Asen’ka – ein Märchen für Kinder und solche, die es werden wollen

Endlich ist es da! Ein neues Märchen vom großen geschichtenerzähler Alexander Kaschte! Wie der Titel schon vermuten lässt – „Asen’ka – ein Märchen für Kinder und solche die es werden wollen“ wird es sich um eine zusammenhängende Story handeln die sehr interpretierfreudig und metaphorisch daherkommt. So wie eine Veröffentlichung sein muss! Zuletzt haben wir solch ein Kunstwerk auf den Alben „DIe Liebe Gottes“, „Tineoidea – Oder die Folgen einer Nacht“ und bei dem Doppelalbum „A.ura und das Schneckenhaus“ bewundern dürfen. Alle drei Alben gehörten zu meinen Favoriten der Band!
Bei diesen Album kann man endlich wieder abschalten und ins Land der Träume gleiten, der Geschichte beim wachsen zuhören und sich selbst seinen Platz darin suchen. Es gibt Songs die wie für mich geschrieben worden zu sein scheinen, z.B. „Ich, dein Wolfsblut“, anderen wiederum konnte ich noch nicht so richtig aufs Zahnfleisch fühlen, da sie sehr umschrieben sind. Generell gibt es aber kein Song den ich nicht mag und jeder Song sollte im Zusammenhang gehört werden auch wenn er sich durchaus auch individuell anpassen lässt.

01) Musik und Texte:

Alexander Kaschte (nachfolgend AK) hat sich mal wieder selbst übertroffen, sowohl was Texte angeht als auch die Musik. Das Album zeigt in beiden Kategorien Höhepunkte die beide gleichzeitig mit vergehender Zeit auftreten. Es gibt die klassischen 3-4 Minuten Songs, welche die klassischen Reime zeigen, dann gibt es aber auch die längeren Songs mit 7-9 und sogar 15 Minuten, welche natürlich komplexer sind und einen viel höheren Reiz versprühen. Letztlich sind es diese Songs die wohl längerfristig im Ohr bleiben, weil man an diesen Interpretationsmäßig am meisten zu beißen hat, auch wenn die kurzen Stücke alles andere als schlecht sind!
Die Musik beginnt ruhig, wird im Verlauf, ab etwa der Hälfte wilder und härter – erinnert demzufolge sehr stark an „Heiliges Herz – das Schwert deiner Sonne“, welches als Black Metal Album zu betiteln ist, bis es am Ende wieder ruhiger und positiver bzw., Melodramatisch wird. Ich will jetzt nicht auf die einzelnen Texte eingehen, da ich die selbst noch nicht vollstens entschlüsselt habe sondern eher auf die allumfassende Geschichte und die Allegorie dahinter die ich zumindest erkennen kann.
Ein kleines Mädchen namens Asen’ka (siehe Cover) geht mit seinen Eltern in den Wald. Dort verläuft es sich und trifft auf einige ungewöhnliche Wesen. So z.B. Feen, Trolle, Gnome, dem Froschkönig und Elfen. Welche Allgemeinhin als die Wesen der Schatten zu bezeichnen sind. Neugierig wie Kinder nunmal sind, geht sie diesen Gestalten nach und trifft auf auch auf tote Menschen in einem See von denen sie heruntergezogen wird und letztlich auf den Froschkönig trifft. In diesem Lied wird u.a. selbiges Märchen mit abgehandelt weicht aber mittig dann stark davon ab indem Asen’ka um Herrscherin über die Wesen zu werden den Froschkönig ermordert und das Zepter und den Thron damit an sich reißt. Spätestens hier wird – der von den toten Menschen geforderte Satz „Stirb, Kindlein, stirb“ zur Wahrheit, jedoch im literarischen Sinne. Wie es dazu kommt? Nun ich denke durch den Einfluss, und das, in den Liedern auf sie einreden der Feen, Elfen, Gnome und Trolle. Sie wird quasi umgarmt und als ihre Königin bezeichnet, weshalb sie es scheinbar hinnimmt und der Versuchung nachgibt. Was hier noch angemerkt sei ist der vertonte Tot des Froschkönigs, welcher wie immer genial umgesetzt ist. Es wird eine Atmosphäre aufgebaut in der man selbst gleich weinen will, nicht zwingend aus Mitleid zum Froschkönig, sondern eher weil sie die Ermordung durch Asen’ka so dermaßen verzweifelt und traurig anhört. Ein so reines kleines Kind ist total verdorben worden und genau dieser Punkt macht das Lied zu einem Höhepunkt im gesamten Album, frei nach dem Motto:

Wie konnte ein Mensch schön wie du,
innerlich nur so hässlich sein.
Von allen Menschen auf der Welt
Hab’ ich Dich auserwählt,
Die Mörderin zu sein,
Die meine Tage rückwärts zählt!

Ausszug aus „A.ura und das Schneckenhaus“, aus dem gleichnamigen Album

Dies ist nicht der einzige Verweis auf ältere Werke von AK aber ein sehr schöner, sehr passender und versteckter wie ich finde. Nachdem Asen’ka nun den Froschkönig umgebracht hat, wird sie von den Wölfen als Herrscherin über sie akzeptiert: „Wir stehen für dich spalier!“,“Die Wölfe gehorchen nur dir“. Das Wolfsbild ist denke ich als eine Art Wildheit im Menschen verborgen, welche von der Reinheit eines Kindes im Laufe des Erwachsenwerdens immer wieder zum vorschein kommt und mit ihrer Tat nun vollends erwacht ist. Mann könnte es allgeorisch gesehn auch als Pubertät bezeichnen. Im Darauffolgenden Song „Ich, dein Wolfsblut“ wird auch darauf eingegangen, eine genauere Interpration wage ich etwas weiter unten. Schließlich kommt das 15 Minuten Epos „Im Ursprung der Schatten“ Wo es in Kurzfassung u.a. um das finden der wahren Liebe geht. Im Vorletzten und letzten Stück ist diese Liebe gefunden und wird in „Schenk mir deine Flügel“ als Hoffnung beschrieben dem Schicksal das man sich auferlegt hat (den Froschkönig zu töten und somit zur Herrscherin des Schattenreichs zu werden und alles Gute zu verleugnen) zu entfliehen. Oder als Rettung in letzter Sekunde. Im letzten Stück was dann wieder eher melodramatisch daherkommt findet Asen’ka den Weg zurück nach Hause – jedoch verändert. Der Song beschreibt wie die handelnde Person für den gliebten alles geben würde, sogar den eigenen Tod damit diese leben kann. Dies zeigt wie sehr die Liebe für die Person bedeutet und dass diese ohne Liebe wieder zurückfallen und womöglich tiefer in den schwarzen Sumpf fallen würde. Liebe als letzter Ausweg, sehr poetisch und für manche auch zutreffend. In Anlehnung an den Titel sollen wir – die Hörer – also wieder zurückfinden und wieder mehr Kind werden.
Noch ein paar Worte zu „ich, dein Wolfblut“. Wie gesagt soll der Wolf als Sinnbild für das wilde, animalische in uns dienen. Der Song ist in drei Strophen geteilt die meines Erachtens nach drei verschiedene Abschnitte treffend und sehr direkt beschreiben. Die Erste Strophe handelt vom Erkennen was man getan hat bzw. wie man sich entwickelt hat und sein jetziges Ich mit dem seiner Kindheit vergleicht. Quasi genau die Situation in der sich Asen’ka nach dem der Ermordung an den Froschkönig befindet. Das darüber nachsinnen was man getan hat also. In der zweiten Strophe geht es um den Weg dahin, also selbstreflektierend, wie es überhaupt soweit gekommen ist, das man abstumpft, sich nicht mehr um seine Träume kümmert, sondern sich verführen lässt und immer weniger „man selbst“ ist. Die dritte Strophe ist dann die Erkenntnis aus den ersten beiden, beschreibt aber auch dass man nie wieder wirklichen Frieden finden kann, egal wie stark der Sturm (also die Erkenntnis) an der Seele rüttelt, ist es schon zu spät um umzukehren. ASP würde sagen, dass die Weichen gestellt sind und und der Herbst bereits vorbei. Über die Jahre, ohne es zu merken ist man innerlich abgestumpft und kann nun nichts mehr dagegen tun, bzw. seine Taten nicht rückgängig machen und an dem Punkt der Reinheit zurückkehren. Demzufolge muss man mit seinen Sünden leben und sich damit arrangieren, daraus lernen.
Das was die Strophen auf einen Nenner bringt ist das Wolfsblut. Das was von Anfang der Geburt bis zum Tod in einem schlummert und vielleicht zum Teil auch verantwortlich ist, als eine Art Versuchung/Verführung um erst so zu werden wie in den Strophen geschrieben. Ich würde es als eine Art Segen und Fluch bezeichnen. Zum einen als emminenten Teil seines Selbst, mit dem man sich definiert, zum anderen als Unheil das einem – wenn übertrieben – auch Unheil bzw. Krieg mit sich selbst bringen kann. Großartige Lyrics in sehr schöner, jedoch einfacher, Musik gehalten. Mein absolutes Lieblingsstück des Albums und wie für mich gemacht.
Generell gibt es einfach nur himmlische Strophen in den einzelnen Songs, die universal nie an Bedeutung verlieren und die das ganze Album so Zeitlos machen. Es ist – ohne übertreiben zu wollen, die beste Platte die Samsas Traum je gemacht haben, ohne ältere Veröffentlichungen zu schmälern! Kaufen lohnt sich auf jeden Fall, besonders für Neueinsteiger der Gruppe, da hier eine Menge Anspielung an die Vorgängeralben Vertreten sind.

Zu der angesprochenen Allegorie. Dies kann man natürlich auf seinen eigenen Werdegang münzen. So waren wir als Kind neugierig und rein und wurden durch diese Neugier auch in Situationen gebracht die nicht gut für uns war, weshalb wir dann immer mehr innerlich abstumpften und vergaßen wie wir einst waren bzw. wie wir sein sollten. Mit dem einsetzen der Liebe haben wir dann wieder die Hoffnung in das Gute gefunden und so suchen und klammern wir uns an dieses Gute um unseren alltäglichen melancholischen und teils dramatischen Leben aus dem Weg zu gehen und es zu verdrängen. Dies wird uns dann auch irgendwann bewusst und wir reflektieren unser Verhalten und ziehen Vergleiche, bis einem dann wiederum bewusst wird, dass man eine radikale Änderung benötigt und seine Weichen neu stellen muss. Auch ist dieses Album wie andere vor ihm, autobiographisch zu sehen, woraus AK auch keinen Hehl macht. Wer mehr über ihn wissen will, möge die anderen Veröffentlichungen genau hören.

02) Kritik:

Kritik gibt es nur marginal an zwei Stellen. Zum einen wirken die gesprochenen Verse recht künstlich und aufgesetzt. Mit einer besseren musikalischen Untermalung á la „Im Embryovernichtungslager“ vom „Tineoideo“ Album würde sich das sicher auch besser anhören, dafür machen die kraftvollen, choristischen und orchestralen darauffolgenden Strophen dies wieder doppelt wett! So z.B. wunderbar im Song: „Der Flammenglanz im Haar“. Zweiter Kritikpunkt wäre das teils zu abrupte Ende in der Musik einer Strophe wenn es von einer Gesangsart in die nächste geht. Aber gut, darüber kann ich hinwegsehen. Ansonsten kommt die Platte recht kritiklos weg. Lyrics sind wie immer sehr sehr komplex und sehr metapherlastig was das Interpretieren und auf sich münzen (was man generell mit jedem Samsas Traum Album kann) zu einer interessanten Angelegenheit macht und auch nach Jahren seinen Reiz nicht verlieren wird, genauso wie die Vorgängeralben!

03) Die Bonus CD:

Wie ASP haben auch Samsas Traum eine Bonus CD beigelegt. Hier jedoch handelt es sich um Theatermusikstücke die AK für die Stücke „Vlad – The sing-A-long Vampire Experience“, sowie „Herz und Leber, Hund und Schwein“ geschrieben hat und überwiegend instrumental anzuhören sind. Um Klassen besser als irgendwelche Remixe und auch schön zu hören. Im Booklet gibts dazu noch ein paar mehr Information und die jeweiliegn Textpassagen der Theaterstücke zu denen die Instrumentals genommen wurden um sich besser einfühlen zu können.

04) Die Aufmachung/Das Artwork:

Wie immer sehr aufwendig gestaltet, nicht nur die enthaltenen Bilder von AK’s Frau (siehe auch Cover) sind sehr gut gelungen auch das ganze drumherum. Die Limited Edition (43€ bei Amazon) ist ihren Preis Wert denn das Buch ist in braunen Leinen top verarbeitet und enthält noch ein kleines Poster mit sämtlichen Artworks und passenden Liedzitaten. Auch spricht AK mal wieder extrem ironisch und sarakastisch im Nachwort zum Album, was einem einfach nur ein fettes Grinsen über die Backen treibt xD. Sehr schöne Verpackung die das hält was sie verspricht und sogar noch mehr gibt als sie müsste. Generell eine Kaufempfehlung für jeden der noch nicht verlernt hat zu träumen und sich selbst kritisch gegenüber zu stehen.

So dann wars das erstmal von mir! Ist doch ein wenig länger geworden, aber das lesen lohnt sich wie ich finde^^. Die Platte zu kaufen und zu genießen ebenso, daher eine absolute Kaufempfehlung an jeden, auch wenn es für Neulinge nicht gleich die teure Limited Edition sein muss.

Vagabund =)

7 Antworten zu Asen’ka – ein Märchen für Kinder und solche, die es werden wollen

  1. Pingback: Neue Rubrik und gleich 2 Rezensionen dazu! | VagabundenReise

  2. Noreen schreibt:

    “Asenka – ein Märchen für Kinder und solche, die es werden wollen | VagabundenReise” was in fact a remarkable article and therefore I was indeed pretty joyful to
    find the article. Thanks for your effort-Lanora

  3. Tuputamadre schreibt:

    Menuda sarta de gilipolleces, alemán de mierdaaaaaaaaaaaaaaaa

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