Tag 07: „Walnüsse & angenehmes arbeiten“

Sonntag, der 6. Oktober 2013

Heute hatte ich mir vorgenommen die Nordostecke meines Gebietes zu kartieren in der Hoffnung dass dies schnell gehen möge, denn ich wollte mir ebenso noch ein paar andere weiße Flecken ansehen.
Ich wurde nicht enttäuscht! Heute war die Geologie mal das was sie sein sollte: Vorhersagbar! So bestand der NE aus dem Gestein was ich dort erwartet (und um ehrlich zu sein, auch sehen wollte, noch mehr Grenzen über steiles Terrain ablaufen hatte ich keine Lust^^) habe und auch ein anderer weißer Fleck, verhielt sich so wie ich es mir dachte. Zeigt dass ich doch ein wenig räumlich denken kann (auch wenn dies in erster Linie durch andere Faktoren beeinflusst wird). So konnte ich bis um Ein Uhr (also Mittag), den Nordosten abhaken und hab auf dem Weg, sogar noch ein Profil aufnehmen können, was einige Störungen beinhaltet hat. Störungen sind Verwerfungen bzw. Verschiebungen des Gesteins gegeneinander, so als würde man beide Hände flach in der Luft halten und die Finger zusammenführen, dann aber eine der beiden relativ nach oben oder unten bewegen. Für die, die mit geologischen Begrifflichkeiten nicht so vertraut sind^^.
Dann wollte ich mir noch einst die Südseite des langen Berges hier vornehmen, wo ich dann erstaunlicherweise eine (für mich) überragende Entdeckung machte. Es gibt hier einen Baryt Gang, der sich, so wie sich herausstellte, quer über den Berg zieht und beidseitig die Arkose (ist ein Feldspat-reiches Gestein), mit Eisen imprägnierte und alterierte, sodass es teils richtige bis zehn Zentimeter große Eisen-Konkretionen im Gestein gab. Das Eisen wurde sehr wahrscheinlich vom Baryt mit hochgebracht, sodass es ins umliegende Gestein eindringen und es kontakt-metamorphieren konnte. Sowohl der Gang als auch die Überprägung sind auf der anderen Seite verfolgbar. Diese habe ich schon am gestrigen Tag kartiert, konnte mir nur bis dato keinen Reim drauf machen bzw. den gesamtgeologischen Rahmen nicht erahnen. Dass das Mineral was ich dort gesehen habe (aber nur recht unscheinbar da auftritt) Baryt ist, konnte ich auch erst mit diesen Kenntnissen sagen. Umso stolzer bin ich auf mich, dass ich ohne Hilfe drauf gekommen bin. Auch wenn nur ein Bruchteil der Leser überhaupt richtig nachvollziehen kann was ich meine, so muss ich mich doch mal ein wenig selbst loben, hebt ja irgendwo auch die Stimmung, die nicht wirklich schlecht war/ist^^. Nach der Euphorie machte ich dann Schluss für den Tag, man soll ja bekanntlich aufhören wenn es am schönsten ist. Auf dem Abstieg nahm ich noch einen kleinen Steinpilz, sowie eine kleine Marone mit. Auch ging ich (wie am Anfang des Arbeitstages) zu einem Walnussbaum der eine halbe Minute von unserer Pension entfernt steht, und sammelte dort um die zwei Kilogramm des natürlichen Guts! Nach den Frösten in den letzten Nächten ist der Baum ganz schön kahl geworden und auch wenn nur ein paar Äste über dem Zaun hängen, sind dabei erstaunlich viele Nüsse auf den öffentlichen Weg gefallen. Wenn ich schon in Jena nicht zum Sammeln komme, mach ich es halt hier ;). Es ist immer wieder schön die Früchte der Natur zu ernten/sammeln und sie dann zur richtigen Zeit genüsslich zu verspeisen. Ein Walnussbaum steht auf meiner Liste ganz weit oben, wenn es um mein künftiges Selbstversorgerleben geht. Zwar braucht er gute zehn Jahre bis er trägt, aber alles benötigt seine Zeit und die Geduld muss man aufbringen, zumal die Ernte dann sehr reich sein wird.
Nach dem Duschen hatte ich mir noch vorgenommen Essen zu gehen und zwar Pizza! Gleich neben dem Restaurant der ersten Tage, gibt es das „Hotel Altenberg“, mit eigenem Restaurant. Sehr schick, kann man nicht anders sagen, und zudem auch recht preisgünstig. Für eine große (ca. 30 cm) Schinkenpizza, eine Suppe als Vorspeise und drei 0,2l Apfelsäften – 8,45€ zu zahlen ist nicht viel. Das Beste war dann, dass der Ober sehr gutes Englisch konnte, der bisher einzige den ich getroffen habe^^. Der Schuppen wird nächste Woche noch einmal inspiziert :D.

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