Tag 8: Kyoto

Nach dem kleinen „Unwetter“ gestern, war es heute überraschend ruhig, bedeutet: nahezu Windstill und Sonne pur bei lauschigen 10°C.
Wie gestern bereits gesagt, ging es heute nach Kyoto. Obwohl wir, wie am gestriegen Tag, bereits gegen 7:30 Uhr das Hotel verließen, kamen wir nicht in die berüchtigte Rush Hour. Ich denke es liegt daran, dass unser Startpunkt recht weit vom Sprung entfernt ist. Am Tokyo Hauptbahnhof sah das alles dann schon wesentlich wuseliger aus. Massen von Menschen, sodass man dann echt aufpassen musste nicht verloren zu gehen. Da wir nun schon einige Male dort waren und unser Shinkansen vom gleichen Gleis abfuhr wie der gestrige, war der Weg bekannt, sodass alles reibungslos vonstatten gehen konnte.

Um 8:33 Uhr ging es dann los Richtung Kyoto. Viel gibts zu der Fahrt nicht mehr zu erzählen, da ich das für Osaka schon getan habe. Erwähnen sollte ich nur noch dass wir heute die ersten kurzen (und zufälligen) Blicke auf den Fuji werfen konnten. Eigentlich hatte ich gelesen, dass er auf der linken Seite (wo wir saßen) stehen soll, wenn man Richtung Kyoto fährt, aber Pustekuchen es war die rechte^^. Dennoch war der Anblick den wir erhaschen konnten majestätisch schön. Diese fast perfekte Kegelform mit der schneebedeckten Kuppe – einfach traumhaft. Am Samstag werde ich allein in das Gebiet fahren und hoffentlich viele schöne Bilder machen! Besteigen geht leider nur in den Sommermonaten, sonst hätte ich das auch noch in Angriff genommen :D.

Nach gut 3 Stunden fahrt sind wir dann in Kyoto angekommen. Durch die belebende Sonne, sahen die Städte und die Umgebung gleich viel freundlicher aus, auch die alte Kaiserstadt, hat ihr tristes Kleid abgelegt und erstrahlte in neuem Glanz.
Zuerst hatten wir uns ausgemacht zum allmonatlichen Flohmarkt (immer am 21. jeden Monats) im „To-ji“ Tempel zu gehen. Dazu sei gesagt, dass wir das erstemal an einer Information im Bahnhof Englischsprechendes Personal vorfanden, sodass alles ein wenig schneller vonstatten ging^^. So bekamen wir einen Gratis Stadplan (shwarz/weiß) und wussten wo wir hin mussten. Auf dem Weg zum Tempel kamen wir an einem Geschäft vorbei was handgemachte buddhistische Kerzen verkaufte, von denen ich mir eine aussuchte und dazu von den netten Verkäuferinnen auch noch Rabatt und nen Stadtplan in Farbe bekam^^. Fertig eingekauft waren wir dann schon fast vorm Tempel, als schon die ersten kleinen Stände in Sichtweite kamen. Die Temepelanlage ansich ist riesig und komplett mit Ständen jeglicher Art ausgefüllt. Nicht nur billige second Hand – und somit typische Flohmarktartikel – sondern auch richtig teure Sachen wurden dort feil geboten. Unzählige sehr schöne Geschäfte und eine Menschenmasse die mit der im innenbereich von Tokyo vergleichbar ist. Neben den Verkaufsbuden gab es auch eine Menge „Fressbuden“, denen man beim Kochen wieder zusehen konnte =). So siedelten sich einige Takoyaki Stände neben Dango- und Okonomiyakibuden an. Dango hab ich auch sogleich mal probiert. Sie schmeckten etwas anders als ich es erwartet hatte. Ich dachte es sei eine Art Teig, aber irgendwie war es eher Marschmellow ähnlich. Aber spätestens durch diesen Beitrag bin ich schlauer geworden :D. Letztendlich war es nicht schlecht, aber für ein zweites Mal essen wird es dann doch nicht reichen^^.
Neben dem Fressständen waren auch alte Yukata, Kimonos, Socken, Jacken, anderen Kleidungsstücke, Schuhe, Schalen, krims krams, Ketten und sonstigen Artikeln vertreten. Eigentlich alles was man mit Japan in Verbindung bringt. Und das Beste: alles regionale Produkte soweit ich das überblicken kann. Nur sehr weniges wurde aus China importiert. Gut 2 Stunden haben wir uns dort aufgehalten bis wir dann zum Kaiserpalast wollten. So sind wir zurück zum Hauptbahnhof um die U-Bahn zu nehmen und vom Kaiserpalast aus durch die Geschäftsstraßen zurück zum Bahnhof zu laufen.

Am Gelände dessen angekommen (was mal wieder überdimensioniert groß war), sprangen uns erstmal schön die blühenden Sakurabäume ins Auge von denen ich auch genügend Bilder gemacht habe^^. Generell scheinen sie nach dem gestrigen Regen aufgesprungen zu sein. Viel mehr gibts zum Palastgelände nicht zu sagen. Ins Gebäude ansich kamen wir nicht rein da wir vorher eine Führung reservieren hätten müssen. So gingen wir langsam Richtung Ausgang und wurden auf dem Weg dorthin von spielenden Mädchen auf sehr freundliche und süße weise mit „hello, hello“ und winkenden Fötchen begrüßt, bis sie dann mit strahlenden Lächeln uns „Goodbye goodbye“ hinterherriefen. Man meint zwar das die Jugend heutzutage nur noch vor der Glotze und dem PC hängt, aber hier scheints zumindest nicht auf alle zuzutreffen. Wir haben viele Kinder gesehen die auf Spielplätzen spielten oder in Parks. Andererseits gab es auch Kinder die weitaus jünger als die getroffenen waren und bereits mit einem IPad oder wie sich diese Teile schimpfen rumspielten. Ob das nun gut ist oder nicht kann ich nicht beurteilen, zumindest scheinen die Japaner in allen Lebensbelangen den Spagat doch irgendwie zu schaffen.

Aus dem Kaiserpalastgelände herausgekommen, ging es nun die Straße runter zu den Geschäften. Kyoto ist sehr sehr übersichtlich (im Gegensatz zu Osaka), da alle Straßen Gitter- und rechteckartig aufgebaut sind. Das heißt man kann vom Bahnhof direkt etwa 5 km schnurrstracks gerade aus gehen um zum Kaiserpalast zu kommen. Ohne eine Abbiegung zu nehmen. Insgesamt gibt es drei große Schoppingstraßen die in der Karte markiert und zudem alle überdacht sind. Keine riesigen Einkaufszentren wie in Akiba, oder Osaka mit 8 Stöcken, sondern viele kleine Läden, dicht an dicht, mit den unterschiedlichsten Waren. Teils sehr schöne und interessante Geschäfte, so auch ein Laden der auf 2 Stockwerken Manga, Anime, CD, und Zeichenmaterial in Hülle und Fülle anbot^^. Es ist selbstredend dass ich dort reingegangen bin :D.

Da wir letztlich mit der Zeit doch recht knapp waren und unser Shinkansen um 17:29 Uhr wieder losfuhr, standen wir vor der Wahl die restlichen Geschäfte + Bahnhofsläden abzuklappern und nen Zug später zu nehmen, oder uns zu beeilen und diesen – ursprünglich geplanten Shinkansen – zu nehmen. Wir entschlossen uns für letzteres, denn Blasen an den Füßen ließen uns keine andere Wahl^^. Auch wollten wir nicht zu spät nach Hause, da die Fahrt immerhin gute 3 Stunden dauert. So fuhren wir mit der U-Bahn zurück und wurden erneut von der Freundlichket und Hilfsbereitschaft der Japaner überrascht. Da wir nicht genau wussten wo wir hin mussten, hatten wir in der U-Bahn einen netten Herren gefragt ob er uns nicht helfen könne. Prompt hat er uns quasi bis vors Gleis geführt, sicher aber nur weil er fast den gleichen Weg hatte^^. Dennoch sehr nett und aufmerksam, kann man nicht anders sagen. Auch das Bahnpersonal ist generell extrem höflich. So werden wir (und natürlich alle anderen) mit einem freundlichen Lächeln begrüßt und mit sanfter Stimmer nach den Tickets gebeten. Die Verkaufsdame, welche im Zug hin- und hergeht und was zu beißen und trinken anbietet, verbeugt sich stets wenn sie in den Waggon reinkommt und hat ebenso ein breites lächeln auf dem Gesicht. Ich denke nicht dass diese künstlich sind, ich denke einfach dass sie ihren Job lieben oder ihn zumindest nicht hassen. Sie sehen selbst sehr glücklich aus, was schon bemerkenswert ist.

In Tokyo wieder angekommen, reservierte ich mir gleich nen Sitzplatz für Samstag, wo ich zu den 5 Fuji-seen will (allein wie gesagt). Was hier auffiel war, dass sie Verbindungen mit den nötigen Transfers in andere Züge nicht ausdrucken, sondern per Hand schreiben. Vielleicht auch nur weil wir kein japanisch können. War ein wenig konfus da durch zu sehen, aber letztlich hab ichs gerafft. Wird ne interessante Sache denke ich und freu mich auch tierisch drauf. Meine Mutter wird sich dann vermutlich Shinjuku nochmal näher anschauen und sich eine Massage gönnen, da unser Aufenthalt dann auch bald vorbei ist.
Mit der U-Bahn ging es dann zurück nach Suitengumae, wo wir uns vorher schon ausgemacht hatten noch eine Nudelsuppe zu essen, und zwar das gleiche was ich am Tag 6 Abends gegessen hatt („DonDon“), diesmal habe ich auch nen Bild davon :D. War klasse und belebend.
Morgen bleiben wir dann in Tokyo und fahren nach Ueno, da es so schon ziemlich schlaucht jeden morgen früh raus um den Shinkansen zu erwischen und abends dann wieder völlig fertig ins Bett zu sinken.
Damit beende ich diesen Beitrag und wünsche euch einen angenehmen Rest Dönerstag =). Bis morgen!

Achja, nur nebenbei, wir haben den ominösen 100 Yen Shop gefunden^^. Gut es war in dem Sinne nichts anderes als der Pfennigpfeifer, Komma 10, Mc Geiz, und wie sie alle heißen, die man aus Deutschland kennt. War aber irgendwo auch zu erwarten.

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2 Antworten zu Tag 8: Kyoto

  1. Mugi schreibt:

    Schade, dass du’s nicht ins Manga Museum geschafft hast (ist auch irgendwo in Kyoto), das wäre sicher ein Paradies gewesen^^
    Die Bilder der Kirschbäume sind übrigens richtig schön!

    • VagabundenReise schreibt:

      Hm davon hab ich ehrlich gesagt auch gar nicht gewusst^^. Aber da ich generell in sogut wie jedem Buchladen war hatte ich Manga satt :D. Dafür war ich im Mugiwara Store wie du vielleicht schon gelesen hast^^. War klasse auch wenns da ne Menge schnick schnack gab den ich auch nie kaufen würde^^. Aber die Klamottenabteilung mit der Soldier Dock System Nachbildung war schon gelungen^^.

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