Tag 8: FKK auf Island!

Donnerstag, der 15. August 2013

Wie gestern schon angedroht, standen heute die Fahrt zur Askja und das Bad in der heißen Quelle auf dem Programm! Doch zuvor der allmorgendliche Gang zum Klo, sowie ein ordentliches Frühstück.

Das Wetter heute war typisch isländisch, bewölkt und am Nachmittag (auf der Rückfahrt) regnerisch. Der Weg zur Askja hat satte vier Stunden gedauert, da wir über Schotterpisten durch ein gigantisches Lavaflachland fahren mussten. Wir sind wirklich die gesamte Zeit über, hauptsächlich durch Pahoehoe Laven gefahren und haben die wunderschönen Farben und Formen genossen, welche von Sonne und Wolken geschaffen wurden. Es war eine willkommene Abwechslung zum tristen grau/schwarz der Lavaströme und Berge/Vulkane bzw. der gesamten Umgebung! Übrigens wurden in dieser Wüste, historisch auch Verbrecher ausgesetzt. Die Gegend hier ist extrem karg und wie schon erwähnt riesig. Außer ein paar Enten haben wir auch nichts an Leben gesehen.
Als dann endlich die Askja in Sichtweite kam änderte sich die Landschaft ein wenig. Pahoehoe Laven wurden zunehmend weniger zugunsten von weißlich/gelblichen Bimsen, die zum Eruptionszentrum an der Askja hin an Menge zunehmen. Generell war der Fahrweg sehr eben, was mitunter auf die Eiszeiten zurückzuführen ist.
Kurz vorm Ziel, kamen uns dann mächtige Aa-Laven (bedeutet quasi nicht mit nackten Füssen begehbar – im Gegensatz zu Pahoehoe) die sich scharfkantig durch die Landschaft zogen. Proximal (d.h. zum Zentrum hin) lagerten sich dann noch Pahoehoe Laven über die Aa-Brekzien ab. Ein fantastischer Anblick!

Am Parkplatz letztlich angekommen ging es an einen kleinen Schlackenkegel vorbei, deren Schlacke unverschweißt als Gerölle rumlagen. Man konnte ein 50 cm Schlackenstück aufheben und ohne große Probleme halten, was an seiner hohen Porosität liegt. Wenn eine Lavafontäne spuckt und der Gasgehalt groß genug ist, ziehen die ausgeworfenen Partikel Luft an, erhitzen sie, und steigen durch Auftriebswinde auf und werden wegtransportiert. Durch dieses Ausspucken wird die Lava gezogen und abgekühlt, wodurch dann langgestreckte Blasen und Hohlräume entstehen, die letztlich die gesamte Oberfläche vergrößern.
Weiter Richtung Öskjuvatn (der 1875 gebildete 3×4 km große Kratersee), und dem Víti (isländisch = Hölle) der kleine Kratersee in dem wir baden sollten, ging wir über einen Splitübersehten Untergrund. Es handelt sich natürlich um vulkanische Auswürfe. Vielleicht sollte ich an dieser Stelle noch erwähnen dass die Winde hier echt heftig waren, und das Wetter, samt Temperaturen recht mies mit den Winden kooperierte. Gefühlt waren es vielleicht 5°C und der spätere Regen dazu sind sicher nicht die besten Voraussetzungen zum Baden gehen^^. Zum Glück habe ich mir in weiser Voraussicht mal wieder meinen Wikingerbart geflochten, sonst wäre er wieder kreuz und quer durch die Gegend geflogen und mir im Gesicht rumgetanzt.
Als wir dann am Kratersee angekommen sind, nahm der Wind nochmal um einiges zu, da der Rand sehr exponiert lag. Der Abstieg zur heißen Quelle, die nur noch gute 23°C aufwies (früher soll sie bei 34°C gelegen haben), stellte sich als schwierig dar. Der einzige begehbare Weg in den gut 40 m tiefen Krater führte über Tonbedeckte Hänge und einer Eiszunge. Zum Glück konnte man sich an dieser recht gut runtertingeln. Sobald es aber auf den Tonuntergrund ging, begann das rutschen, wo man höllisch aufpassen musste, da überhaupt kein Gripp vorhanden war. Glücklicherweise gab es eine kleine Entwässerungsrinne von der Eiszunge runter, zwar war das innenliegende Gerölle sehr rutschig aber wir kamen alle heil runter, außer dass ich mir einen Daumen umknickte.

Unten angekommen wurde dann sofort blank gezogen und das milchig blaue Wasser, das im Gegensatz zur Lufttemperatur angenehm warm war, auch wenn ein paar Grad mehr nicht geschadet hätten^^, angetastet.
Ich – übrigens komplett nackt (was hätte man auch anders erwartet), war einer der Ersten die reinhüpften. Neben mir haben andere dann im Wasser blankgezogen und selbst unser Prof. hatte damit kein Problem, was ich klasse fand! Geschwommen sind wir natürlich auch ein wenig, nur musste man aufpassen, dass man kein Wasser im Mund bekam, denn es hat ungelogen räudig geschmeckt. Ungefähr so, als würde man verfaulte, flüssige Eier essen… Nicht jedermanns Geschmack würde ich behaupten :D.

Nach dem Abtrocknen, ging es wieder in die Klamotten wo mir dann durchaus warm wurde, durch den Wind nachher aber wieder etwas kühler. Nach einer kurzen Besprechung über die Entstehung des Víti ging es zurück zum Bus wo es dann nach zwei kurzen Stopps zurück zum Zeltplatz ging. Der eine Stopp war dafür da um sich sogenannte Zibars anzuschauen. Aus Kies, äolisch (durch Wind) aufgebaute kleine Dünen die nicht Erhaltungsfähig sind und daher nur Rezent zu begutachten sind. Am Zeltplatz angekommen wartete eine Schar von 22 Geologen auf ihr warmes Abendessen. Es gab Spaghetti mit Bolognese, nur leider war letzteres komplett Geschmacksneutral, selbst das Hack hat nach nichts geschmeckt… So was muss man auch erst mal hinbekommen. Wie auch immer, der Hunger treibt es rein^^. Zu Guter Letzt ging es unter eine heiße Dusche, die hier kostenlos sind, was dann auch gleich ausgenutzt werden muss! Dank unseres Aufenthalts an der Askja stinkt natürlich alles nach Schwefel, was erst mal abgewaschen werden muss, ebenso die kleine dünne Schwefelschicht auf der Haut, welche durch das Baden rauf kam.
Da beim Campingplatz die noch aktive Krafla nicht weit entfernt ist, wird das heiße Wasser aus der Geothermie genommen, weshalb es nach H2S und Schwefel stinkt… was besonders beim abwaschen des Geschirrs und Zähneputzen lästig ist.

Nach ein paar Runden Skat ist der Tag dann nun auch gelaufen und nach ein wenig Musik hören ist für heute auch Schicht im Schacht!

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