Tag 6: Dettifoss

Dienstag, der 13. August 2013

Die Nacht war scheiße kalt, so kalt dass ich selbst in voller Montur noch gefroren habe und mehrmals aufwachte. Es ist schon interessant wie weit die Temperatur hier Nachts runtergeht, obwohl es nur gute zwei Stunden komplett dunkel ist, aber die Kälte kommt ja eh erst in den frühen Morgenstunden.

Nach dem Frühstück packten wir und sattelten die Pferde, sodass es zum nächsten Punkt aufging – dem Dettifoss! Ich glaube – ohne Gewähr, dass es der größte Wasserfall auf Island war, aber vermutlich kommt der Gulfoss in Sachen Größe noch an diesen ran, den wir dann am Ende unserer Reise noch besichtigen werden.
Auf dem Weg zum Wasserfall haben wir eine vielfältige Landschaft durchfahren. Das Schönste war ein Plateau mit Pahoehoe Laven, die wir auch gleich besichtigten. Schön war ebenso ein sattes grünes Flusstal, welches von der Eiszeit ausgscharbt und kleine Farmen in diesem. Sehr ästhetisch und traumhaft schön.
Am Zielort angekommen mussten wir noch über ein geiles Lavafeld laufen, wo man auch richtig gut springen und laufen kann. Wenn man ständig im Bus sitzt freut man sich über jede Bewegung, sodass man auch mal seine überschüssige Energie abbauen kann :D. Der Wasserfall selbst war einfach nur unglaublich und für seine gigantische Größe doch erstaunlich leise. Ich hab mir bisher immer einen ungeheuren Lärm der stürzenden Wassermassen vorgestellt, aber man konnte sich noch völlig normal unterhalten. Ich denke die Bilder – selbst die Reihenaufnahmen – können die gewaltige Kraft nicht wirklich rüberbringen, wie es ja immer so ist. Wie das Wasser dort über Massen über die Klippe fällt und dann zu Tropfen zerfällt, war durchweg eines der Highlights dieser Tour. Schön war auch die Gischt die von unten aufstieg und durch die Sonne eins bis zwei richtig starke Regenbögen erzeugte. Hierbei sind wirklich schöne Bilder entstanden, für die wir allerdings auch über die Absperrung gehen mussten. Wie Geologen nun mal so sind, scheren sie sich einen scheiß um Grenzen und gehen ihren eigenen Weg ;D. Nach gut 15 Minuten lustiger Bilderschießerei, sah das jemand von der Parkverwaltung ein wenig anders, sodass sie uns zurückpfiff und unserem Prof. sprechen wollte. Da bekam ich ehrlich gesagt dann schon ein wenig Bammel, denn stress verursachen wollte ich nun auch wieder nicht. An solchen Stellen werden Geologen (in Ausbildung) dann doch recht kleinlaut und ziehen den Schwanz ein xD. Glücklicherweise – oder Dummerweise hat sie erkannt dass wir Geologen sind und wohl gedacht, dass wir den Wasserfall kaputt kloppen würden. Letztes Jahr sollen wohl auch Geologen aus Deutschland an den Aufschlüssen dort rumgehämmert haben, was sie wohl nicht ganz so lustig fanden^^. Wie dem auch sei. Unser Prof. konnte sie davon überzeugen, dass wir nichts angeschlagen haben oder werden und keine Proben nehmen (was auch stimmte!). Dummerweise hat sie wohl noch mit dem Landesamt telefoniert, sodass wir später am Tag die Nachricht bekamen, erst einen Antrag auf ‚Proben sammeln‘ (allgemein) zu stellen, obwohl das eigentlich unter Dach und Fach sein sollte, wenn ich mich nicht irre. Morgen soll es sich dann nun entscheiden.

Nach dieser kleinen Lektion ging es weiter im Bus für weitere zwei Stunden Richtung Norden, der Küste entlang, am Fjord vorbei, über das Örtchen Húsavík zum nächsten Aufschluss der sich direkt an der Steilküste befindet und mal ausnahmsweise sedimentärer Natur ist. Dort befinden sich Sandsteine aus dem Miozän mit Muschelresten, die in verschiedenen Strukturen auftauchen. Sedimentologisch gesehen war es sehr interessant, sodass wir dort gute 1,5 Stunden verblieben.
Anschließend ging es dann noch über den MOR, von der amerikanischen Platte rüber zur europäischen (endlich wieder Heimat :D), wo wir dann zum Campignplatz fuhren, bei dem wir die eine Nacht bleiben werden. Nach dem Abendbrot (Stampftüften/Klöße mit Rotkohl und Kotlett), ging es dann nochmal auf freiwilliger Basis auf einigen Lavaströmen hinauf, was total faszinierend war. Man muss sich das so vorstellen, dass diese Lavaströme übereinander gestapelt sind und man genau in Fließrichtung (durch den Anschnitt) schauen kann. Es handelt sich quasi um eine Insel denn drumherum befindet sich ein sichelförmiges gut 200 m breites Tal, was am anderen Ende wiederrum von Lavaaufstockungen begrenzt ist.
Oben auf der „Insel“ gibt es Anzeichen von Gletschereinwirkungen, da Striemung auf den Geröllen und Frostspuren am Boden gefunden wurden. Zudem spricht das feine lössartige Material ebenso für glaziale Prägung. Wie genau das ganze entstanden ist, ist bis dato noch nicht geklärt und die Theorien dazu erspare ich euch an dieser Stelle mal^^.

Der Abend klang dann mit einigen Skatrunden aus und langsam wirds auch Zeit pennen zu gehen. Ich sehe mich Morgen schon wieder im Bus wegnicken… Wenigstens sind die Temperaturen angenehm warm, denn so komisch es klingen mag, der Norden Islands ist generell wärmer (und trockener), als der Süden^^.

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