Tag 01: Di. der 04.09.2012

„Auf ins Abenteuer!“

Nachdem ich die letzten Kleinigkeiten gut in fast vollem Rucksack verstaut habe, ging es um 9:09 Uhr von Jena nach Eisenach! Der Rucksack wurde schwerer als gedacht und wiegt sicher um die 25 Kilo, weshalb der Aufstieg zur Wartburg schweißtreibend und anstrengend war, aber dennoch ehrlich und schön!
Um etwa 11:50 Uhr bin ich dann letztlich oben angekommen und habe im Schatten für gut 20 Minuten gesessen und mich ausgeruht. Ursprünglich wollte ich vor dem Beginn der Wanderung noch einen Abstecher in die Burg machen um mir die Weite anzusehen, jedoch verlege ich das auf das Ende meiner 3-wöchigen Reise, als krönenden und wunderbaren Abschluss!
So ging es dann los, den Weg folgend an einer Schulklasse vorbei und dort vom Hauptweg ab um mir Sehenswürdigkeiten anzusehen wie etwa die Drachsenschlucht oder die Elfengrotten (die recht unspektakulär waren).

Zwischen diesen beiden Stationen habe ich eine längere Rast an 2 Seen gemacht, welche von Enten und zahlreichen Fischen bewohnt wurden. Da ich mein Handy auf der Wartburg ausgeschaltet habe, weiss ich nicht wie lang ich dort gerastet habe, was auch gut so ist, denn ein Grund für diese Wanderung ist, dass ich mich 3 Wochen lang auf mich selbst konzentrieren will, fernab von Zeitdruck, Terminen oder freundschaftlichen/familiären Verpflichtungen, sowie auf Technik weitestgehend zu verzichten. Ich will auf mich allein gestellt sein und auf die Natur hören, sie achten lernen und mit der Sonne zu Bett gehen und ihr bei ihrem Morgengang danken, dass sie mich geweckt hat.
Um dem näher zu kommen habe ich kein Geld mitgenommen und meine EC- sowie meine Krankenkassenkarte zuhausegelassen (lediglich -,88 € hab ich dabei).
Während ich nun also an den Seen Rast machte habe ich die „Abhandlung über die Methode, richtig zu denken und die Wahrheit in der Wissenschaft zu suchen“ von Descartes weitergelesen, welche ich auf der Strecke von Weimar nach Eisenach begann. Auch habe ich aus Appetit eine der mitgebrachten Zwiebeln gegessen, oder besser gesagt eine Hälfte davon, und festgestellt dass diese den Appetit unterbinden können was vielleicht an ihrer Schärfe liegt.
Ein weiterer Grund für diese selbstständige Wanderung ist, dass ich den Wahren Geschmack kennenlernen will und auch nur dann essen möchte wenn ich wirklich Hunger habe. Zuhause bin ich zu sehr an den Essensrhytmus gewohnt den man mir von Haus aus eintrichterte. Um 12 gibts Mittag und um 18 Uhr Abendbrot (Frühstück ess ich generell nicht, da ich spät aufstehe). Für diesen Zweck ist es nochmal förderlicher keine Uhr (an-)zuhaben und mich darauf zu konzentrieren essen zu mir zu nehmen, wenn der Körper es braucht und nicht dann wenn mein Geist es mir befiehlt um seine Sucht zu stillen. Zu Hause kam es auch vor, dass ich ass weil es an der Zeit war, nicht aber weil ich Hunger hatte.
Auch geht es auf dieser Wanderung nicht darum möglichst viel Strecke in wenig Zeit zu abslovieren, nein, es geht vielmehr darum mich selbst zu besiegen. Was angefangenes auch konsequent bis zum Ende durchzuziehen und nicht weil es gerade schlecht läuft aufzuhören. Was das angeht wurde mir dieses Verhalten in Schottland zum Verhängnis, was ich nun besser machen will! Und tatsächlich ist der Teufel in mir bisher erstaunlich ruhig geblieben. Nichts destotrotz hat er hier und da versucht die Oberhand zu ergreifen, aber gelungen ist es ihm noch nicht. Ich denke dass dieser Umstand durchaus dem fantastischen Wetter zu verdanken ist, denn in Schottland, zur Zeit meiner Resignation, hat es den ganzen Tag geregnet. Vielleicht finde ich in den verbleibenden 20 Tagen den Ursprung dessen und lerne mich besser kennen.
Momentan habe ich an einer kleinen Schutzhütte halt gemacht, wo ich diese Nacht mit Blick auf die Wartburg überdauern werde. Auf einer Tafel steht, dass diese von hier 3,1 km entfernt liegen soll, auf einer anderen ein paar Meter weiter weg stehen 6 km…. Da ich aber noch Umwege gemacht habe, habe ich sicherlich doppelt so viel zurückgelegt auch wenn es mir primär nicht darum geht.

Mittlerweile kann ich auch das Gewicht des Rucksackes gut tragen, nur Bergauf, besonders bei Treppen ist es immer noch ein wenig schwierig.
In etwa einer halben Stunde ist die Sonne am Horizont angekommen. Wie sie werde auch ich mich dann langsam zur Ruhe legen, damit es morgen frisch gestärkt zum Altenburger See gehen kann, wo es auch einen Camping Platz geben soll. Vielleicht kann ich da umsonst pennen und auch baden^^.

Achja, was ich vielleicht noch erwähnen sollte. Der Fußmarsch hat kein Ziel, denn der Weg bildet dieses!

Möge das Abenteuer beginnen!!!

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