Tag 02: Mi. der 05.09.2012

“ Nette Leute auf dem Campingplatz“

Wenn man die Nacht draussen, und das auch noch ohne Ablenkung verbringt, wird man unweigerlich mit seinen Ängsten und den Abgründen seiner Seele konfrontiert. Mit Ängsten meine ich jetzt nicht Nachtbezogene Ängste oder Ängste vor wilden Tieren, sondern eher solcher Natur die in einem noch nicht begraben liegen, sondern immer wieder aufreißen und sich allzuoft bemerkbar machen. Auch hier versuche ich den Ängsten und Abgründen nicht freie Hand zu lassen, sie aber zugleich auch nicht totzuschweigen, weil es davon nur noch schlimmer wird. Sie zu akzeptieren und als das zu sehen was sie sind, nämlich Spiegel meines selbst, ist das einzige was ich jetzt tun kann denn was passiert ist, ist passiert. Taten und Worte lassen sich nicht rückgängig machen. Das einzige was ich dem Opfer meiner Taten Gutes tun kann ist in Zukunft besonnener zu handeln und mich nicht von niederen Instinkten leiten lassen – kurzum vermehrt an mir zu arbeiten. Das bedeutet natürlich nicht das Taten dadurch ungeschehen und Worte dadurch ungesagt gemacht werden können, aber es zeigt, dass man aus seinen Fehlern lernt!

Die Nacht blieb trocken und sternenklar. Ich bin desöfteren aufgewacht und die Schlafphasen zwischendrin, waren wohl nicht allzu lang, wie der Stand des Mondes mir verriet. Ansonsten war es recht ruhig. In der Dämmerung hingegen (also zur Nacht hin) wurde es wild im Wald und es raschelte und knisterte ohne unterlass. Von der Art der Geräusche abgeleitet waren die Verursache jedoch nicht größer als Füchse, da auch kein Grunzen zu vernehmen war, waren demzufolge keine Wildschweine in der Nähe. Auch die Vögel verstummten mit der Zeit, wurden jedoch von größeren ihrer Art abgelöst dessen durchaus nervtötenden Schreie ich jedoch nicht einzuordnen weiss.
Am Morgen dann, als es hell ward, wurde der Himmel von einer mächtigen Wolkendecke verschlossen. Für mich wurde es nun Zeit zu packen und zu gehen, sodass ich dem Weg Richtung Campingplatz weiter folgen konnte. Momentan schreibe ich diese Zeilen auf einer Bank am Aussichtspunkt „Unkerodaer Blick“ und werde wohl gleich weiterziehen.

Einige Zeit weiter bin ich nun nach mehrmaligem Verlaufen, am Ziel angekommen und habe den Campingplatz erreicht. Ich musste dann noch etwa eine Stunde waren bis die Chefin wieder da war un sich meine Bitte anhören konnte, welcher sie unwahrscheinlich schnell nachging – zu meinen Freuden natürlich =). So suchte ich mir ein geeignetes Plätzchen um mein Tarp aufzuschlagen was Anfangs auch nicht ganz so einfach war, da ich vorher nie geübt hatte. Aber letztlich stehts, könnte zwar besser sein, aber man soll sich nicht beklagen!
Da das Wetter heute generell eher nass war und die Sonne sich nicht hat blicken lassen, habe ich demzufolge wenig Wasser verbraucht. Jedoch gibt es hier genügend Wasserhähne, weshalb ich meinen Vorrat morgen auffüllen werde. Heute wird wohl sicher nicht mehr viel passieren, eventuell gehe ich nachher noch in den See, ansonsten bald inne Heia, nachdem ich noch etwas gelesen habe =).

Was gibt es schönesers als an einem lauen Spätsommerabend, nachdem sich die Regenwolken verzogen und die untergehende Sonne sich nochmal von ihrer schönsten Seite zeigt, von netten Campingnachbarn heißes Wasser zu bekommen um sich eine Gemüsebrühe aufzusetzen? In diesem Moment rein gar nihcts!
Kein Lüftchen mehr, angenehme Temperaturen und ein schöner Platz zum chillen. Hach ich liebe dieses Leben, was braucht ein Mensch mehr?
Was ich auch schön finde ist, dass ich hier in keinster Weise von Langeweile geplagt werde. Ich sitze teils Stunden einfach nur rum und tue nichts als die Seele baumeln zu lassen und zu genießen. Es ist schon recht Merkwürdig, denn zuhause kann ich das nicht. Habe ich mal 10 Minuten keine Beschäftigung ist mir langweilig und ich gehe an den PC. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich hier wohlfühle und zuhause zwar auch, aber auf eine andere Art als hier. Dort habe ich viel mehr als ich eigentlich brauche. Je mehr man also besitzt, desto unglücklicher wird man.

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