Tag 07: Mo. der 10.09.2012

„There and back again“

So, nun ist es soweit, der letzte Tag hat begonnen! Die letzte Nacht hingegen war nicht so gut wie die davor. Zum Einen konnte ich anfangs wegen der Rückenschmerzen nicht einschlafen, zum Anderen haben die Hirsche in der Nacht aus vollen Kehlen geblökt! Die Brumftszeit hat nun endlich begonnen und ich bin froh das noch erlben zu dürfen. Auch ist es diesbezüglich auch gut gewesen dass ich mein Quartier erneut in einer Schutzhütte aufgeschlagen habe^^. Die Rufe kamen zwar von weit her, dennoch sind Testosteron gesteuerte Bullen nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.
Ansonsten hat es in meiner „Bude“ die Ganze Nacht über geraschelt und am Holz gekratzt. Den Geräuschen nach zu urteilen waren es Mäuse, 2 bis 3 vielleicht. Zum Glück haben sie die Reste meines Käses und die Wurst nicht gewittert xD. Was ich an Proviant noch habe ist sehr überschaubar. 3 Kekse, 1 von mir angenagter Käsekanten und die Knacker von der Thüringer Bergwacht. Kurzum: reicht aus, zudem habe ich noch 3 volle Wasserflaschen, von denen ich ein wenig zum Gesichtwaschen verbrauchen werde, dann ist der Rucksack auch ein wenig leichter.
Die Nacht war so wieder sehr angenehm, Sternenklarer Himmel und erstaunlich hohe Lufttemperaturen, zumindest so hoch, dass ich beim allnächtlichen „Klogang“ nicht gefroren habe :). Es ist jetzt kurz nach 8, werde noch ein wenig lesen und mich dann zu meiner Endstation aufmachen!
Achja, was ich noch erwähnen sollte, meine Schmerzen im Rücken und am rechten Fuß sind vollkommen weg und das schon in der ersten Nachthälfte. Entweder mein Körper hat in der Woche erstaunliche Selbstheilungskräfte entwickelt, oder es kommt einfach vom entspannen^^.

Ab hier endet mein Tagebucheintag, weshalb ich folgendes aus meinem Gedächtnis rezitiere =).

Gegen 9 bin ich meines Weges gegangen bei wunderschönstem Wetter. Da es nur etwa 12 km bis nach Ilmenau waren, wollte ich möglichst bis Mittag (also 12) dort sein. Der Weg war soweit angenehm und führt durch den Wald hindurch. Auch wenn die Beschilderung teilweise echt lachhaft war. An einer Kreuzung stand ein Schild wo draufstand dass es noch 3 km bis Ilmenau seien, daraufhin frohlockte ich natürlich und war zudem überrascht da ich erst etwa ne Stunde unterwegs war. Ungelogen – 5 Meter weiter stand ein weiteres Schild wo es auf einmal 6 km bis nach Ilmenau waren…. Dementsprechend war ich leicht demotiviert^^. Ich hab ja nichts dagegen wenn man sich mal um 200-300 Meter vertut mit den Schildern, was ja auch oft auf der Reise vorgekommen ist, aber gleich 3 km?^^ Naja was solls, vom labern und sich grollen wirds auch nicht weniger, deshalb heisst es ranklotzen und km schaffen. Mit der Zeit ging es auch wieder Bergab, was jedoch ziemlich tricky war, denn es war sehr steinig und teils auch ziemlich lose, weshalb mir einmal der Fuß umknickte, zum Glück aber nichts weiter passierte. So kam es dann dass es irgendwann nur noch 1 km bis zum Stadtzentrum waren und ich an den äußersten Außenbereichen von Ilmenau angekommen bin – der Gartenallee^^. Als ich schließlich hinabstiegt, verging noch etwa ne halbe Stunde bis ich am Bahnhof ankam. Etwa halb 12 war es da und somit wurde das Ziel erreicht! Der Weg dahin war extrem! Als ob es darum ging noch ein letztes mal meine Bereitschaft zu testen. Es war heiß! Die Sonne knallte mal wieder ohne erbarmen in den Kessel der Stadt und kein Wind und keine Wolke waren vorhanden die es etwas ertäglicher hätten machen können! Aber dennoch hab ich es letztlich geschafft.
Ich bin sowas von stolz auf mich gewesen es zu Fuß bis hierher geschafft zu haben, und keine billigen Ausflüchte zu suchen wie damals in Schottland, auch wenn ich ein paar mal kurz davor war! Es war eine wirklich große und wichtige Erfahrung für mich auf die ich in Zukunft zurückblicken und aufbauen kann! Ich denke dass ich dahingehend eine Grenze durchbrochen habe und ein neues Level bestiegen habe. Es kann nur besser werden! Ich hab mich in der Zeit auch besser kennengelernt und auch gelernt mir zu miss- und auch zu vertrauen. Oder wie ich es auch sagen würde:

„Jeder von uns besitzt einen Teufel, sowie einen Gott in sich, das Mittelglied was beide verbindet wird jedoch Vernunft genannt“

Dieser Gedanke kam mir gestern Nacht kurz vor dem Einschlafen wo ich generell am produktivsten bin was sowas angeht^^. Es ist leider nicht der genaue Wortlaut, welcher sich noch besser anhörte aber ok, auf die Botschaft kommts an =).
Aber: Nur weil ich in Ilmenau angekommen bin, heisst es noch nicht dass ich schon zuhause bin! So ging ich nun also zum Fahrkartenautomat um mir die nächste Verbindung rauszusuchen. Gesagt, getan. Eine halbe Stunde später sollte aufgrund von Schienenersatzverkehr ein Bus fahren der mich zum nächsten Bahnhof fährt. Auf den wartete ich dann aber als er ankam wurde mir gesagt dass die Bahn dort fehler gemacht habe und der eigentliche Schienenersatzverkehr woanders hält…. Also zu der richtigen Haltestelle und feststellen dass ich ne Stunde warten musste^^. Aber ok, hab mich im Schatten gesetzt und gelesen. Das beste was ich hätte machen können bei der Hitze. Zudem war es recht gemütlich, gegen meinen Rucksack gelehnt.
Viele Bilder sind an diesem Tag nicht entstanden^^. Viel gab es eh nicht zu Fotographieren, darum soll das letzte Bild der Reise mich zeigen, wie ich zufrieden aber fertig auf den Bus warte.

Eine wunderbare Woche ging nun zuende und war voll von Emotionen der verschiedensten Art. Sie war prägend und lehrreich, entspannend und anstrengend, sowie lang aber dennoch kurz. Ich freu mich schon auf den nächsten Trip der mich nächstes Jahr vermutlich nach Norwegen führen wird, aber das ist noch nicht spruchreif, weswegen Informationen noch folgen werden =). Als Schlusswort bleibt mir noch zu sagen:

„Wenn das große „R“ nicht wär, fände ich den Weg nicht mehr!“

Vielen Dank an die vielen Rennsteig Markierungen die mir diverse Male geholfen haben den richtige Weg zu finden^^.

Vagabund =)

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