Tag 1: Ankunft

Donnerstag, der 8. August 2013

Es ging am 7. August um 22 Uhr von Jena aus los, auf große Fahrt Richtung Koppenhagen. Fünf von uns haben sich vorher entschieden Privat den Flug zu buchen, da es doch preiswerter ist als mit der Gruppe zu reisen. So mussten wir zwar mit dem Auto ins weit entfernte Dänemark fahren und hatten so auch noch Nebenkosten wie Benzin und Brückenmaut zu tragen, sind aber dennoch mit rund 100 € billiger dran als unsere Kollegen. Ferner macht es auch in einer kleinen Gruppe viel mehr Spass und duftet mehr nach Abenteuer, als in einer großen, von anderen organisierten Gruppe =).

Die Fahrt über ist nichts besonderes passiert, im Gegnteil es ging schon alles fast zu glatt. Offene Straßen und wenig Regen machten das Reisen zu einer sicheren Angelegenheit. Zwischendurch verlor ein LKW auf der Autobahn während der Fahrt einen seiner Reifen, der noch gut 100 m parallel neben ihm weiterrollte, aber der Fahrer hatte es zum Glück bemerkt und schnell reagiert.
Generell fuhren in dieser Nacht weitaus mehr LKW’s als PKW’s durch die Gegend, sodass auch die Raststätten quasi von LKW’s überfüllt waren.

In Dänemark angekommen fuhren wir die letzten drei Stunden durch, bis zum Flughafen wo wir nach kurzem unseren vorbestellten Stellplatz fanden und uns zum Terminal bewegten. Trotz der noch zweieinhalbstündigen Wartezeit fanden wir keinen wirklichen Schlaf, was sich zumindest für mich in der Maschine änderte.
Der Flug war ruhig mit Ausnahme eines nervigen Balges was zwischendurch immer wieder geschrien hat. In Keflavik angekommen mussten wir noch mal vier Stunden auf die anderen warten und machten es uns in einer Ecke des Flughafens bequem. Als dann die Zeit nahte empfingen wir sie kurze Zeit später zum Bus. Btw. sind dänische und isländische Kronen unterschiedlich, ersterer haben zum Euro einen Umtauschwert von etwa 1:7,5, während letztere einen Kurs von etwa 1:150 haben.

Das Wetter war recht mies, stürmisch, regen und etwa 12°C sind doch ein krasser Unterschied zum deutschen Wetter der letzten Wochen (35°C, Sonne pur und teils heftige kurze Regenfällte mit Gewitter). Mich hats jedoch nicht gestört, ganz im Gegenteil, ich genoss die Abwechslung und die potentielle Aussicht dass es die ganzen 2 Wochen so sein würde (denn das hat uns unser Prof. schon angedroht, da er es selbst schon mal für ganze 2 Wochen erlebt hatte).
Die Erste positive Überraschung gabs gleich am Beginn der Fahrt wo am Straßenrand ein großes aussagekräftiges Schild mit dem folgenden Inhalt stand: Nei takk! (Nein danke!). Über diesen Schriftzug 2 Flaggen verbunden mit einem „+“, nämlich die europäische und die isländische. Das brachte mir dann schon ein fettes Grinsen aufs Gesicht^^.
Die Landschaft auf den Weg zur Hauptstadt Reykjavik (in dessen Umkreis gut 2/3 der Gesamtbevölkerung von 320.000 lebt), war sehr rau und karg. Keine Bäume, hauptsächlich Moose und kleinen Sträucher zeigten sich unseren Augen. Überall tholeiitische Laven, teils in Brocken, teils in Kuppen. Im Hintergrund befanden sich die vom Nebel bzw. den Wolken verschleierte ersten Vulkankegel die wir sehen sollten.
Nach gut 40 Minuten Fahrt kamen wir am Campingplatz an um was in den Magen zu bekommen. Es gab zwar nur Semi-leckere Grünzeugsuppe mit Lammfleisch, aber besser als nichts. Anschließend ging es dann auf den Weg zum eigentlichen Ziel des Tages dem Campingplatz in der Þórsmörk (sprich Thorschmörk = Wald des Thor), dessen Erreichen uns weitere vier Stunden Fahrt über holpriges Gelände bescheren sollte. Auf den Weg dahin (Richtung Westen) wurde die Landschaft zusehends ruhiger und das Relief sanfter bis wir in die Gebirgsregion kamen, wo alles doch sehr bedrückend und unwirtlich wirkte. Die Wolken nahmen Teils sehr schöne Formen an, die ich so auch noch nicht in freier Wildbahn gesehen habe, leider konnte ich aus dem Bus heraus keine Bilder schießen, aber ich denke dass ich in den verbleibenden Tagen genug Chancen dazu bekommen werde [Anmerkung: Und ja die habe ich!].
Es regnet immer wieder und am Horizont erblickt man nur ganz schwach die Konturen der vom Nebel verdeckten Berge. Je näher wir diesen kamen, desto deutliche und schärfer (im Sinne von bedrohlicher und unförmiger) wurden sie und desto mehr Details kamen zum Vorschein. Hell- und Dunkelgrüne Gräser und Moose wuchsen auf den noch schwarz durchschimmernden basaltischen Hängen. Einige dieser Kuppen gingen steil in die Höhe. Je weiter wir fuhren, desto mehr verließen wir die Hauptstraße (asphaltiert) zugunsten einer nicht klar definierten Schotterpisten die durch mehrere Seitenarme eines Zopfstroms führte, sowie durch Zuflüsse aus dem Gebirge. Traumhaft schöne Landschaft, auch wenn sie mit ihren kantigen Bergen und der tristen Atmosphäre was beängstigendes hatte, und immernoch keine Möglichkeit Bilder zu schießen. Ich hab in der Zeit versucht Schlaf zu finden und nebenbei Musik gehört. Es gelang mir auch jedoch nicht für lange Zeit da die Piste so extrem uneben war dass man vom geruckel schnell aus den Träumen gerissen wird.

Ein wenig vergleichen lässt sich die Gegend mit Schottland, nur dass es viel rauer ist was die Form der Berge angeht. Die Pisten hingegen haben viel von denen in Tadschikistan gemein. Das Zeiteisen zeigte mitlerweile 23:30 Uhr an, wofür es noch viel zu hell war, was wohl noch am Effekt des Polartages liegt. Wären keine Wolken vorhanden gewesen, hätte man noch mehr gesehen. Gegen 23:45 Uhr erreichten wir mit kleinen Umwegen unseren Zeltplatz und okkupierten jeweils zu zweit eines der großen und konfortablen Viermann-Zelte der Marke Berghans, die an jedem Tag schon aufgebaut vor uns standen (manchmal auch Zweimann-Zelte von Vaude). Da es schon sehr spät ist und es jetzt eh nichts weiter zu erzählen gibt werde ich das Licht meiner Kopflampe löschen und die letzten Zeilen zu Papier bringen. Morgen solls eine große Wanderung geben wo garantiert eine Vielzahl an Bildern den Weg auf meine Speicherkarte finden werden. Ich hoffe lediglich das sich das Wetter bis dato bessert, denn bei Regen über gefährliches Gelände zu gehen mit beschränkter Sicht ist nicht gerade ungefährlich.

Vagabund =)

P.S. Die 4 Zeltbilder sind vom nächsten morgen, sonst hätte ich nur eines das ich hätte online stellen können^^.

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