Tag 5: Plateaubasalte

Montag, der 12. August 2013

Der Tag heute verlief durchweg ruhig, denn die meiste Zeit über fuhren wir Bus.
Auch die Nacht war trotz niedriger Temperaturen recht angenehm. Ich hatte wieder alle Klamotten an, frierte dafür aber nicht :D. Von den Blähungen mal abgesehen (die meinem Nebenschläfer nicht wirklich gefielen^^), hab ich echt Bombe geschlafen!

Angefangen hat der Zwölfte auch wieder mit Sonnenschein und angenehmen Temperaturen, nur der Morgentau welcher sich mit feinen Tröpfchen über den gesamten Rasen zog, zeugt noch von der Kälte der letzten Nacht. Nach einem stärkenden Frühstück – bestehend aus Toast, Honig, Nutella und Milch (kennt man ja schon), ging es dann auch wieder ans packen unserer Sachen. Der geneigte Leser wird sich dran erinnern was ich bei Tag 3 geschrieben habe, aber das beklagen lass ich an dieser Stelle mal :D.
Anschließend dann ab in den Bus und für drei Stops noch mal angehalten. Der Erste war eine touristische Attraktion – ein kalbender Gletscher mit einsetzender Flut vom Meer aus. War durchaus interessant, erst recht wenn man die kleinen Eisberge und Schollen durch die kleine Verbindung ins Meer hat treiben sehen. Auch wenn ich recht Müde war und das Schauspiel nicht wirklich genießen konnte, bleibt dies eine einprägsame Erinnerung, denn sogar drei Robben haben sich uns gezeigt, zwar aus der Ferne und auch nur mit ihren Köpfen, aber immerhin^^. Auf den Bildern sieht man es nur ganz klein als schwarzen Fleck.
Der Zweite Halt war dafür umso interessanter, denn das was wir gesehen haben, gibt es weltweit nur etwa ein Dutzend Mal, nämlich eine aufgeschlossene Magmakammer, und dazu noch 2 vermischte Magmentypen, welche letztlich vor 6-7 Millionen Jahren zur Explosion des Vulkans führten. Diese Magmakammer muss man sich jetzt nicht als riesiges Gebilde vorstellen, sondern eher als „Steinhaufen“, quasi als Überrest dessen, was von der Erosion noch verschont geblieben ist. Auf den Bildern an den groben dunklen Fetzen in der hellen Masse zu erkennen.
Auf dem Weg zum Dritten Halt, haben wir dann eine ganze Menge Plateaubasalte gesehen, die jeweils im Osten und Westen Islands zum Zentrum (also zum Mittelozeanischen Rücken [MOR] hin) geneigt sind und in etwa eine Mächtigkeit von gut 15 km haben können. Sie werden auch TRAPS  (Treppen) genannt, was man an ihrer Form und den Wechsellagen von Lava und Sediment festmachen kann. Andere Flutbasaltprovinzen (=Plateaubasalt) sind Sibirien, Indien, Ferrar-Karoo (Antarktis und S-Afrika) und der Bereich um Oregon in den USA. Einige der genannten Provinzen sind schuld daran dass der letzte Superkontinent Pangäa zerfallen ist und wir die heutige Verteilung der Kontinente haben.
Am Dritten Halt angekommen haben wir dann Zeolithe („Kochsteine“) in Hohlräumen von Basalt gefunden, was dann widerrum eher was für die Mineralogen unter uns war. 1,5 Stunden weiter sind wir dann noch an einen Supermarkt gekommen bis dann kurze Zeit später der Campignplatz bereits in Sichtweite kam. Dieser weiss zu gefallen, denn das Gebiet hier ist echt paradiesisch! Im Hintergrund Vulkane und TRAPS, teils mit Schnee bedeckt; im Flachland dann ein paar Häuser und Wiesen. Vor dem Campignplatz gibt es noch einen richtig schönen See mit einer kleinen Insel (siehe Bilder). Wir waren auch im Inbegriff baden zu gehen, leider war der Grund des Sees mit etlichen Handgroßen, teils scharfen Steinen übersät, sodass ein begehen quasi nicht möglich war. Das Wasser war mit geschätzten 10°C sehr angenehm. Morgen beim Myvatn („Mückensee“) solls dann nun endlich soweit sein, zumal es dort auch eine heiße Quelle gibt, worauf ich mich schon seit Wochen freue :D.

Zum Abendessen gab es heute „Chili con Carne“, was aber eher Bolognese war. Für mich war es das erste Mal  und es war nicht schlecht aber sicher nicht das was dabei hätte rauskommen sollen. Zum Abend hin haben wir im Licht der untergehenden Sonne noch einen kleinen Spaziergang gemacht und den Abend ruhig ausklingen lassen. Sobald die Sonne weg war, wurde es dann auch wieder richtig kalt und in der Dämmerung waren es sicher nur noch 2-4°C. Zur Nacht hin konnte man dann schon richtig seinen Atem sehen, was dann wohl für noch tiefere Temperaturen spricht^^.
Was ich vielleicht noch erwähnen sollte ist, dass es hier sehr komfortable, und vorallem kostenlose Duschen gibt! Von denen hab ich dann natürlich gleich Gebrauch gemacht und das richtig schön warme Wasser auf meiner Haut genossen. War richtig schön mal wieder einen Hauch von Luxus zu erleben, obwohl ich ja sonst nicht so verwöhnt bin :D.
Mitlerweile ist es Elf und die Sonne versinkt langsam. In der nächsten Nacht soll es Meteoritenschauer geben und da wir keine Wolken am Himmel haben, sollte man diese sogar sehen können (sofern man lange genug wach bleibt bis es richtig dunkel ist, was ich nicht getan habe^^). Ein weiteres Ereignis ist der 50. Geburtstag einer unserer Dozenten in den wir in ziemlich genau einer Stunde reinfeiern werden.

Ich verabschiede mich an dieser Stelle, bis morgen und Prost!

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