wäre^^). Letztlich hab ich fünf Stunden dort verbracht und keine Ahnung wie ich die Gesteine dort erklären soll :D. Aber hey, das ist Geologie^^.

Somit hab ich dann zumindest mein Gewissen beruhigt und als Belohnung für meine fleißige Arbeit bin ich dann nochmal zum Abschluss Essen gegangen – ich habs ja…^^. Als ich zurückkam, packte ich soweit alles ein – und es wurde verdammt eng und schwer – sodass ich in der Frühe dann nicht groß Lärm mache. Der Wecker wurde auf fünf Uhr gestelt, um Viertel sechs stand ich auf. Als ich dann soweit war und zum Taxi gehen wollte (was er mir netterweise am Donnerstag bestellt hat), wurde ich überrascht! Es gab Geschenke^^. Ich hatte auch noch eine Packung Merci gekauft um mich bei ihm für alles zu bedanken, bekam aber selbst ein großes Lunchpaket mit 4 belegten länglichen Milchbrötchen, ein paar Waffeln, einem Apfel, eine Apfelsine, sowie einer Banane. Zum krönenden Abschluss sogar noch eine Flasche Sekt! Der Tropfen sieht echt Edel aus. Ich kenne mich zwar mit Alkohl kein Stück aus, jedoch scheint er zu der teureren Sorte zu gehören. Es steht irgendwas von Anno 1825 drauf (ich denke nicht dass es das Jahr ist in dem er gebraut wurde), und als Marke: Hubert de Luxe [Anm: er ist gute 10 Euro Wert, kommt aber auf die Idee an und nicht auf den Preis =)]. Ich wusste gar nicht was ich sagen sollte – und das kann man wörtlich nehmen – denn ausser „Danke“ auf slowakisch kann ich keine weiteren Dankesreden halten. Ich war irgendwo gerührt, für seine Herzlichkeit und Offenheit. Auch, dass er mir ein Lunchpaket machte, was ich in keinster Weise verlangte oder bestellte war wahrlich klasse. An dieser Stelle möchte ich meinen Dritten und letzten Dank ausrichten. Generell hab ich ihm viel zu verdanken!
Mit einem komischen Gefühlszustand stieg ich dann ins Taxi ein. Ein Gefühl von innerer Ruhe und Glück. Ein Gefühl das noch immer anhält während ich diese Zeilen schreibe (auf dem Bahnhof in Bratislava). Aber ich weiß, dass dieses schöne und ehrliche Gefühl, bald wieder dem alltäglichen Gleichmut und der egoistischen Einsamkeit Weichen wird. Dennoch werde ich diesen Aufenthalt dort nie vergessen und mich – dank dieses Blogeintrages – immer daran erinnern können. Willkommen zurück!

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