Tag 12: Zweite Wandertour!

Montag, der 19. August 2013

Heute war mal wieder ein geiler Tag, zumindest landschaftlich. Das Wetter war sehr Wechselhaft, sodass es alle paar Minuten regnete, Sonne schien, bewölkt war und zum Teil auch graupelte. Angefangen von unserem Campingplatz (die Nacht war übrigens recht kalt zum Morgen hin), gingen wir den Pfad gleich an der Seite des Lavastromes entlang. Bei diesem handelt es sich um Rhyolithische Blocklava, die sich doch etwa 20 bis 30 m in die Höhe erstreckt, was für eine sehr hohe Viskosität spricht (im Vergleich zu den etwa ein Meter mächtigen Pahoehoe Lavaströmen die uns bisher so begegnet sind).
Die Caldera in der wir, und auch das Camp sich, befinden ist gut 25 km breit und zeigt viele verschiedene Farben wie Weiß, Gelb, Rot, Ocker, Braun, Grün. Dies liegt wiederum an einer hydrothermalen Alteration der gesamten Caldera was vor etwas mehr als 100.000 Jahren passiert sein muss.
Dem Weg weiter folgend fanden wir noch ein paar Sedimentabfolgen, bevor wir dann auf den Lavastrom gingen, der vor dem Camp sein Ende fand. Ein sehr schöner Weg zum Laufen, wo man auch schön springen und Gas geben kann. Aus der Ferne sah man schon den Ursprung der Lava, einen Lavadom der sich an einem kleinen Krater auftat. Mit Dom ist ein zäher Klumpen Lava gemeint, der nicht alleine rausfließt (da, zu viskos), sondern von unten rausgepresst werden muss und somit den Deckel verschließt. Vorstellen kann man sich das wie beim Ausdrücken von Zahnpasta aus der Tube.
Ein Zeichen dafür dass es noch relativ aktiv ist, zeigen wie immer Schwefelentgasungen. Am Dom oben angekommen, gab es dann erst mal eine Fotosession – das Wolkenloch momentan, ausnutztend, und die Landschaft bestaunend. Von dort Oben wurden einem die Ausmaße des Lavastromes erst richtig bewusst. Man sah deutlich seine scharfen Grenzen und die Fließmuster. In der Ferne sahen wir dann riesige Zopfstromsysteme.
Weiter – und noch ein Stück höher – ging es den 881 m hohen und recht steilen Brennisteinsalda hoch. Dieser hatte eigentlich keine großen Strukturen, sodass wir lediglich Bilder machten, bis uns dann der Regen wieder einholte, und der Wind gleich mit ihm.
Richtung Norden laufend trennten wir uns unten in der Ebene in zwei Gruppen auf. Die Eine würde den Weg über das Lavafeld zurück zum Camp gehen, die andere – der ich logischerweise angehörte^^ plante eine Route über die Berge, dessen Höchste Erhebung 910 m zählt, die wir auch erst mal hoch mussten (gute 400 Höhenmeter schätze ich). Ich fragte mich worauf ich mich da einließ, denn ich hatte zuvor schon leichte Rückenschmerzen, die durch den steilen und nassen/windigen Aufstieg nicht besser wurden. An dieser Stelle hat sich jedoch mal wieder gezeigt wie sinnvoll und wichtig es ist eine Regenhose und eine Regenjacke zu haben. In solchen Regionen wo das Wetter sehr Wechselhaft ist, sind diese beiden Kleidungsstücke Goldwert und unverzichtbar. Sie hielten mich zum einen warm, und zum anderen auch trocken. Oben angekommen nahm der Wind noch mal um einiges zu, sodass man schon stark gegen den Wind kämpfen musste um nicht weggeweht zu werden, oder den Halt beim Photographien zu verlieren. Spätestens hier haben sich die Mühen und Qualen des Aufstieges wieder als lohnende Investition erwiesen.
Als wir dann auch oben ankamen, wurde das Wetter etwas besser, sodass die Täler zu beiden Seiten in neuem Licht erstrahlten. Die Aussicht war einfach nur phänomenal und ist kaum zu beschreiben. Insgesamt habe ich an diesem Tag  Bilder geschossen, wovon allein mehr als die Hälfte für diese Bergtour draufgingen. Mit der Aussicht waren auch alle Schmerzen vergessen. Ich war wie widerbelebt und konnte mich nicht satt sehen. Selbst die ständigen Sonnen- und Regenwechsel brachten der Landschaft einen charakteristischen Charme, wodurch sich dann auch einige Regenbögen blicken ließen. Mehr will ich dazu nicht sagen, schaut euch die Bilder an^^. Das schwarze lange etwas ist dann übrigens der Lavastrom =).

Nach gut drei Stunden kamen wir dann zurück ins Camp, wo ich mich erst einmal ins Zelt schmiss und einfach nur lag und etwas döste – Herrlich!
Zum Abendessen gab es heute mit Hackfleisch gefüllte Nudeln und eine Sahnesouce mit Tomaten, Champignons, Zwiebeln und Knoblauch. Übelst lecker und vorallem gut gewürzt! Sascha ist echt ein Gott in der Küche zumal es noch Salat als Nachspeise gab, was sehr gut geschmeckt haben soll. Dieser Mann der nur ein ¾ Jahr älter ist als ich, liest uns zudem jeden Wunsch von den Augen ab, so gab es noch heißen Kakao und heiße Milch mit Honig. Nach dem kalten Tag war das echt das Beste was er uns hätte machen können! Auch kümmert er sich darum dass stets genügend heißes Wasser für Tee und Kaffee vorhanden ist, im Gegensatz zu manch anderem Koch auf dieser Exkursion. Man merkt wirklich dass er seinen Beruf liebt.
Da ich durchaus sehr müde bin, werde ich auch gleich schlafen gehen, nachdem ich noch ein wenig der Musik von ASP und Samsas Traum gelauscht habe. Morgen geht es dann zurück nach Reykjavik mit Abstechern zum Gulfoss und zu Geysiren!

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