Tag 14: Der letzte Tag

Mittwoch, der 21. August 2013

Auf unserem heutigen Plan stand die Besichtigung eines Geothermiekraftwerkes, welches mit Strom und Wasser ganz Reykjavik versorgt und gut 27 km entfernt steht.
Zuerst einmal hat sich das Wetter mal wieder von seiner charmantesten Seite gezeigt – Regen! Zugegeben hatten wir in den zwei Wochen für isländische Verhältnisse schon unverschämt gutes Wetter, aber wenn man gerade mal Sicht auf gut 50 m hat und die Wolken am Boden rumkriechen wünscht man sich doch zumindest annehmbares Wetter^^. Am Geothermiekraftwerk selbst haben wir nichts Neues erfahren, aber hier dennoch mal ein paar interessante Fakten bekommen. Die Wärme wird aus 1.000-2.000 m entnommen und hat Temperaturen von 150 bis mehr als 200°C. Das Gas-Wassergemisch wird dann getrennt, das Gas getrocknet (also das Wasser entzogen) und zu Turbinen geleitet, wo dann Strom erzeugt wird.
Das Wasser wird in einem Wärmetauscher gejagt und das dort erhitzte Wasser in unterirdischen Rohren nach Reykjavik gebracht. Der Temperaturverlust beträgt dabei auch nur 1,8°C. Die Temperatur liegt dann damit am Zielort bei gut 89°C.
Das Restwasser wird dann wieder in den Untergrund gepresst, wo das Spiel von vorne losgeht. Das interessante an der ganzen Sache ist, dass unter den Straßen und Bürgersteigen der isländischen Hauptstadt kleine Rohre verlegt sind, die wir heute an Baustellen auch gesehen haben. Dort wird im Winter heißes Wasser durchgejagt, sodass die Verkehrswege Schnee- und Eisfrei bleiben. Fußbodenheizung quasi. Ist eine geile Idee so spart man sich Salz, Split und Sand, und leider auch nur in Geothermisch aktiven Gebieten durchführbar ist, da es sonst zu teuer wird. Da die gesamte Energieversorgung über den Staat läuft ist Strom hier sowieso billig, weshalb sogar Bauxit aus Australien zur Aluminiumverhüttung her geschifft wird! Das muss man sich erst einmal vorstellen.

Wie auch immer, danach ging es immer noch mit schlechter Sicht an die Südküste Reykjanes‘, wo wir quasi im Niemandsland standen, denn an der Stelle kommt der MOR an Land, genau hier wo neues Land entsteht. Auch haben wir an einer der Klippen gesehen, dass mehr als die Hälfte aufgrund von Pillow-Laven im Meer entstanden sind, nachträglich aber herausgehoben wurden. Trotz des miesen Wetters ein sehr schöner und eindrucksvoller Stopp.
Anschließend fuhren wir mit der Meute weiter nach Reykjavik – Stadtbesichtigung. Zwar gibt es viel Grün und Wolkenkratzer sind nicht vorhanden, aber so wirklich umgehauen hat mich die Stadt jetzt nicht, was vielleicht auch an der tristen Bedeckung gelegen haben kann. Es gibt eine große Einkaufsstraße in dem es auch einen wunderschönen Buchladen (Eymundsson) gibt, wo ich mir für 3.500 ISK (rund 23€), das Buch: „The Sagas of Icelanders“ in Englisch kaufte. Ich wollte schon lange ein Buch über nordische Sagen kaufen, kam aber nie dazu, weshalb ich gleich zugeschlagen habe. Es hat gute 800 Seiten und beinhaltet eine Auswahl der zahlreichen Sagen.

Auch gab es ein paar schön gestaltete Trolle und Bücher dazu, auch in Deutsch. Kurz darauf bin ich mit einem Kollegen Pizza essen gegangen, für satte 17,35€. Man konnte auch in Euro zahlen (nur Scheine), übrigens in vielen Läden auch mit der normalen Bank-EC Karte. Eine 12 Inch Pizza, für jeden eine Hälfte, die echt klasse war. Sie wurde im richtigen Steinofen mit Holz gebacken, was man auch gut gesehen hat. Für diejenigen die mal hinfahren à Der Laden heißt simpel „Pizzeria“, und befindet sich so ziemlich am Ende der Einkaufsstraße.
Die meisten anderen haben sich in der „Vinbudin“ mit Alkohol eingedeckt, welchen man auch nur in diesen bestimmten Läden bekommt. Light Beer ist glaube ich das einzige was man so in normalen Supermärkten bekommt. Auf dem Rückweg ging es noch zur Kirche, die in Form von Basaltsäulen gebaut wurde – sehr imposant, auch das Innenleben was dann eher schlicht gehalten wurde, was man sonst von Gotteshäusern weniger kennt. Davor stand dann noch eine Statue von Leif Erikson dem Entdecker von Vinland – dem heutigen Neufundland bei Kanada. Er ist auch der Sohn von Erik dem Roten – wiederum Entdecker von Grönland. Vom weiten dachte ich es sei das Abbild von Ingólfur Arnarson, dem offiziellen ersten Siedler Islands (es gab aber schon vor ihm erste kurzweilige Siedler).
Danach zurück zum Camp – duschen – aufs Essen warten, was dann zum Abschluss vermutlich was Isländisches war. Es hat zumindest extrem gut geschmeckt, eine Suppe aus verschiedenen Meeresfrüchten, Scampi, Muscheln, Fisch, ein paar Kräuter, Curry, Schmelzkäse, und ein großes rundes Brot, was (von Teig ausgehöhlt) als Schale diente! Pilze gab es auch noch dazu, sowie ein wenig Lauch. Das ist auf jeden Fall etwas, das nach selber machen an kalten Herbst- und Wintertagen schreit =).

Anschließend teilten wir noch die Arbeit für den Exkursionsbericht auf, mit kleinem Islandquiz und letztlich dem Gang ins Bett, da wir morgen 4:30 Uhr aufstehen und 45 Minuten später mit dem Bus abfahren.

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2 Antworten zu Tag 14: Der letzte Tag

  1. Sonic schreibt:

    Eine „Fußbodenheizung“ in der Stadt geht nicht nur in geothermisch aktiven Gebieten, sondern auch, wenn die Stadt eine Müllverbrennungsanlage hat ^__^ Passiert in einer Stadt in der Nähe meines Heimatortes.

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