Tag 7: Osaka

Der Tag begann wie erwartet mit einem bewölkten Himmel aus dem im Laufe der Zeit auch noch Regen fallen sollte. Nach dem heute sehr zeitigen Frühstück machten wir uns auf den Weg zum Tokyoter Hauptbahnhof. Eine riesige Anlage ist das. Wer denkt Berlin sei schon groß und unübersichtlich der sollte sich dieses Gerät mal anschauen. Mehrere Stockwerke, zahlreiche Geschäfte und viele Winkel die zu Gleisen und U-Bahnen führen. Anfangs sehr schwer da durch zu sehen, jedoch ist alles gut ausgeschildert, sodass man zumindest bis zu den Zügen findet. Für das suchen des Gleises mussten wir jedoch Hilfe ersuchen, da dies nun wirklich etwas kompliziert war.

Dieses letztlich erreicht, mussten wir noch gut 30 Minuten auf unseren Shinkansen warten. Was an den Gleisen auffiel, waren die Absperrungen zum Gleis hin, sodass keine Kinder durchfallen oder jemand auf dieses geschubst werden kann. Auch ist stets Personal anwesend, was bei der Abfahrt und bei der Ankunft aufpasst und dem Zugführer Signale gibt. Der Zug hält genauer als unsere ICE, da es in den Absperrungen bestimmte Bereiche gibt die offen sind wo Leute aus- und einsteigen können. Auch sehen die Züge ansich viel ansprechender aus als unsere ICE. Richtig Stromlinienförmig mit langer Nase. Auch der Komfort im Zug ist mit den unserer Züge nicht zu vergleichen. Alles ist extrem sauber, der Boden glänzt und man hat eine Beinfreiheit die man nicht mal in der 1. Klasse des ICE hat^^. Was wir auch erstaunlich fanden, war dass die Züge bei Ankunft von Reinigungspersonal gesäubert werden. Nicht nur wird der Müll mitgenommen, nein auch die „Tücher“ die immer an den Kopflehnen hängen werden nach dem erreichen der Endhaltestelle von Hand gegen neue und frische ausgewechselt! Zudem werden alle Sitze in Fahrtrichtung umgedreht! Dazu gibt es am Fuß jeder Sitzreihe (3er und 2er Plätze), einen Hebel. Wenn man den drückt kann man seine Seitzreihe im Handumdrehen umdrehen und so z.B. wenn man mit mehreren Personen unterwegs ist, auch in einer illustren Runde zusammensitzen^^. Klasse Ding! Auch gibt es extra Raucherbereiche zwischen den einzelnen Waggons die ebenso ständig sauber sind, gleich wie die Toiletten, deren Klobrillen sogar beheizt sind. An diesesn Zügen ist echt nichts auszusetzen. Wenn man bedenkt dass alle Shinkansen die täglich in Japan fahren, zusammengerechnet nicht mehr wie 5 Minuten Verspätung haben (trotz Reinigungstrupp vor der Abfahrt), dann ist das schon beachtlich und spricht für sich. Würde man die Verspätung bei der Deutschen Bahn an einem Tag zusammenzählen, dann würde man wohl auf mehrere Tage kommen^^. Kein Vergleich :D. Im Zug ansich fährt man auch recht ruhig und ohne dass es stark ruckelt. Als I-Tüpfelchen gab es neben der japanischen Durchsage und Anzeigen auch eine Englische Version die sehr deutlich und gut zu verstehen war. Was noch erwähnenswert ist: In den Waggons 1-5 gibt es Plätze die von Leuten genutzt werden können die sich keinen Platz reserviert haben. Sowas gibt es meines Wissens nach bei uns nicht, zumal das reservieren manchmal auch noch extra kostet, was hier im Preis mit inbegriffen ist.
Es geht zügig voran, schneller als unsere ICE bilde ich mir ein. Innerhalb von fast 3 Stunden waren wir dann in „Shin-Osaka“.

Dort sind wir dann erstmal kurz rumgeirrt. Zuerst sollte die Osaka Burg begutachtet werden, jedoch erfuhren wir dass wir erst zum Bahnhof von Osaka fahren mussten. Shin-Osaka (Neu-Osaka) ist zu weit davon entfernt. Etwas verwirrend waren die Bahnhöfe dort schon aber durch Fragen hat man dann schnell den richtigen Weg ausfindig machen können. Was wir auch erstaunlich fanden, war dass es einen extra „Frauen-Waggon“ in den Lokalen Zügen gibt. Ich nehme mal an um in den Stoßzeiten sexuelle Belästigungen vorzubeugen, ne klasse Idee ansich, auch wenn man sich als Mann etwas ausgegrenzt fühlt :D. Da die Züge immer an denselben Punkten halten und die Türen sich genau an diesen Punkten befinden, können sich in den Bereichen Schlangen bilden. Alle Leute die mitfahren wollen, stellen sich brav in Reih und Glied ohne dass es gerammel oder gepolter wegen wegen der Reihenfolge gibt. Diszipliniert, selbst im Zug. Auch sind diese Schlangen dort schräg zu den Türen gestelt, dafür gibts exta markierte Bereiche zum hinstellen, damit die aussteigenden Leute auch ohne gedrängel durchkommen und ihrer nächsten Verbindung nachjagen können. Die Japaner sind sogar so diszipliniert, dass es Bereiche an allen Treppen gibt, die extra zum heraufgehen und zum herabgehen gekennzeichent sind. An Rolltreppen stehen generell alle in einer Reihe links oder rechts, sodass andere die es eilig haben auf der anderen Seite hoch- bzw. runter laufen können. Bei einem Land das viele Einwohner und nur geringen Raum zur Verfügung hat ist dieses System praktisch und wichtig, ansonsten würde wohl das reinste Chaos herrschen. So ist es ein extrem geordnetes Chaos. Beachtlich und faszinierend zugleich.

Nachdem wir dann mit ach und krach während der Zugfahrt die richtige Haltestelle für die Burg gesagt bekommen haben, kamen wir auch schon an. Übrigens kann man in Osaka im ÖPNV mit dem Japan Rail Pass auch umsonst fahren, sodass keine weiteren Kosten für Fahrten anfielen.
Die Burg befindet sich auf einem riesigen Gelände, bestehend aus Parks und Burggräben. Ich würde behaupten dass das Gelände noch größer ist als das des Kaiserpalastes hier in Tokyo. Kann mich dabei aber auch irren. Wäre es sonniger gewesen, wären die Bilder auch besser geworden, aber ne kleine Abkühlung nach der Hitze der letzten Tage ist auch mal ganz schön, zumal der aufkommende Regen sein übriges Tat =).
Am Schloss letztlich angekommen, schauten wir uns erstmal an den Souvenier- und Fressbuden um. Ich fand 2 Postkarten und dazu noch 10 Takoyaki für 500 Yen. Zwar billiger als die aus Harajuku, aber dafür nicht ganz so gut^^. Gegessen hab ich sie trotzdem :D. Anschließend gings dann für 600 Yen pro Nase in die Burg und nach ganz oben. Von aussen sieht sie noch richtig alt aus, aber von innen ist alles neu, was auch ein wenig schade ist. Dort ist quasi nichts mehr wie es einmal war. Mittlerweile ists eher ein Museum mit durchaus schönen Exponaten und der Geschichte von Toyotomi Hideyoshi. Ganz oben hatte man dann einen wunderschönen Ausblick über die Anlage und die dahintergelegenen Wolkenkratzer von Osaka. Durch den Regen war die Sicht leider begrenzt.
Als dann die Burg von der To-Do-Liste abgehakt wurde, hieß es zurück zum Hauptbahnhof. Irgendwo sollte sich da noch eine 2,6 km lange unterirdische Einkaufsstraße befinden. Die wir natürlich nicht gefunden haben. Also machten wir uns auf ins Yodobashi Center (das gleiche wie das in Akiba), was direkt neben dem Bahnhof steht und noch größer ist als das in Akihabara. Da es dann zu doll geregnet hat und wir keine Lust hatten im Regen Geschäfte abzuklappern, entschlossen wir uns einen früheren Zug zu nehmen und um 16:40 Uhr statt 17:40 Uhr zurück nach Tokyo zu fahren. So buchten wir unsere reservierten Plätze um, und ich kaufte mir noch zwei „Butaman“ und ein „Bento“. „Butaman“ sind Teigtaschen die mit Schweinefleisch und ein wenig Gewürzen (Ingwer und Zwieben????) gefüllt waren. Es gibt auch Bilder dazu, sehen gut aus und haben auch klasse geschmeckt. Für 320 Yen allerdings auch recht teuer. Ein Reinfall dafür war das Bento. Bento ist eine Lunchbox die es an jedem größeren Bahnhof mit regionalen Spezialitäten zu kaufen gibt. Meistens besteht natürlich der Hauptteil dessen aus Reis. Ich hatte noch eines mit dünnen Fleischscheiben (die etwas nach Roulade schmeckten) und ein wenig Gemüse und geriebenen Käse (siehe Bilder).
Naja, es war essbar und letztlich ists auch alle geworden. Nur schmeckt es warm wahrscheinlich um klassen besser, weshalb ich in Zukunft auch die Finger davon lasse :D. Aber probiert haben sollte man es mal^^. Mit 980 Yen kostete dies dann auch gut 8 € und war sehr teuer. Dennoch gehörte auch dies neben „Okonomiyaki“ und den „Takoyaki“ auf meine Speisekarte für Japan. „Butaman“ waren nicht vorgesehen, aber wenn man schonmal an der Quelle ist, probiert man auch das :D.

Auf dem Gleis angekommen warteten wir noch auf unseren „Hikari 476“ (~> Zug plus Linie) bis es dann wieder auf zum Hotel ging. In Tokyo nach 3 Stunden fahrt angekommen nahmen wir dann die U-Bahn Richtung „Suitengumae“ und ab ins Hotel :D. Hiermit endet mein heutiger Bericht. Morgen, in Kyoto, soll das Wetter wieder besser sein, freue mich schon drauf und ich hoffe ihr auch =).

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