Tag 08: „Schöne Wanderung, scheiß Geologie :D“

Montag, der 7. Oktober 2013:

Nachdem gestern alles klasse verlief musste es ja heute einen fetten Dämpfer geben. Ich entschloss mich, für diesen Tag nur auf den Wegen zu bleiben um neues Terrain südlich des bisher kartierten zu erschließen. Aber zuerst ging es dafür noch am Barytgang vorbei, der auf einem Weg unterhalb des gestrigen Aufschlusses herauskommt und wo auch noch Schächte offen sind in denen ich es mir nicht nehmen konnte, mal reinzuschauen. Ich hatte ja meine Kopflampe mit um drinnen Sicht zu haben, was auch notwendig war, denn gleich Nahe dem Eingang gab es ein Loch wo man nicht gerne reinfallen will. Links lag dann ein Schacht, den ich mir genauer ansah und zu meiner Überraschung einigen Fledermäusen begegnete. Eine hing sogar schlafend an der gut 1,20 m hohen Decke, die auch prompt abgelichtet wurde. Weiter hinten war eine schon in heller Aufregung, vermutlich durch das Licht meiner Lampe gestört. Man kennt ja aus diversen Abenteuerfilmen immer den Ablauf wenn man eine Höhle betritt: Massen von Fledermäusen kommen auf einen zugeflogen und schwirren aus der Höhle hinaus. Hier war es ganz anders, denn sie kamen/wollten gar nicht an mir vorbei und sind immer wieder zurückgeflogen. Mythos widerlegt. Die waren wohl so aufgeregt und genervt dass es immer mehr wurden und gemeckert haben wie kleine Rohrspatzen, was ich dann als Zeichen nahm, sie doch nun endlich in Ruhe zu lassen. Vom Eingang aus gab es noch einen Schacht geradeaus, also über das Loch, der tiefer hinein zugehen scheint, jedoch kaum erreichbar, da die Stämme schon recht Morsch waren. Dennoch war es interessant zu sehen wie der Baryt sich langzieht und was für ein Ausmaß das Mineral annahm. Bis hierhin war soweit auch alles in Ordnung, nur dass schon kurz dahinter, Gesteine auftraten die dort (nach meiner Theorie) nichts zu suchen haben und ich keine Antwort finde, auf die Frage: Was tun sie da? Sie sind weder vom Barytgang in irgendeiner Weise beeinflusst worden (alteriert z.B.), noch passen sie ins geologische Gesamtbild des Gebietes, zumal sie bisher auch nur an der Stelle auftraten in kleinem lateralen Ausmaß. Whatever… Nachdem ich weiterging, nahmen die Abstrusitäten weiter zu. Ständig, also alle paar Meter, gab es wechsellagen von zwei Gesteinstypen, die man grob auch als eine zusammenfassen könnte, aber wir wollen ja genau bleiben und uns die Arbeit nicht zu leicht machen. Grob gesagt unterscheiden sich beide nur im Tonanteil und der Korngröße. Über den ganzen Weg (etwa 2 km) immer wieder Wechsel, sodass ich sicher hier und da Änderungen übersehen habe, was nicht weiter tragisch ist, aber dank der recht schlechten Karte, das orientieren auf den Wegen auch nicht einfach macht. Was mir dann aber noch positiv auffiel ist die vermutliche Fortsetzung des Barytganges, über das Tal hinweg, wieder hinauf auf den Berg. Nur handelt es sich hier um fast reinen Quarz, der jedoch in etwa auf gleicher Linie wie der genannte Gang liegt und auch seitlich davon Alterationserscheinungen zeigt. Könnte sein, dass es damit zusammenhängt, muss ich aber noch weiter untersuchen, denn im Tal zwischen den beiden Aufschlüssen, schaut auch noch etwas Markantes heraus. Entweder es ist Quarz, Baryt oder ein Übergang. Muss man sich auf jeden Fall mal anschauen. Die ganzen Täler und Hänge abzuklappern, erst recht wegen der zahlreichen Wechsellagen wird noch eine Heidenarbeit, nur die wenigsten werde ich verfolgen können, bzw. überhaupt finden. Auch ist die Vegetation natürlich mächtig im Weg, von der Steilheit der Hänge ganz zu schweigen.
Am Ende meiner definierten Route hab ich mich irgendwie verlaufen, denn einer der Wege ist mal wieder nicht oder verändert, auf der Karte drauf, weshalb die verfolgten Einheiten noch irgendwo in der Schwebe liegen. Dennoch kam ich so ein Stockwerk höher auf den Berg, zum nächsten Weg, was ich an einem anderen Tag ablaufen wollte. Leider gab es auch hier diese Wechsel, nur lassen sie sich nicht zu den darunterliegenden korrelieren.

Morgen will ich mal die gesamte Südgrenze, samt des Örtchens Špania Dolina von Tag 1 ablaufen und dann über die Ostgrenze, nochmal mittig nach Westen laufen und schauen was ich so schönes find. Wird also eine lange Tour, umso länger wenn die Geologie nicht besser wird^^. Drückt mir die Daumen…

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