Tag 6: Harajuku & Shibuya

Ein wunderschöner Morgen strahlte uns durch unser Fenster an. Das Frühstück war wie gewohnt gut und so machten wir uns nach der allmorgendlichen Stärkung und noch ein wenig YUI im Zimmer hören (meine Mutter findet sie mittlerweile auch gut^^, zumindest das Lied „hello“), gegen 10 auf den Weg mit der „Hanzomon“ Linie, Richtung Shibuya. Harajuku – so haben wir uns belesen – wird in den meisten Karten nicht mit aufgeführt, da es wiederrum ein „Stadtteil“ von Shibuya selbst ist. Man kann sagen, dass Harajuku das Viertel der Jugend ist. Besonders aufgestylte junge Mädchen und Cosplayer laufen in den Engen gassen herum und bereichern die dort ansässigen Geschäfte, die oft mit Klamotten (jung, hip und stylish), sowie Accessoires, Kosmetik und alles was sonst noch das Frauenherz höher schlagen lässt ausgestattet sind. Jedoch kommen auch die Männer nicht zu kurz und so gibt es auch für diese Spezies Mensch diverse Läden um moderne und mainstreamige Klamotten zu erstehen, sowie etwaige Kleinigkeiten.

Was ein Highlight für mich darstellte war ein Stand in der Stadt, welcher Takoyaki verkaufte!!! Eines der Gerichte die ich neben „Okonomiyaki“ unbedingt probieren wollte! So ergriff ich Chance beim Schopf und bestellte mir 6 Stück (siehe Bilder).
Für die die nicht wissen was Takoyaki sind, hier eine kleine Erklärung. Es handelt sich dabei um kleine Teigbällchen (aus „Mehlpampe“ gemacht) die mit sehr kleingeschnittenen Gemüse und Gewürzen sowie – und jetzt kommts – Tintenfischtentakeln (genau die mit den Saugnäpfchen :D. Maximal 5 cm groß -> „Tako“) gefüllt sind! Ich war ja Anfangs doch etwas skeptisch, da es ja doch Neuland für mich ist Tintenfisch zu essen, aber ich muss gestehen, ich war positiv überrascht. Es schmeckte richtig geil. Aussen war der Teig schön hart bzw. knusprig und innen noch etwas „flüssig“, bzw. weich. Der Tentakel war überraschenderweise „härter“ als gedacht. Jetzt nicht hart im engeren Sinne, sondern man merkte halt nen Widerstand wenn man raufbiss. Ich hatte eher gedacht es sei wie Butter, aber durch die geronnenen Eiweiße wurde es wohl fester. Jeder der mal nach Japan kommt sollte diese unbedingt probieren. Auch wenn meine Mutter davon nichts wissen will (da es eklig aussieht…), schmeckt es wiedererwartend extrem gut!
Noch ein kurzer Abriss zur Herstellung. Was ich so gesehen habe (ich saß quasi direkt vor der Küche, da sieht man dann wenigstens was man serviert bekommt was sehr oft in der japanischen Küche zu erleben ist), war dass es Formen für die Bällchen gibt, die etwa Eiskugelgroß sind und – natürlich – beheitzt. Darin wird ein wenig vom flüssigen Teig gegeben, dann dazu die Gewürze und Gemüse und pro Bällchen eine Tentakel. Dies dann kurz heiß werden lassen und dann noch eine Salve „Mehlpampe“ und Gewürze/Gemüse drüber. Da alles dann über die Form hinausgeht wird das überschüssige Gelumpe entfernt und das Bällchen (wenn es denn soweit ist) mittels Spießchen umgedreht, sodass die andere Hälfte gemacht werden kann. Wie genau das geht hab ich allerdings nicht gesehen. Zum warmhalten werden sie in den Formen gelassen und bei Zeiten wieder umgedreht. Serviert werden Takoyaki mit hauchdünnen Zwiebelscheiben und Petersilie (oder anderem feinen Grünzeug) dadrüber. Das kann sich dann auf jedem Fall sehen und schmecken lassen, was man hoffentlich an den Bildern sieht :D.
Bedient wurde ich übrigens von einer netten älteren Frau die auch auf dem Foto zu sehen ist. Sie war auch die bisher einzige die die Pracht meines wundervollen Bartes zu würdigen wusste! Allein schon dafür hat sie meinen fetten Respekt verdient! Bei der kauf ich wieder ein :P.

Unser eigentliches Ziel heute war, den 100 Yen Laden zu finden der im Reiseführer angepriesen wurde und in Harajuku (sowie natürlich generell in Tokyo total weit verbreitet) sein soll. Bisher haben wir nicht mal den Hauch eines Hinweises auf diesen ominösen Laden gefunden, nicht mal die Einheimischen wissen bescheid was dann schon für sich spricht.
So gaben wir die Suche nach dem Phantomgeschäft auf und schauten uns so noch ein wenig um und gingen in Geschäfte die wir bei unserem ersten Besuch noch nicht besichtigt hatten. So auch in das „Tokyo Plaza“ ebenso wieder ein Klamottenladen mit Accesoires etc. für die Mittelschicht. Das besondere an dem Teil war, dass es oben ne geile Terasse gibt (kein Bild) und Bäume an den Seiten wuchsen (siehe Bilder). Bei heute 25 grad Celsius und Sonne ohne Wolken und wenig Wind zogen wir es jedoch vor NICHT dort oben – der Hitze ausgeliefert – zu verweilen, sondern weiterzuziehen.
Zwischendrin hab ich immer wieder ein paar Japaner (Männer wie Frauen) mit nach unten hin weiter werdenden Hosen gesehen, die an den Beinen nen Gummizug hatten und so fest an den Knöcheln saßen. Ähnlich wie die Pluderhosen die ich immer trage.
So sprach ich einen jungen Herrn darauf an, wo er diese denn gekauft hat. Er meinte in Kyoto aber dass es, nicht weit von unserem Standpunkt, auch einen Laden gäbe der diese verkauft. So hat er uns doch tatsächlich angeboten (und wir haben es dankend angenommen) uns genau dorthin zu fahren! Mit seinem Auto! Wir erfuhren dass er 7 Jahre in Italien gelebt hat und auch ein italienisches Lokal in Shibuya hat. Ein überaus netter (maximal 30 jähriger Mann), der zwar nur schlecht Englisch spricht, aber extrem hilfsbereit war. Vielen Dank an dieser Stelle! Den Laden haben wir dann auch erreicht, scheint jedoch ne Marke zu sein, da die Klamotten (auch wunderschöne Yukata) sehr teuer waren. Ab 10.000 Yen aufwärts, also etwa 85 €, gabs dort aber noch mehr zu erstehen. Der Laden hieß übrigens „Sou-Sou“. Da am 21. jeden Monats in Kyoto ein Flohmarkt ist, und wir genau an dem Tag dorthin fahren, haben wir Hoffnung dort Yukata und, für mich noch eine dieser Hosen, günstig zu ergattern.

Nach Shibuya zurückgekehrt setzten wir unsere Erkundungstour fort, bis wir dann nun alles was gesehen werden will, gesehen haben und uns entschlossen nach Tokyo-ku zu fahren und unsere Plätze für Osaka morgen im Shinkansen zu reservieren. Gesagt, getan. Ging auch recht schnell und unkompliziert, sodass wir hoffentlich auf der linken Seite sitzen und so den Fuji-San sehen und auch fotographieren können. Bin auf die morgige Fahrt gespannt.
Den Rest des Weges liefen wir dann zurück zum Hotel wie schon einige Male zuvor, wo wir dann auch nach gut einer Stunde ankamen und ich mir erstmal nen schönes Bad gönnte. Etwas später am Abend zog ich nochmal los um mir ne Nudelsuppe zu besorgen und zu essen. So kam ich an ein Restaurant in unserer Nähe wo ich dann eine mittlere Portion „DonDon“ bestellte. Das sind quasi dicke Nudeln, ähnlich der Makaroni bei uns nur ohne Loch, mit etwas Fleisch und einer braunen, mit Curry gewürzten, Sauce. Dazu kann man sich noch nach belieben Lauch rauftun. Als kleines Extra hab ich noch was fritiertes gegessen, was ich jedoch geschmacklich nicht zuordnen konnte. War aber nicht schlecht. „DonDon“ scheinen generell sehr billig zu sein so bekommt man schon ne Schüssel für 150 Yen was gut 1,20 € entspricht, meine mittlere Portion kostete 450 Yen mit dem fritierten dingens dann 570 Yen.
Vier Mangas habe ich mir dann heute auch noch besorgt, „Shaman King Flowers 1 und 2“, sowie „Shaman King Zero 1“ und „Saiyuki Reload 10“.
Mehr ist an diesem Tag dann auch nicht passiert, aber reicht ja ansich auch^^. Jetzt noch viel spass mit den wundervollen Bildern und lasst euch das Wasser im Munde zusammenlaufen :D. Gehabt euch wohl!

Diese Diashow benötigt JavaScript.

2 Antworten zu Tag 6: Harajuku & Shibuya

  1. nipponplanet schreibt:

    Hört sich ja nach einem wirklich interessanten Tag an. :) Steck deine Mutter mit dem Yui-Fieber an. ;D Das mit netten Herrn der euch gefahren hat finde ich ja mal mega stark. :) Aber dieses Phantomgeschäft ist ja wirklich höchst mysteriös. :D Sollte ich irgendwann mal nach Japan kommen werde ich wohl auch mal Takoyaki probieren auch wenn ich eigentlich nicht so der Tintenfisch Fan bin aber du hast mich überzeugt . :)

    • VagabundenReise schreibt:

      Der Tintenfisch schmeckt eigentlich eher nach gar nichts^^. Wie gesagt ist er etwas härter als gedacht und auch wenn es ungewohnt aussieht, einfach hinter die Kiemen schieben :D. Aber Vorsicht innen ist er noch sehr heiß!

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s