06 Frankreich 2013

Vom 21. bis zum 25. Mai 2013 ging es auf Exkursion nach Frankreich, um genauer zu sein ins Massive Central. Darunter fallen auch der Elsass, sowie die ‚Chain des Puy‘ – Quartäre Vulkangkegel und Maare, wo der letzte vor 8.000 Jahren erloschen ist. Auch ging es nach Volvic um ein wenig mehr über die Abfertigung des Wassers zu erfahren, aber dazu später mehr.
Gekostet hat der Spass 100 € die wir im voraus schon bezahlt haben um auch die Campingplätze zu buchen. Beinhalten tut dieses Geld auch die Kosten für die Verpflegung (wir bildeten pro Tag Kochgruppen die für alle einkauften und das Essen bereiteten), sowie den Transport. Am Ende der Reise stellte sich dann heraus dass noch genügend Geld übrig war, sodass jeder der 23 Studenten noch 35 € in den nächsten Tagen zurückbekommt. Eventuell wird dies sogar noch mehr, da man versucht vom Exkursionsfond noch was wiederzubekommen. Dabei kann man echt nicht meckern, 65 € für 5 Tage Reise, Verpflegung, und sonstigen Spass!

Am frühen Morgen des 21. Mais ging es mit der Reisegesellschaft Gessert los in Richtung Soultz-sous-Forêts. Mit Gut 7 Stunden Fahrt (inkl. Pausen) erreichten wir gegen 14 Uhr das Geothermiekraftwerk im besagten Ort. Wir bekamen von einer deutschen Mineralogin vor Ort einen Vortrag über die Anlage und den Untergrund und erfuhren so einige Sachen, z.B. dass es sich um eines der ersten Geothermieprojekte handelte.
Nachdem wir noch schnell die Anlage im Regen besuchten ging es dann auch schon weiter zu unserem ersten Campingplatz nach Mulhouse, wo wir den Elsass für nach Süden runterfahren mussten. Letztlich zeichnete sich der Tag eher durch lange Fahrten aus, statt lehrreichem Inhalt. Was wir dort erzählt bekommen haben, hätte man auch getrost als Vorlesung mit Bildern verpacken können, mehr als auf diesen haben wir eh nicht gesehen^^. Aber ok, wenn man schonmal dort ist kann man sowas auch gleich mitnehmen, ist sowieso immer was ganz anderes, Live vor solch einer Anlage zu stehen.
Am Campingplatz angekommen bauten wir schnell unsere Zelte auf solange das Wetter noch mitspielte. Während die erste Gruppe – mit in Deutschland gekauften Lebensmitteln, das Essen über zwei Gaskochern und großen Töpfen zubereitete, gingen einige andere zur Tanke um wiederrum ihren Tank ein wenig aufzufüllen, und wieder andere erkundeten ein wenig die Gegend. Gute 1,5 Stunden später waren die Nudeln mit Tomatensoße servier fertig. Dafür dass es für 26 Personen gekocht wurde, und man es natürlich nicht jeden Recht machen kann, hat es klasse geschmeckt, mit angebratener Jagdwurst für die nichtvegetarier unter uns. Dennoch war die Soße etwas zu knapp bemessen, mit Insgesamt 2,5 Kilo passierter Tomaten und 3 Tuben Tomatenmark. Zwiebeln fanden jedoch ausreichende Verwendung :).
Den Abend ließen wir mit Frisbee spielen und zusammensitzen ausklingen, bis es dann wieder anfing zu regnen und die meisten sich ins Zelt (bzw. ich in mein treues Tarp) verpissten und die Nacht überdauerten.

Am Mittwoch Morgen dann hieß es die Zelte einzupacken und alles wieder in den Bus zu transferieren. Wir verließen Mulhous und fuhren mehrere Stunden lang Richtung West bis Nord und verließen mehr und mehr das Gebirgsplateau. Unterwegs regnete es und da die Bilder aus dem Bus heraus nicht wirklich gut geworden sind konnte ich die wunderschöne bewaldete Landschaft nicht aufnehmen, sowie das richtig schöne und alte Bergdörfchen durch das wir gefahren sind als wir endlich am Ende des Plateaus in den Limange Graben reingefahren sind und für die nächsten Tage einkauften. Generell gibt es sehr viele reizvolle Städtchen und Dörfchen in der Gegend die alle ihren eigenen Charme haben, jedoch sieht man nur selten Menschen auf den Straßen, selbst in den größeren Städten wie Mulhouse. Auch die Landschaften sind wirklich schön, und stark bewaldet.
Nach dem Einkaufen ging es zum ersten richtigen geologischen Aufschluss der Reise. Einem Granitkomplex der sehr schön auf den Bildern zu sehen ist. Nach einer knappen Erläuterung und der Sichtung einer kleinen Viper (tödlich), ging es letztlich weiter in Richtung unseres zweiten Campingplatzes in ‚Châtelguyon‘. Diesmal waren leider die Bäume zu weit auseinander sodass ich mein Tarp nicht aufschlagen konnte, weshalb ich Asyl bei nem Kumpel fand, der zufällig das gleiche Zelt besitzt, wie das was ich in Schottland verloren habe^^.
Auch gab es auf dem Platz ordentliche Duschen und gute Klos (leider wie alle WC’s dort ohne Klodeckel, warum auch immer), sowie ein großes Schachspiel an dem wir uns die zwei Abende vergnügten. Meine Gruppe war diesmal mit kochen dran und wir entschieden uns letztlich für Pelltüften und Quark. Auch wenn ich Anfangs gar nicht begeistert war und der Vorschlag nach Dosenerbsensuppe meines Teamkollegen ebenso nicht zustimmen konnte, war das Resultat unglaublich lecker! Für den Quark kauften wir 2,5 Kilo Creme Freche und 2,5 Kilo Quark (oder dem was Quark recht nahe kommt, hat lange gedauert bis wir den mit unseren mageren Französischkenntnissen gefunden haben). Dazu gab es eine Menge kleingeschnittene Zwiebeln, französische Kräuter und 3 Knollen Knoblauch. Kartoffeln kauften wir im 10 Kilo Sack, der auch gerade so reichte, wurde restlos alle. Wie gesagt hat es klasse geschmeckt, und von all den Abendessen auf der Reise war dies mein liebstes (und das sage ich nicht, weil ich da mit dran beteiligt war!).

Am Donnerstag konnten wir unsere Zelte stehen lassen, da wir eine weitere Nacht dort verbringen sollten, sodass wir gegen 8 Uhr in den Bus stiegen um zu unserer nächsten Station zu gelangen. Diesmal sollte es zu den ‚Chain des Puys‘ gehen die man schon auf der gestrigen Fahrt im Limange Graben sehr gut ausmachen konnte. Der höchste dieser Vulkankegel ist der ‚Puy de Dôme‘ mit 1.465 m Höhe. Diesen konnten wir leider nicht hinauf, da die Straßen gesperrt wurden und gerade scheinbar gejagt wurde wie wir anhand von Gewehrgeräuschen feststellten. So stiegen wir zwei anderen Vulkanen aufs Dach, dem ‚Puy de Pariou‘ und einem anderen der gleich daneben war dessen Namen ich jedoch vergessen habe. Dabei handelte es sich um einen Trachytdom, das heißt es war einmal extrem zähflüssige Lava die austrat und statt auszufließen, in die Höhe wuchs und mit zunehmender Aufrichtung brach, sodass nachfließendes Material dieses Gebilde immer weiter aufbauten. Trachyt wurde früher zur Römerzeit genutzt um Särge zu zimmern, da das Gestein sehr porös ist und Flüssigkeiten gut aufnimmt, konnten damit Leichen konserviert und mumifiziert werden. Nachdem wir dann den recht steilen Aufstieg auf diesen Dom gewagt haben, wurde es immer windiger, jedoch blieb es trocken auch wenn die Wolken bedrohlich dunkel waren. Von dort aus hatte man eine klasse Übersicht über den Rand des Limange Grabens, dennoch war es recht diesig. Auf den Weg über der Kuppe des Berges gab es unzähliche Blaubeersträucher die auch schon Früchte trugen jedoch noch nicht reif waren. Letztlich ging es auf den Pariou, dem Schlackenkegel von wo aus die wohl schönsten Bilder entstanden sind und auch der Puy de Dôme sichtbar war (mit Sendemast auf dem Gipfel – siehe Bilder). Die Wälder um und auf den Puys hatten teils einen echt urigen Charakter. Viele kleine „Baumsträucher“ und mächtige Bäume mit ordentlich Moosbewuchs sowie nicht aufgeräumte Wälder verliehen diesen eine einzigartige, fast mystische Atmosphäre. Nach guten drei Stunden Wanderung, ging es zurück zum Bus und in das Örtchen ‚Châtelguyon‘, wo wir noch ein wenig über dort austretende Thermalwässer erfahren sollten. Hatte mich persönlich nicht sonderlich interessiert, und die anschließende Wasserverköstigung ebenso nicht. Kurz darauf ging es auf den 5 fahrtminuten entfernten Campingplatz zurück, wo es zum Abendessen Dosenravioli und für die Vegetarier ein Reisgericht gab. Mit 12 Kilo Ravioli, auf 3 Dosen verteilt, hatte jeder genug bekommen, auch wenn einige nicht Vegetarier auf Reis umgestiegen sind.

Am Freitagmorgen ging es dann weiter und wir mussten unsere Lager abbauen und wieder alles in den Bus verfrachten. Diesmal stand neben der langen Fahrt noch ein Besuch bei Volvic an, wo wir nen Film vorgeführt bekamen. Ich habe ihn leider nicht auf YT gefunden, aber es war solch ein dämlicher Film dass man nur drüber lachen konnte. Vermutlich für Kinder gemacht, aber keiner von uns konnte dieses „Machwerk“ auch nur Ansatzweise ernstnehmen xD. Es ging darum dass ein Alien auf der Suche nach gutem Wasser war, da der Baum des Lebens auf seinem Planeten zu sterben droht. Er entdeckt die Erde und damit auch Volvic und lässt sich von zwei Kindern belehren… Letztlich schnappt er sich nen 6er, kehrt auf seinem Planeten zurück und meint dass die Mineralien im Wasser wichtig für den Baum seien, und die beiden Kinder doch bitte eine Großbestellung für ein aufgeben möchten… OMG xD. Nur zur Info. Volvic Wasser hat im Gegensatz zu deutschem Mineralwasser einen ziemlich geringen Wert an gelösten Mineralien. Dies war ein Propaganda-Film par excellance! ‚Trink und fühl die Natur“, wenn ich sowas schön höre. Ein weiterer recht kurzer Film danach war wenigstens informativer und nicht so dämlich wie der vorige. Man erfuhr z.B. das sie viel dafür tun ihr Wasser nicht zu kontaminieren und die Umwelt um das Einzugsgebiet herum zu schützen. Aber ok, das macht denke ich jeder der das Produkt gut verkaufen will. Anschließend gab es auch hier wieder eine Verköstigung verschiedener Volvicangebote an der ich mich nicht beteiligte.
Gegen 11 Uhr sollte es dann wieder Richtung Deutschland gehen, nach Saarbrücken zum letzten Stop und Campingplatz. Den erreichten wir auch erst gegen 20 Uhr, nachdem wir uns in Saarbrücken noch 20 Minuten lang verfuhren. Das Wetter war bis dato recht gut, wir bauten unsere Zelte auf und Gruppe 4 begann zu kochen. Diesmal gab es Nudeln mit Käsesoße. War durchaus lecker auch wenn ich nicht so der Freund von Käsesoßen bin. Während das Essen aufgesetzt wurde (dauert ja immer ewig bis das Wasser kocht), machte ich mich mit drei Kollegen auf um die nähere Umgebung zu inspizieren. Wir fanden einen kleinen Friedhof mit Gräbern von 1870/71, der Zeit des Deutsch-Französischen Krieges, dazu noch ein paar Denkmäler in Obeliskenform. Wieder unten angekommen, war das Essen fast fertig, jedoch zogen schon beträchtlich dunkle Wolken über uns herein. Das dumme war, wie standen auf lehmigen – und dazu noch auf abschüssigen Boden, das heißt das Wasser sammelt sich und kann nicht versickern. Dadurch wurden mit der Zeit zwei Zelte unbrauchbar, sodass einige sich entschieden im überdachten und beheizten Sanitärgebäude zu übernachten. Ab etwa 1 Uhr hat es aufgehört zu regnen, sodass ich auch ruhig im Zelt nächtigen konnte.

Am Samstag letztlich ging es nach dem Zusammenpacken zur Völklinger Hütte, ein altes Stahlherstellungswerk, was allein schon durch seine Größe und skurrilen Formen auffällt. Auf dem Parkplatz angekommen, wurden wir Zeuge wie 3.000 Brieftauben nach Kassel flogen, siehe Bilder. Anschließend ging dann die 10 € teure Führung über das große Gelände los. Ich bin ja überhaupt nicht für große Industrie, da dreckig und Natur ausbeutend, aber ich muss gestehen das ich extrem beeindruckt vom Werk bin, was als erster Industriestandort auch als Unseco-Welterbe aufgenommen wurde. Insgesamt verbrachten wir 2 Stunden dort und wurden durch einen ehemaligen Mitarbeiter in die Geschichte des Werks eingeführt. Die Innenhalle dessen wird durch ihre extrem schönen Klang auch für Opernaufführungen genutzt, die immer ausverkauft sind. Das spricht schon für sich.
Am Ende der Führung wurde uns noch auf die Gemälde aufmerksam gemacht, da die Hütte auch als Kunsthalle genutzt wird. Es waren teils extrem beeindruckende Bilder und Werke dort enthalten, insbesondere das erste Bild. Wer die Möglichkeit hat, sollte auf jeden Fall einen Rundgang durch die Völklinger Hütte tun, Sehenswert ist es allemal!
Danach machten wir uns auf den Rückweg nach Jena wo wir auch gegen halb sieben Abends ankamen. Gesamt gesehen war es eine durchaus schöne, wenn auch teils Thema unrelevante Exkursion, die auch zu viele lange Busfahrten beinhaltete. Dennoch werde ich mich wohl sehr lange daran erinnern, da wir alle zusammen eine wunderbare Zeit hatten und ich meine Studienkollegen echt vermissen werde, wenn wir erstmal getrennte Wege gehen. Island wird die letzte Gelegenheit sein, nochmal eine Gute Zeit zusammen zu haben. Ein großes Lob auch noch an unseren Busfahrer Torsten, der ein wahrer Meister seines Faches ist. Nicht nur hat er mehrmals unter Beweis gestellt, dass er in 3 Zügen den langen Bus in einer Engen Straße wenden kann, nein er war auch übelst gut drauf und hat sich mit uns extremst gut verstanden. Man kann sagen dass er zu einem Kumpel geworden ist. Einer hat sogar seine Handynummer bekommen um mal einen mit ihm zu heben, wenn die Zeit es zulässt.

Als nächstes steht dann Island am 8. August auf dem Plan. Bis demnächst =).

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4 Antworten zu 06 Frankreich 2013

  1. Sabrina schreibt:

    sehr schöner Text, sehr schöne bilder. Hast ja mal wieder viel erlebt…nur der Bart stört :P

    • VagabundenReise schreibt:

      Vielen Dank =). Die besten Bilder findest du jedoch nicht online xD. Warte erstmal die Island Exkursion ab, dann wirds hoffentlich noch viel schönere Bilder und Berichte geben^^. Der Bart bleibt, aber das weißt du ja sicherlich :D.

  2. Jana schreibt:

    wie kann man in schottland sein Zelt verlieren??

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